„Mit großer Sorge – „mit brennender Sorge[1]““ – schrieb ich am Montag, den 07.09.2026, als Reaktion auf die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vom vergangenen Sonntag in mein Tagebuch. „Mit brennender Sorge“ (lat.: Ardenti cura), das war die Enzyklika von Papst Pius XI., in der die Politik und Ideologie des Nationalsozialismus verurteilt wurden. Diese wurde am Palmsonntag, den 21. März 1937, in den katholischen Kirchen im damaligen Deutschen Reich verlesen. Daran musste ich tatsächlich denken, als ich das vorläufige amtliche Wahlergebnis in Sachen-Anhalt vernahm.
Immerhin gab es einen schwachen Trost: Das erklärte Wahlziel des „Durchmarsches in die absolute Mehrheit“ hat die AfD mit 43,8% der Wählerstimmen knapp verfehlt. Wobei man sich keinen Illusionen hingeben sollte. Die AfD wird es schon schaffen, einen AfD-Ministerpräsidenten im Landtag wählen zu lassen. Mit den Stimmen des BSW oder ein paar Überläufern von der CDU – oder beidem – dürfte das relativ problemlos gelingen. Das hätte aus AfD-Sicht den Charme, dass man für den Fall, dass falls doch nicht alles so glatt läuft beim „Durchregieren“, man schon einen „Schuldigen“ gefunden hätte.
Der „völkische Nationalismus“ in Deutschland war wohl schon lange in rechten Kreisen „salonfähig“, aber nun ist er eindeutig auch „mehrheitsfähig“. Auch wenn das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt absehbar war, empfinde ich es als verheerend. Überrascht hat es mich aber nicht: Vor über zwei Jahren hatte ich schon in einem französischen Blogbeitrag „De retour à Grünstadt – et les martinets se sont déjà envolés vers le Sud“ die Befürchtung geäußert, dass es Björn Höcke gelingen könnte, sich zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen zu lassen. Das ist zwar bisher nicht geschehen, aber der Aufstieg der AfD scheint bisher bei fast allen Wahlen ungebremst vor sich zu gehen. Und fürwahr nicht nur in Ostdeutschland.
In der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, Schramberg im Landkreis Rottweil feiert die AfD auch ihre stillen Triumphe – nur nimmt man das noch nicht so wahr. Der Spiegel berichtete im vergangenen Winter darüber: „Wenn man in der heilen Welt lebt, dann hat man auch viel zu verlieren[2].“ Der politische Erfolg der AfD ist längst nicht mehr auf „den Osten“ beschränkt. Davor sollte man auch die Augen nicht verschließen.
Vor vielen Jahren schrieb ich einen längeren Blogbeitrag mit dem Titel „Streckenbeobachtungen in der ‚France périphérique‘ – ein geographischer Kommentar zur ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2017 in Frankreich“ über den Zusammenhang von Wahlerfolgen des FN und der „Entleerung“ des ländlichen Raumes in Frankreich, die Streckenstilllegungen, das Sterben der „Bistros“ usw. Diese Zusammenhänge gibt es in Deutschland bestimmt auch. Die Infrastruktur im ländlichen Raum steht auch in Deutschland unter Druck: Krankenhäuser verschwinden, Hausärzte fehlen, in Süddeutschland verschwinden still und leise die „Dorfwirtschaften & Landgasthöfe – bzw. das „Wirtshaus“[3]“ – das waren einst die Schmelztiegel des Lebens auf dem Land. Im Norden und im Osten waren das eher die Dorfkneipen. Als ich noch vor meiner Erkrankung[4], viel doch den deutschen Südwesten reiste, ist das mir auch aufgefallen. Auch im deutschen Südwesten konnte ich die Prozesse der „Entleerung“ des ländlichen Raumes die ich Jahrzehnte lang schon in Frankreich beobachtete wahrnehmen. Die Stadt Schramberg in der ich aufgewachsen bin hat ihr Krankenhaus in den 2010 Jahren verloren – und die Bahnstrecke die einst Schramberg mit der weiten Welt verband, wurde Anfang der 1990 Jahre endgültig stillgelegt. Aber das erklärt längst nicht alles. Vielleicht ist es ja einfach so wie Anna Mayr in der Zeit schreibt „Menschen wählen rechts, weil sie rechte Politik richtig finden“[5] ! Wobei zumindest für mich die AFD längst keine rechte Partei mehr ist, sondern eine rechtsradikale fast schon protofaschistische Partei ist.
Ilko-Sascha Kowalczuk schrieb unlängst in einem Interview: „Es wurde immer so getan, als könne man das Problem durch eine andere Politik der anderen Parteien irgendwie in den Griff bekommen. Die Wahrheit ist aber: Die AfD könnte gegenwärtig einen Besenstil aufstellen, der würde auch gewählt werden.[6].“ Daran musste ich denken, als ich mir ansah, wer für die AfD in den Landtag nach Magdeburg einzieht[7].
Es war auch schon surreal anzusehen, wie der Spitzenkandidat der AFD mit seiner blauen Schwalbe durch’s Land zog – und dahinter folgten ihm seine Fans. Fast schon wie ein Messias mit seinen Jüngern. Die AFD ist es unzweifelhaft gelungen mit Ulrich Siegmund einen charismatischen Spitzenkandidaten aufzubauen. Das muss man einfach anerkennen! Ohne ihn wäre es der AFD wohl nicht möglich gewesen solch ein hohes Wahlergebnis einzufahren. Meines Wissens hat es solch einen „Erdrutschsieg“, also quasi eine Verdoppelung des Stimmenanteils in einer Wahlperiode, in der Geschichte der Bundesrepublik bei Landtagswahlen noch nie geben! Auch bei der CSU in Bayern in den 1950 Jahren nicht!
In Frankreich wird es im nächsten Jahr Präsidentschaftswahlen geben. Es könnte durchaus sein, dass Marine Le Pen diese Wahlen gewinnt. Wobei ich in Frankreich glaube, dass die Messe noch nicht gelesen ist. Da kann noch viel passieren. Aber zweifellos ist Marine Le Pen eine Politikerin, die hart am rechten Rand operiert. Aber zwischen dem völkischen Nationalismus der AfD und Marine Le Pen liegen Welten. Aber im Vergleich zur AfD erscheint der Rassemblement National von Marine Le Pen doch eher als eine moderatere Variante der autoritären Rechten.
Mit dem Wahlergebnis vom letzten Sonntag hat es die AfD auf jeden Fall geschafft, den letzten Rest der alten Bonner Republik mit ihren Gewissheiten zu Grabe zu tragen. Eine dieser Gewissheiten war, dass der „völkische Nationalismus“ ein für alle Mal in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwunden war. Das ist nun vorbei. Ilko-Sascha Kowalczuk hat wohl recht: Das autoritäre Zeitalter hat in Deutschland auch Einzug gehalten. Wobei ich durchaus auch glaube, dass sich diese Entwicklung auch noch aufhalten lässt!
[2] Wenn man in der heilen Welt lebt, dann hat man auch viel zu verlieren. Nirgends im Westen ist die Zustimmung zur AfD höher als im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen. Dabei ist die Gegend wohlhabend, sind die Unternehmen innovativ, die Gemeinden reich. Der Spiegel 8/2026 S.67 – 70 (online hier).
[6] Ich habe dieses Zitat von der Facebook Seite von Ilko-Sascha Kowalczuk entnommen. Das Interview erschien u.a. in der Allgemeinen Zeitung am 07.08.2926 unter dem Titel „AfD-Wahlsieg: „An der Schwelle zum autoritären Zeitalter“
„Manchmal fahre ich ohne Ziellos und sage zur Belchen-Südwand guten Tag. Weiter in weichen Schwüngen über Böllenbach ab ins Wiesental. Von Präg über den Hochkopf nach Herrenschwand. Ein paar Höfe, ein Gasthof namens Waldfrieden und Gelände ohne Ende. Ein Schlepper kreuzt, Wild wechselt, Wald duftet. Später gibt es Nudelsuppe aus der Terrine und essbare Landschaft zum Hauptgang. Weiderind, Holzofenbrot, Vesperteller. Das ist mein Südschwarzwald.“ (Abel, Wolfgang, 2022, 7)
Endlich hatte ich es geschafft, nach so vielen erfolglosen Versuchen über die Jahre, Zimmer im Waldfrieden zu reservieren. Und Hunde sind ja auch akzeptiert, da wir ja seit einigen Monaten auch Hundebesitzer sind[1]. So fuhren wir dann ähnlich, wie es Wolfgang Abel[2] in seinem Buch „Hoch hinaus“ beschreibt, am Belchen vorbei, aber an der Nordseite übers Wiedener Eck über Präg nach Herrenschwand in den Waldfrieden, um dort ein paar Tage Urlaub zu genießen (siehe Zitat am Textbeginn). Ich schreibe „Buch“, obwohl das Werk von Wolfgang Abel als „Reiseführer & Wanderführer“ für Freigänger verfasste wurde, lässt sich das Werk durchaus als moderne geographische Landeskunde des Südschwarzwalds lesen.
Als Kind und Jugendlicher war ich schon öfter im Hochschwarzwald. Mit den Eltern immer wieder Tagesausflüge von Schramberg aus an den Titisee, den Schluchsee, manchmal auch in den Hotzenwald. Dabei auch noch die letzten Züge auf der Bahnstrecke Kappel-Gutachbrücke–Bonndorf mit dem berühmten Spitzkehrenkopfbahnhof in Lenzkirch gesehen. Einmal auch einen schönen Camping- & Wanderurlaub mit dem Wohnwagen am Titisee. Den Campingplatz gibt es heute noch, es ist der Sandbank Camping! Und hin und wieder auch mit einem engen Freund der Familie, Roland Wittwer, Skifahren im Frühjahr am Feldberg, wenn in Schramberg schon lange nicht mehr genug Schnee zum Skifahren lag – und das manchmal bis in den Mai, wenn im Kinzigtal schon die Kirschbäume blühten[3]. Einmal auch mit der Schule, im Schullandheim in der Jugendherberge am Wiedener Eck. Von dort wanderten wir dann auf den Belchen hoch. Das ist natürlich alles schon sehr lange her. Die Jugendherberge am Wiedener Eck gibt es auch schon seit ein paar Jahren nicht mehr. Daraus wurde ein Gesundheitshotel namens Gut Lilienfein.
Den Waldfrieden entdeckte ich tatsächlich nicht durch das Buch von Wolfgang Abel, sondern durch meine seit nun fast schon dreißig Jahren andauernde Lektüre des Restaurantführers „Guide Michelin“, also das berühmte rote Buch, welches man durchaus auch als geographische Landeskunde lesen kann. Besonders angetan haben es mir dabei die „Bib Gourmand“. Über die Verteilung der Michelinsterne und der Bib Gourmands bilden schon eine interessante „Geographie“ Deutschlands ab. Die meisten gibt es wohl eindeutig im deutschen Südwesten[4]. Und so habe ich dann irgendwann, in einer der Ausgaben des roten Buches, den Waldfrieden entdeckt – und mir gedacht, da will ich doch mal Urlaub machen und wieder nach langer Zeit in den Hochschwarzwald fahren und dort auch nicht nur gut zu essen, sondern auch Ruhe und Abgeschiedenheit zu finden. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch in diesem Jahr wird der Waldfrieden im Michelin lobend erwähnt und auch wieder mit einem Bib Gourmand ausgezeichnet (Michelin Éditions et al. 2026).
