Die Schaufenstermodellbahn der Buena Vista Augenoptik in Grünstadt

So etwas hatte ich schon Jahre, ja Jahrzehnte nicht mehr gesehen, eine richtige Schaufensterbahn.  Entdeckt habe ich die „Schaufenstermodellbahn“ im Schaufenster des Buena Vista Augenoptik in Grünstadt bei einem Sonntagsspaziergang Anfang Dezember. Eine Spur-N Anlage auf der auf Knopfdruck eine V- 200 ihre Runden durch eine Gebirgslandschaft mit Tunnel dreht. Wie ich inzwischen vom Inhaber und Geschäftsführer der Buena Vista  Augenoptik dem Optikermeister Florian Hofferer erfuhr, hat er die Anlage selbst mit seinem Bruder und Vater im Herbst dieses Jahres erbaut. Eine gelungene kleine Schaufenstermodellbahn die Kindheitserinnerungen weckt. In meiner Kindheit waren solche Schaufenstermodellbahnanlage in der Adventszeit keine Seltenheiten. In Schramberg, der Stadt in der ich aufgewachsen bin, habe ich mir in den 1970er Jahren beim „Eisenschweizer“ und beim „Kosel“ in der Adventszeit beim Bestaunen der „Schaufensterbahn“ die Nase plattgedrückt. Wobei –  wenn ich mich richtig erinnere, das eigentlich keine großen Anlagen waren.  Vielleicht gab es ja sowas auch beim Eisen Storz, aber daran kann ich mich so nicht mehr erinnern. Das Hauptgeschäft für „Märklinisten“ war ja auch damals in den 1970er Jahren in Schramberg der Eisenschweizer.  Unvergesslich auch neben dem Modellbahnsortiment (Märklin, Roco, Liliput) war natürlich auch der „Puste-Fix Bär“ des Eisenschweizers[1]. Der Eisenschweizer mit seinem „Puste-Fix BäR“ und seinem Modellbahnsortiment ist längst Geschichte, aber immerhin gibt es in Schramberg mit dem Eisen Storz noch ein richtiges Modellbahngeschäft[2], was ja auch keine Selbstverständlichkeit mehr ist. In Grünstadt gibt es seit der Geschäftsaufgabe des GS-Shop Kinderland im Jahr 2010 kein Modellbahngeschäft mehr. Ich selbst fahre seit dieser Zeit zu Moba-Tech nach Deidesheim wenn ich für meine sporadisch aufgebaute Parkett & Teppichbahn etwas benötige.

Um zurück zu den Schaufensterbahn zu kommen, – während meines Studiums in Mannheim, gab es auf den Planken zwischen den Straßenbahnhaltestellen „Wasserturm“ und „Strohmarkt“ auch zur Advents- und Weihnachtszeit eine größere Schaufensterbahn, eine LBG-Bahn mit automatisierten Pendelverkehr. Lang ist es her, – und ich frage mich, ob es diese adventszeitliche Schaufensterbahn auf den Mannheimer Planken noch gibt? Die letzte Schaufensterbahn, die ich vor der Entdeckung der Buena Vista  Augenoptik Spur-N Anlage gesehen habe, das war wohl tatsächlich auch in Grünstadt. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es im SWEN Service Center der Stadtwerke Grünstadt in der Poststraße in Grünstadt auch eine Modellbahnanlage im Schaufenster. Vermutlich anlässlich der Eröffnung des SWEN Servicecenters im Jahre 2004 – ganz sicher bin ich mir da nicht. Was sich aber sicher weiß, dass für diese Schaufensterbahn der Stadtwerke Grünstadt ein Werbewagen auf Märklinbasis geschaffen wurde, bedruckt mit der Aufschrift „Stadtwerke Grünstadt“. Diesen Wagen konnte man damals bei der SWEN-Servicestelle in der Poststraße in Grünstadt käuflich erwerben.  Schaufenstermodellbahnanlagen, früher in der Adventszeit in Süddeutschland durchaus üblich, sind inzwischen selten geworden, – eine Google Recherche erbrachte da auch kaum nennenswerte Treffer. Allerdings bin ich dabei auf die sehr gelungene Schaufensterbahn der Staufen Apotheke in Wangen im Allgäu gestoßen. Aber viel mehr war da nicht zu finden. In diesem Sinne ist die Schaufenstermodellbahn von Florian Hofferer im Buena Vista  Augenoptik in Grünstadt schon etwas Besonderes, – wohl eine der letzten ihrer Art hier im deutschen Südwesten.

