Wer den Grünstadter Berg aus naturkundlicher Sicht betrachtet, der wird an dem Namen Oskar Sommer nicht vorbeikommen – so sehr ist der Name Oskar Sommer mit dem Hausberg Grünstadts verbunden. So fand sich im letzten Pollichia – Kurier 25 (3) – 2009 auf den Seiten 11-12 unter dem Titel „Herbarium Oskar Sommer“ (Lang 2009) ein Artikel über das Herbarium von Oskar Sommer, welches in den Bestand der Pollichia überging, und dessen Herbarium u.a natürlich auch Belegexemplare vom Grünstadter Berg enthielt, wie z.b. der bewimperte Enzian (Gentianella ciliata ) von der Enzianwiese auf dem Grünstadter Berg. Die Flora des Grünstadter Berg hat Oskar Sommer auch verschiedentlich in seinem Schrifttum vorgestellt, so u.a. in den Bücher „Rätselhafte Pflanzenwelt“ (Sommer 1974) und „Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete“ (Sommer 1981). Meines Erachtens hätte der „Erforscher“ des Grünstadter Berges durchaus seinen Platz in der deutschsprachigen Wikipedia, – aber ich scheue mich da vor der Erstellung eines Beitrages, – weil ich befürchte – dass ein Artikel über Oskar Sommer fast unweigerlich in der Löschdiskussion landet. Die Relevanz einer Person aus vordigitaler Zeit, über die es darüberhinaus zumindest keine digitalen „Zeugnisse“ gibt, für die deutschsprachige Wikipedia nachzuweisen – das ist schon sehr schwierig. Nicht unmöglich aber Schwierig. Da mach ich mich dann doch lieber an einen Beitrag über die Raumschaft Schramberg – geographische Begrifflichkeit aus dem Schwarzwald – die auch noch in Wikipedia.de fehlt – deren Relevanz aber deutlich einfacher nachzuweisen ist als die von Oskar Sommer.
Durch die Übergabe des Herbariums Sommer an die Pollichia ist zumindest ein Teil des naturkundlichen Erbes von Oskar Sommer für die Nachwelt erhalten – und können so ggf. auch für weiterführende Forschungen auf dem Grünstadter Berg bzw. in anderen Landschaftsteilen des Leiningerland zur Verfügung stehen.
Zitierte Literatur:
Lang, W. (2009): Herbarium Oskar Sommer. In: Pollichia – Kurier -25(3)- 2009, S. 11-12.
Sommer, O. (1974) : “Rätselhafte Pflanzenwelt – von Pflanzen der Pfälzer Landschaft und ihren Geheimnissen.“ Verlag Emil Sommer, Grünstadt 1974
Sommer, O. (1981): “Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete.“ Verlag Emil Sommer Grünstadt 1981, ISBN 3-921-395-08-9
Der Artikel Mannemer Dreck – traumhafte Zeiten hat mir überraschenderweise eine Menge Aufmerksamkeit und Leser beschert. Der Artikel den ich am 15.7 einstellte, sorgte dafür, dass ich am 16.7 mit knapp 80 Tageszugriffen die zweithöchste Tageszugriffsrate erreichte . Die höchste Tageszugriffsrate mit 110 Zugriffen am 10.7 erreichte bis heute übrigens der Artikel 1949 -l‘ incendie meurtier dans la forêt de Landes ein Artikel über den „Megawaldbrand“ in den Landes 1949, der auch bis zum heutigen Tag mit 89 Todesopfern der mörderischste Waldbrand der jüngeren europäischen Waldbrandgeschichte war. In Deutschland ist dieses Waldbrandereignis aber völlig unbekannt.
Als Reaktion auf das Kapitel Mannheims Bücherwelten im Mannheimer Dreck erhielt ich gestern einen sehr netten Anruf von Herrn Heeg den Geschäftsführer vom Bücher – Bender in Mannheim. Dem Bücher-Bender hatte ich ja im Mannemer Dreck auch ein paar Zeilen gewidmet.
