Blognotiz 23.08.2013: Auf ein Glas Wein mit Heike beim Kraftsportverein Grünstadt am 12.08.2013

Am Montag den 12.08.2013 habe ich an der  Wahlkampveranstaltung der SPD Direktkandidatin des Bundestagswahlkreis Neustadt – Speyer  Heike Mrosek-Handwerk, „Auf ein Glas Wein mit Heike beim Kraftsportverein Grünstadt“  teilgenommen.  Inzwischen sind zwar schon ein paar Tage vergangen, aber da die Presse, sprich die örtliche Ausgabe der Rheinpfalz – die Unterhaardter Rundschau – nichts darüber schrieb, – und mir die Veranstaltung sehr gut gefiel – möchte ich doch ein paar Worte darüber im Paysagesblog erzählen.

In kleinem Kreis hat sich die Kandidatin vorgestellt und ihre wichtigsten politischen Anliegen wie Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit dargestellt. Daraus haben sich lebhafte Diskussionen entwickelt. Einerseits war das Publikum der Kandidatin wohlgesonnen, andrerseits schwebte der unheilvolle Schatten von Hartz IV über der Diskussion (Zu meiner Meinung zu Hartz IV siehe u.a. hier).  Ein Teil der anwesenden Bürger schien durchaus mit der SPD und deren  „Wertvorstellung“  zu sympathisieren, andrerseits empfand man deshalb gerade die „Hartz-Gesetze“, aber auch die Rente mit 67, als „Verrat“ an der Sache der „kleinen Leute“. Frau Mrosek-Handwerk hat es jedoch mit bewundernswerte Ruhe geschafft, dem Publikum klar zu machen, dass es eine „positive Veränderung“ der Hartz-Gesetze in Richtung mehr soziale Gerechtigkeit wohl nur mit der SPD geben wird. Mehr soziale Gerechtigkeit so ihre klare Botschaft, wird es nur mit der SPD geben.

Als sich gegen Ende der Veranstaltung die Wogen etwas geglättet hatten, habe ich mir noch eine allgemeine Bemerkung über die Bedeutung der Bildung in diesem Wahlkampf erlaubt, – nämlich, dass in diesem Bundestagswahlkampf bisher kaum um Bildungspolitische Inhalte  „gerungen“ wird.  Ein paar Tage später hat Marion Schmidt in der Zeit über diese „Lücke“ – einen Artikel namens – „Wo ist die Bildung im Wahlkampf? (Schmidt, Marion 2013)“ geschrieben.  Vor allem wies ich auf die desaströsen Zukunftsaussichten für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland hin. Man liest hin und wieder darüber in Spiegel und Zeit, – wie letztens in einem Artikel von Annika Sartor in der Zeit – aber die Politik scheint das geradezu parteiübergreifend zu ignorieren.

Bemerkenswerte Weise hat die Kandidatin auch hier eine interessante Antwort, Antwort die sie teilweise aus ihrer Biographie begründet,  – Forschung und Lehre dürfen nicht privatisiert werden – und Bildungsgerechtigkeit  als Voraussetzung für Chancengerechtigkeit gehören für sie zu den Kernbereichen Sozialdemokratischer  Politik.  Das hört sich gut an, – erinnert ein bisschen an die sozialdemokratische Bildungseuphorie der 1970 Jahre, – andrerseits muss man sich fragen wie man angesichts „leerer Kassen“ und „Schuldenbremse“ die Grundfinanzierung  der Universitäten und Hochschulen mittelfristig nachhaltig verbessern wird.

Aber man merkt es ist ihr Thema, – Bildung und Chancengerechtigkeit für junge Menschen, – Aufbruch in eine neue Zeit. Als ich an diesem Abend durch die nächtlichen Gassen Grünstadts nach Hause lief, hatte ich das Gefühl – dass die SPD Kandidatin bei mir Erinnerungen an die große Zeit der Sozialdemokratie unter Willy Brandt weckte.  Zumindest darin habe ich mich nicht getäuscht, denn der heutige Artikel über die SPD-Kandidatin in der Unterhaardter Rundschau beginnt mit den Worten „Als Willy Kanzler wurde“.

Quellen:

Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau (2013): Als „Willy“ Kanzler wurde.  Die Direktkandidaten (7). Heike Mrosek-Handwerk stammt aus einer Arbeiterfamilie. Ihre Eltern ermöglichten ihr eine gute Ausbildung. Diese Erfahrung und das, was sie als Fachanwältin für Familienrecht erlebt, sind die Gründe, weshalb sich die SPD-Kandidatin für Bildung und Chancengleichheit junger Menschen einsetzt – unabhängig vom Einkommen der Eltern.  In: Die Rheinpfalz Nr. 195, Freitag 23. August 2013

Schmidt, Marion (2013): Wo ist die Bildung im Wahlkampf? Für bessere Schulen und Unis machen die Parteien keine Werbung. In: Die Zeit, 14. August 2013, N. 34, p. 63

Geschrieben am 23.08.2013, veröffentlicht am 24.08.2013

Ottmar Schreiner – Socialiste, officier parachutiste et catholique (28.04.2013)

