Das Fach Geographie an der Mannheimer Hochschule

Buchdeckel das Fach Geographie an der Mannheimer HochschuleDas Fach Geographie an der Mannheimer Hochschule 1907 bis 2006 – Eine Dokumentation von Christoph Jentsch“ so heißt ein kleines Büchlein welches von Christoph Jentsch, emeritierter Ordinarius für Anthropogeographie der Universität Mannheim, verfasst wurde. Die Schrift wurde am Freitag den 9.10.2009 im Gasthaus am Fluss „Rheinterrassen“ in Mannheim in einer kleinen Gedenk und Feierstunde der Fachöffentlichkeit übergeben. Zahlreiche „Ehemalige“ des  Geographischen Institut der Universität Mannheim, seien es  nun – ehemalige Lehrende, Forschende, Studierende, Verwaltungspersonal etc. waren anwesend – als Christoph Jentsch das Buch mit einer kleinen Rede der „Fachöffentlichkeit“ präsentierte.  Bei der kleinen Feier, wurde vor allem der an der Universität „erloschenen Geographie“ als eigenständiges Fach, gedacht.  Weiterhin wurde auch nochmals die Lebensleistung der inzwischen verstorbenen Emerita Gudrun Höhl, die immerhin einer der ersten Ordinaria der Universität Mannheim  und der jungen Bundesrepublik war, gedacht. Sie war eine außerordentlich starke Persönlichkeit und hat entsprechend nachhaltig das Fach Geographie an der Universität Mannheim geprägt.

Ich habe das Buch bisher aus Zeitgründen noch nicht im Detail gelesen, – nur durchgeblättert, – ich wollte auch nur mit diesem Blogeintrag, auf dieses aus meiner Sicht wichtige  und gelungene Buch hinweisen. Beim ersten Durchblättern fiel mir auf, dass es Christoph Jentsch gelungen ist, eine doch sehr umfassende historische Dokumentation von fast 100 Jahren Geographie in Mannheim, zu schreiben. Nur das Publikationsverzeichnis meines akademischen Lehrers Peter Frankenberg ist etwas mager ausgefallen, aber da muss ich ein „Mea culpa“ eingestehen.  Ich habe trotz mehrfacher Anfragen von Herrn Jentsch nicht reagiert, als dieser mich um die Ergänzung der „Frankenbergschen Publikationen“ bat, aber ich war zu Anfangs meiner Karlsruher Zeit auf meiner neuen Stelle als akademischer Rat, so sehr vom „Tagesgeschäft“ überwältigt, dass ich nicht dazu kam, Herrn Jentsch zu antworten. Ansonsten aber ist das Buch eine sehr detaillierte Dokumentation der fast hundertjährigen Geschichte des Faches Geographie in Mannheim.  Eine ausführliche Besprechung des Buches wird in diesem Blog bestimmt irgendwann folgen. Herausheben möchte ich vorab schon das immerhin mit 2 Seiten (Seiten 62-63) gewürdigte „Schwarzwaldprojekt“, – ein interdisziplinäres von beiden Lehrstühlen (Jentsch/Frankenberg) getragenes „landschaftsökologisches Forschungsprojekt“ , welches den Einsatz von kontrollierten Feuern zur Erhaltung von Besenginsterweidfeldern beinhaltet, – und welches mir erlaubte mich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene als anerkannter Feuerökologe zu etablieren, – und mir wohl damit auch den Weg auf eine Dauerstelle an der Universität Karlsruhe öffnete, denn dort gehört die Feuerökologische Forschung ja zu einer meiner primären Dienstaufgaben.  Die Ergebnisse des Schwarzwaldprojektes wurden übrigens in einem Heft der Mannheimer Materialien (Scheid et al. 2004) veröffentlicht. Das sogenannte Schwarzwaldprojekt, welches mit richtigem Titel übrigens „Ökologische und ökonomische Bewertung von Flächenextensivierungen im mittleren Schwarzwald „ hieß, war und ist, immer noch einer der wenigen landschaftsökologisch-geographischen Forschungsprojekte, welches sich mit dem „Kulturlandschaftswandel“ im mittleren Schwarzwald und der Raumschaft Schramberg befasst. Davor war nicht viel, und seither ist meines Wissens auch kaum in diesem Bereich geforscht worden. Neuere Publikationen sind mir jedenfalls dazu nicht bekannt.