Schaufenstermodellbahn der Buena Vista Augenoptik in Grünstadt 18.12.2020b, © Christophe Neff


Schaufenstermodellbahn der Buena Vista Augenoptik in Grünstadt 18.12.2020a, © Christophe Neff
Schaufensterblick Modellbahn Buena Vista Grünstadt Augenoptik 10.12.2020, © Christophe Neff

Christophe Neff, Grünstadt im Dezember 2020


[1] Zum Modellbahnsortiment während meiner Kindheitstage in den 1970 in Schramberg siehe u.a. den Blogbeitrag  „Erinnerungen an die „märklinModerne“.

[2] Mehr zur Firmengeschichte des Eisen Storz in Schramberg findet sich u.a. hier.

Hongkong – si loin – si près

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Scan de la page publicité (page 7 du Monde Mardi 20 Août 2019) « Vive Hong Kong libre »

Hongkong semble être si loin, si près de Grünstadt, si loin du Monde. Le feu ronge pour une fois de plus l’Amazonie, pas seulement le Brésil mais aussi la Bolivie et autres états d’Amérique latine. Et le feu ronge aussi les paysages de l’Angola, de la République du Congo, mais on en parle déjà beaucoup moins que des feux en Amazonie dans nos Media. Et loin de tout cela depuis des semaines des manifestants, des milliers, des millions défient l’autorité de Pékin. Les manifestations « contre l’amendement de la loi d’extradition par le gouvernement de Hong Kong » – se sont transformées depuis leurs débuts au cours des semaines en  un véritable mouvement démocratique qui défie  de plus en plus les régnants de Péking. Mais en Europe les medias ne parle presque plus de ce mouvement. A part peut être le Monde, qui couvre assez bien les évènements de Hong-Kong avec reportages, analyses[1], tribunes comme récemment Jean-Philippe Béja « Le sort de Hongkong concerne tous les pays du monde ». Dans le Monde du Mardi 20 août  2019  j’ai découvert une publicité « Vive Hong Kong libre »[2] que je me permets de reproduire en scan ici. Je ne peux que témoigner ma sympathie envers ce mouvement qui se bat pacifiquement pour les maintiens des libertés à Hong Kong, même si je crains le pire pour ceux qui osent défier Péking.  Il y deux-ans j’ai écrit dans paysages, qui étaient encore un blog le Monde.fr – le billet « Liu Xiaobo – Carl von Ossietzky » – et vu ce qui s’est passé il y a deux ans concernant Liu Xiaobo – je ne crois pas que les pays occidentaux vont, si la réponse de Péking, sera trop répressive, même sanglante[3],  à part verser quelques larmes de crocodiles, trouver une réponse adéquate au défi.

Nous démocraties occidentales sont tellement liées par le commerce avec la Chine qu’elles n’oseront pas trop de fermeté envers Pékin. L’Allemagne par exemple est extrêmement dépendante du commerce avec la Chine, – si la Chine tousse, l’Allemagne attrape la grippe. Le gouvernement chinois comme on pouvait lire récemment dans le SPON (Spiegelonline) essaie même d’influencer la recherche en Allemagne, de faire pression sur des chercheurs allemands en Allemagne[4] . Tout cela me semble être très inquiétant, -et j’espère au moins que nos gouvernements et nos élites se mettent enfin à réfléchir sur les solutions permettant de réduire cette dépendance économique envers la Chine. Et si Pékin ose vraiment  mater le mouvement de liberté de Hong Kong dans le sang, j’espère que nos gouvernements auront au moins le courage d’ accueillir les milliers de refugiés politiques qui essaieront de fuir devant la répression chinoise.

Ecrit le 25.08.2019 à Grünstadt, publié  le 25.08.2019

[1] Voir par exemple « Hongkong : la fin d’une exception chinoise ? » de  Frédéric Lemaître et Florence de Changy, Le Monde.fr, 23 août 2019,

[2] Voir aussi « FREE HONG KONG: Stand with Hong Kong Until Dawn»

[3] Dans ce contexte, il faut toujours se souvenir des « Manifestations de la place Tian’anmen », voir aussi « Il y a trente ans, le massacre de Tiananmen » de Jean-Phippe Béjà dans les blogs Mediapart.

[4] Voir „Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit China geht gegen deutsche Forscher vor  Chinas Kommunisten versuchen, unliebsame Forschung zu unterdrücken. Auch deutsche Dozenten sind betroffen – selbst hierzulande. Berliner Politiker zeigen sich entsetzt.“ Spiegelonline, Mittwoch, 31.07.2019