Er hat mir dann auch kurz die Geschichte der Buchhandlungen auf den Planken, sowie deren korrekte Namen genannt (Buchhandlung Otto und Buchhandlung Tillmann). Ich habe das gleich, gestern Abend im Mannemer Dreck korrigiert. Ich habe Herrn Heeg auch darauf hingewiesen, dass ich nicht vorhabe bzw. nicht leisten könnte eine Geschichte der Mannheimer Buchhandlung zu schreiben. Aber eigentlich müsste man so etwas machen. Buchhandlung sind immer ein Stück Kultur und Bürgergeschichte. Ein Buch über die Geschichte der Mannheimer Buchhandlungen, – oder vielleicht eine kulturwissenschaftliche und kulturhistorische Arbeit ggf. als Dissertationsprojekt – so etwas müsste eigentlich in Angriff genommen werden. Die Bürgerliche „Buchkultur“ und alles was zum Medium gehört wie Papierdruck, Buchhandel und Buchhandlung sowie Bibliothekswesen befinden sich in einem gewaltigen Umbruch, – wer weiß was danach übrig bleibt – da sollte man Spuren und Gedächtnis sichern solange man noch dazu in der Lage ist. Um nur ein Beispiel, Brentano die sagenumworbene amerikanische Buchhandlung Brentano (siehe auch Brentanos – unhappy-end Blogbeitrag ) in Paris musste vor kurzem schließen. Gleiches Schicksal ereilte übrigens auch die französische Buchhandlung in New York, die Libraire de France dieses Aushängeschild europäischer Kultur gab im Januar 2009 die Schliessung bekannt. Hierzu ist übrigens für frankophone der Blogbeitrag bye-bye-librairie de France von Pierre Assouline durchaus lesenswert
Weiterhin wurde die Buchhandlung Klaus Simon in Schramberg-Sulgen geschlossen, wie ich bei einem winterlichen Aufenthalt im Januar dieses Jahres in der Raumschaft Schramberg feststellen durfte. Die Buchhandlung Klaus Simon, eigentlich Schreib – und Buchwarenhandlung Klaus Simon, – hatte bestimmt nicht die Bedeutung wie Brentanos in Paris, oder die Librairie de France im New Yorker Rockefeller Zentrum, – aber für Bücherfreunde aus den Schwarzwaldrandplatten zwischen Hardt , Dunningen, Aichhalden , Winzeln oder gar 24 Höfe – da war der Klaus Simon auf dem Sulgen die Anlaufstelle. Wie mir einer meiner Leser aus der Raumschaft Schramberg per email mitteilte – wer jetzt in Aichhalden, Waldmössingen oder Seedorf ein Buch will – der muß „halt“ in die Talstadt Schramberg fahren oder „glei na Rottweil“ – oder eben die Bücher bei Amazon kaufen. Bei Klaus Simon habe ich auch meine ersten Bücher gekauft, – oder von dort geschenkt bekommen – denn die meisten Sulgener kauften ja beim „Simon„. Ich erinnere mich noch genau – wie ich als kleiner Bub von Klaus Simon immer begrüßt wurde – ah der Neffe Bub, – Chrischtoofff was willscht ? Manche der Bücher die ich dort kaufte habe ich noch heute , wie z.B. „unsere Schwarzwaldbahn“ von Heinz Hangarter, im Bücherregal stehen.