Meinen Bloghinweis auf die von Christoph Jentsch verfasste „Mannheimer Geographie Geschichte“ möchte  ich mit dem Hinweis auf das vom Verfasser geschriebene Vorwort beschließen. Wir lesen da:“Als im Sommersemester 2002 die Empfehlung  der Hochschulstrukturkommission von Baden – Württemberg , das Fach Geographie an der Universität Mannheim zu schließen, entstand der Gedanke, das damals schon fast 100 Jahre dauernde Wirken der Fachvertreter für Geographie, der Lehrenden und der Studierenden, in einer Dokumentation festzuhalten, um Forschung und Lehre von mehreren Hochschullehrergenerationen  nicht unreflektiert in Vergessenheit geraten zu lassen“. (Jentsch 2009). Ich denke, dass Christoph Jentsch dieses selbstgesteckte Ziel, voll erreicht hat. Auch wenn ich das Buch bisher nur mehr oder weniger intensiv durchgeblättert habe, – glaube ich, dass diese Dokumentation der Fachgeschichte der Geographie an der „Mannheimer Hochschule“ – und ich glaube, dass Jentsch den Titel durchaus programmatisch gewählt hat, eine wichtiges und lesenswerte Buch ist – zumindest für diejenigen die sich auch mit Fachgeschichte und Universitätsgeschichte befassen.

Programmatisch ist der von Jentsch gewählte Titel „Das Fach Geographie an der Mannheimer Hochschule“ insofern, als man sich schon fragen kann, inwiefern die heutige Universität Mannheim überhaupt noch dem Ruf einer „Volluniversität“ gerecht wird?  Man sollte sich ja auch in Erinnerung rufen, dass die Geographie, wie viele andere kleine Fächer auch, wie z.B. das Portugiesisch oder auch die Altphilologie, geopfert wurde, um die freiwerdenden Ressourcen (sprich Haushaltsmittel) für eine verstärkte Profilbildung der Fächer BWL/VWL zu nutzen. Wie der Zufall so will, habe ich als regelmäßiger Leser der Bücherrepublik von Pierre Assouline, heute dort folgenden Artikel „Les prix d’excellence de la planète universitaire“ (= der Exzellenzpreis des Planeten Universität) entdeckt. Auch wenn ich von solchen Rankings nicht viel halte, und es auch klar zu sein scheint, dass man unter „Arts and Humanities“ für die Universität Mannheim erst gar nicht zu suchen braucht, unter „Top 200 world universities“ ja wohl auch nicht, aber warum findet man denn die Universität Mannheim nicht unter „Social Science“ , fragt man sich da ! Da hat man „erfolgreich“ die kleinen Fächer platt gemacht, die Profilbildung vorangetrieben, – aber den Sprung zur sogenannten Elite schafft man dann doch nicht. Bemerkenswert ist bei der Statistik „Social Science“ der Times Higher Education , dass die einzige deutsche Universität die dort brilliert, ausgerechnet eine Volluniversität ist, nämlich die FU Berlin.  Soweit genügend Französischkenntnisse vorhanden sind, kann ich jedem Leser übrigens nur empfehlen, die Komentare zur „Les prix d’excellence de la planète universitaire“ zu lesen, dort ist eine interessante Diskussion im Gange, die es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt, soweit man sich für die Fortentwicklung des „universitären Geistes“ interessiert.

Abschließend Sie noch eine Frage erlaubt? Weshalb konnte diese gute und wichtige Dokumentation nicht in den Mannheimer Geographischen Arbeiten erscheinen? Wie ich auf der Homepage dem in Mannheim verbliebenen Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie sehen konnte existieren die Mannheimer Geographischen Arbeiten ja noch. Der letzte dort gedruckte Band hatte den Titel „Stechmückenkontrolle am Oberrhein“, das war die Dissertationschrift von Hans von Hirsch, die 2005 erschien. Warum war es nicht möglich, die Dokumentation zur Fachgeschichte der Geographie in Mannheim, in den Mannheimer Geographischen Arbeiten erscheinen zu lassen. Dort hätte Sie hingehört, und deshalb erlaube ich mir auch die bohrende Frage!!!