Während meine mitreisenden Familienmitglieder die Annehmlichkeiten des Neubaus, also des Spa-Hauses, genossen, zog ich mich mit unserer Gordon-Setterin zum Lesen in der Natur zurück. Das „Spahaus“ wurde von Architekturbüro „Werkgruppe Lahr“ geplant. Inzwischen ist es ein markanter Teil der Kulturlandschaft des Hochschwarzwaldes geworden und hat sich hervorragend in Weidfelder und Hochweiden von Herrenschwand integriert Manchmal schaute ich auch nur den Vögeln zu – an einem Tag konnte man sogar einen ganzen Schwarm an roten Milanen über den Hochweiden von Herrenschwand beobachten. Oft saß ich auch unter den Linden und dem Bergahorn an der Wassertretstelle mit meinen Büchern. Auf dem E-Book-Reader erkundete ich die Welt des Odysseus und der Odyssee wieder einmal neu – diesmal wissenschaftlich aufbereitet vom Altphilologen Raimund Schulz (2026)[5]. Und weiterhin las ich abschnittsweise Kapitel aus dem schon erwähnten Buch „Hoch Hinaus“ von Wolfgang Abel (2022), welches ich schon vor ein paar Jahren schon einmal in Gänze gelesen hatte.
Se ressourcer – auftanken, das gelingt mir am besten mit Ruhe, Bewegung und Lektüren, das hatte ich ja schon vor ein paar Jahren hier beschrieben[6]. Die Hochweiden von Herrenschwand sind auch so ein fabelhafter Ort, an dem man sich „ressourcieren“, also Ruhe finden kann, Kraft tanken kann. Dazu kommt noch die Küche von Volker Hupfer, die auch dazu beiträgt, dass man sich hier oben gut erholt! Wolfgang Abel schreibt: „die Küche von Volker Hupfer ist frisch, sorgfältig und vielseitig, die Positionen reichen vom Wandervesper bis zum Abendmenü“ (Abel, 2022, 371). Hier findet man zum Abendmenü beste badische Küche, leicht elsässisch-französisch angehaucht. Und tagsüber bekommt man auch einen ordentlichen Wurstsalat als Wandervesper. Nicht nur ordentlichen, sondern einen richtig guten Wurstsalat als Vesper! Wobei ich dabei lernen durfte, dass der Straßburger Wurstsalat – so nennt man die Variation des Wurstsalats mit Emmentaler und Lyoner im mittleren Schwarzwald in der Raumschaft Schramberg – hier „Elsässer Wurstsalat“ genannt wird[7].
Natürlich bin ich auch vor der Hitze in der Oberrheinebene geflohen. Wie eine Bewohnerin aus Herrenschwand sagte: „vor der ‚Gluthölle‘ der Pfalz in den Hochschwarzwald geflohen“. Wie ich ja schon mehrmals in diesem Blog schrieb, weiß ich nicht, ob das am zunehmenden Lebensalter oder den Komplikationen, die die Maladie de Mitterrand mit sich bringt, zusammenhängt[8]. Aber Tatsache ist, dass die zunehmende Hitze unserer mitteleuropäischen Sommer mir zu schaffen macht. Aber auch im Hochschwarzwald sind die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Die gelben Hochweiden in Herrenschwand, am Belchen etc. haben mich regelrecht erschrocken. So etwas habe ich im Schwarzwald, in dem ich ja aufgewachsen bin, noch nie erlebt – Wiesen und Hochweiden wie in mediterranen Gebirgen. Man könnte fast meinen, man wäre irgendwo in der Cerdagne in Südfrankreich. Die Dame aus Herrenschwand, mit der ich sprach, sagte, sie würde nun 70 Jahre hier leben, aber eine solche Trockenheit, eine solche Landschaft in „Gelb- und Ockertönen“ – das hätte sie hier noch nie erlebt. Auch in den Wäldern lassen sich erhebliche Trockenschäden an den Bäumen beobachten.
Nicht auszudenken, aber sollte mal der Blitz in die Wälder rund um Todtnau einschlagen – oder bei der Waldarbeit die Motorsäge Funken schlagen, jemand seine brennende Kippe am Wegrand hinterlassen … wie auch immer, das würde einen verheerenden Waldbrand auslösen. Nach fast vierzig Jahren Waldbrandforschung kann ich nur sagen, dass wir in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich verhältnismäßig schlecht auf solch einen großen Waldbrand vorbereitet wären. So hat mich auch hier im Hochschwarzwald das Thema meiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Tätigkeit wieder eingeholt. Mein letzter Beitrag in paysages handelt von der aktuellen Waldbrandsituation in Frankreich[9]. Es wird durch den Klimawandel auch hier in Deutschland zu mehr Waldbränden kommen – das prognostiziere ich ja eigentlich schon seit Jahrzehnten[10]. Aber leider wird das Problem in der Politik so gut wie nicht wahrgenommen.
Der Schluchsee ließe sich beispielsweise für das „Wasserladen“ von amphibischen Löschflugzeugen vom Typ Canadair nutzen. Das ist das Ergebnis der Arbeit von Steffen Volk: „Einsatzpotentiale von amphibischen Löschflugzeugen in Baden-Württemberg (Volk 2025)“ – das war einer meiner letzten wissenschaftlichen Abschlussarbeiten, die ich trotz Krankheit noch betreuen konnte. Das könnte für die Waldbrandbekämpfung im südlichen Schwarzwald ein wichtiger Faktor werden.
Auf der Rückfahrt nach Grünstadt, auf der französischen Rheinseite bei Lauterbourg, betrachtete ich den Niedrigstand des Rheins. So niedrig, so viele Schotterbänke bis weit in die Flussmitte – das habe ich hier noch nie gesehen. Es tut sich was im Klima Mitteleuropas – man kann es überall feststellen. Wer den Klimawandel nicht wahrhaben will, lebt entweder auf einem anderen Planeten oder leidet an einer erheblichen kognitiven Dissonanz!
Zu Hause angekommen, erlebte ich auch noch eine freudige Überraschung: Einer meiner frühen Blogtexte, „The Fatal Forest Fire – remembering the ‘1949 Mega fire’ in the ‘Forêt des Landes’ (South West France)“[11], über die verheerenden Waldbrände in der Forêt des Landes im August 1949, wurde in einer internationalen Attributionsstudie über Waldbrände und Klimawandel erwähnt [12] . Wobei die bibliographische Referenz „Christophe 2009“ mehr als sonderbar ist. Das war auch einer meiner ersten Texte, in dem ich auf den Zusammenhang von Klimawandel und zunehmenden Waldbrandrisiken hinwies. Auf Englisch verfasst, ist er wohl in der internationalen Wissenschaftscommunity wahrgenommen worden. Aber immerhin schön zu sehen, dass man als Wissenschaftler und Waldbrandforscher international immer noch wahrgenommen wird – trotz aller Einschränkungen durch die nun bald drei Jahre andauernden, durch die Maladie de Mitterrand bedingten Komplikationen!
Zuhause in Grünstadt angekommen, stellte ich fest, dass die Mauersegler auch schon ihren Rückflug in den Süden angetreten haben – ähnlich wie in den letzten Jahren[13]. Hingegen scheinen die Bienenfresser fast schon zum alltäglichen Begleiter des Grünstadter Sommerhimmels zu werden. Wenn man sie nicht sieht, kann man sie mehr als deutlich hören[14]!
Die ältere Dame aus Herrenschwand wies mich auch darauf hin, dass man sich nicht täuschen sollte, hier wäre auch nicht das Paradies. Ernsthaft krank werden dürfte man hier oben nicht. Am besten wäre es man würde im Alter vom Schlag getroffen werden, nicht mehr aufwachen und tot umfallen. Wie überall auf dem Land ist die ärztliche Versorgung schwierig, hinzu kommt natürlich die anspruchsvolle Topographie des Gebirges die vor allem die Wegstrecken enorm verlängert. Beim Schreiben dieses Textes habe ich mich etwas erkundigt, wie das mit meinem Krankheitsbild hier oben aussehen würde. Im Gesundheitszentrum Todtnau wird zu Zeit Freitagnachmittags eine urologische Sprechstunde angeboten, die auch Tumornachsorge anbietet. Bei komplizierten Dingen, wird man wohl nicht umhin kommen, nach Freiburg zu fahren. Schwierig und beschwerlich, aber nicht unmöglich. Aber die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, ist auch so ein Thema, was gern vernachlässigt wird. Damit könnte man mehr als einen eigenen Blogbeitrag schreiben.
Kommen wir zurück nach Herrenschwand und dem „Waldfrieden“. Was mir in Herrenschwand auch auffiel, – also rund um den Waldfrieden im Siedlungskern des Weilers Herrenschwand. Sehr viele Linden und Eschen. Die Terrasse des Waldfriedens wird von einer Esche beschattet. Das Eschensterben scheint hier oben noch nicht angekommen zu sein. Es gibt hier und da auch noch ein paar alte Bauerngärten, die offensichtlich noch bewirtschaftet werden. Das alles erinnerte mich an das Buch des verstorbenen Botanikers Gerold Hügin (1991) über Bauerngärten und Siedlungsvegetation in Südschwarzwald. Das Buch steht wohl in meinem Büro am IFGG in Karlsruhe. Ich hatte es mir zu Beginn meiner Assistentenzeit an der Universität Mannheim gekauft und gelesen. Ob Hügin auch hier oben Herrenschwand Vegetationsaufnahmen gemacht, – da kann ich mich jetzt nicht mehr daran erinnern. Es würde sich aber bestimmt lohnen die Siedlungsvegetation von Herrenschwand zu kartieren, – man würde damit bestimmt einen interessanten Einblick in die Vegetationsgeschichte des südlichen Schwarzwaldes bekommen. Dar überhinaus hier und da auf den Weidfeldern sehr schöne „Weidbäume“ hier in diesem Fall Ebereschen (im Schramberger Schwäbisch auch als Vogelbeeren bezeichnet). Ich hatte auch mal ein schönes Büchlein über die Weidbuchen im Schwarzwald in meiner Bibliothek (Schwabe et al 1987). Weidfelder und Weidbäume, – was nicht immer Buchen sein müssen, beispielsweise finden sich im mittleren Schwarzwald auch sehr schöne Stechpalmen als Weidbäume. Das war schon ein Charakteristikum der traditionellen Kulturlandschaft des mittleren und des südlichen Schwarzwaldes. Inzwischen ist es mehr ein Kulturlandschaftsrelikt geworden. Dazu braucht es natürlich auch eine funktionierende Weidewirtschaft. Mit Nutzungssimulation, also Landschaftspflege, wird man diesen Landschaftstyp auf Dauer nicht erhalten können.
Postkartenansichten aus der Chronik des Waldfriedens entnommen mit Genehmigung von Familie Hupfer (email 03.08.2026), Papierversion S.56-57, PDF S. 29.
Herrenschwand und der Waldfrieden das ist schon ein eigene Geschichte. Wenn man durch den Weiler läuft und mit den Menschen spricht, dann hat man das Gefühl, dass irgendwie jeder eine Verbindung zum Waldfrieden hat. Die Familie Hupfer hat eine sehr schöne zwei und sechzig Seiten umfassende Chronik des Waldfriedens verlegt (Hupfer, Volker 2026). Es ist jedoch mehr als nur eine Chronik des Waldfriedens, sondern über die Bilder erschließt sich dem Leser, über 100 Jahre Dorf & Landschafts und Tourismusgeschichte von Herrenschwand. Eigentlich sollte das Werk, also die Papierversion zumindest in der badischen Landesbibliothek archiviert werden, und darüber hinaus in weiteren Universitäts & Forschungsbibliothek, weil in dem Büchlein über 100 Jahre Dorfgeschichte von Herrenschwand dargestellt wird, was auch ein Baustein der Landschaftsgeschichte des gesamten Schwarzwaldes ist.
Im sogenannten Stammhaus, das aus dem im Jahre 1892 erbauten Bauernhof hervorging haben wir dann auch während der vier Tage gewohnt. Wir würden gern wiederkommen !
Hügin, Gerold (1991): Hausgärten zwischen Feldberg und Kaiserstuhl: Versuch einer Landschaftsgliederung mit Hilfe von Unkräutern, Zier- und Nutzpflanzen der Gärten in Schwarzwald, Vogesen, Baar und Oberrheintal; mit zwei Beilagen. Veröffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in Baden-Württemberg / Beihefte zu den Veröffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in Baden-Württemberg; 59, ISBN 3-88251-157-5.