Ottmar Schreiner, qui est décédé le 6. Avril 2013 à Saarlouis, était quasiment inconnu en France. Ottmar Schreiner était un des derniers socialiste de la SPD. Je luis avais dédié mon dernier billet (allemand) sous le titre « Ottmar Schreiner – Sozialdemokrat, Fallschirmjägeroffizier und Katholik (Ottmar Schreiner – Socialiste, officier parachutiste et catholique)) ». Avec le décès d’Ottmar Schreiner la SPD perd un de ses derniers hommes de gauche. Ottmar Schreiner a toujours combattu l’ « agenda 2010, les lois Hartz » – mais il n’a jamais quitté la SPD – il a toujours essayé de se battre pour ses convictions dans la SPD. Parfois il était seul, très seul – les medias – le désignaient  « Betonlinker  (Gauche de béton) – mais il n’a jamais pensé à cesser son combat pour ses idées de justice sociale. Sa force de résistance, sa volonté de résister  il les a souvent expliquées par sa biographie personnelle – son parcours d’officier parachutiste (Fallschirmjägeroffizier) dans la Bundeswehr. Durant sa jeunesse, Ottmar Schreiner s’était engagé dans les paras allemands (Fallschirmjäger) pour devenir officier. C’était dans les années 1960,  avant sa carrière d’homme politique dans la SPD. Sa résistance, sa force de résistance, souvent il les expliquait par sa qualité d’ancien officier parachutiste  « Über Jahre in einer Minderheitenposition zu stehen, ist sehr belastend. Aber ich bin ausgebildeter Fallschirmoffizier, die schmeißen nicht hin (être pendant des années dans une position minoritaire, c’est ne pas facile. Mais je suis officier parachutiste, les officiers parachutiste n’abandonnent  jamais ». En enfait, Ottmar Schreiner poursuivait ses périodes de réserves chez les Fallschirmjäger  jusque à la fin de ses 50ans, – il participait même à des exercices de saut en parachute. Il faut préciser qu’avant la création du KSK, les paras allemands – les Fallschirmjäger étaient considérés comme l’élite de l’armée de Terre  (Heer) de la Bundeswehr. Les aristocrates devenaient officiers  dans la « Panzeraufklärungstruppe (sorte de cavalerie légère mécanisée), les sportifs qui aimaient l’escalades & le ski devenaient officiers  chez les Gebirgsjäger (chasseurs alpins), les combattants, les guerriers, devenaient officiers parachutistes.  Ottmar Schreiner n’a jamais abandonné son idée de se battre pour ces positions de gauche dans la SPD. Il a en plus renoncé à la tentation populiste version Oskar Lafontaine, – qui a rejoint la Linke – ou pour prendre un exemple actuel franco-français il  a renoncé à des positions de gauche populiste-autoritaire version Jean-Luc Mélenchon.  La SPD fête les 150 ans de la « Arbeiterbewegung (lutte ouvrière) », mais on se demande comment la SPD va combler ce vide que la disparition de Ottmar Schreiner laisse derrière lui. C’était un des derniers piliers de l’aile gauche qui se battait pour les idées de justice sociale au sein de la SPD.

Concernant les nécrologies pour Ottmar Schreiner dans le paysage médiatique allemand – je retiendrai celle de Peter Altmeier l’actuel ministre de l’environnement fédéral (membre de la CDU)  dans la Zeit  «Über alle Grenzen – Ottmar Schreiner wird mir fehlen ( a travers toutes les frontieres – Ottmar Schreiner va me manquer »   – et surtout le très émouvant témoignage de Cansel Kiziltepe. Cansel Kiziltepe, candidate de la SPD pour 83 circonscription du Bundestag 2013 (Wahlkreis 83 Berlin-Friedrichshain – Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost Bundestagswahl 2013)a publié dans son blog sous le titre «Tiefe Trauer – ein Kämpfer ist von uns gegangen (Grand tristesse – un combattant nous a quittée) » – un témoignage personnel sur Ottmar Schreiner , elle nous décrit une personnalité combative qui ne cessa jamais de croire que la SPD avait le devoir de se battre pour le rêve d’un monde meilleur, le rêve d’une justice sociale, mais aussi le rêve de l’ascension sociale. En lisant les mots de Cansel Kiziltepe – je pensais à mes propres mots dans un des mes premier billet de blog –  Villa Jasmin « Une Europe unie, libre, démocratique, juste et sociale – ceci pourrait être une image pour une gauche visionnaire qui est encore capable de mobiliser des hommes et des idées un peu comme les valeurs et les idées qui ont mobilisé Serge Moati père et ses camarades socialistes, mon grand père Jean Migliori et tous les autres pendant les années 30 et 40 d’une autre ère. » Serge Moati père, Jean Migliori, Ottmar Schreiner – chacun à  sa manière a combattu pour ce rêve d’un monde meilleur et juste. Ottmar Schreiner c’était un des derniers socialistes de la SPD, un des derniers défenseurs de la classe ouvrière au sein de la SPD.

Christophe Neff, le 28.04.2013

Ottmar Schreiner – Sozialdemokrat, Fallschirmjägeroffizier und Katholik (21.04.2013)

Ich hatte es letzte Woche durch den SPON erfahren, „Gegner der Agenda 2010: SPD-Politiker Ottmar Schreiner ist tot“. Peter Altmeier hat einen bewegenden Nachruf für die Zeit verfasst, die Saarbrücker Zeitung bezeichnete ihn als das „soziale Gewissen“ der SPD. Bewegend auch der Nachruf von Cansel Kiziltepe, mit dem Titel „Ein Kämpfer ist von uns gegangen“, – Cansel Kiziltepe die Ottmar Schreiner auch als ihren politischen Ziehvater bezeichnet, – was an sich schon bemerkenswert ist. Es gibt wohl nur wenige in der SPD die Ottmar Schreiner als ihren persönlichen Ziehvater bezeichnen.

Ich habe Ottmar Schreiner persönlich nicht gekannt, – aber dennoch fühlte ich mich in vielen Dingen mit ihm verbunden. Im Nachruf von Peter Altmeier finden wir folgende Sätze: Ottmar Schreiner war Fallschirmjäger, Fußballer und Jurist. Vor allem aber war er Sozialpolitiker und Sozialdemokrat, und zwar in dieser Reihenfolge….. Er hielt der SPD weiterhin die Treue, obwohl er die Politik der Agenda 2010 niemals akzeptiert hat.“ Hartz IV und die Agenda 2010, – das ist nun schon 10 Jahre Vergangenheit – aber ich war damals selbst strikter Gegner der sogenannten Agenda – sowie Ottmar Schreiner. Ich hatte damals auch intensiv über einen Parteiaustritt aus der SPD nachgedacht, – aber ich bin jetzt 10 Jahre nach der Agenda 2010 immer noch Mitglied der SPD – obwohl ich große Teile der Agenda 2010 immer noch für einen Fehler halte. In der SPD geblieben bin ich auch deshalb, weil es Menschen wie Ottmar Schreiner gab, die sich obwohl weitgehend vom „Parteimainstream“ isoliert für die „Kernaufgabe“ der Sozialdemokratie einsetzten, – für soziale Gerechtigkeit – der Vision einer sozial gerechten Gesellschaft.