Ich möchte es nochmals abschließend zusammenfassen – die von Christoph Jentsch verfasste Geschichte des Faches Geographie an der „Mannheimer Hochschule“ ist ein lesens – und empfehlenswertes Buch für alle die für die Disziplingeschichte des Faches Geographie interessieren. Darüber hinaus ist das Buch für alle die jemals mit dem Geographischen Institut der Universität Mannheim in Berührung kamen -, sei es als Studierende, Lehrende, Forschende, Arbeitende, – ein Stück persönlicher Zeitgeschichte, – die durch das Werk von Christoph Jentsch als gedruckte Erinnerung dem Vergessen entgegenwirkt.

In diesem Sinne möchte ich hier auch ganz öffentlich auf meinem Paysages – Blog Herrn Professor Jentsch für seine Mühen, für sein sehr gelungenes Werk danken.

Nein Herr Professor Jentsch „die Mannheimer Geographie, das Wirken der geographischen Hochschullehrer in Mannheim wird nicht unreflektiert in Vergessenheit geraten“ – dazu haben Sie auch wesentlich mit ihrer Dokumentation beigetragen.

Danke schön, Merci beaucoup!

Christophe Neff

Zitierte Literatur:

Jentsch, C. (2009): Das Fach Geographie an der Mannheimer Hochschule 1907 bis 2006. Eine Dokumentation von Christoph Jentsch.  Selbstverlag Frankenthal.

Scheid, A., Neff, C., Jentsch, C., (2004) (Eds): Flächenextensivierung im Mittleren Schwarzwald. Ergebnisse und Diskussion der in der Raumschaft Schramberg durchgeführten geographischen und landschafts – feuerökologischen Untersuchungen. Materialien zur Geographie, B. 34, Mannheim. (ISBN 3-923750-92-7).

Von Hirsch, Hans (2005): Stechmückenkontrolle am Oberrhein – eine kosten – und nutzenanalytische Bewertung unter Berücksichtigung regionalökonomischer Auswirkungen – 225 S., 7 Abb., 30 Tab., Anhang. ISBN 3-923750-96-X.

Christophe Neff, Grünstadt le 11.10.2009

P.S: Meine ganz persönlichen Erinnerung an meine Studien und Assistentenzeit in Mannheim habe ich in diesem Blog in den Beiträgen „Mannemer Dreck- traumhafte Zeiten – eine autobiographische Zeitreise mit Musikbegleitung nach Mannheim“ sowie „Nachtrag zum Mannemer Dreck – Mannheims Bücherwelten (21.7.2009)“ festgehalten.

Les notes en bas de pages

Le weekend arrive, après une semaine pleine de bouleversement politique en Allemagne, on retient le souffle et on prend le temps de lire les derniers billets de la république des livres. Le dernier billet « Comment écrire l’Histoire désormais ? » est particulièrement intéressant, même chose pour « Editeurs, rendez-nous les index ! ».  Là, c’est surtout mon avis de chercheur qui résonne.

Une chose importante  à ajouter à la discussion sur les fameuses notes en  bas de page  dans Comment écrire l’Histoire désormais ?  Les éditeurs les aiment de moins en moins, – pas seulement en histoire ou en sciences humaines , les revues scientifiques deviennent de plus en plus réticentes  envers les notes de bas de pages, pour citer un exemple: la fameuse Erdkunde ,qui fut jadis la revue scientifique phare de la géographie et l’écologie allemande du paysage (et qui à une autre époque acceptait aussi des manuscrits en langue française) ne les aime pas trop «Footnotes should be avoided wherever possible. Where essential they must be designated in the text by superscript Arabic numerals in continuous sequence[1]. Et malheureusement la Erdkunde n’est pas le seul exemple, il y a même déjà des revues où les « notes en bas de pages » ne sont tout simplement plus acceptées !

La tendance des éditeurs à vouloir éliminer les „footnotes“ dans les revues scientifiques est un fait encore beaucoup plus grave que celles décrites dans le dernier billet de Pierre Assouline . Et dans un blog, ça marche[2]  les « footnotes » oder die « Fußnoten » comme on dit en allemand ? Ces maudits « Fußnoten » qui nous empoisonnaient la vie dans notre quotidien d’étudiants, dans l‘ ère d’avant P.C. – où nous passions des heures, assis devant nos machines à écrire avec ciseaux, papier et tippex – pour coller et recoller les « Fußnoten, den Fußnotenapparat » . C‘ était encore le paléolithique des traitements de textes, – il y a  juste une vingtaine d‘ années. Il y avait encore le mur – die Mauer – ,l’Allemagne était encore divisée en deux états ,et les « Seminararbeiten » les fameux  mémoires de séminaires – étaient encore écrits à la machine à écrire.