Schwabe, Angelika; Krachtowil, Anselm (1987): Weidbuchen im Schwarzwald und ihre Entstehung durch Verbiss des Wälderviehs : Verbreitung, Geschichte und Möglichkeiten der Verjüngung. Karlsruhe. Veröffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in Baden-Württemberg / Beihefte zu den Veröffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in Baden-Württemberg 49. ISBN 3-88251-121-4
Volk, Stefan (2025): Einsatzpotenziale von amphibischen Löschflugzeugen in Baden-Württemberg. Bachelorarbeit, Bachelor of Education, Geographie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), (Betreuung Dr. C. Neff & Dr. C. Mager, KIT-IFGG), DOI: 10.5445/IR/1000185792 (KITopen).
Mes enfants ont passé une belle semaine de vacances en famille à Port Leucate, sur les rives de la Méditerranée, dans l’Aude. Samedi matin, le 25.07.2026, ma fille me téléphone pour me dire qu’à Port Leucate, il y avait une odeur de brûlé dans l’air. L’odeur lui rappelait les terribles incendies du Black Summer en Australie de janvier 2020. Elle participait alors à un échange de voltige dans l’État de Victoria et en Nouvelle-Galles du Sud. L’odeur des immenses feux de forêt lui était restée un souvenir inoubliable.
Je lui disais que, à ma connaissance, dans l’Aude et les Pyrénées-Orientales, il n’y avait pas d’incendie de forêt majeur en cours. Je disais que je pensais que la forte tramontane rapportait cette forte odeur de brûlis depuis les feux de forêt sévissant dans le massif de la forêt des Landes, en Gironde. Plus tard dans la journée, le SDIS 11 informait la population via Facebook que l’odeur de brûlé provenait des importants incendies en cours en Gironde (voir capture d’écran). Donc, confirmation.
D’ailleurs, l’un de mes derniers travaux scientifiques, que j’ai dirigés avant que les complications liées à la maladie de Mitterrand ne me mettent plus ou moins en arrêt maladie complet, était une étude sur les potentialités d’utilisation du De Havilland Canada DHC-515 (successeur du CL-415) dans la DFCI dans la région du Bade-Wurtemberg en Allemagne[3]. Concernant la situation des Canadair en France, je ne peux que confirmer l’avis de M. Durand.
Concernant la prévisibilité des incendies qui menacent une très grande partie du sud de la France et au-delà : naturellement, on ne peut pas prédire le jour, l’endroit géographique du début d’un feu de forêt. Mais depuis des décennies, des chercheurs sonnent l’alarme pour avertir que les changements climatiques allaient fortement augmenter les risques d’incendies de forêt. J’en fais d’ailleurs partie. Même dans l’un de mes premiers billets du blog paysages, en juin 2009, dans le billet «Feux de forêts et lectures de paysages méditerranéens : (Écologie et biogéographie des forêts du bassin méditerranéen ; The Nature of Mediterranean Europe – an Ecological History ; Le feu dans la nature – mythes et réalité) », j’en parlais. Je pense même que j’étais l’un des premiers scientifiques, avec Alexander Scheid (Neff & Scheid 2003) , à pointer les risques d’augmentation des feux de forêt liés aux changements climatiques. C’était en 2003. Naturellement, ce n’était alors qu’un petit chapitre de livre – en plus écrit en allemand, dans un livre édite en Italie, donc avec une diffusion assez limitée. Néanmoins, on peut dire que depuis près de 15 ans, il y a un consensus scientifique selon lequel le réchauffement climatique peut aussi avoir des conséquences assez dramatiques pour l’évolution des feux de forêt.
Pour finir : en ce moment, on entend des politiques de tous bords donner leur avis sur la DFCI en France. Mais en dehors de la période estivale des incendies de forêt, le seul homme politique qui se penche avec une persévérance exemplaire, c’est le député européen Grégory Allione, de Renew Europe. En dehors de M. Allione, d’après mon impression, c’est plutôt le grand silence. Je crois que cette tendance va se confirmer, dès que les premières pluies d’automne auront éclipsé la saison des feux de forêt 2026 de l’agenda politique français !
Neff, Christophe ; Scheid, Alexander (2003) : Kontrollierte Feuer in Natur und Landschaftspflege : Erfahrungen aus dem Mittleren Schwarzwald (Raumschaft Schramberg) und den mediterranen Pyrenäen (Pyrénées-Orientales/Region Prades) Südfrankreichs. In : R. Colantonio Venturelli (éd.), Paesaggio culturale e biodiversità. Principi generali, metodi, proposte operative, Giardini e paesaggio ; 7, Firenze, ISBN 88-222-5272-1, (KITopen DOI : 10.5445/IR/1000121841).
Volk, Stefan (2025): Einsatzpotentiale von amphibischen Löschflugzeugen in Baden-Württemberg. Bachelorarbeit, Bachelor of Education, Geographie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), (Betreuung Dr. C. Neff & Dr. C. Mager KIT-IFGG), DOI: 10.5445/IR/1000185792 (KITopen).
[2] Eric Rigolot m’avait conseillé et aidé à monter des cours pratiques de « Défense de la forêt contre les incendies », incluant la participation à des chantiers de brûlage dirigé dans le département de l’Aude et les Pyrénées-Orientales, et ce, pendant de nombreuses années, dès le début des années 2000, voir la Blognotice 22.2.2012.
[3] Volk, S. (2025): Einsatzpotentiale von amphibischen Löschflugzeugen in Baden-Württemberg. DOI: 10.5445/IR/1000185792
Selbst an mir ging der Medienhype um Christopher Nolans Verfilmung der Odyssee (The Odyssey im amerikanischen Original) nicht spurlos vorbei. Im Spiegel las ich beispielsweise den Beitrag von Wolfgang Höbel „Ein Männerdrama“[1]. Im Rundfunk hörte ich u. a. die Diskussionssendung „Von Trickstern und zweifelhaften Helden – Die moderne Welt der Odyssee“ in SWR Kultur[2]. Das weckte – aus welchem Grund auch immer – bei mir die Erinnerung an die Wiedererkennungsszene von Odysseus mit seinem Hund Argos aus dem 17. Gesang der Odyssee. Das ist in meinen Augen bestimmt eine der berührendsten Szenen der Weltliteratur! Hier erlaube ich mir, aus der Übersetzung von Roland Hampe aus dem gelben Taschenbuch der Reclam Universalbibliothek, die ich vor vielen Jahren einmal als Reiselektüre kaufte, zu zitieren:
„290 Und ein Hund lag da, der hob den Kopf und die Ohren, Argos, des leidenprobten Odysseus Hund, den er selbst einst aufzog, ohne sich seiner zu freuen; er ging ja zuvor schon fort zum heiligen Ilion; früher, da führten die jungen Männer ihn oft auf wilde Ziegen und Rehe und Hasen;
295 Nun aber, da sein Herr weit weg war, lag er verwahrlost auf einer Menge von Mist, der von Maultieren und auch von Rindern da gehäuft vor den Toren lag, bis dass des Odysseus Knechte ihn holten, den großen Bezirk des Königs zu düngen. Dort lag Argos, der Hund, der von Hundeläusen bedeckt,
300 wedelte er mit dem Schwanz und senkte die Ohren, die beiden.
Doch er vermochte nicht mehr, zu seinem Herrn zu kommen.
Der aber blickte zur Seite und wischte sich eine Träne
ab, sie vor Eumaios verbergend, und fragte ihn dann mit den
Worten:
305 Merkwürdig ist’s, Eumaios, dass dieser Hund auf dem Mist liegt. (Homer 1996, S. 286 & 287)
Tatsächlich kaufte ich mir das Reclam-Büchlein, um daraus den Studierenden, die mich bei meinen Feldarbeiten für meine Dissertation auf Stromboli unterstützten, vorzulesen[3]. Das war im Frühsommer 1997, nämlich den zehnten Gesang, der auf den äolischen Inseln spielt, zu denen auch die Insel Stromboli gehört. Das ist so eine Eigenart von mir gewesen, bei eigentlich physisch-geographischen, also naturwissenschaftlichen Exkursionen und Geländepraktika, geobotanischen Feldübungen immer wieder Kulturgeschichte, literarische Einsprengsel einzubauen. Aber das ist inzwischen auch Geschichte – und ob ich jemals wieder eine universitäre Lehrveranstaltung halten werde, steht in den Sternen. Aber ich teile nach wie vor die Ansicht, dass man Landschaftsgenese, die Entwicklung des Pflanzenkleides, aber auch Landschaftsfunktionalität nur ausreichend und umfassend erklären kann, wenn man Landschafts- und Kulturgeschichte der betreffenden Landschaft kennt.
Ein paar Jahre später kaufte ich mir dann auch „Die Landschaften Homers“ – also die deutsche Übersetzung des Buches „Celebrating Homer’s Landscapes“ von John Victor Luce –, um mein Landschaftsverständnis der historischen mediterranen Kulturlandschaften zu vertiefen. Aber tatsächlich reicht mein Interesse an der Odyssee bis in die früheste Kindheit zurück. Meine italienische Urgroßmutter hieß tatsächlich Penelope – Penelope Migliori. Wenn man dann als Kleinkind fragte, woher denn dieser so sonderbare Name herkomme, dann bekam man von der Mutter, die ja studierte Altphilologin ist, schon eine Einführung in die Odyssee! Penelope das war die Ehegattin des sagenumworbenen Odysseus und Mutter des Telemachos. Und so stellte ich dann als Kind ganz erstaunt fest, dass Odysseus in Frankreich „Ulysse“ genannt wurde, während er in Deutschland den Namen Odysseus trägt.
Als ich dann sechs Jahre alt wurde, erschien in Frankreich das Lied von Georges Brassens„Heureux qui comme Ulysse“ – welches auf dem gleichnamigen Sonett von Joachim du Bellay beruht – ziemlich berühmt und erfolgreich: « Heureux qui comme Ulysse, a fait un beau voyage, heureux qui comme Ulysse, a vu cent paysages, et puis a retrouvé, après maintes traversées, le pays des vertes années. [4]» („Glücklich wie Odysseus, der eine schöne Reise machte. Glücklich wie Odysseus, der hunderte Landschaften sah und dann nach vielen Überfahrten das Grün der Heimat wiederfand“ – Übersetzung C. Neff).
Ich kann es jetzt immer noch singen. Das Lied war eigentlich die Filmmusik des Films „Heureux qui comme Ulysse“, in dem Fernandel seine letzte große Filmrolle spielte.
Dann hatten wir Anfang der 1970er Jahre so ein Sagenbuch bekommen – mit einer recht sonderbaren Mischung aus antiken und mittelalterlichen Sagen. Das reichte von Prometheus, Jason und den Argonauten, der Odyssee, Narziss und Echo – bis hin zu Tristan und Isolde, Roland und Olifant, Beowulf und Grendel – soweit meine Erinnerung mich nicht täuscht. Das Buch habe ich immer wieder gelesen – als Kind, als Jugendlicher, sogar als Student habe ich hin und wieder darin einzelne Abschnitte gelesen. Ich weiß auch noch genau, in welchem Regal das Buch in unserem Haus im Lärchenweg in der Bergvorstadt Sulgen stand, aber den genauen Titel kann ich nicht mehr rekonstruieren. Ich hatte eigentlich gedacht, ich hätte das Buch bei der Haushaltsauflösung des Hauses im Lärchenweg in Schramberg mitgenommen und in meine Bibliothek integriert, aber dem scheint nicht so zu sein. Natürlich waren das nicht die Originalsagen, sondern für „junge Leser“ nacherzählte und in Teilen auch bebilderte Texte.