Im SPON Nachruf auf Ottmar Schreiner kann man folgenden Sätze finden „Doch Schreiner blieb in der SPD. „Über Jahre in einer Minderheitenposition zu stehen, ist sehr belastend. Aber ich bin ausgebildeter Fallschirmoffizier, die schmeißen nicht hin“, sagte Schreiner einmal“. Ottmar Schreiner bezeichnete sich gern als Fallschirmoffizier, Fallschirmjägeroffizier – er stand offensiv zu seiner Bundeswehrvergangenheit, zu seiner Fallschirmjägerzeit, seiner Offiziersausbildung, – die Tatsache, dass er bis Ende 50 noch Reserveübungen absolvierte – auch das hat mich beeindruckt. Es gibt kaum Politiker, dazu noch sozialdemokratische, die so offensiv zur Bundeswehr gestanden sind, wie es Ottmar Schreiner getan hat. Die Fallschirmjägeroffiziersausbildung, – das ist sozusagen der weitere Baustein der mich mit Ottmar Schreiner verbindet. Ich habe mich fast zwanzig Jahre nach Ottmar Schreiner während meiner Wehrdienstzeit im Fallschirmjägerbataillon 251  in Calw, als ROB-W15 zum Reserveoffizier ausbilden lassen. Die Ausbildung zum Reserveoffizier erfolgte damals für die ROB-W15 (Reserveoffiziersbewerber W-15) über die erfolgreiche Ausbildung zum (Fallschirmjäger) – Unteroffizier, – danach folgten  die Reserveoffizierslehrgänge und die Truppenpraxis. Den Unteroffizierslehrgang Teil I habe ich Sommer 1985 im Fallschirmjägerbataillon 251 in Calw u.a. zusammen mit Dirk Niebel und Boris Grundl absolviert. Danach bis zur Auflösung der Luftlandebrigade 25 immer wieder meine Wehrübungen in Nagold (Fallschirmjägerbataillon 253) und später in Münsingen (Fallschirmpanzerabwehrbataillon 283)  abgeleistet. Nach der Auflösung der Luftlandebrigade 25 ging es mit den Wehrübungen weiter, – zwar nicht mehr bei der Fallschirmtruppe – und zwar bis heute. Meine letzte Wehrübung liegt keine 2 Wochen zurück, – die Kaserne habe ich am 5.4.2013 verlassen, – einen Tag bevor der Krebs Ottmar Schreiner endgültig besiegt hatte.  Dass Ottmar Schreiner seine Ausbildung zum  „Fallschirmoffizier“ als so prägend erlebte, dass er immer sie immer wieder als Bewegrund angab, weshalb er seinen Widerstand gegen die Agenda 2010, gegen Hartz IV, auf fast aussichtslosen Posten innerhalb der SPD, niemals aufgab, das kann ich gut verstehen. Wer damals zu Ottmar Schreiners Zeit, – oder in den 1980 Jahren in Calw oder Nagold die Ausbildung zum Reserveoffizier durchlief, – der lernte vor allem eines – durchzuhalten und zu kämpfen. Ottmar Schreiner, hat seine Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit niemals dem sozialdemokratischen Mainstream geopfert – auch wenn er dafür oft als „Betonlinker“ verunglimpft wurde.

Klagt nicht Männer, kämpft“ – an diesen Spruch aus meinen Calwer & Nagolder Tagen musste immer wieder denken, wenn ich sah, wie Ottmar Schreiner, auf fast schon verlorenen Posten in der SPD für seine Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit kämpfte.

Die veröffentlichte Meinung in Deutschland glaubt ja bis heute größtenteils, dass die jetzige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, vor allem auf den Erfolg der Schröder’ischen Reformpolitik also Hartz V, Agenda 2010 etc. zurückzuführen ist. Wie gesagt, das ist vor allem ein Glaube, – einen ernst zu nehmenden empirischen Beweis dafür, dass dem tatsächlich so ist, – habe ich bisher nirgendwo finden können.  Die einzig bisher empirisch belastbare Studie erscheint mir Arbeit von Richard Koo , über die der Spiegel unlängst berichtete, zu sein. Ich kenne zwar das Originalpaper(Vortrag) nicht, aber die Vorgehensweise von Koo erscheint mir nachvollziehbar und plausibel – und das Ergebnis erscheint mir auch plausibel: „Unrecht haben jene Linken, die jeden positiven Einfluss der Reformen auf die deutsche Wirtschaft abstreiten. Aber auch jene Wirtschaftsliberalen, die Deutschlands exportgetriebenes Wirtschaftswunder allein auf den härteren Umgang mit Arbeitslosen zurückführen“.

Wenn die SPD vielleicht etwas mehr bei der Agenda-Gestaltung auf Ottmar Schreiner gehört hätte, hätte Sie vielleicht mit einer ausgewogenere Agenda 2010 genau so viel erreichen können, wie erreicht worden ist, – ohne dabei so viel Glaubwürdigkeit in Fragen der sozialen Gerechtigkeit zu verlieren – wie sie in Folge der Agenda 2010 tatsächlich verloren hat. Mit Ottmar Schreiner hat die SPD, einen der letzten Kämpfer mit sozialdemokratischem Herzblut, einem der letzten Kämpfer für den sozialdemokratischen Traum einer besseren, gerechteren Welt, verloren. Man fragt sich wer diese Lücke innerhalb der SPD schließen soll.

Es gibt noch eine andere Seite an Ottmar Schreiner, jenseits von Politik die ich sehr geschätzt habe, etwas was mich über die Politik hinweg mit Ottmar Schreiner verbunden hat  – er war ein gläubiger Katholik. Vielleicht hat ihm auch der Glaube die Kraft gegeben, seine Kämpfe für seine Vorstellungen von Sozialdemokratische Politik, von sozialer Gerechtigkeit, aber auch der Kampf gegen die Krankheit, den Krebs, der ihn zwar dann doch letztendlich besiegt hat, zu führen.

Ich habe Ottmar Schreiner persönlich nicht gekannt, – aber dennoch fühlte ich mich in vielen Dingen mit ihm verbunden, deshalb habe ich auch diesen, sehr persönlich gefärbten Nachruf, verfasst. Ich schließe diesen Beitrag über Ottmar Schreiner mit dem Schlusssatz aus dem bewegenden Nachruf auf Ottmar Schreiner von  Cansel Kiziltepe „O Herr, lass mich da stehen, wo die Stürme wehen, und verschone mich nicht.

Christophe Neff, 21.04.2013

P.S.: Der Verfasser des Paysagesblog ist Oberstleutnant der Reserve und zur Zeit in einem Brigadestab in Süddeutschland Mobbeordert.