Le 9 novembre  1989 mur de Berlin tomba, et Word pour Dos arriva  et enfin , même si la mise en page avec Word pour DOS était encore une science pour soi ,la manipulation des « Fußnoten » devint une chose « faisable ». Aujourd’hui‘ hui avec les traitements de texte actuels, la manipulation des « notes en bas de pages » est devenue vraiment une chose facile : dommage que la « Fußnote » ait tendance à disparaitre.

Christophe Neff, Grünstadt le 2.10.2009

P.S : Apparemment les « Fußnoten » ca ne marche pas très bien dans un blog !

Fußnoten-Footnotes-Notes en bas de pages


[1] Voire Authors instruction de la Erdkunde[2] À voir ?

The Fatal Forest Fire – remembering the “1949 Mega fire” in the „Forêt des Landes” (South West France)

In August 1949 the „Forêt des Landes“ in Southwest France near the Atlantic coast between Bordeaux and Arcachon was destroyed by a mega-forest fire – 50.000 ha of forest land were burnt – and 82 people killed. This was the most deadly forest fire in Europe in modern times (and perhaps also in historical times). Some days ago I dedicated a posting in French with the title „1949 – l‘incendie meurtrier dans la Forêt des Landes “ to this notable fire event. The fatal fire event burnt the Forêt the Landes (in English sometimes called Landes Forest ),a large forest ranging the Atlantic coast from the Gironde estuary to Arcachon in the South, – a forest dominated by 90% of Maritime Pine (Pinus pinaster). This forest fire has been completely forgotten by the collective memory in France (and also in the rest of Europe). Till today there is no article neither in the French nor English Wikipedia describing this notable forest fire event.

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For people reading French and interested in European fire history I would suggest to read the new book of Joan Deville« L’incendie meurtrier – dans la forêt des Landes en août 1949 » retracing the fire history of this murderous fire. In my French billet there is a more detailed résumé of the book. The book is not a „fireecolgy reader“ – its written from the view point of the fire-fighters – it’s a fire fighter perspective – and most of the 82 victims of the fire were firefighters (voluntary fire brigade men, and service men from the French army) but also a fire ecologist, a geographer, a forester can learn much about the behavior of such a fire, which I would call a „Mega fire“ or „Mega forest fire event“ from reading the book. This fire had also another quality than most other European forest fires – which are mostly Mediterranean fires – a very high fuelloading in some way comparably to what we knew from pacific coast fires in the U.S. (Washington, Oregon, Montana) and Canada. A European mega fire – causing 82 dead, 50.000 ha of Maritime Pine forest and 700 ha of prairies burnt – and not linked to any „Global Warming Discussion“. This shows clearly that in dry and hot weather conditions large fire events also happened in non-mediterranean European forests – and that this could happen occasionally – or has happened occasionally in historical times – as to take another example the 1975 Lüneburger Forest Fire in Lower Saxony (Germany) (see my posting Feux de forêts et lectures de paysages méditerranéens: (Écologie et biogéographie des forêts du bassin méditerranéen ; The Nature of Mediterranean Europe – an Ecological History ; Le feu dans la nature – mythes et réalité ) which the German collective memory has also forgot. But as I wrote in l’incendie meurtrier , – if global warming scenarios for Europe are correct, we would have more dry and hot weather conditions – and the probability to have increasing forest fire risks in non-mediterranean Europe would increase. In the French posting I wrote that « Je pense même que l‘ incendie des Landes, ou le feu de la Lüneburger Heide pourrait être un peu le modèle de feu de forêts auxquels nous devrons peut être de plus en plus faire face avec les changements climatiques en dehors de écosystèmes méditerranéens » which means basically that the forest fire of the Landes 1949 or the forest fire in Lüneburger Heide could be a model for coming fire events in non-mediterranean european forests linked to global warming. So the book of Joan Deville, even if it’s in French would merit a large audience.

This is a blog posting – not an scientific paper – for an actual scientific approach concerning future fire risks in Europe read the new paper of Krawchuk et al (2009) „Global Pyrogeography: the Current and Future Distribution of Wildfire “ . I have myself written a little paper in 2003 (Neff 2003) forecasting increasing fire risks linked to global warming for some middle European forest region . Concerning „the fatal Mega fire of the Forêt des Landes“ – one should perhaps write a scientific review paper of this historical fire – because if more fire experts will share my conviction that the „Grand Incendie de la Forêt des Landes“ as the 1949 fire is often called in French, is really a historical model for expected forest fires due to global warming in non-mediterranean European forests – we should know more about this historical fire event on the South-West Atlantic coast of France. Perhaps I should start something like this with interested colleagues after recovery from my accident – because I am still lying in my sickbed in Grünstadt – locking out on the big birch in our garden – and wiriting my bedside blog Dépêches du grand bouleau.