Natürlich kaufe auch ich längst nicht alle meine Bücher in Grünstadt beim örtlichen Buchhändler – hier bei Bücher Frank , – die amerikanischen und französische Spezialliteratur (meistens Fachbücher) lasse ich mir auch von Amazon.fr oder Amazon.de liefern . Ich bin daher seit Jahren guter Kunde bei Amazon – wobei ich jetzt bei meiner ersten amazon.com Bestellung schlechte Erfahrungen gemacht habe. Die Qualität des Buches von Linda L. Wallace „After the fires – The Ecology of Change in Yellowstone Nationalpark“ die ich mir von Amazon.com aus Amerika habe einschiffen lassen ließ sehr zu wünschen übrig! Das war leider keine neuwertiges Buch, – sondern entspricht eher der Qualität die man in Deutschland im modernen Antiquariat geboten bekommt. Wenn ich darüberhinaus auch deutsche Bücher bei Amazon.de kaufe, dann deshalb, weil mir als Berufstätiger unter der Woche oftmals die Zeit fehlt in eine Buchhandlung zu gehen. Wenn ich abends so irgendwann gegen 20- 21.00 nach Hause komme – dann gibt es rund um Grünstadt keine offene Buchhandlung mehr – man greift dann mehr oder weniger intuitiv zu Amazon. Zur Zeit wie gesagt, bin ich ja unfallbedingt und Genesungsbedingt, – mehr oder weniger an Krankenbett, Haus und Garten in Grünstadt gebunden (Dazu auch die Depeschen von der großen Birke) . Meinem ersten größeren Genesungsspaziergang über den Grünstadter Berg habe ich sogar einen kleinen französischsprachigen Blogbeitrag gewidmet.
Dennoch versuche ich wenn möglich bei traditionellen Buchhandlungen meine Büchereinkäufe zu tätigen, denn a la long, soweit man nur bei den „Internetbuchversendern“ einkauft, sägen wir, die wir der traditionellen Buchkultur verbunden sind, sonst nur den eigenen Ast auf dem wir sitzen ab, – sonst wird es irgendwann so sein, dass auf dem flachen Land, in Klein und Mittelzentren es gar keinen Buchhandel mehr geben wird. Die verbleibenden Buchhandlungen würden sich dann auf Großstädte und Universitätsstädte beschränken.
Wobei man da auch nicht für alle Entwicklungen auf Amazon & Co. verantwortlich machen kann , sowohl Brentanos in Paris und als auch die Libraire de France in New York haben ihre Türen wg. zu hoher Mieten ( laut Roy Edroso im the village voice Blog war die Mieterhöhung von 360.000$ auf 1 Mio. $ der Grund für das angekündigte Ende der Librairie de France in New York ) und nicht wegen Amazon& Co. schließen müssen. Und was den ländlichen Raum betrifft, – in Frankreich musste man schon zu „Voramazon-Zeiten“ im ländlichen Raum schon sehr darum kämpfen um an ein ordentliches Buch zu kommen, – wenn man Glück hatte konnte man im örtlichen Tabac ein paar „Bestseller“, ein paar „Terroir“romane und ein wenig „Heimatkundliches“ erwerben – aber ansonsten war Bücherkauf schon immer mit einer Reise in die nächste Sous-Prefecture oder gar Prefecture verbunden. Da haben dann Amazon.fr und auch die virtuelle Fnac die „Rahmenbedingunen“ für den anspruchsvollen Leser im ländlichen Raum Frankreichs erheblich verbessert. Wer weiß vielleicht war es ja auch in einigen ländlichen Räumen Deutschlands ähnlich.
Der Mannheim Artikel hat mir übrigens noch einen Eintrag in die Blogroll des Stubenzweiggebracht, desweiteren habe ich den Blog von Hans555 entdeckten dürfen, wo sich übrigens eine durchaus lesenswerte Abhandlung über das Denglisch befindet.
Zum Schluss noch eine biographische Bemerkung – vielleicht war es ja missverständlich im Mannemer Dreck formuliert – aber ich habe bis März 2005 als Postdoc (wissenschaftlicher Assistent C-1) am Lehrstuhl für physische Geographie und Länderkunde am Geographischen Institut der Universität Mannheim, dem Lehrstuhl von Professor Peter Frankenberg , – der damals von Frau Professor Dörrer vertreten wurde, gearbeitet – und bin dann im Sommersemester 2005 an die Universität Karlsruhe ans Institut für Geographie und Geoökologie gewechselt – wo ich am 1.10.2005 zum akademischen Rat ernannt wurde. Das Geographische Institut der Universität Mannheim wurde wie schon im Mannemer Dreck vermerkt inzwischen geschlossen, – es verblieb nur noch der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie – den aktuell Professor Paul Gans innehat.