Und daneben gab es ja noch die „wunderschönen“ und „unvergesslichen“ Nacherzählungen der antiken Sagen von Harald Frommer auf unseren vielen gemeinsamen Italienreisen in den 1970er Jahren[5]. Im Grunde genommen war Harald nichts anderes als ein neuzeitlicher Sagenerzähler, der das antike Epos neu wieder erzählte und damit seinen Hörern erlaubte, selbst in die Welt der antiken Sagen einzutauchen. Es war, als wäre man mit Odysseus selbst durch das tosende Mittelmeer gefahren, selbst mit Zyklopen gekämpft und dann auch selbst als Schweinehirte verkleidet beim Anblick des sterbenden Argos eine stumme Träne vergossen. Im Hintergrund am Horizont, fern vom Strand in Zambrone, ragte der dunkle Stromboli wie ein gigantischer rauchender Wal aus dem Meer. Heute heißt der Strand übrigens Marina di Zambrone, das Dorf Zambrone befindet sich ja im Landesinneren im Gebirge. Der Blick vom Strand in Zambrone auf den Stromboli dürfte sich seit den 1970er Jahren – ja, eigentlich seit den Irrfahrten des Odysseus – kaum verändert haben. Ein paar Kilometer weiter im Süden, in den Dörfern des Aspromonte, wurde in den 1970er Jahren sogar noch der griechisch-kalabrische Dialekt (Dialetto greco-calabro) gesprochen; heute ist dieser Dialekt bzw. diese Sprache fast ausgestorben.
Das Interesse an der Odyssee hat die ganzen Jahre und Jahrzehnte dann doch überdauert, und ich kaufte mir erst kürzlich das Werk „Odysseus. Mythos und Wahrheit“ von Raimund Schulz und habe darin auch schon die ersten Kapitel gelesen.
Der Film von Christopher Nolan läuft auch in der Filmwelt in Grünstadt, aber ich werde ihn wahrscheinlich nicht besuchen können. Die postoperativen Komplikationen der Maladie de Mitterrand – die manchmal heftige Polyurie – lassen es mir fast utopisch erscheinen, so eine lange Zeit im Kino sitzen zu können, denn es ist auch ein Film mit erheblicher Überlänge. Genauso utopisch wie in nächster Zeit – wie schon oben beschrieben – universitäre Lehrveranstaltungen abzuhalten. Auch längere, weitere Reisen erscheinen mir zurzeit mehr als utopisch zu sein. Aber ich kann lesen – nochmals wie vor zwanzig Jahren Homers Odyssee in der Reclam Universalbibliothek durchlesen und im Gedanken auf Reisen gehen. Da muss ich mich auch an keine „Filmpause“ halten; nur ich allein bestimme das Lesetempo, die Geschwindigkeit, in der sich die Odyssee abspielt. Vielleicht sollte ich jedoch auch eine andere Übersetzung der Odyssee lesen. Aber welche ?
Vielleicht gibt es den Film von Christopher Nolan auch irgendwann als DVD oder bei Arte. Für mich bleibt die Erinnerung an die Verfilmung „die Fahrten des Odysseus“ mit Kirk Douglas und Silvana Mangano aus dem Jahr 1954 – einen Film, den ich schon mehrmals gesehen habe und der mir auch sehr gefallen hat.
Und soweit es den Hund Argos betrifft: Dieser Hund hatte doch auch seine Bedeutung für Christopher Nolan. Ohne Hund Argos keine Odyssee-Verfilmung, so Nolan: „I decided to do The Odyssey because it is the ultimate dog story“ („Ich habe mich für The Odyssey entschieden, weil es die ultimative Hundegeschichte ist“) im Cinemaexpress.
Unabhängig von Nolans Verfilmung der Odyssee wurden diese Woche in Sachsen-Anhalt römische Münzen gefunden, darunter auch eine Münze mit dem Münzbild des Odysseus mit seinem Hund Argos[6]. Ich habe das in der Zeit gelesen und auch dazu einen kleinen Kommentar hinterlassen[7]. Ein weiteres Exemplar dieser Münze befindet sich auch in der Sammlung des Münzkabinetts im Landesmuseum Stuttgart. Dieses Münzbild aus der römischen Antike zeigt wie bekannt diese Szene mit Hund Argos aus der Odyssee doch damals gewesen sein muss. Und in Nolans Film findet sich diese Szene auch wieder!
Screenshot der Reclamverlagsseite mit der Odyssee aus der Reclam – Universalbibliothek vom 25.07.2026 mit Bezug zum Kinofilm „die Odysee“ von Christopher Nolan vom 25.07.2026.
Ich finde es mehr als beachtlich, dass ein über 2500 – ja fast 3000 Jahre alter literarischer Text – noch heute, und sei es als Verfilmung, die Gemüter so beschäftigt. Um den Film ist ja ein regelrechter Medienhype entstanden. So wird die Neuauflage meiner im Jahre 1996 gekauften Reclamausgabe der Odyssee nun folgendermaßen vom Reclamverlag beworben: „Odyssee – Das mythische Heldenepos über die Irrfahrten des Odysseus – Der Originaltext zum Kino-Highlight von Christopher Nolan[8]“! Ich selbst werde mir vielleicht auch versuchen, meine Pléiade-Sammlung zu ergänzen und wohl irgendwann den Band Nr. 115 der Bibliothèque de la Pléiade„Homère Iliade – Odyssée“ anschaffen und lesen. Denn jede Übersetzung bietet ja auch Überraschungen!
Abschließend noch: Da ich doch in gewisser Weise auch in einem deutsch-französischen Kontext aufgewachsen bin, erscheint es mir schon so zu sein, dass in der französischen Alltagskultur Odysseus und die Odyssee – also Ulysse et l’Odyssée – bei Weitem präsenter sind als bei uns in Deutschland. Aber zumindest für Franzosen aus meiner Generation sind die Zeilen « Heureux qui comme Ulysse, a fait un beau voyage, heureux qui comme Ulysse, a vu cent paysages… » unvergesslich geblieben und wahrscheinlich auch im kollektiven Gedächtnis verhaftet. In Deutschland hingegen, so erscheint es mir, sind Odysseus und die Odyssee bisher weit mehr an die Rezeption im Bildungsbürgertum gebunden. Aber das könnte sich ja doch durch Christopher Nolans Film vielleicht ändern!
Homère (2006): Iliade – Odyssée. Trad. du grec ancien par Victor Bérard et Robert Flacelière. Édition de Jean Bérard et Robert Flacelière. Collection Bibliothèque de la Pléiade (nr. 115), ISBN 978-2-07-010261-7, Gallimard 1955, 2006.
Christophe Neff, Juli 2026, veröffentlicht am 25.07.2026.
[1] Siehe Höbel, Wolfgang (2026): Ein Männerdrama. Filme Schon vor dem Kinostart wurde Christopher Nolans »Odyssee« grob kritisiert. Zu Unrecht. Der Spiegel, 30, 2026 S.96 – 97.
[3] Tatsächlich ziert ein Bild des Vegetation auf Stromboli die Buchversion „Medgrow“ meiner im Jahr 2000 in den Mannheimer Geographischen Arbeiten gedruckten Dissertation.
[5] Professor Dr. Harald Frommer, Lehrerkollege meines verstorbenen Vaters am Gymnasium Schramberg. Thomas Mann Experte und begnadeter Erzähler. Mein Eltern waren mit dem Lehrerehepaar Gabi und Harald Frommer befreundet ( siehe u.a. auch Schwäbisch – Französische Lesenotizen zu „Mein Schwaben“ von Vincent Klink). Wir verbrachten auch einige Urlaube in den 1970 Jahren. Darunter eine fast legendäre Urlaubsreise mit zwei Wohnwagen über Florenz, den Solfatara, Paola, Zambrone bis an den Fuß des Ätnas in Sizilien. Daneben sehr viele Pfingstferien am Lago di Mergozzo bei denen ich bis zu Beginn meiner Pubertät immer mit dabei war.
Le mercredi 08.07.2026, la station météorologique de Metéo-France du Cap Leucate – ma station météorologique de référence dont on trouve les données sur le site d’infoclimat – a affiché 40,5 degrés à 13 h 35, soit 0,1 degré de moins que les 40,6 °C mesurés le 29 juin 2019, le record de température de la station[1]. Quand mes grands-parents ont acheté leur petite villa dans le quartier de la Griffoulière à Port-Leucate pour fuir les chaleurs lourdes et les orages d’été de la plaine du Rhin, de l’agglomération du « Grand Strasbourg » (car ils habitaient à Eckbolsheim), vers la fin des années 1960, en été, le thermomètre dépassait très occasionnellement les 30 degrés [2]! Mais cela appartient déjà à l’histoire. Comme partout en France, les changements climatiques n’épargnent même pas les stations balnéaires du pourtour méditerranéen comme Leucate.
Je suis avec une attention particulière l’évolution actuelle des feux de forêt en France, car, avant que je ne subisse la maladie de Mitterrand, analyser le rôle du feu dans les écosystèmes (dans le sens de la fire ecology americaine) prenait une place importante dans mon métier d’enseignant-chercheur au KIT. Avec deux canicules passées et une canicule active, on peut craindre les pires scénarios ! Deux feux, qui, pendant que j’écris ces lignes, sont encore actifs, ont suscité un intérêt particulier chez moi. D’une part, il y a le feu des monts du Diois, c’est-à-dire l’incendie du massif de Justin dans la Drôme, et le feu de Trévillach dans les Pyrénées-Orientales. Le feu du massif de Justin, avec son stock de „masse combustible (fuel loading) considérable – beaucoup plus grand que dans les forêts méditerranéennes – et qui semble être, d’après ce que je crois savoir, d’origine naturelle (la foudre), c’est exactement le scénario d’incendie de forêt qui pourrait devenir le scénario à prévoir avec les changements climatiques pour les grands massifs forestiers du nord de la France et de l’Europe centrale : Jura, Vosges, Forêt-Noire. Et d’ailleurs, même si la mémoire collective l’a plus ou moins oublié, le fameux incendie d’août 1800 entre Freudenstadt et Schönmünzach, qui ravageait le paysage de la Forêt-Noire, ce feu de forêt ne s’est arrêté que quand la forêt avait fini de brûler, par manque de combustible[3]. Les lignes de l’article du Monde sur les feux de forêt des monts du Diois : « «Le feu s’arrêtera quand la forêt aura fini de brûler » : un immense incendie dévore les monts du Diois, dans la Drôme. » nous présente le même phénomène. Sans combustible pas d’incendie !
En ce qui concerne le feu de Trévillach – qui, entre-temps, est passé des Fenouillèdes traversant la rivière Têt pour lécher les Aspres –, je connais très bien la région pour avoir dirigé, pendant de nombreuses années, voire des décennies, des cours pratiques sur l’écologie du paysage entre Leucate, le Canigou et le pic Carlit[4] et parfois aussi des cours sur la DFCI (Défense des forêts contre l’incendie) et les chantiers de brulage dirigé dans l’Aude et les Pyrénées orientales[5].
Parfois pendant ce cours, je m’arrêtais avec mes étudiants à Bouleternère pour leur montrer une culture de « grenadiers » française – certainement l’une des premières cultures de grenadiers française que j’ai découverte, je crois en 2016 ou 2017. Mais en fait, je connais la région depuis mon enfance, car, pendant tous ces séjours de vacances familiales à Port Leucate, on passait assez souvent quelques jours en promenade dans le massif du Canigou[6]. Je suis un peu l’évolution de cet incendie à travers le visionnage des vidéos YouTube et des photos de Jimmy Phan. Jimmy Phan, le photographe ninja-punk de Villefranche-de-Conflent et correspondant du quotidien L’Indépendant. Avec tous les documents photos que Jimmy Phan poste sur son mur Facebook[7], on a un très bel aperçu de l’évolution de l’incendie, du travail héroïque des pompiers sur le terrain et aussi des énormes dégâts occasionnés par ce feu.