Sources:

Deville, J. (2009) : L’incendie meurtrier – dans la forêt des Landes en août 1949. Paris (les Éditions des Pompiers de France), (ISBN 978-2-916079-20-2)

Krawchuk MA, Moritz MA, Parisien M-A, Van Dorn J, Hayhoe K (2009): Global Pyrogeography: the Current and Future Distribution of Wildfire. PLoS ONE 4(4): e5102. oi:10.1371/journal.pone.0005102

Neff, C., Scheid, A. (2003): Kontrollierte Feuer in Natur und Landschaftspflege: – Erfahrungen aus dem Mittleren Schwarzwald (Raumschaft Schramberg) und den mediterranen Pyrenäen (Pyrénées Orientales/Region Prades) Südfrankreichs. In: Venturelli, R.C., Müller, F. (Eds): Paesaggio culturale e biodiversità. Principi generali, metodi, proposte operative. Giardini e Paesaggio, 7, Firenze, 163 – 177, (ISBN 88-222-5272-1), (KITopen DOI : 10.5445/IR/1000121841).

Christophe Neff, Grünstadt le 13.7.2009

P.S.: For French reading readers of this „fatal fire“ article interested in natural hazards & risks I would also suggest to have look on the Gestion des Risques et Crises Blog . This seems to be a very professional blog!

P.S: (18.08.2026): As this blog post is one of the most read on Paysages (see, for example, Paysages – dix-septième année d’existence sur la toile, donc déjà sept ans sur wordpress.com), I have corrected all the links, etc., in order to print a PDF. This PDF will be archived in KITopen. (KITopen DOI: 10.5445/IR/1000195082).

Feux de forêts et lectures de paysages méditerranéens: (Écologie et biogéographie des forêts du bassin méditerranéen ; The Nature of Mediterranean Europe – an Ecological History ; Le feu dans la nature – mythes et réalité)

Attention au Feu Cap Leucate Mai 1996 bearb

Attention au feu : photo prise au Cap Leucate Mai 2006 (Photo: C.Neff )

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En voyageant depuis mon infirmerie au-dessus des toits de Grünstadt, avec le Père Chapdelaine, sa fille Maria et le cheval Charles-Eugène à travers les terres incendies de la forêt québécoise longeant la rivière Péribonka : » les Maisons depuis le village s’espaçaient dans la plaine s’évanouirent d’un seul coup, et la perspective ne fut plus qu’une cité de troncs nus sortant du sol blanc. Même l’eternel vert foncé des sapins, des épinettes et des cyprès se faisait rare ; les quelques jeunes arbres vivant se perdaient parmi les innombrables squelettes couchées à terre et recouvert de neige, ou ces autres squelettes encore debout, décharnés et noircis. Vingt ans plus tôt les grands incendies avaient passé par là, et la végétation nouvelle ne faisait que poindre entre les troncs morts et les souches calcinées. » Hémon (1954, 21), – en lisant cette partie du roman de Hémon, qui est, à ma connaissance une des premières descriptions « littéraires » de la dynamique végétale après incendies de forêts , quelques images et pensées me viennent à l’esprit.

Buchdeckel Nils Holgerson

A ce que je sache, le « Le Merveilleux Voyage de Nils Holgersson à travers la Suède » de Selma Lagerlöf, paru en 1906/1907 – qui était conçu comme manuel de géographie pour l’école primaire en Suède, ce qui est souvent oublié de nos jours – était une des premières œuvres littéraires, manuel scolaire (et dans ce sens aussi un document scientifique) traitant des feux de forêts. Dans « Nils Holgersson » nous trouvons donc une description d’un feu de forêt (dans l’original = XLII. En morgon i Ångermanland Skogsbranden ), mais si je me souviens bien, pas de description ou image de la reconquête végétale après incendies comme dans le roman de Hémon, paru la première fois en 1914 sous forme de feuilleton, mais une description de l’ incendie, du feu de forêt ravageur, de la mer de flammes meurtrières qui menace forêt, animaux et les hommes.