Von Mannheim bin ich jedoch schon im April 1999 weggezogen – und zwar nach Grünstadt – wo ich seitdem mit meiner Familie lebe. Weil ich meine, dass Lebensmittelpunkt auch immer gleich Wohnort bzw. Familie sein sollte – was vielleicht auch nicht immer einfach zu Leben ist – hat für mich meine „Mannheimer Zeit“ im Frühjahr 1999 geendet.
Abschließend noch – der Vorschlag die Geschichte der Mannheimer Buchhandlungen und des Mannheimer Buchwesens – dies ggf. in Verbindung mit dem Mannheimer Bibliothekswesen (und Verlagswesen ?) in einem wissenschaftlichen Buchprojekt zu dokumentieren, zu analysieren und auch zu interpretieren, das war durchaus ernst gemeint – vielleicht kann ja meine Idee eines solchen Buchprojektes auf fruchtbaren Boden fallen und von ambitionierten Buchautoren (bzw. Wissenschaftlern) in Angriff genommen werden.
Zitierte Bücher :
Hangarter, H. (1971): Unsere Schwarzwaldbahn. Augsburg (Rösler + Zimmerverlag)
Wallace, L.L. (Eds) (2004): After the fires – the ecology of change in Yellowstone Nationalpark. New Haven (Yale University Press), ISBN 0-300-10048-5
Christophe Neff, Grünstadt le 21.7.2009
P.S.: (23.7.2009):- und weil so schön war hier der „echte Mannemer Dreck “ von Joy Fleming.
Zur Einstimmung bevor es richtig losgeht ein paar TakteMannemer Dreckvon Joy Fleming . Vor einigen Tagen las ich einen Artikel in Spiegelonline mit dem Titel „delikater Dreckhaufen„. Der Artikel war ein netter kulinarisch historisch-geographischer Spaziergang durch Mannheim, Stadt in der ich einst studiert und gelebt hatte. Wobei ich ähnlich wie der Schockwellenreiter meine – ein Artikel ohne Joy Flemings Mannemer Dreck auch nur mit einer Silbe zu erwähnen – das ist mehr als nur eine Unterlassungssünde! Der Mannheimer Dreck um hier die hochdeutsche Schreibweise zu benutzten ist ein Makronengebäck aus Mannheim – darüber klärt einem schon der besagte Spiegelonline Artikel oder auch Wikipedia auf. Deshalb möchte ich nicht näher darauf eingehen, sondern mich auf eine autobiographische Zeitreise durch Mannheim begeben.
Ich habe vom Frühsommer 1986- bis Herbst 1993 in Mannheim an der Universität Mannheim Geographie mit den Wahlfächern VWL und Politikwissenschaft studiert, daneben dieses Studium durch Romanistikstudien (Französisch, Portugiesisch und Italienisch) ergänzt. Damals war die Universität Mannheim noch eine echte Volluniversität mit einem relativ breiten Fächerspektrum, wobei die Naturwissenschaften, mit Geographie (soweit man diese zu den Naturwissenschaften zählt), Geologie, Mathematik und Informatik damals auch schon eher schmal aufgestellt waren. Gewohnt habe ich damals in Neuostheim in der Grünewaldstraße, nicht weit von Riedbahnbrücke, Feudenheimer Schleuse und Maulbeerinsel entfernt. Danach habe ich als Assistent (und Doktorand) von 1993 bis 1999 am Lehrstuhl von Professor Frankenberg am damaligen Geographischen Institut der Universität Mannheim gearbeitet. Ab 1994 wohnte ich im Neubaugebiet „Niederfeld“ (Mannheim-Neckarau ) im Hans-Sachs-Ring in einer schönen Dachgeschoßwohnung mit direkter Sicht aufs Großkraftwerk in Neckarau.