En plus, j’ai aussi une relation assez spéciale avec les Aspres. J’étais étudiant en géographie et stagiaire au CEFE[8] à Montpellier, chez Louis Trabaud, pour préparer ma Diplomarbeit (aujourd’hui plus ou moins une thèse de master) sur les feux de forêt dans les garrigues de Nîmes en 1992[9]. Tout au début de ce stage, Louis Trabaud m’a invité à lire la deuxième édition de son livre sur les feux de forêt – , «Les Feux de Forêts. Mécanismes, comportement et environnement » qu’il avait écrit pour les sapeurs-pompiers en charge de la DFCI. En plus la : « Notice des cartes à grande échelle des formations végétales combustibles du département de l’Hérault », qu’il avait édité avec Bernard Lacaze et collègues, que j’ai d’ailleurs cités récemment dans une de mes publications sur les Açores[10], ainsi que le livre « Contribution à l’étude des feux de forêts. L’Incendie de juillet 1976 dans les Aspres » de Jean-Jacques Amigo, que Louis Trabaud avait préfacé. Louis Trabaud, qui est certainement l’un des pères fondateurs de l’écologie du feu française – ou de la French fire ecology –, voire l’un des pionniers de l’écologie du feu dans le bassin méditerranéen, a jeté les bases de cette discipline dans la région, comme l’a écrit le chercheur espagnole Juli Pausas dans une nécrologie pour Louis Trabaud : «He was a pioneer of fire ecology in the Mediterranean Basin and set the basis of this topic for the region»[11]. Trabaud est malheureusement tombé un peu dans l’oubli en France, ce qui est fort dommage ! On ne trouve même pas d’article Wikipédia sur Louis Trabaud et son rôle pour l’analyse écologique de feux de forêts.
Donc, au début des années 1990, après avoir lu le livre de Jean-Jacques Amigo, qui est certainement la référence pour l’histoire de feux de forets des Aspres j’ai parcouru les paysages des Aspres, pas encore totalement cicatrisés du grand incendie de 1976, pour me faire une idée de la manière dont un grand incendie laisse ses traces dans le paysage. Les subéraies avaient repris de souche, sur les versants plus frais, le châtaignier réapparaissait – et ici et là, les premiers bouquets de mimosa. L’année 1976, c’était l’année charnière pour les feux de forêt et la DFCI dans le Midi français. Après la fin de cette saison des feux 2026 – ce qui pourrait être vers la fin d’octobre, comme au Portugal –, et avec un peu de recul, on pourra comparer cette saison des feux de 2026 avec l’été de 1976. Et on pourra faire un bilan de 50 ans de DFCI dans le Midi français – et en tirer les conséquences pour les décennies à venir. Je pense que les mois, voire les semaines à venir, seront très durs pour les terres méditerranéennes. Les écosystèmes et la nature se régénèrent toujours d’une manière ou d’une autre. Mais les hommes qui ont tout perdu pendant ces incendies – et les incendies à venir durant cet été qui s’annonce brûlant –, comment pourront-ils se reconstruire ? On ne peut qu’espérer que fin octobre 2026, on ne trouvera pas trop de paysages de désolation dans le Midi français et les autres pays méditerranéens, et même au-delà, comme on en trouve actuellement à Ille-sur-Têt, à Rodès, à Bouleternère, etc., dans les Pyrénées-Orientales. Je travaille à peu près depuis 40 ans sur les feux de forêt, mais, d’après mes souvenirs personnels, jamais un feu de forêt n’a détruit autant d’habitations que dans certaines des communes longeant la rivière Têt, entre Ille-sur-Têt, Bouleternère, Rodès et Vince, où des lotissements entiers ont péri dans les flammes ! Ici et là, on a vraiment l’impression d’un scénario de guerre, tellement le paysage a été cicatrisé par le feu ! Une vrai terre de désolation en plein milieu de la France profonde !
Avec les changements climatiques on risque d’avoir de plus en plus de tel scénarios d’incendie en France [12]! Certainement les changements climatiques ne sont pas eux seule responsables de telle scénarios d’incendie, – mais comme je l’avais déjà écrit dans « Pyrotragedies – a critical retrospective on the wildfire situation in Europe during July 2018 » en 2018 ils peuvent considérablement augmenter le risque de feux de végétation particulièrement dangereux et incontrôlable[13] !
Bibliographie :
Amigo, Jean-Jacques (1978) : Contribution à l’étude des feux de forêts. L’Incendie de juillet 1976 dans les Aspres (Pyrénées-Orientales). Préface de Louis Trabaud. Prades, 1978, numéro spécial de Conflent, 95-96.
Neff, Christophe (1995) : Waldbrandrisiken in den Garrigues de Nîmes (Südfrankreich) : eine geographische Analyse. Materialien zur Geographie ; 27. Mannheim, ISBN 3-923750-50-1
Neff, Christophe (2021) : « Observations de la dynamique végétale sur le Volcan des Capelinhos (Île de Faial, Açores, Portugal) ». Finisterra, 56 (117), 107–126. doi:10.18055/Finis18523
Trabaud, Louis, Lacaze, Bernard et al. (1973) : Notice des cartes à grande échelle des formations végétales combustibles du département de l’Hérault. Montpellier : CNRS, Centre d’Etudes Phytosociologiques et Ecologiques Louis Emberger (CEPE)
La photo de la couverture du livre Les feux de forêt de Louis Trabaud (1992) provient de ma bibliothèque personnelle. C’était le livre que j’avais acheté pendant mon stage chez Louis Trabaud au CEFE, dans les années 1990.
L’image de la couverture du livre de Jean-Jacques Amigo (1978) sur les feux de forêt dans les Aspres, je l’ai trouvée sur Internet. Ce livre est devenu une rareté, et on peut en trouver de rares exemplaires chez des antiquaires du livre, ici et là.
Christophe Neff, Grünstadt Juillet 2026, publié le 11.07.2026
[8] Le CEFE (Centre d’Écologie fonctionnelle et évolutive) est un laboratoire du CNRS à Montpellier qui, jusqu’en 1988, portait encore le nom de CEPE Louis Emberger (Centre d’Études Phytosociologiques et Écologiques). Le phytosociologue Louis Emberger avait créé le CEPE en 1961.
[9] Les résultats de ce travail ont été publie dans un petit livre « Waldbrandrisiken in den Garrigues de Nîmes (Neff, C. 1995 voir Biblio en fin de texte). Ce petit livre est aussi disponible a la Bibliotheque du CEFE en section 16 16_Ecologie_végétale.
Canicule – so wird im Französischen eine Hitzewelle bezeichnet. Wobei es tatsächlich ein deutsches Wort für Canicule gibt, das sind die „Hundstage“. Canicule kommt von lateinisch canicula – die kleine Hündin – und bezeichnet eigentlich den Stern Sirius im Sternbild des großen Hundes Canis Major. Im Altertum glaubte man, dass der gleichzeitige Aufgang des Sirius mit der Sonne zwischen dem 24. Juli und dem 24. August hochsommerliche Hitzewellen erklären würde. Inzwischen weiß man es natürlich besser, wobei es dennoch eine schöne Geschichte ist, hinter der sich, wenn man sich tiefer damit befasst, noch andere durchaus interessante Geschichten verstecken.
Wie dem auch sei – in Mittel – undWesteuropa ist es vor allem heiß. Ich persönlich finde es unerträglich heiß. Gestern, Samstag, der 27.06.2026, wurde an der Klimastation Grünstadt–Sausenheim 41,2 Grad gemessen. Da sind nur 0,3 Grad weniger als in Drewitz, wo mit 41,5 Grad am selben Tag ein neuer deutscher Temperaturrekord aufgestellt wurde. Und in der letzten Nacht (Nacht von 27.06.2026 auf 28.06.2026) fielen die Temperaturen in der Klimastation Sausenheim auch nicht unter 26,0 Grad. Der Temperaturrekord von Drewitz wurde dann am nächsten Tag mit 41,7 Grad in Wetterstation Coschen schon wieder übertroffen.
Am liebsten würde ich ein paar Bücher in meinen Koffer packen und ans Mittelmeer bzw. ins Gebirge fahren, um der Hitze auszuweichen zu entkommen. In Leucate am Mittelmeer, wo ich ja auch familiäre Bindungen habe, ist es zurzeit längst nicht so heiß wie hier in Grünstadt[1]. Lesen & Wandern, Schwimmen – ob im Gebirge oder am Meer –, das wäre meine individuelle Strategie gewesen, um die Hitze auszuweichen, denn nicht mal richtig lesen konnte man, so unerbittlich heiß war es in Grünstadt in den vergangenen Tagen. Die Buchstaben schienen sich in der Mittagshitze aufzulösen.
Was ist Lektüre, wo beginnt die Realität – Unterhaardt oder Beschreibung eines Julitages in den 1940er Jahren in Ungarn in Nelio Biedermanns Lázár?
„Die Sonne brannte erbarmungslos aus dem erstarrten Himmel und ließ die Vögel tot von den Bäumen fallen. Mit einem dumpfen Geräusch schlugen sie auf den Boden auf und zwangen den Gärtner in die gewaltige Hitze hinaus, um sie einzusammeln. Denn am späten Nachmittag, wenn man glaubte, das Blut in den Adern beginne jeden Moment zu kochen, fielen vereinzelt schwere, dunkelgraue Tropfen auf die glühende Erde und verdampften, bevor man hinsehen konnte“ (Biedermann, 2025, S. 145).“
Mit Nelio Biedermanns Lázár versuchte ich mich durch die Sommerhitze der KW 26, welche die Unterhaardt geradezu in eine Hitzesteppe verwandelte, zu lesen. Es war nicht immer leicht, auch wenn es bei Biedermanns Buch sich bestimmt um ein „großes Romanwerk“handelt.
Was die Canicule hier in Grünstadt betrifft, habe ich das Gefühl, dass der Wasserdruck am Wasserhahn etwas nachgelassen hat. Inzwischen habe ich in der Montagsausgabe der Unterhaardter Rundschau mitbekommen, dass die Stadtwerke Grünstadt empfehlen, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen[2]. Insofern hat mich da mein Gefühl nicht ganz getrogen!
Wandern, Schwimmen und Lesen irgendwo in einer temperierten Region mit Temperaturen unter 30 Grad, in der die Buchstaben im Auge nicht verschwimmen – so würde ich gern der „Canicule“ ausweichen. Aber in der nächsten Woche werde ich wieder wegen der Komplikationen mit der „Maladie de Mitterrand“„Gesundheitstermine“ wahrnehmen müssen, also wird das mit dem „Ausweichen“ in temperierte „Berg- oder Küstenlandschaften“ nichts werden. Ich bin ja auch froh, dass ich diese Termine habe – ja, und immerhin sind die Behandlungsräume der Urologie des Klinikums Worms ja auch klimatisiert. Was in der deutschen Krankenhauslandschaft ja durchaus Seltenheitswert hat.
Aber jenseits der individuellen Anpassung bin ich immer wieder überrascht, wie wenig der Zusammenhang zwischen immer häufiger und auch früher auftretenden Hitzewellen und Klimawandel thematisiert wird. Ich habe ja immer wieder in diesem Blog darüber geschrieben. In Deutschland kommt noch hinzu, dass es eigentlich keine nennenswerten Hitzeschutzkonzepte gibt. Vor fast über einem Jahr forderte ich in dem Beitrag „Mittwoch, 02.07.2025: ‚Canicule‘ Grünstadt – Sausenheim, 16:00 Uhr, 38,1 Grad[3]“ in Südwestdeutschland in Krankenhäusern, Schulen und Pflegeheimen Klimaanlagen einzubauen, aber soweit ich das sehe, tut sich überhaupt nichts[4].
Auch wenn es vielleicht schwierig ist, den Klimawandel zu verlangsamen, so sollte man zumindest versuchen, das Leben an die Folgen dieses inzwischen unausweichlichen Klimawandels anzupassen. Aber leider geschieht hier viel zu wenig, ganz im Gegenteil: die jetzige Bundesregierung huldigt fast ungeniert dem „Fossilismus“[5]! Wobei ich mir schon seit Jahren keine Illusionen mehr über die deutsche Klimapolitik mache[6].
Nils Minkmar hat das heute in seinem Blog „der siebte Tag“ ganz treffend ausgedrückt:
Diese Hitzewelle wird in der Tat sehr viele Opfer fordern, und wahrscheinlich werden ja auch noch andere Hitzewellen folgen. Vielleicht sogar noch in diesem Jahr. Und dann werden auch irgendwann die Waldbrände folgen, die Waldbrände, mit denen ich mich fast mein ganzes Berufsleben befasst habe. Auch in Mitteleuropa, d. h. Deutschland, der Schweiz und Österreich, wird es wieder Waldbrände geben. Ganz verhindern wird man sie nie können, aber man könnte durchaus mehr Waldbrandvorsorge treffen, als man das zurzeit in Deutschland betreibt. Aber dass man da mehr tut als man zurzeitmacht, das fordere ich ja schon mein ganzes Berufsleben durch; getan hat sich nur wenig bis gar nichts[7]!