 

Squelettes de Pins sylvestre sur le site de l’incendie de Leuk – Albinen. (Photo C.Neff Juillet 2007)

Les images des brûlis, ou « brûlés » comme Hémon les nomme, que l’ auteur peint, ils ne se réduisent pas aux phrase citées, mais d’ autres exemples suivent dans le livre, me rappellent un peu les images & impressions sur le site de l’ incendie de Leuk – Albinen (Aout 2003), – où presque chaque printemps – été après l’ incendie, je donne des cours sur la dynamique végétale après incendies (cours & travaux pratique d’ écologie terrestre – le dernier cours fut tenu en août 2008 en collaboration avec Barbara Moser de la WSL ) où Thomas Wohlgemuth de la WSL a établi un formidable site de recherche , d’ observation écologique à long terme des processus écologique & dynamique végétale après incendies, – ce site scientifique (LTER = Long Term Ecological Research Site) est à ma connaissance assez unique en Europe – et je me demande pourquoi dans les pays méditerranéens à ce que je sache jusque a présent un tel site d’ observation écologique à long terme des conséquences écologiques de feu de forêt n’ existe pas. On pourrait au moins croire (ou espérer) que certains pays riverains de la méditerranée devrait avoir un plus grand intérêt à mener des recherches approfondies sur les conséquences écologiques des feux de forêts que la fédération hélvétique.

Notons aussi dans ce contexte que Marco Conedera (WSL Bellinzona ) est en train de monter un site de recherche d’observation écologique à long terme de la reconquête végétale après incendie, semblable au site de WSL de Leuk – Albinen, mais de dimension plus réduite sur les « brûlis » d’une forêt mixte composée de « châtaigneraies, hêtraies et chênaies » de Cugnasco dans le Tessin. Mais d’un point de vue méditerranéen, ce site se trouverait aussi dans la confédération helvétique, – et même si on peut retrouver des couleurs méditerranéennes dans le Tessin, – c’est une réalité écologique entièrement à part du monde méditerranéen, – c’est le monde des écosystèmes insubriques (insubrische Ökosysteme). La WSL à Bellinzona a même consacré un groupe de recherche entier sous la direction de Marco Moretti à l’étude des écosystèmes insubriques .

Les images rencontrées dans le roman de Hémon me font aussi penser que dans trois – quatre semaines quand les premiers grand incendies éclateront quelque part sur les rivages de la méditerranée les journalistes allemands commenceront à frapper a ma porte pour se faire accorder une interview. Dans ce contexte je me demande pourquoi en France, durant les saisons des incendies, on ne voit guère d’experts, de vrais scientifiques experts en écologie du feu dans les medias. Je me souviens bien avoir vu un ministre de l’intérieur nommé Nicolas Sarkozy dans un cockpit de Canadair, mais je me rappelle pas avoir vu le Monde (ou un autre quotidien) accorder un page ou même une demi page d’interview à Louis Trabaud, François Romane, ou Eric Rigolot – de même aucun des trois dans un journal télévisé. Ma mémoire me tromperait-elle ?

Revenons en Allemagne, – oui les journalistes viendront certainement, – et ce seront toujours les mêmes questions, – pourquoi tellement d’incendies cette année, les autorités sont- elles bien préparées – ont-elles bien réagi, – et surtout la question cruciale – omniprésente à laquelle je réponds toujours de la même manière. Les incendies sur le pourtour sont il déjà dûs aux changements climatiques ? – et je réponds qu’actuellement on n’aurait pas encore assez d’indices pour pourvoir prouver scientifiquement que les changements climatiques pourraient être responsables des les incendies actuels au Portugal, en Espagne, en France, en Italie, en Grèce. Après j’ essaye de leur expliquer que les paysages méditerranéens ont beaucoup changé ces derniers 50 ans, garrigues, maquis et forêts progressent énormément, qu’ il y de plus en plus de masse combustible dans une grande partie des paysages méditerranéens – paysages qui, de fait, subissent un vrai changement global, – un vrai « global change » – mais là normalement la plupart des journalistes décrochent, – des analyses complexe, cela ne les intéresse guère, et en plus c’est difficile à vendre au grand public. Parfois j’ essaie de retenir leur attention en leur expliquant que si le scénario de changement climatique émis par les modeleurs se révélait être correct, on pourrait en fait s’ attendre à une augmentation de feux de forêt chez nous en Allemagne, en Moyenne Europe, même dans les forêts de l’ Est de la France, – en fait je crois, si je me souviens bien, que j’ étais (dans une petite publication commune avec Alexander Scheid (Neff & Scheid 2003) un des premiers scientifiques allemands à évoquer le fait qu’avec les changements climatiques les incendies de forêts en moyenne Europe (Mitteleuropa) pourraient considérablement augmenter dans un assez proche futur. Avant 2003 il y avait déjà diverses déclarations publiques et publications de Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe du PIK qui prévoyait qu’avec les changements climatiques dans certaines régions allemandes le risque d’incendies de forêts pourrait considérablement augmenter.