Blognotice 22.01.2013: pensées personnelles franco-allemandes sur le cinquantième anniversaire du Traité de l’Elysée

Le couple franco-allemand fête le cinquantième anniversaire du Traité de l’Elysée en grande  pompe à Berlin. Les medias français et allemands nous présentent  « éditons spéciales » sur cet anniversaire si spécial. Partout des « Symboles-Franco-Allemands » – récemment même un petit livret écrit par Andreas Rittau (2012 : Symboles Franco-allemands 1963-2013 – Construction d’un champ transnational) fut consacré au sujet. Durant une de ces Sondersendungen de la Télévision allemande, – nous fut présentée l’histoire des époux  Klinger, Francette et Gérard Klinger (1,2) qui se marièrent en 1966 et formèrent  depuis un couple franco-allemand. Quand Francette raconta la grande solitude des débuts du couple, cette histoire me rappela des souvenirs personnels. Mes parents formaient aussi un tel couple franco-allemand, mais ils n’eurent pas la chance de vivre une retraite paisible, de connaitre leurs petits-enfants franco-allemands, car mon père décéda des suites d’un cancer en janvier 1992. Mais la grande solitude, comme beaucoup de couples franco-allemands qui ont eu le courage d’affronter  les dures réalités d’un ménage franco-allemand, au début des années 1960 ils l’ont  aussi connue. Mes parents se sont mariés en 1962 à Dijon. Les parents de mon père, mes futurs grand parents allemands, n’avait pas participé à la cérémonie de mariage à Dijon. Ils n’apprécèrent pas trop, que leurs fils se marient avec une fille française. En fait, le rapprochement  ne se fit qu’à ma naissance à Tübingen en Juin 1964, à peu près 1 ½  ans après la signature du traité de l’Elysée. Dans le vieil album de photos familial qui se trouve encore chez ma mère,  mon père avait écrit quelques mois avant sa mort sous les photos de mon baptême – « und dann kamen Sie doch   (et ils arrivèrent tout de même) » ces photos sur lesquelles  on me voit entouré de mes grands-parents, les oncles et tantes allemandes. Ce fut ma naissance qui rapprocha enfin vraiment les deux familles. Avant ma naissance mes parents,  partiellement « boycottés» par la famille allemande, surtout ma mère, qui débarquait en Allemagne, sans comprendre ou parler un mot d’allemand avait dû faire face à des temps durs. Après cette naissance, – les choses s’arrangèrent  lentement. Les grands-parents allemands, Anton et Blanka Neff étaient aussi fiers de leur petit fils franco-allemand que les grands-parents français Jean et Germaine Migliori. Christophe Neff, – un petit franco-allemand, – avec une double nationalité franco-allemande – ce fut enfin le moment où la famille de mon père accepta le mariage de mon père avec une française. Un des premiers souvenirs de ma petite enfance, – c’est mon grand-père Anton Neff qui m’a amené voir les trains à la gare de Saulgau. Comme mon père m’amenait à la gare de Tübingen regarder les trains. Comme mon grand-père français Jean Migliori m’amenait au port du Rhin à Strasbourg voir les péniches et chalands du Rhin, – le Lookheed Constellation à Strasbourg-Neuhof (un ancien Constellation d’Air France transformé en bar (F-BHMJ / L1049G-82-98)), les visites de la gare de Strasbourg quand on allait chercher les tantes, ou les visites de aérodrome de Entzheim pour chercher la famille, qui arrivait d’ Angleterre ou des Etats-Unis. C’est ainsi que mes grand-pères, français et allemands en me faisant visiter gares, ports & aéroports m’avaient fait découvrir le monde de transports, – plus particulièrement le monde du Chemin de Fer, – le Monde du Chemins de Fer, qui fut dans un certain sens, aussi un de mes premiers amours.

De nos jours, – les couples franco-allemands n’ont plus affronté les dures réalités des années 1950, 1960, de fonder une famille franco-allemands quelques années après les douleurs de la guerre – c’était insensé. Aujourd’hui, 50 ans après la signature du traité de l’Elysée – fonder un couple franco-allemand n’a plus à faire face aux vieux démons de la guerre, des souvenirs de morts, de la déportation …… Un couple franco-allemand de nos jours n’a plus rien de spécial, – il doit faire face aux risques  de la vie normale de nos jours, – divorce, chômage, maladie … – mais grâce aux traités de l’Elysée les vieux démons de la guerre, des guerres (1870, 1914-18,1939-45) des souvenirs de guerre ont  disparu. D’avoir fait disparaitre ces vieux démons …. « Le bruit des bottes des SS qui résonne sur la cours de l’école de Hussigny » c’est aussi un des grands mérites du traité de l’Elysée. Parfois de nos jours, en critiquant l’état des relations franco-allemands, on oublie trop vite cette réalité …. Mes grands-parents n’ont jamais oublié Libéro Casciola mort en déportation à Bergen-Belsen, – mais ils ont quand même accepté que leur fille se marie avec un allemand. Ce fut en 1962, – le traité de l’Elysée n’était pas encore signé …. 41 ans plus tard, leur fille, en 2003 reçut  le Bundesverdienstkreuz, une des plus hautes décorations allemandes,  pour son travail politique au sein de la SPD, le travail pour les enfants en danger (Kinderschutzbund) – et la réconciliation franco-allemande.

Dommage, que mon père n’ait pas eu la chance de participer à cette cérémonie, lui qui avait risqué il y a maintenant 51 ans la rupture avec sa famille pour le simple fait d’épouser une jeune française.

Ouvrages et sources cités :

Rittau, Andreas (2012): Symboles franco-allemands. 1963-2013. Construction d’un champ transnational. Paris, L’Harmattan, Allemagne d’hier et d’aujourd’hui. ISBN 9788-2-296-99598-7

Christophe Neff, le 22.01.2013

P.S.: Les souvenirs très personnels franco-allemands de ma mère se trouvent dans le petit billet  «Cinquante ans … déjà! » du blog  Au jour le jour.