Abschließend noch: Im Zuge der anstehenden Rentenreform wird diskutiert, dass man – soweit die Lebenserwartung steigen sollte – länger arbeiten soll, wobei eigentlich die Lebenserwartungseit ein paar Jahren eher stagniert statt zunimmt, das kann man schön in den Sterbetafeln des Bundesamts für Statistik sehen. Aber wie steht es mit dem Arbeitsschutz in den immer häufiger vorkommenden Hitzewellen, die auch in Teilen immer länger und heißer werden?
Ich habe in meinem Leben hin und wieder in den Ländern des sogenannten Südens gearbeitet. Und da waren in der Regel Büroräume, Hörsäle, Seminarräume klimatisiert. Das waren ganz andere Bedingungen als hierzulande. Und in manchen Ländern pausierten Außenarbeiten, Feldarbeiten, Bauarbeiten in den hochsommerlichen Nachmittagsstunden – das nannte man die „journée courte“! Da könnte man hier in Deutschland doch noch so einiges lernen[8]!
Ich bin zurzeit krankgeschrieben. Ich weiß jedoch, dass ich so eine Hitzewoche wie die letzte Woche in meinem Büro, in den Hörsälen und Seminarräumen des Gebäudes 10.50 des KIT nicht durchgehalten hätte. Ich wäre schlichtweg zusammengeklappt. Wobei ich auch hier zu Hause in Grünstadt sehr unter der Hitze zu leiden hatte, aber hier lässt sich perspektivisch doch auch relativ problemlos eine Klimaanlage einbauen. Aber diese Möglichkeiten haben sehr viele Menschen, die hier unter der aktuellen Hitzewelle zu leiden haben, nicht einmal perspektivisch! Deshalb sollte man sich endlich Gedanken machen, wie man die vulnerabelsten in unserer Gesellschaft besser vor solchen Hitzewellen schützt.
Da könnte auch ein Blick über den Rhein nicht schaden, denn Frankreich hat durchaus aus der Hitzewelle von 2003 mit ihren 15.000 Toten gelernt. Zwar ist dort, wie Le Monde schreibt[9], längst nicht alles gut, aber auf Hitzewellen ist man in Frankreich doch erheblich besser vorbereitet als in Deutschland. Inzwischen geht man in Frankreich davon aus, dass die auslaufende Hitzewelle zu einer „surmortalité (Übersterblichkeit)“ von 1000 Todesfällen geführt hat[10]. Es ist anzunehmen, dass es in Deutschland auch zu einer hitzebedingten Übersterblichkeit in dieser auslaufenden Hitzewelle kam, wobei bei mir keine Zahlen bekannt sind. Für das Jahr 2025 schätzt das RKI in Deutschland eine hitzebedingte Übersterblichkeit von 2500 Sterbefällen (van der Heiden, 2025)!
Diese Hitzewelle ist nun eindeutig am abklingen. Die nächste „Canicule“ wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen. Soweit man den Voraussagen des französischen Agrarmeteorologen Dr. Serge Zaka glaubt, die er u.a. auch Facebook geteilt hat, dürfte zumindest Westeuropa und vielleicht auch Teile Mitteleuropas bald die dritte „Canicule“ in diesem Jahr ins Haus stehen.
Bibliographie und Quellen
an der Heiden, M., Zacher, B., RKI-Geschäftsstelle für Klimawandel & Gesundheit, Diercke, M., Bremer, V.: Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 38/2025 vom 02.10.2025; Robert Koch-Institut | DOI: 10.25646/13466
[5] „Fossilismus“ und seine negativen Folgen für unsere Gesellschaft verbinde ich immer mit den kritischen Diskussionen von Michael Blume dem ich auf Mastodon folge. Er betreibt auch den Blog „Natur des Glaubens“, dort diskutiert er neben „Fossilismus“ vor allem die Ideen der Solarpunkbewegung.
Am vergangenen Freitag, also Freitag, der 12.06.2026, war es dann wieder so weit! Da wurde in der deutschsprachigen Medienwelt der Tag des Tagebuchs gefeiert. Über diesen Tag des Tagebuchs habe ich schon im vergangenen Jahr einen Beitrag unter dem Titel „Zum Welttag des Tagebuchs am 12. Juni 2025“ verfasst. Woher dieser nur im deutschsprachigen Raum bekannte „Ehrentag“ stammt, konnte ich bis jetzt nicht stringent nachverfolgen. Auf der Seite „Tag des Tagebuchs in Deutschland – 12. Juni (Autor Sven Giese: aktualisiert 09. Juni 2026, 12. Juni 2012)“ finden sich ein paar kuriose Details, aber letztlich weiß ich auch heute nicht viel mehr als im Juni 2025, als ich den Beitrag „Zum Welttag des Tagebuchs am 12. Juni 2025“ schrieb.
Ich selbst schreibe ja schon seit Jahrzehnten ein eigenes handschriftliches Tagebuch. Eine Vielzahl von „Schreibkladden“ hat sich da inzwischen angesammelt. Und bald werde ich wieder eine neue „Kladde“ füllen, denn das Tagebuch, das ich kurz vor meiner totalen Prostatektomie am 24.06.2026 begann, ist schon fast wieder vollgeschrieben. Irgendwann sollen die Tagebücher an das Stadtarchiv Schramberg übergeben werden, jedenfalls habe ich diese dem Stadtarchiv Schramberg versprochen. Irgendwie scheine ich doch immerhin irgendwie an dieser Kleinstadt im Schwarzwald zu hängen – ja, in meinem letzten Blogbeitrag sind ja auch ein paar Zeilen zu Schramberg zu finden.
Wobei ich mich manchmal frage: Sollte sich irgendwann ein Wissenschaftler für eines meiner Tagebücher interessieren – wird er meine immer unleserlicher werdende Handschrift entziffern können? Ich habe mal aus Interesse den Tagebucheintrag meines 62. Geburtstags in zwei KIs eingegeben, aber das Ergebnis war ernüchternd. Sowohl Mistral le Chat, das jetzt Mistral Vibe heißt, als auch Transkribus lieferten ein quasi nicht interpretierbares Kauderwelsch ab. Nun, ich kann bisher meine eigene Handschrift immer noch lesen, deshalb werde ich KI-Hilfe für das „Nachlesen“ meiner eigenen Eintragungen kaum brauchen.
Ein Blog ist ja auch in gewisser Weise eine Form des Tagebuchs – ein öffentlich einsehbares Tagebuch. Wobei es sich meiner Kenntnis entzieht, ob das deutsche Tagebuchmuseum auch „Blogs“ sammelt. Der Blog „paysages“ wird ja immerhin in der Deutschen Nationalbibliothek archiviert. Immerhin führe ich diesen Blog, zusätzlich zum handschriftlichen Tagebuch, auch schon seit mehr als 17 Jahren[2]. Sonderbarerweise, ich kann es manchmal kaum glauben, wird der Blog „paysages“ immer noch gelesen. Nicht mehr so häufig, wie zur Zeiten als Paysages noch ein Abonnentenblog der französischen Tageszeitung le Monde war, aber gelesen wird der Blog immer noch. Im Monat Juni 2026 gab bis jetzt, also bis zum 20.06.2026, 17:00 Uhr, 2208 Seitenaufrufe von 821 Besuchern.
Abschließend noch eine Randbemerkung zum Tagebuchschreiben: Ich habe gerade das höchst interessante Buch „Wenn die Sonne“ von Florian Illies zu Ende gelesen. Ohne die veröffentlichten Tagebücher von Thomas Mann, Klaus Mann, René Schickele etc. – bzw. ohne die Lektüre des nicht veröffentlichten Tagebuchs von Golo Mann hätte Florian Illies nie so ein Buch schreiben können. Das Buch von Illies ist wirklich ein lesenswertes Buch, da wäre es doch wert, eine eigene, nur dem Buch gewidmete Lesenotiz für „paysages“ zu verfassen. Abgesehen davon, dass das Buch von Illies in Teilen auf Tagebücher als Quellen beruht, führen in der Erzählung Tagebücher durchaus ein literarisches Eigenleben.
Ich schreibe diese Zeilen während der wohl zweiten Hitzewelle dieses Jahres. Im französischen Sprachraum spricht man von „Canicule“ – und vor knapp einem Jahr verfasste ich einen Blogbeitrag namens „Mittwoch, 02.07.2025: ‚Canicule‘ Grünstadt – Sausenheim, 16:00 Uhr, 38,1 Grad“. Seitdem ist knapp ein Jahr vergangen – im Punkt „Hitzeprävention“ hat sich in Deutschland nicht viel getan, und der Klimawandel scheint sowohl in der deutschen Politik als auch in der Medienlandschaft kaum noch Relevanz zu haben! Was die derzeitige Hitzewelle betrifft, die mindestens noch bis Montag, den 22.06.2026, andauern soll, frage ich mich, ob an der Klimastation Grünstadt-Sausenheim wohl wieder ein Temperaturrekord eingestellt werden wird.
Il y a quelques jours, je suis repassé à Wissembourg pour récupérer quelques livres chez Willy Hahn, à la librairie À Livre Ouvert, que j’avais commandés quelques semaines déjà. Malheureusement, les séquelles liées à la maladie de Mitterrand ont fortement réduit mon autonomie en voiture comme conducteur : j’ai toujours besoin d’un accompagnateur ou d’une accompagnatrice bienveillant(e)[1], qui prenne le volant au cas où la grande fatigue prendrait une fois de plus possession de mon corps.
J’aime bien venir à Wissembourg, chercher mes commandes de livres chez Willy Hahn[2], me baigner dans une rivière de langue française, le français, qui est après tout ma langue maternelle[3], qui me manque parfois chez moi à Grünstadt. Et en plus, comme je ne voyage presque plus, la lecture me permet de découvrir de nouveaux paysages. Wissembourg a la chance d’avoir encore une librairie indépendante, un hôpital, et même une gare ouverte au trafic voyageurs.
Récemment, mes enfants m’ont demandé ce que je jugeais important pour la qualité de vie d’une ville en milieu rural, et je leur répondais : une gare ouverte au trafic voyageurs, une librairie indépendante, un hôpital et quelques « Fachärzte » (médecins spécialistes) et naturellement « weiterführende Schule » – donc collèges et lycées. Tout cela, on le retrouve aussi bien à Wissembourg qu’à Grünstadt ! Mais dans beaucoup de villes moyennes, que ce soit en Allemagne ou en France, tous ces « services » ont simplement disparu.
La ville dans laquelle j’ai grandi, Schramberg en Forêt-Noire, a perdu sa ligne de chemin de fer, son hôpital, ses librairies et ainsi de suite. En 1984, quand j’ai passé mon bac au Gymnasium de Schramberg, il y avait encore quatre librairies – et maintenant, plus aucune. La dernière librairie, « la Buchlese Schramberg », vient de fermer ses portes fin mai 2026.
Parfois, en venant à Wissembourg, je me demande combien d’années Monsieur Hahn va encore « tenir ». Car en dehors de toutes circonstances économiques, la vie n’est pas toujours facile pour une librairie indépendante[4], il y a naturellement tout simplement « l’âge ». Eh bien oui, avec l’âge arrivent la fatigue, parfois les maladies… Est-ce qu’il y aura quelqu’un – un ou une jeune libraire – qui reprendra un jour la librairie ? Je l’espère bien pour Willy Hahn et les « Wissembourgois » – car cette librairie est devenue un acteur majeur de la vie culturelle en Outre-Forêt et rayonne même au-delà de la frontière franco-allemande.