Spiegel 1975 Das große Feuer - wer hat versagt!

Notons dans ce contexte que les incendies de forêts existent et ont toujours existé sans changements climatiques en Moyenne Europe, mais comme ils se manifestent tout de même assez rarement, la mémoire collective les oublie assez vite. Par exemple le dernier incendie important en Forêt noire a eu lieu à Hornberg en avril 1997 . Les feux de forêts en Moyenne Europe peuvent, à cause des stocks de masse combustible considérable, devenir particulièrement meurtriers, comme par exemple le grand incendie de la Lüneburger Heide en 1975 qui a coûté la vie à 5 pompiers, (un numéro du « der Spiegel » fut même consacré à cet événement particulièrement meurtrier (Der Spiegel 1975)) mais qui de nos jours n’a plus de place dans la mémoire collective allemande.

Parfois on peut retenir avec de tels arguments l’intérêt d’un journaliste. Revenons aux paysages méditerranéens, -mis à part le journaliste free-lance et parfaitement francophone « Joachim Budde » , – je n’ai jamais ressenti aucun intérêt de la plupart des journalistes pour aller au fond du problème. Des questions comme, quelle étude approfondie vous suggérez de lire pour comprendre le problème, quel livre lire – peut être véhiculé-je là une fausse image en moi – qui provient du journalisme investigatif américain, – je n’ai jamais entendu une telle question de la part d’un journaliste, sauf de la part de Joachim Budde, qui a fait articles et émissions de radio sur les profonds changements que subissaient les paysages méditerranéens. Donc comme la question à laquelle j’aurais aimé répondre, – quel livre lire pour avoir une plus grande compréhension des changements de paysages , au moins en partie responsables de l’augmentation des feux de forêts, – ne m’a jusqu’à présent jamais été posée – je me la pose maintenant moi-même !

Je pense à deux livres – Écologie et biogéographie des forêts du bassin méditerranéen de Quézel & Medail – et le livre The Nature of Mediterranean Europe. An Ecological History de Grove & Rackham. Le premier titre, le livre de Pierre Quézel et Frédéric Médail est une véritable bible de l’écologie des forêts méditerranéennes, – je pense qu’actuellement il n ‘y a rien de meilleur sur le marché. Je vais sûrement consacrer un billet spécial à ce livre. L’ouvrage mériterait d’être au moins traduit en anglais pour trouver une audience internationale encore plus grande. Naturellement en ce qui concerne les journalistes allemands il est quasiment illusoire de croire qu’ils pourraient ou voudraient lire un ouvrage de plusieurs centaines de pages sur l’écologie des forêts méditerranéennes, – écrit de plus en français.

L’autre livre que je considèrerais comme un des ouvrages fondamentaux pour la compréhension des paysages méditerranéens, est The Nature of Mediterranean Europe. An Ecological History de Grove & Rackham. L’ouvrage de Grove & Rackham est plutôt une approche géographique, – « landscape oriented « c’est donc l’aspect de l’évolution du paysage, surtout la dimension historique de l’évolution des paysage méditerranéens qui est au centre du livre, contrairement au livre de Quezel & Medail qui privilègie clairement l’approche biogéographique et géobotanique. Ce qui rend à mes yeux le livre de Grove & Rackham particulièrement intéressant – est qu’ils introduisent un nouveaux concept dans l’analyse de l’écologie des écosystèmes méditerranéens, de l’histoire écologique des paysages méditerranéens – le concept de « mediterranean tree savanna », concept repris par Rackham (2008) dans son article récent sur l’histoire holocène des paysages des iles méditerranéennes. Le livre de Grove & Rackham mériterait certainement un grand public de lecteurs, – je pense qu’il faudrait que j’écrive un billet spécifique pour faire connaître ce livre à un plus grand public en dehors du public scientifique.