Blognotice 9.12.2012: Regards d’Allemagne – un nouveau blog lemonde.fr sur L’Allemagne

Sur les Blogs lemonde.fr on trouve depuis début Decembre un nouveau blog sur l’Allemagne. Frédéric Lemaître, correspondant du Monde à Berlin nous promet  dans « Regards d’Allemagne » de suivre la campagne électorale pour le prochain Bundestag. Cette campagne dont l’issue sera décisive non  seulement pour l’Allemagne mais pour  l’ensemble de l’Union européenne et notamment pour la France. Regards d’Allemagne  rappelle un peu le blog « Berlin en parle » de Claire- Luis Buis, l’ancienne correspondante du Monde à Berlin : c’est en fait ce blog qui avait inspiré mes début de bloggeur sur paysages. « Berlin en parle » a depuis longtemps disparu de la blogosphère,  nous lisons à l’adresse du blog  – http://clbuis.blog.lemonde.fr/ – « WordPress» Erreur – Ce site a été archivé ou suspendu » – Claire Luis publie sur son propre site « Ideenlab » depuis Février 2010, un site franco-allemand dédié aux idées  et aux  livres politiques et philosophiques.  La disparition du contenu  de « Berlin en parle » – révèle  un grave problème de la Blogosphère. Ici c’est aussi mon esprit  professionnel de chercheur qui s’exprime: comment la recherche peut-elle  restituer les paysages médiatiques d’une certaine aire si les contenus disparaissent. Est-ce-que le Monde archive ses blogs ? Ou est-ce que le contenu de ces blogs disparait pour toujours ? Berlin en parle était dans un certain dégré le reflet de la grande coalition, le début de l’ère « Merkel ». Die Ära-Merkel  qui se poursuivra peut –être au-delà du 23.9.2013. Mais comme je l’ai déjà écrit le 29.09.2012 « Peer Steinbrück pourra redresser la SPD de la dure défaite des dernières Bundestagswahlen,  et peut être au-delà ouvrir de nouveaux  choix stratégiques pour reconquérir le « Bundeskanzleramt » ». « Les regards d’Allemagne » nous promettent donc de suivre de près cette campagne électorale qui pourrait ouvrir à Angela Merkel, la Mutti comme elle est souvent désignée dans les medias allemands, une troisième période au Bundeskanzleramt.  Mais c’est  peut être moins la cote de grands partis comme la CDU et de la SPD, qui va décider du destin de Madame Merkel ou de Monsieur Steinbrück , ce seront peut-être le score des pirates, de la FDP et des Verts aux Bundestagswahlen qui seront les « Kanzlermacher ».

Concernant les blogs le Monde.fr un autre évènement est à signaler – la République des livres a quitté les blogs du Monde – depuis le 26. Novembre 2012la République des livres navigue sous son propre pavillon. Et durant les premiers jours de la République des livres  sous son propre pavillon – pendants quelques heures, le contenu de l’ancien site sur le Monde avait disparu. Même si depuis, les billets et commentaires de l’ancien blog de la République de livres  ont réapparu, cela montre que l’archivage des contenus  des blogs,  mais aussi de tous les medias électroniques (livres, musiques, films) reste un grand défi. Car si nous ne faisons pas attention  de  cette ère super médiatisée il risque de ne rester qu’un souvenir vide de contenu!

Les regards d’Allemagne pourront donc permettre aux lecteurs français et  francophones un regard rapproché sur la campagne électorale pour le 18 eme Bundestag. Personnellement j’espère que les lettres d’Allemagne que Frédéric Lemaître publie régulièrement sur le journal le Monde – ne disparaissent  pas, car j’aimais et j’aime beaucoup  lire ces prises de vue françaises sur l’Allemagne contemporaine!

Photo: © C. Neff Winterblick auf Grünstadt/Vue d’hiver sur Grünstadt 2.11.2012

Christophe Neff, le 9.12.2012

Blognotice 29.09.2012: Peer Steinbrück – candidat de la SPD à la chancellerie

Peer Steinbrück est le candidat de la SPD à la chancellerie. La fameuse troïka (Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier), a enfin fait ses choix, – et hier vendredi 28.09.2012 Sigmar Gabriel a informé le public et les medias. L’ancien ministre des finances de la grande coalition d’Angela Merkel, Peer Steinbrück sera le Kanzlerkandidat de la SPD, et affrontera donc la chancelière Angela Merkel dans les prochaines élections fédérales en Allemagne en Septembre 2013. Etant membre du SPD j’aurais personnellement préféré  voir un vote des militants du SPD choisir le « Kanzlerkandidat » –  comme l’avait préconisé  entre autres Franz Walter dans un commentaire publié dans le Spiegel intitulé « Dann wagt doch mehr mehr Demokratie » en référence à la fameuse phrase de Willy Brandt « Mehr Demokratie wagen ». Les verts allemands vont faire choisir leur tête de liste pour la Bundestagswahl 2013 par un vote des militants, – et le P.S. français il faut peut-être le rappeler avait aussi fait le choix de faire décider ses militants – et le vote et la mobilisation des militants pendant cette période préélectorale pour François Hollande  était peut-être aussi une des clefs pour sa réussite aux élections présidentielles en France. Mais la troïka de la SPD a donc fait ses choix sans consultation des membres de la SPD. Des trois candidats potentiels  Sigmar Gabriel, Frank Walter Steinmaier,  Peer Steinbrück celui-ci est sûrement le candidat qui pourra espérer  capter le maximum de voix pour la SPD. Ce qu’il perd sur sa gauche, il pourra largement le rattraper au centre,  ce qui me parait décisif car jusqu’à présent les élections fédérales en Allemagne se sont gagnées avec les voix du centre, pour ainsi dire du « Mittelstand/de la Mittelschicht ».  Les chances de battre Angela Merkel semblent être minimes, les medias allemands nous annoncent une grande coalition CDU/SPD avec une chancelière Angela Merkel. Mais les Bundestagswahlen sont encore loin, et durant une année, beaucoup de  choses peuvent encore changer la donne. En plus avec Peer Steinbrück la SPD peut s’ouvrir des choix stratégiques au-delà d’une coalition rouge/vert ou une grande coalition avec la CDU ; je pense à une coalition sociale-libérale  avec la FDP ou même une Ampel (Coalition en feu tricolore). De plus, avec son fameux « Bankenpapier »  – un papier de discussion sur les possibilités de limiter le pouvoir «  du Monde de la finance et des banques » – un papier qui est resté inaperçu en France – qui est largement discuté en Allemagne il a attiré l’attention. Avec «Vertrauen zurückgewinnen: Ein neuer Anlauf zur Bändigung der Finanzmärkte“ Peer Steinbrück a réussi à très bien se placer dans l’arène politique allemande. Les chances de battre Angela Merkel sont, si on en croit les Augures de la presse allemande, minimes  pour Peer Steinbrück, mais personnellement je crois  que Peer Steinbrück pourra redresser la SPD de la dure défaite des dernières Bundestagswahlen,  et peut être au-delà ouvrir de nouveaux  choix stratégiques pour reconquérir le « Bundeskanzleramt ».