1999 bin ich aus familiären Gründen nach Grünstadt in die Pfalz gezogen. Ich habe zwar weiterhin bis 2005 bis zum meinem Wechsel zum Institut für Geoökologie und Geographie der Universität Karlsruhe am Geographischen Institut der Universität Mannheimals Postdoc gearbeitet, aber der Abschluß meiner Mannheimer Lebensphase war das Frühjahr 1999. Inzwischen sind sozusagen nun fast genau zehn Jahre vergangen – und die Lektüre des Spiegelonline Artikel „Delikater Dreckhaufen “ von Kurt F.de Swaaf hat mich dazu bewegt einige meiner Erinnerungen die ich mit der Stadt Mannheim in Verbindung bringe in Sätze zu fassen.
Ich habe gern in Mannheim studiert und dort auch gern gelebt, mich sozusagen richtig wohlgefühlt. Und wenn es heute in Baden-Württemberg eine Großstadt gäbe in der ich gern wohnen würde, dann wäre Mannheim wohl die Stadt meiner Wahl. Aber das Leben hat das einstweilen anders entschieden. Natürlich verbinde ich nicht nur positive Erinnerungen mit der Stadt Mannheim, wobei die wirklich negativen Erinnerungen eigentlich wenig mit der Stadt Mannheim im engeren Sinne zu tun haben. Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt allenthalben die Tatsache, dass das Rektorat Arndt das Geographische Institut geschlossen hat, vor allem die Art und Weise wie das geschah, wie die Schließung vollzogen wurde. Ich hätte das Geographische Institut in Mannheim sowieso verlassen müssen, das ist der normale Gang im deutschen Hochschulwesen, – von diesem Gesichtspunkt aus hat mich die Schließung des Geographischen Institutes nur unwesentlich tangiert. Aber „Stil und Form“ des ganzen – da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Auch die Art und Weise wie teilweise mit den Emeritii des Faches umgegangen wurde (und wird) – das erscheint mir als sehr befremdlich.
Ansonsten verbleibt eigentlich nur ein positives Bild von Mannheim. Aber Bilder verändern sich mit der Zeit, sowie sich auch Erinnerungen verändern. Deshalb, umsozusagen für mich und die Leser meines Bloges, mein aktuelles Mannheimbild festzuhalten, habe ich diese Zeilen verfaßt.
Die Städtische Natur & Wildnis
Da wäre zum einen der Entdeckung der städtischen Natur in Mannheim, der Pflanzenvielfalt im urbanen Ökosystem Mannheims – was ich sogar später dann wissenschaftlich in einer Publikation zur Vegetationsdynamik in Mannheim verarbeitete (Neff, C. 1998). Der Artikel „Neopyhten in Mannheim Beobachtungen zu vegetationsdynamischen Prozessen in einer Stadtlandschaft „ war bestimmt einer der ersten deutschsprachigen wissenschaftlichen Publikationen die auf die Artenvielfalt in urbanen Ökosystemen hinwies, Neophyten nicht negativ darstellte (wie damals und auch noch heute oftmals üblich) sondern versuchte die Neophyten (und Neozoenproblematik) durchaus differenziert und emotional unbelastet und analytisch darzustellen. Soweit es die Neozoen betrifft, in diesem Fall die Halsband – und Alexandersittiche, glaube ich, dass es die erste wissenschaftliche Publikation war, die das Phänomen der Ausbreitung von Papageienvögel im Rhein-Neckar- Dreieck beschrieb. Die wichtigste Erkenntnis damals war jedoch, – und davon bleibe ich auch heute überzeugt – der aktuelle Hauptsteuerungsfaktor für die Ausbreitung von Neopyhten in urbanen, suburbanen und selbst in ländlichen Ökosystemen sind in unserer heutige Zeit in Mitteleuropa vor allem Gartenmoden. Ich habe das auch rezent bei der Analyse von Laurophylliesierungsprozessen iin der elsäßischen Oberrheinaue beschrieben (Neff 2007 ). Klimaeffekte, sprich also der sogenannte durch den Menschen verursachte Klimanwandel, sind meines Erachtens für solche Prozesse in Mitteleuropa zur Zeit kaum verantwortlich, aber das kann sich bzw. wird sich durchaus ändern können.