D’ailleurs, j’ai lu récemment dans un texte très touchant de Sibylle Havemann dans la Zeit sur son cancer incurable, sur sa relation compliquée avec son père Robert Havemann, sa vie en couple avec Wolf Biermann, qu’elle a vécue quelques années en France à Wissembourg[5].
Dans l’après-midi, après une petite balade le long de la Lauter, non loin du Moulin de la Walk, avec notre « Madame Gordon », écoutant les chants des oiseaux dans le bois bordant le cours d’eau — dont un beau concert de Fauvette à tête noire[6] —, nous avons regagné Grünstadt, mes trois nouveaux livres et le catalogue 2026 de la Pléiade en main !
Ces livres sont :
« Comment ça va, Màmma ? » de Pierre Kretz, livre dont je parle aussi un peu dans ce blog ;
« Un monde en liquidation » de Thierry Raboud, un essai sur les paysages (imaginaires) des glaciers suisses sous l’emprise du changement climatique ;
« Être un arbre dans la ville » de Véronique Mure, sur la place des arbres dans l’environnement urbain.
Arrivé à Grünstadt, j’ai aussitôt commencé la lecture de « Comment ça va, Màmma ? » de Pierre Kretz[7] – d’ailleurs avec une belle dédicace de l’auteur. Je tombe sur « le Krabs » – Krebs en Hochdeutsch, cancer en français – en lisant la page 26.
« Une salle d’attente d’un service médical. Autrefois, quand on disait que quelqu’un avait un krabs, un cancer, le mot était synonyme de mort: on imaginait instantanément des nuées de corbeaux tournoyer autour de la maison du cancéreux pendant que des quantités de crabes noirs, plus noirs encore que des corbeaux, commençaient à l’encercler en rampant. Et le mot krabs était prononcé sur un ton dramatique, parfois à peine audible, comme si le seul fait de le prononcer allait porter malheur. On savait que, le plus souvent, les gens en mouraient dans d’atroces douleurs. (Kretz, Pierre, 2026, p.26 »
En ce moment, dans le Freundeskreis, dans la famille et bien au-delà, j’ai l’impression que le cancer est devenu une vraie lame de fond. Oui, comme l’écrit Pierre Kretz plus loin dans le texte, il y a eu des progrès fulgurants de la médecine – et il y a beaucoup plus de thérapies, même de vraies guérisons, qu’il y a encore quelques décennies. Quand même, j’ai bien l’impression que le « Krabs » fait d’enormes ravages autour de moi.
En lisant les passages sur l’entrée du « Krabs » dans la vie du petit Pierrot, je me revois petit gamin à la gare de Colmar dans les années 1970. Nous avions accompagné notre cousine Stasia, qui avait passé quelques jours chez nous en Allemagne pour apprendre l’allemand, à cette gare, où elle fut « prise en charge » par une amie de notre tante Danièle pour retourner ensemble en train à Dijon où elle vivait. Cette amie de ma tante avait un cancer. D’après mes souvenirs, cette amie de ma tante est morte quelque temps plus tard, victime d’un cancer foudroyant. Ce minuscule épisode, avait terriblement marqué mon enfance. Le Tee « Edelweiss » traverse a pleine allure la gare de Colmar, la fameuse rame Diesel « RAm TEE I » reproduite tant de fois par « Märklin » pour le chemin de fer miniature – fin de clape, paysages d’hiver,- maladie, mort souffrance et agonie – souvenir d’un paysages de desolation! Le cancer, le « Krabs » comme il est designé par Pierre Kretz m’avait pétrifié !
Il y a quelques semaines, j’ai perdu un ami d’études – je lui ai même dédié dans ce blog une petite notice – dû à un cancer – « Das Echo der Tams -Tams im Bergwald von Man – Erinnerungen an Rainer Frank ». Et j’avais encore eu l’impression de me voir petit gamin pétrifié , entouré de cancers foudroyants qui dévoraient la vie autour de moi – comme de petites bêtes insatiables !
Le livre de Pierre Kretz est un livre très intime, qui replonge le lecteur dans l’Alsace rurale des années 1950. Un livre qui, au-delà du « Krabs », m’a fortement ému, qui mériterait certainement un billet de blog complet dédié à l’ouvrage écrit par Pierre Kretz. Je termine cette notice avec cette phrase si touchante : « Wàs date m’r màche, wann m’r dich net hatta ? », qu’on retrouve ici et là dans le livre de Pierre Kretz du début à la fin – qui était pour lui l’ancienne langue –, mais qui, pour moi-même, me rappelle le Schramberger Schwäbisch, quand on parlait encore « uf der Gass » à Schramberg en Forêt-Noire durant les années 1970 – mais depuis, ses derniers moments ont été assourdis par le « Hochdeutsch » omniprésent[8].
Als ich am Morgen des Pfingstsonntags aufwachte, erfuhr ich einmal wieder mehr von einer erneuten Luftkriegswelle auf die Ukraine. Mal wieder erschütterten Raketen- und Drohneneinschläge den Himmel über Kyjiw. Diesmal muss es wieder einmal besonders schlimm gewesen sein[1]. Man blickt in unseren friedlichen Himmel und fragt sich, wie lange dieses Martyrium noch weitergehen soll. Die Ukraine verteidigt sich bewundernswert tapfer gegen den nun schon fast viereinhalb Jahre andauernden Angriffskrieg, den der russische Zar Putin im Februar 2022 begann.
An diesem Pfingstsonntagmorgen hatte ich mir eigentlich vorgenommen, einen längeren Blogbeitrag über François Mitterrand, der ja vor 45 Jahren die Präsidentschaftswahlen in Frankreich gewann, – und über die Bienenfresser, die man schon seit Jahrzehnten zwischen Grünstadt und Eisenberg antreffen kann, zu schreiben. Meine ersten Bienenfresser in diesem Jahr konnte ich dann am 10. Mai im Grünstadter Himmel beobachten, – also just genau an dem Tag, an dem ja auch ein Sonntag war, als François Mitterrand vor 45 Jahren die französischen Präsidentschaftswahlen gewann. Tatsächlich halte ich Charles de Gaulle und François Mitterrand für die bisher „besten“ Präsidenten der 5. Republik in Frankreich, – und mit großem Abstand folgen in meinen Augen François Hollande und Jacques Chirac. Aber das ist natürlich eine sehr persönliche, subjektive Einschätzung.
Meine ersten Bienenfresser im Grünstadter Himmel muss ich wohl zu Beginn der 2000er-Jahre entdeckt haben, kurz nachdem wir von Mannheim nach Grünstadt zogen, um unser frisch erworbenes „Reihenendhaus“ zu beziehen und in Grünstadt heimisch zu werden. Damals war ich schon sehr überrascht, hier am Himmel Bienenfresser entdecken zu können. Das hatte ich nicht erwartet. Relativ große Bienenfresserkolonien kenne ich ja aus den Costières du Gard im Süden von Nîmes, einer Naturlandschaft, in der ich ja auch jahrelang Feldforschungen betrieb. Die Bienenfresser geben dem Leiningerland doch schon eine gewisse mediterrane Note. Der Nabu Eisenberg – Leiningerland hat dem Bienenfresservorkommen zwischen Eisenberg und Grünstadt eine sehr schöne Internetseite gewidmet (siehe hier). Dort kann man auch nachlesen, dass allein die Bienenfresserpopulation bei Eisenberg, ca. 40% des Bestandes der rheinland-pfälzischen Bienenfresserpopulationen ausmacht. Die Angaben über das Erstauftreten der Bienenfresser hier decken sich auch mit meinen eigenen Erinnerungen, wobei ich glaube, diesen bunten Vogel schon Anfang der Zweitausenderjahre entdeckt zu haben. Den Flug des Bienenfresserschwarms am 10. Mai dieses Jahres entdeckte ich dann auch beim frühsonntäglichen Hundespaziergang mit unserem neuen Mitbewohner, einer Gordon-Setter-Hundedame.
Tatsächlich bin ich ja mit zwei Gordon Settern, den zwei Gordon-Setter-Rüden (L’Ardi und Flambeau) meiner Eltern, in Schramberg aufgewachsen. Und nun haben wir also seit Weihnachten 2025 selbst wieder einen Gordon Setter. Diese Hunderasse ist ja in Deutschland relativ unbekannt. Wenn man mit unserer Gordon-Setter Dame Raphia unterwegs ist, wird diese doch immer wieder als „Langhaar-Rottweiler“ oder als überdimensionierter „Cocker-Spaniel“ angesprochen. Durch die täglichen Spaziergänge mit unserer Hundedame hat sich auch meine Landschafts- und Naturperzeption etwas verändert. Ich nehme Dinge wahr, die ich so vorher nie so bewusst gesehen habe. Die Tapinoma-Bestände, die ich hier in Grünstadt im Bereich der Tiefenthaler Straße und der Straße Am Wehrhaus entdeckt habe[2], – meldete ich dann auch gleich den Verantwortlichen bei der Stadt Grünstadt. Inzwischen wurden diese eindeutig als Tapinoma magnum-Kolonien bestätigt, und die Stadt Grünstadt versucht mit dem Einsatz von Kieselgur der weiteren Ausbreitung dieser exotischen Ameisenart Herr zu werden[3],[4].
Doch niedergeschrieben, so wie ich es zuvor schon virtuell in Gedanken abgespeichert hatte, habe ich das Ganze dann doch nicht, denn die derzeitige Hitzewelle, – die Heißluftglocke auf Französisch „Dôme de Chaleur“ – vertrieb mir doch gewaltig die Lust am Schreiben. Am Sonntag, den 24.05.2026, wurden dann an der Klimastation Grünstadt-Sausenheim um 14:00 Uhr 31 Grad, und am Dienstag den 26.05.2026 um 17:00 Uhr 31.4 Grad gemessen, was für Mitte/Ende Mai doch beachtlich ist. Der französische Klimatologe Christophe Cassou bezeichnete diese Hitzewelle in einem Interview in der Tageszeitung „Le Monde“ als außergewöhnliches Ereignis, sowohl was die Ausdehnung der Hitzewelle in ganz Westeuropa als auch deren Intensität betrifft[5]. Er geht davon aus, dass solche Hitzewellen mit dem Klimawandel zunehmen werden. Er geht davon aus, dass man in Frankreich in der Zukunft mit Temperaturen bis zu 50 Grad bei solchen Hitzewellen rechnen müsse! Wortwörtlich: „La question n’est aussi plus de savoir si l’on va dépasser les 50 °C en France, mais quand. C’est pourquoi dire que cet événement est inédit, ou que l’on entre en territoire inconnu, ne signifie pas que l’on soit surpris ou perdu.“ (Die Frage ist nicht mehr zu wissen, ob wir die 50-Grad-Marke in Frankreich überschreiten werden, sondern wann. Auch wenn es solch ein Ereignis bisher so nicht gab, sollte das nicht heißen, dass man überrascht werden sollte oder sich verloren fühlen muss (Übers. C. Neff)). Hinzuzufügen ist, dass laut einer Reportage von Le Monde, heute am Dienstag den 26.05.2026 in Frankreich, die bisher jemals höchsten Temperaturen für den Monat Mai gemessen wurden[6].
Unabhängig von der klimatologischen Bewertung dieser andauernden Hitzewelle, die einen Großteil Westeuropas betrifft, habe ich das Gefühl, solchen Temperaturen immer weniger gewachsen zu sein, – ich weiß nicht, ob das nun am Alter – oder an den postoperativen Komplikationen der Mitterrandschen Krankheit liegt, – oder einer Kombination von beiden. Ich hatte schon mal vor etwas über einem Jahr über das Thema einen Blogbeitrag unter dem Titel „Mittwoch 02.07.2025: „Canicule“ Grünstadt – Sausenheim 16:00 Uhr 38.1 Grad“ verfasst. Aber irgendwie scheint das Thema Hitzewellen, Klimawandel etc. in unserer bundesrepublikanischen Lebensrealität kaum Resonanz zu finden. Der Klimawandel und seine Folgen macht wohl, so könnte man den Eindruck haben, vor den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland halt. So viel kognitive Dissonanz ist schon erstaunlich. Hitzewellen, Waldbrände, Flutkatastrophen etc. – werden mit dem Klimawandel häufiger werden und Deutschland wird natürlich betroffen sein, ist schon betroffen. Auf Dauer lassen sich die Folgen des Klimawandels nicht „wegphantasieren“. Es wäre bestimmt sinnvoll in besonders betroffenen Regionen wie beispielsweise im Oberrheingebiet in Südwestdeutschland, zu beginnen Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Kitas mit Klimaanlagen auszustatten. Und natürlich auf Bundesebene eine aktive vorausschauende Klimapolitik & Energiepolitik zu gestalten. Aber das wird man von der derzeitigen Bundesregierung wohl kaum noch erwarten können.