Au-delà de la Bundespolitik, – ce vendredi 28.09.2012 fut aussi une journée décisive pour la SPD au niveau régional  allemand (Länderebene) – Kurt Beck annonça qu’il se retirait de la politique – la nouvelle ministre – présidente désigne de la Rhénanie-Palatinat est Malu Dreyer (voici un portait politique du SPON (en allemand) sur Malu Dreyer «Beck-Nachfolgerin Dreyer Die Überraschungskandidatin ») et  Roger Lewentz est le chef de file désigné de la SPD de la Rhénanie-Palatinat.

Qui qu’il arrive – le vendredi 28.09.2012 fut une journée décisive pour la Social-démocratie allemande !

Sources :

Dausend, Peter; Hildebrandt, Tina; Niejahr, Elisabeth (2012): Bis alles platzt. Die Kanzlerin glaubt nicht mehr an Schwarz-Gelb, die SPD ahnt, dass sie nicht den Kanzler stellen wird, und die Grünen wollen auch ohne die Roten an die Macht. Warum sagt das niemand den Wählern. In: Die Zeit, 27. September 2012, Nr. 40, p. 2-3.

Lemaître, Frédéric (2012): M.Steinbrück, l’ancien grand argentier, choisi par le SPD pour défier Mme Merkel.A un an des élections législatives, les sociaux-démocrates se donnent un chef de file réputé centriste In : Le Monde, Dimanche30 septembre- Lundi 1er octobre 2012, p.6. (Version électronique chargeable pour les abonnées le Monde.fr)

Steinbrück, Peer (2012): Vertrauen zurückgewinnen: Ein neuer Anlauf zur Bändigung der Finanzmärkte. Berlin 25. September 2012. Download ici.

Christophe Neff, le 29.09.2012

Blognotice 8.7.2012

François Hollande et Angela Merkel ont célébré, dimanche 8 juillet à Reims, les 50 ans de la réconciliation franco-allemande, scellée dans la cathédrale de cette ville le 8 juillet 1962 par le général de Gaulle et le chancelier chrétien-démocrate Konrad Adenauer.  L’Editorial du dernier Monde est intitulé – Pour un nouveau traité franco-allemand – et nous propose un renouveau du traité franco-allemand – un nouveau traité franco-allemand. Belle paroles du dimanche, beaux symboles, pour cet acte courageux de Konrad Adenauer et de Charles de Gaulle, dans ce lieu historique, qui est la Cathédrale de Reims. Oui en juillet 1962, il fallait encore beaucoup de courage et de vision historique, pour entamer cette « réconciliation » historique franco-allemande, car les plaies de la deuxième guerre mondiale n’étaient guère cicatrisées. J’en sais quelque chose, de ces douleurs franco-allemandes, – mes parents formant un couple franco-allemand, se sont mariés en Aout 1962, – j’ai vu le monde en 1964, – ce rapprochement franco-allemand fut un acte courageux et hautement symbolique – et ceci à tous les niveaux. Naturellement ce projet fut d’abord un projet des élites politiques des deux côtés du Rhin, – mais ces élites ont  pu à travers ce projet rapprocher réellement une grande partie de la population française et de  la population de l’Allemagne de l’ouest, il faut le rappeler, car l’ Allemagne était encore divisée en deux états distincts, – mais depuis la réunification la donne a sensiblement changé, qu’on le veuille ou non. Dans le dernier Monde – on trouve une très remarquable analyse  de Frédéric Lemaître « Le  grand dessin de Angela Merkel » –  qui débute  avec ces mots mémorables  « La chancelière célèbre à Reims le 50e anniversaire de la réconciliation franco-allemande, dimanche 8juillet. Mais la France n’est plus son horizon. Angela Merkel est en campagne pour l’Europe de demain, une Europe qu’elle veut politique. Par conviction autant que par intérêt » qui résume en quelque part les grands changements de la politique franco-allemande comme elle est actuellement pensée sur les rives de la Spree.  Oui en écrivant « Si jamais, à Reims, l’émotion est au rendez-vous, elle risque de n’être que fugitive », Fréderic Lemaitre décrit avec une précisions remarquable ce qui se passe actuellement dans le Berlin politique. Le « succès story » du rapprochement franco-allemand, – cela se passait dans les années 1970 et 1980, – échanges de classe, jumelage franco-allemand, – c’était en partie dû au travail remarquable du Deutsch-Französische Jugendwerk. Mais aujourd’hui en dehors de belles paroles de dimanche – on peut légitiment se demander ce qu’il reste de l’effort courageux de Konrad Adenauer et de Charles de Gaulle. En France l’enseignement de l’allemand régresse. Combien des élus de la XIVe législature de la Cinquième République française qui siègent au Palais Bourbon  peuvent encore s’exprimer dans la langue de Goethe?  Combien des « Bundestagsabgeordnete » maitrisent encore le français ? Au niveau du Bundestag il n’en reste pas beaucoup, Gunther Krichbaum, Peter Altmeier, Andreas Schockenhoff et Wolfgang Schäuble de la CDU, Claudia Roth des verts, Ernst Burgbacher de la FDP, ce sont les noms de membres du Bundestag qui sont souvent  cités par les medias allemands comme « francophones ». La SPD manque à l’appel, – il y a certes peut être des « Bundestagsabgeordnete » membres de la SPD Bundestagsfraktion francophones  – mais ils ne se sont a priori pas fait connaitre par les medias – travailler au quotidien pour le « rapprochement » franco-allemand n’étant pas considéré comme un travail prometteur pour une carrière politique en Allemagne.

Personnellement je crois qu’un réel rapprochement franco-allemand sur le terrain du quotidien, se fera seulement par l’apprentissage mutuelle de la langue de l’autre – et ceci n’est pas gratuit, cela demande un effort collectif– et individuel des deux côtés du Rhin.  Oui apprendre la langue de l’autre, de faire l’effort de se plonger dans la culture de l’autre, d’essayer de « comprendre » la vie de l’autre – n’est pas gratuit, – mais je pense, que, au-delà des symboles des commémorations des anniversaires historiques, – c’est le seul moyen pour assurer dans la durée ce que Charles de Gaulle et Konrad Adenauer ont fait débuter durant cette messe historique à la Cathédrale de Reims le 8 juillet 1962.

Sources citées:

Lemaître, Frédéric (2012):  Le  grand dessin de Angela Merkel. Le Monde Dimanche 8, Lundi 9 Juillet 2012, décryptages ENQUÊTE, page 13.