Was die Stadtvegetation Mannheims betrifft möchte ich in diesem Zusammenhang auch auf ein kürzlich erschienenes Buch mit dem Titel „ Pflanzenraritäten am Oberrhein – Beispiele aus Ludwigshafen und Mannheim „ von Johannes Mazomeit verweisen. Dieses sehr schöne Buch widmet sich ausgewählten Pflanzenraritäten im Stadtgebiet von Ludwigshafen und Mannheim, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Beschreibung von Pflanzenfunden, seltenen Pflanzen im Stadtgebiet von Ludwigshafen liegt, – Mannheim wird sozusagen nur am Rande behandelt. Dennoch halte ich das Buch für lesens und empfehlenswert. Außerdem ist es auch sehr schön illustriert.
Das Licht des Fohrenbühles – die Wiederentdeckung des heimatlichen Schwarzwaldes und der Raumschaft Schramberg aus Mannheimer Perspektive
Was die Entdeckung von Landschaften während meiner Mannheimer Zeit betrifft habe ich sozusagen von Mannheim aus die Landschaften der Raumschaft Schramberg wiederentdeckt. Als ich 1984 Schramberg nach dem Abitur Richtung Fallschirmjägerei in Nagold verließ, war ich eigentlich ganz froh Schramberg hinter mich lassen zu können. Vor allem die bürgerliche katholische Bigotterie in Schramberg (mit allem was dazu gehört), die in ihrer besonderen Ausprägung vielleicht ein Erbe der verlängerten Schwanzfeders des Habsburgerischen Adlers, der vorderösterreichischen Herrschaft Schramberg , war – hatte mir damals doch erheblich zu schaffen gemacht. Ich muss sagen, dass auch wenn ich im allgemeinen Krimis nicht so gern lese, – obwohl es da auch Ausnahmen gibt – die Krimis der ehemaligen Schrambergin vom SulgenUta Maria Heim – beschreiben diese bleierner Zeit der 1980 Jahre in Schramberg außerordentlich gut. Das ist bestimmt einer der Gründe weshalb ich wohl die allermeisten der Krimis der ehemaligen Sulgener Schrambergerin Uta Maria Heim gelesen habe.
Es waren die furchtbaren herbstlichen und winterlichen Nebeltage die mir zu Studienzeiten das Leben in Mannheim schwer machten, Nebel, wohl auch Smog – verursachten dann tagelange Migräneanfälle die mich zurück in den Schwarzwald trieben, mich das „Licht des Fohrenbühls “ entdecken ließen. Natürlich gibt’s und gab es nicht nur in Mannheim langanhaltende Nebeltage im Herbst und Vorwinter (in Grünstadt wo ich jetzt lebe – leider auch viel zu oft), – der Nebel in Basel und Sundgau – das scheint sozusagen das landschaftliche Hauptelement der Komissär Hunkeler Krimi‘ s von HansJörg Schneider zu sein – undurchdringliche Nebeltage in Basel und dem elsäßischen Sundgau und die silberne Wintersonne und Schneestille auf den Höhen des Hochschwarzwaldes (u.a ). Ein landschaftliches Konstrukt von Licht und Schatten in den Kriminalromanen Schneiders – ähnlich wie ich es Student empfand, wenn ich aus den Mannheimer Nebeltagen ausbrechend das Licht des Fohrenbühles suchte. Die Kriminalromane Schneiders, die Hunkeler Reihe habe ich erst jetzt durch die durch den Unfall entstandenen Zeitlücke kennengelernt. Aber was das Licht des Fohrenbühles betrifft, – wenn man nach einer tage wenn nicht wochenlanger Nebelphase aus dem Oberrheingraben kommt, – und in der Tat gibt es auch in Grünstadt im Spätherbst und Winter oftmals lange, sehr lange Nebelphasen – dann wirkt das Licht des Fohrenbühles wie eine regelrechte Befreiung, eine winterliche Lichtoase. Zu letzt habe ich das im Januar 2009 erlebt.