Malheureusement l’environnement scientifique d’aujourd’hui est aussi soumis à de multiples pressions et je me demande en ce qui concerne les deux livres présentés brièvement, si réellement un des mes collègues a envie ou a simplement le temps nécessaire pour le faire, de lire des ouvrages de 200 ou 300 pages. Donc si les chercheurs, scientifiques commencent déjà à manquer de temps pour lire des livres un peu volumineux en pages, ce que je considère déjà comme grave, – comment espérer qu’un journaliste lise un livre scientifique des plusieurs centaines de pages.

deckblatt le feu dans la nature

Pour en finir, pour le lecteur avec des ressources de temps plus restreintes, qui aimerait quand même avoir un aperçu scientifiquement fondé sur les changements de paysage et des feux de forêts dans les paysages méditerranéens je recommande donc de lire le livre « le feu dans la nature » édité par Benoit Garrone. Ce livre, au contraire des deux autres livres, est d’une taille agréable pour un lecteur en manque de temps, mais il ne couvre soit disant que la zone méditerranéenne française. Par contre les deux ouvrages Écologie et biogéographie des forêts du bassin méditerranéen et The Nature of Mediterranean Europe. An Ecological History couvrent plus ou moins une très grande partie du bassin méditerranéen, la couverture géographique de l’ouvrage de Quezel & Medail s’étend lui du Maroc jusqu’ au Liban.

Je termine ce billet de la même façon que je l’avais commencé, avec une citation du roman de Hémon, une citation qui me rappelle le brûlis de Leuk-Albinen dans le Valais des premiers années avec ses larges étendues de saponaire et épilobe en épi sous les troncs squelettiques des Pins sylvestre brûlés, image qui fut nommée « Märchenwald » (forêt féérique ) par Thomas Wohlgemuth & Barbara Moser. Suivons donc Hémon sur les traces de la reconquête végétale d’une forêt jadis incendiée du Québec » Dans les brûlés, au flanc des coteaux pierreux, partout où les arbres plus rares laissent passer le soleil, le sol avait été jusque-là presque uniformément rose, du rose vif des fleurs qui couvraient les touffes de bois de charme ; les premiers bleuet, roses aussi, s’ étaient confondus avec ces fleurs ; mais sous la chaleur persistante ils prirent lentement une teinte bleu pâle, puis bleu de roi, enfin bleu violet, et quand juillet ramena la fête de sainte Anne , leurs plants chargés de grappes formaient des larges taches bleues au milieu du rose des fleurs de bois de charme qui commençaient à mourir.

Les forêts du pays de Québec sont riches en baies sauvages ; les atocas, les grenades, les raisins de cran, la salsepareille ont poussé librement dans le sillage des grands incendies ; mais le bleuet, qui est la luce ou myrtille de France est la plus abondante de tous les baies et la plus savoureuse». : Hémon ( 1954: 55 )

Sources et ouvrages cités :

Der Spiegel (1975): Das große Feuer, wer hat versagt ? Nr. 34, 18 August 1975.

Garrone, B. (2004) : Le feu dans la nature mythes et réalité. Prades -le- Lez (Les Ecologistes de l‘ Euzière).

Grove, A.T., Rackham, O. (2001): The Nature of Mediterranean Europe. An Ecological History. New Haven (Yale University Press).

Hémon, L. (1954): Maria Chapdelaine, récit du Canada français. Paris (Grasset, le livre de Poche).

Lagerlöf, Selma (1948): Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. München (Nymphenburger) (Original = Nils Holgerssons underbara resa genom = chargeable ici (en Suédois)).

Neff, C., Scheid, A. (2003): Kontrollierte Feuer in Natur und Landschaftspflege: – Erfahrungen aus dem Mittleren Schwarzwald (Raumschaft Schramberg) und den mediterranen Pyrenäen (Pyrénées Orientales/Region Prades) Südfrankreichs. In: Venturelli, R.C., Müller, F. (Eds): Paesaggio culturale e biodiversità. Principi generali, metodi, proposte operative. Giardini e Paesaggio, 7, Firenze, 163 – 177, (ISBN 88-222-5272-1).

Quézel, P., Médail, F. (2003) : Écologie et biogéographie des forêts du bassin méditerranéen. Paris (Elsevier France).

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Christophe Neff, Grünstadt le 4.6.2009