Christophe Neff, le 8.7.2012

Blognotice 10.12.2011

L’affaire Montebourg laisse des traces dans les Zungenknoten du 10.12.2011 de Martin Graff sous le titre «Über  französische Germanophobie». Mais à vrai dire, – les propos « germanophobes » de Arnaud Montebourg sont presque passés inaperçu en Allemagne. Le discours de François Holland au Bundesparteitag de la SPD lundi dernier,  à plutôt intéressé les medias français  – mais grâce au Zungenknoten du 10.12.2011 de Martin Graff ce discours réapparait dans le paysage médiatique allemand.  Si il y eu a un discours à retenir du Bundesparteitag de la SPD 2011 – ce fut le discours du Altkanzler Helmut Schmidt « Deutschland in und mit Europa »  – et ce discours remarquable est dans un certain sens une réponse à « Madame Merkel, Bismarck, l’euro et nous, les autres Européens » de Monsieur Montebourg. Dommage que le SPD n’ait pas mis en circulation une traduction française du discours de Helmut Schmidt car ce texte mérite l’attention du publique français, du publique européen, car c’est de l’avenir de l’Europe que l’ancien chancelier parle avec verve et émotion. Entre temps, pour une fois de plus – les gouvernements on tenté de sauver l’Euro – et le prochain sommet de sauvetage laissera surement pas s’attendre longtemps ! Aveugle par le sauvetage permanent de la monnaie européenne nous ne remarquons pas qu’au cœur de l’Europe des 27 un nouveau régime autoritaire est en train de naitre. Très bon article de Jan – Werner Müller «Ist Ungarn noch demokratisch ? – die EU rettet Griechenland, ignoriert aber Ungarns Abdriften ins Autoritäre » sur la dérive dans l’autoritarisme de l’Hongrie de Victor Orban dans la Zeit du 8 décembre 2011. Ce samedi 10 décembre 2011 fut aussi jour des remises des prix Nobel 2011 –  cérémonie qui me lassa penser à la chaise libre lors de remise du prix de Nobel de la paix 2010 à Oslo le 10 décembre 2010  – le Prix Nobel de la paix 2010 Liu Xiaobo croupit encore de nos jours dans une prison chinoise –  j’espère que le monde libre n ‘oubli pas Liu Xiabo et les autres prisonniers politique en Chine!

Sources:

Rede von Francois Hollande, Kandidat der Parti Socialiste (PS) bei der französischen Präsidentschaftswahl 2012, beim ordentlichen SPD-Bundesparteitag am 5. Dezember 2011 in Berlin

Rede „Deutschland in und mit Europa“ von Helmut Schmidt Bundeskanzler a. D beim ordentlichen SPD-Bundesparteitag am 4. Dezember 2011 in Berlin

Christophe Neff,  le 10.12.2011

Blognotice 4.12.2011 – sur les propos germanophobes d’Arnaud Montebourg

Pour ce premier week-end de décembre la météo nous prévoit une tempête de neige sur les sommets de la Forêt – Noire – pour le Feldberg le dwd nous annonce de fortes chutes de neige – et des rafales d’ouragan (kräftige Schneeschauer und orkanartige Böen).  Une autre tempête – qui souffle sur le Rhin sont « les propos germanophobes d’ Arnaud Montebourg ».

« Je dis l’égoïsme allemand. Je parle du nationalisme allemand qui est en train de ressurgir à travers la politique à la Bismarck de Mme Merkel. Elle construit la confrontation pour imposer sa domination » Verbatim Arnaud Montebourg sur Question d’ Info le 1.12.2011. Et les propos  qu’il tient sur son blog dans le billet « Madame Merkel, Bismarck, l’euro et nous, les autres Européens… », même si ils sont un peu plus nuancés, vont dans la même direction.

Dans quel état la gauche se trouve-t-elle si certains des ses membres se croient obligés de recourir aux arguments germanophobes pour gagner quelques voix de plus ? C’est ahurissant  – et en plus je cite l’édito du Monde du 3.12.2012 intitulé «Certains socialistes, derrière leur ligne Maginot » – «En outre, même si elles viennent de chevaux-légers, ces critiques socialistes tombent dans le piège tendu par Nicolas Sarkozy, qui a choisi d’instrumentaliser le modèle allemand pour justifier ses réformes. » c’est politiquement contreproductif.  Une vraie attaque politique contre le gouvernement français aurait  pu être de pointer le doigt sur le fait que depuis le « Sarkozysme » règne sur la France, l’écart économique entre l’Allemagne et la France devient de plus en plus grand – il se creuse de jour en jour ! Et ceci n’est certainement  pas la faute de Madame Merkel. Mais jusqu’ à présent les propos de Montebourg – « ont été peu repris dans la presse outre-Rhin » comme l’écrit Frédéric Lemaître dans son analyse sur les actuelles relations du SPD et du PS la Süddeutsche en parle un peu  –  Montebourg est présenté comme un homme politique, de star juvénile de  l’aile gauche des socialiste utilisant le langage de l’extrême droite « Manche „Kameraden“, wie sich die Genossen in Frankreich nennen, schlagen dabei Töne an, die man eher aus dem Lager des rechtsextremen Front National erwarten würde. Ein frappierendes Beispiel liefert Arnaud Montebourg. Der jugendliche Star des linken Flügels der Sozialisten warf Merkel am Mittwoch vor, sie wolle den Euro töten und Deutschland am Ruin anderer Länder bereichern. Zudem betreibe sie eine Politik „à la Bismarck“ » Mais à part cela les rafales que le discours de Montebourg a provoquées en France n’on jusqu’à présent pas encore rejoint l’Allemagne. Même dans les Zungenknoten de Martin Graff dans la Rheinpfalz du 3.12.2011, ce fin sismographe des relations franco-allemandes – dont les derniers sont dédiés à la « Diktatur der Gefühle », on ne trouve pas un mot sur le discours  de Montebourg. Peut être la presse outre-rhin reprendra-t-elle les propos de Montebourg lors du discours de François Holland devant les congressistes du SPD Bundesparteitag 2012. Peut être les propos de Montebourg seront –ils simplement couverts par les premières neiges en Forêt Noire  et n’atteindront jamais le grand public allemand.  En plus les medias allemands en ce moment sont plutôt intéressés par le futur de « Wetten dass … ? », surtout  pour savoir qui prendra la succession de la Thomas Gottschalk, l’actuel présentateur du show (jusqu’au 3.12.2011  et après, on ne sait pas trop !), que par le déraillement germanophobe de Arno Montebourg.