Individuell bleibt einem dann in den Sommermonaten, soweit machbar, der Gang in die Sommerfrische „im Gebirge“ oder an die „See“. Meine Großeltern hatten sich in den 1960er-Jahren ein kleines Häuschen als Sommerfrische in Port Leucate gekauft – um den warmen und vor allem schwülen Sommern im elsässischen Strasbourg und später den sehr heißen Sommer im Bas-Languedoc in der Umgebung von Nîmes, zu entkommen[7]. Und tatsächlich sind auch heute dort die Sommer besser erträglich als hier in Grünstadt an der Unterhaardt. Es wird in der Regel tatsächlich in Leucate im Sommer nicht so heiß wie hier in der Pfalz, – und es gibt auch sehr viel Wind der tempierend wirkt, – manchmal sogar gefühlt zu viel Wind.
Unabhängig von meinen subjektiven Präferenzen denke ich, dass die Seebäder an der Nordsee, soweit es den Tourismus betrifft, durchaus auch vom Klimawandel profitieren könnten. Aber für diesen Sommer, in den Schulferien, ein Ferienhaus bzw. eine Ferienwohnung für eine Familie mit Hund zu finden, – das scheint mir doch eine gewaltige Herausforderung zu sein, – vor allem auch etwas Bezahlbares zu finden. Da verbleibt mir nur die Fahrt in den Süden nach Port Leucate, da ich dort ja noch Familie habe.
Anstatt also an Pfingsten etwas Zeit dem Schreiben zu widmen, habe ich mich trotz Hitze etwas der Lektüre des Buches „Traverser Tchernobyl“ von Galia Ackerman gewidmet. Wie ich schon in meinem vorherigen Blogbeitrag berichtete, ist dieses Buch laut KVK in keiner deutschen wissenschaftlichen Bibliothek vorhanden. Das ist schon sehr ungewöhnlich, denn das Buch bietet einen hervorragenden Einblick in die Entwicklung der Landschaft, – der Kulturlandschaft rund um Tschernobyl vom Beginn der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 bis zum März 2022. Ein Reisebericht über zahlreiche Reisen in die verbotene Zone von Tschernobyl, eine moderne geographische Landeskunde, die persönliche Eindrücke mit wissenschaftlicher Analyse mischt[8]. Aber außerhalb des frankophonen Sprachraums ist das Buch kaum bekannt, da es keine englischsprachige Übersetzung des Buches gibt. Dennoch glaube ich, dass jede gut sortierte Universitätsbibliothek bzw. Forschungsbibliothek in Deutschland, – die der Geschichte der Kernkraft gewidmet ist bzw. der Geographie und Zeitgeschichte der Ukraine, – dieses Buch im Bestand haben sollte!
Le Mimosa (Acacia dealbata), que mes enfants m’ont rapporté du Midi de la France, est en fleurs[1]. Ils l’ont acheté dans les Pyrénées-Orientales, chez Villa-Verde à Pia, et l’ont ramené en voiture en Allemagne pendant l’été dernier. Comme je ne voyage presque plus à cause des diverses complications liées à la maladie de Mitterrand, ce Mimosa, qui enrichit ma petite collection de plantes méditerranéennes et exotiques (Arbousiers[2], Cistes, Palmiers, Oliviers, Sternbergia[3], Arbres de Judées[4], Yuzu[5] etc.), me rapproche un peu du « Sud » et du « Midi ».
J’avais déjà essayé de planter un Mimosa au début des années 2000, mais il a péri pendant l’hiver. Il faut dire qu’à peu près jusqu’en 2015, nous avions toujours eu des périodes de gel assez prononcées, avec parfois une semaine de températures comprises entre -10 et -12 °C, voire en dessous ! Mais depuis le fameux hiver de 2012, où la station météorologique de Grünstadt-Sausenheim a atteint -16,8 °C[6] — un hiver particulièrement rigoureux dans une grande partie de l’Europe, y compris dans le pourtour méditerranéen —, les choses ont changé. Ce fut l’hiver où une sorte de banquise s’est formée sur l’étang de Leucate et les bassins du port de Port Leucate, un événement historique que j’ai décrit dans le billet « Blognotice 12.2.2012 : la banquise bloque le port de Port Leucate ». Durant cet hiver 2012, particulièrement rude à Grünstadt[7], l’olivier que j’avais planté en 2009 (un cadeau d’anniversaire de ma famille en souvenir de la « villa l’olivette » de mes Grand-parents à Aubord dans le Gard[8] ) avait gelé, mais il a repris de souche le printemps suivant. Quelques années plus tard, en 2019, il a commencé à fleurir et à porter des olives. Voir mon olivier fleurir m’a incité à diriger un travail de recherche sur les oliviers dans la vallée supérieure du Rhin, avec des résultats assez intéressants. Malheureusement, nous n’avons jamais publié les résultats de cette recherche[9] !
Depuis, les choses se sont accélérées. J’ai récemment lu dans le Rheinpfalz qu’un vigneron près de Neustadt, à peine 30 km au sud de Grünstadt, s’essayait à l’oléiculture[10]. Et ce n’est pas le seul exemple d’oléiculture en Allemagne. Naturellement, on n’est jamais à l’abri d’un coup de froid, mais je pense que cela pourrait fonctionner. Notons que depuis 2013, les températures hivernales à la station de Grünstadt-Sausenheim ne sont jamais tombées en dessous de -12 °C. En écrivant ces lignes, je pense que je devrais publier mes données — disons que mes relevés d’oliviers dans la vallée supérieure du Rhin (Alsace, Palatinat et Pays de Bade) — dans une revue botanique ou ecologique. Ces données montrent bien que l’olivier devient un arbre d’ornement, entre Mayence, Mannheim, Strasbourg et Bâle. Il y a même des essais d’oléiculture ici et là dans cette région géographique longeant le Rhin supérieure. Cela Cela est sans doute lié au changement climatique et à la rareté des périodes de grand froid dans l’Oberrheingraben, car il est assez connu qu’en dessous de -16/-17 °C, l’olivier gèle définitivement. Ajoutons que entre temps depuis 2019 j’ai déjà planté d’autres oliviers dans notre jardin à Grünstadt.
Concernant mon Mimosa, nous verrons s’il survivra aux prochains hivers. Si les tendances de réchauffement climatique se confirment et que les périodes de grand froid diminuent de plus en plus, je pense que j’aurai de nouveau de jolis bouquets de fleurs de Mimosa lors des prochains printemps.
Naturellement, je sais bien que le Mimosa a tendance à devenir envahissant. En Suisse dans le sud du Tessin, il s’est déjà naturalisé[11]. Concernant l’Unterhaardt, je ne vois pas de grand risque. Les friches et les terrains abandonnés y sont quasi inexistants. Il y a une forte pression démographique ici, et en plus, la viticulture et l’agriculture se portent encore assez bien. Néanmoins, le risque zéro n’existe pas.
Pour finir, en écrivant ces lignes je pense un peu au livre de Guillaume Fried sur les plantes invasives. J’avais consacré un billet à la première édition sous le titre « Commentaire sur le Guide des plantes invasives de Guillaume Fried (20.4.2012) ». En 2017, une deuxième édition est parue. Je pense que ce livre mériterait une troisième édition révisée et augmentée, car il y a une telle dynamique dans ce domaine ! Dans ce contexte, j’attends aussi avec impatience une nouvelle édition augmentée et révisée de la « Flora Gallica » (Tison & Foucault 2014). Pour moi, c’est un outil indispensable, qui est également très utile pour le travail de terrain dans le Sud de l’Allemagne. On y trouve des espèces qui ne sont pas inclus dans les flores portatives allemandes comme p.ex. le « Schmeil – Fitschen » (Parolly & Rohwer 2024) . Notons par exemple une clé pour les « Bambous » du genre « Phyllostachys » qu’ont trouve dans la Flora Gallica. Les « Phyllostachys » qui ont aussi tendance à se naturaliser dans la plaine du Rhin, et ceci, des deux côtés du Rhin !
Et ce ne sont pas seulement les plantes qui voyagent. Durant l’été 2023, j’ai pu entendre le chant des cigales (Cicada orni) à Grünstadt-Sausenheim[12]. Même si cela reste pour l’instant une observation éphémère, on peut aussi trouver quelques exemples de chants de cigales signalés sur iNaturalist non loin de Grünstadt, dans les environs de Mannheim[13].
Nous verrons dans quelle mesure les changements climatiques, mais aussi les modes de plantes ornementales, vont modifier la flore ornementale et naturelle dans l’Unterhaardt et le reste de la plaine rhénane et ses collines avoisinantes. Dans ce contexte j’ai découvert il y a quelques temps un jeune Chêne vert subspontané dans un jardin extensivement entretenue pas loin de chez moi[14]. D’ailleurs, ce n’est pas pour rien que l’Unterhaardt, le Leiningerland et le Palatinat sont surnommés la « Toscane allemande[15] » ! Certains jardins entre les jardins entre Bad Dürkheim et Grünstadt sont déjà devenus une véritable vitrine de la flore méditerranéenne. Pour être précis, ce que les jardiniers, les paysagistes et les propriétaires de jardins désignent par « méditerranéen » ! En réalité c’est plutôt une flore d’ornement imaginaire, une tableau coloré de plantes & fleurs exotiques et méditerranéens !
Reste à savoir si mon Mimosa fleurira lors des prochains printemps !
Bibliographie :
Brosi, Samira (2020) : Gibt es in botanischen Gärten in Südwestdeutschland und angrenzenden Landschaftsräumen (Nordschweiz, Elsass) freistehende Ölbäume (Olea europaea), die den gesamten biologischen Entwicklungszyklus durchlaufen haben ? Bachelorarbeit Geographie (Bachelor of Education), Institut für Geographie und Geoökologie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Fried, Guillaume (2012) : Guide des plantes invasives. Paris, Éditions Belin, 272 p. ISBN 978-2-7011-5793-1.
Fried, Guillaume (2017) : Guide des plantes invasives. Nouvelle édition. Paris, Éditions Belin, 296 p. ISBN 978-2-410-00417-5.
[7] Cet hiver fut tellement rude que certains conduite d’eau à Grünstadt avait éclaté a cause du gel – ce qui causa entre autre la fermeture de la piscine communale de Grünstadt. Voir aussi « Blognotiz 5.2.2012 ».
[9] Brosi, Samira (2020) : Gibt es in botanischen Gärten in Südwestdeutschland und angrenzenden Landschaftsräumen (Nordschweiz, Elsass) freistehende Ölbäume (Olea europaea), die den gesamten biologischen Entwicklungszyklus durchlaufen haben ? Bachelorarbeit Geographie (Bachelor of Education), Institut für Geographie und Geoökologie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
[10] Die Rheinpfalz (2026): „Winzer baut in der Pfalz Oliven an. Spanien ist weit weg vomHaardtrand. Und doch ist der Süden an einemverregneten Februar-Tag so nah wie er nur sein kann: Denn imNeustadter Weindorf Mußbach und im benachbarten Meckenheim wachsen zwischen den Rebzeilen Olivenbäume. Nicht zwei oder drei, sondern fast 2000“. Die Rheinpfalz Nr. 45, Montag 23 Februar 2026, Südwestdeutsche Zeitung. (Version electronique „Winzer baut jetzt in der Pfalz Oliven an“, Die Rheinpfalz, 22. Februar 2026).