 

De très bonnes critiques sur la politique européenne de Merkel – se trouvent dans l’analyse de Frédéric Lemaître du  Monde « Angela Merkel et l'“Europe allemande“ » – ou  dans l’édito du NYT « Germany’s Denial, Europe’s Disaster «  du 29.11.2011, car on peut très bien critiquer cette politique, même la critiquer sévèrement, comme le fait le NYT, sans tomber dans la pure germanophobie, comme le fait Monsieur Montebourg.

Issu d’une famille de gauche, franco-allemand, voir un homme politique qui se prétend être de gauche, une prétendue star de la gauche française, ce monsieur 17 %   tomber dans la germanophobie pour quelques voix électorales de plus, cela me semble être une absurdité monstrueuse !  Schämen Sie sich Herr Montebourg ! Honte à vous monsieur Montebourg !

Christophe Neff, le 4.12.2011

 

Les 100 premiers jours du gouvernement vert – rouge Kretschmann à Stuttgart (20.8.2011)

Le gouvernement Kretschmann vient de passer la barre des ses premiers 100 jours de gouvernance. Les medias allemands jusqu’à présent sont plutôt favorables à ce premier Gouvernement vert – rouge en Allemagne  et un sondage commandé par la Stuttgarter Zeitung pour les 100 premier jours du gouvernement Kretschmann souligne l’image très positive du gouvernement Kretschmann. D’après ce sondage cette image positive est surtout à l’effet Kretschmann – Winfried Kretschmann est devenu une vrai star de la vie politique allemande.  Même l’initiative pour la double nationalité devant le Bundesrat de la ministre de l’intégration Bilkay Öney, initiative que j’approuve personnellement,  car jusqu’ à présent la double nationalité était un fait exceptionnel et  rarissime en Allemagne,  n’a pas terni l’image positive du gouvernement Kretschmann. On aurait pu croire que dans un Land comme le Baden-Württemberg qui est considéré comme extrêmement conservateur et dans ce contexte on parlait aussi du CDU Staat, une initiative comme celle engagée par Bilkay Öney aurait pu avoir des conséquences négatives dans les sondages, mais il n’en est rien. Ceci montre peut-être a quel point les résultats des dernières élections ne furent pas seulement dûs au Fall – Out politique de Fukushima  mais aussi aux fissures qui gangrenaient de plus en plus le CDU-Staat. Après 60 ans de pouvoir la CDU avait de plus en plus perdu le contact avec ses électeurs plus que le fameux débat sur Stuttgart 21, la décision de fermer l’Hôpital de Schramberg (Fermeture du Kreiskrankenhaus Schramberg – j’en parlais ici dans les posts 1, 2 ,3, 4, 5, 6, 7, 8, 9)  montre à quel point le fameux CDU Staat sous le gouvernement Mappus avait pris de sérieuses fissures ;  les prédécesseurs  de Mappus auraient tout fait pour   éviter la fermeture d’un hôpital dans les fiefs ruraux de la CDU, ou auraient au moins essayer de compenser une telle fermeture par la création d’une Fachhochschule ou d’un autre établissement publique.

La décision de fermer l’Hôpital de Schramberg est seulement un exemple, mais il montre très bien que sous le gouvernement Mappus le CDU Staat avait atteint ses limites. L’ancien député de la FDP Dieter Kleinmann qui fut un de protagoniste de la fermeture de l’Hôpital de Schramberg paya cher son combat pour la fermeture de l’Hôpital de Schramberg, il ne fut plus réélu au Landtag aux élections régionales du 27 mars 2011. En tout FDP et CDU avaient perdu plus que 10 % de voix  résultats d’un pouvoir trop sûr de lui et qui s’était éloigné de ses propres bases électorales. Ce fut la fin du CDU Staat. En fait, à part l’initiative Bilkay Öney pour l’établissement de la double-nationalité – le gouvernement Kretschmann n’a jusqu’à présent pas encore pris de grandes initiatives législatives. Mais c’est à l’intérieur du pouvoir exécutif, là où le CDU Staat se manifestait le plus  dans les postes clefs de la haute fonction publique, les vrais changements politiques se font sentir de plus en plus. Le départ de Zinelli le rouge, Herbert Zinell, – l’ancien maire SPD de Schramberg vers Stuttgart pour devenir Ministerialdirektor au Ministère de l’intérieur  donc Amtschef , le plus haut fonctionnaire du  Ministère de l’intérieur qui est dirigé par Reinhold Gall  est plus qu’ un symbole. C’est ici chez les hauts fonctionnaires que le changement politique à Stuttgart se fait réellement sentir, car c’est le fin rouage entre la Ministerialbürokratie et la CDU qui à condition de savoir jouer habilement sur se clavier  était crucial, ce qui ne fut pas le cas pour le malheureux Stefan Mappus  – le garant du succès politique du CDU Staat.  Chaque jour que le gouvernement Kretschmann réussit à gouverner, à survivre politiquement (car il ne faut pas être dupe, l’épée de Damoclès pour le gouvernement Kretschmann – reste la fameuse question de Stuttgart 21) les structures du CDU Staat solidement ancrées dans  les 60 ans de gouvernement CDU vont peu à peu disparaitre. Les bons sondages et la bonne image médiatique des premiers 100 jours du gouvernement Kretschmann  ne doivent pas faire oublier  que Stuttgart 21 est devenu un défi quasiment insurmontable les verts sont contre , l’actuel ministre des Transports et des Infrastructures Winfried Hermann est un farouche opposant du projet Stuttgart 21  et la SPD est pour le projet Stuttgart 21. Je ne vois pas comment Winfried Kretschmann pourra combler le fossé profond qui sépare les Verts et la SPD dans la question du projet Stuttgart 21. Stuttgart 21 est le Talon d’Achille du premier gouvernement vert – rouge en Allemagne ! Actuellement aucune issue politique à ce problème clef ne semble être en vue.

Pour finir ce billet, pour tous ceux qui lisent l’allemand  et qui s’intéressent de plus près au phénomène Winfried Kretschmann , je suggère de lire la biographie « Winfried Kretschmann. Das Portrait» écrite par les époux Henkel.

Source :

Henkel, Peter; Henkel-Waidhofer, Johanna (2011) : Winfried Kretschmann. Das Portrai.     ISBN 978-3-451-33255-5 (Herder), Freiburg 2011.

Christophe Neff 20.8.2011