Und was im Winter die schneelosen Nebeltage in Mannheim waren, das waren die berühmt berüchtigten schwülen Mannheimer Sommer, die mich zur Flucht in die Sommerfrische des Schwarzwaldes trieben. Die Mannheimer Sommer können was Luftfeuchte und Schwüle betrifft, es durchaus mit den Verhältnisse in Abidjan aufnehmen, das kann ich sozusagen aus persönlicher Erfahrung bezeugen. Und so habe ich die heimatliche Raumschaft Schramberg, den restlichen Schwarzwald, vor allem den Kinzigtäler Schwarzwald wieder entdeckt, neu entdeckt – und mir mein eigenes „Schwarzwälder Landschaftsbild“ konstruiert. Die Wiederentdeckung des Schwarzwaldes geschah übrigens nicht allein, sondern mit dem Journalisten und Studienfreunde T.H. , inzwischen Jurist in einer deutschen Metropole, der aber auch ursprünglich aus Schramberg stammte, den ich aber aus Schramberger Schulzeiten kaum kannte, da war der Alterunterschied zwischen uns beiden einfach zu groß, 4 Jahre – das ist in Pennäleraugen mehr als eine Schülergeneration. In seinen Augen war ich der Sohn seines Französisch-Lehrers, auf Schrambergerisch einfach Franz-Lehrer (mein 1992 verstorbener Vater Winfried Neff war Oberstudienrat für Französisch, Geschichte und Gemeinschaftkunde am hiesigen, sprich dem Schramberger Gymnasium) und damit per se nicht Gegenstand bedingungsloser Anziehung. Als ich in den 1993 Jahren gerade meine Diplomarbeit zu Waldbrandrisiken in den Garrigues de Nîmes vorlegte (wurde 1995 in leicht überarbeiter Form als Monographie veröffentlicht(Neff 1995)) , ich meine Examen in Geographie und Politik (VWL & Ökonometrie hatte schon 1992 bei Prof. Nachtkamp abgelegt) mit den Themen „Feuer & Vegetationsdynamik im Mittelmeerraum (Prof. Frankenberg) , Kulturlandschaftsdynamik im Mittelmeerraum (PD Dr. Bender), der islamische Fundamentalismus als Bedrohung für die westlichen Demokratien (Prof. Wildenmann), politische Kultur in Italien (Prof. Wildenmann) vorbereitete, promovierte der Freund aus Schramberg sich in unmittelbarer Nachbarschaft mit einer Arbeit über die Luhmannsche Systemtherorie zum Thema „datenschutzrechtliche Presseprivileg“ mit Summa cum Laude zum Dr.iur. an der juristischen Fakultät in Mannheim. Doch nicht nur der Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten verband uns : wir genossen auch exzessiv die Mannheimer Nachtkultur. Gleichzeitig erwanderten wir quasi den gesamten mittleren Schwarzwald und die östlichen Muschelkalk Gäue zwischen Kinzig, Gutach, Brigach und Neckar, – wobei wir so nebenbei fast alle guten Vesperstuben und Bauernwirtschaften in dieser Gegend testeten, – sozusagen von Gasthof zu Gasthof wandernd und das im Winter wie im Sommer.
Ein weiterer Fluchtpunkt für uns war, oftmals der Bauernhof eines Studienkollegen in Nordrach bei Zell am Hamersbach, wo wir in wahrhaftig studentischer Harmonie vielköpfig tage- und wochenlang wanderten, Pilze suchten, Heu machten, kochten, diskutierten, lasen, gelegentlich auch Seminararbeiten schrieben und lernten und musizierten. Diese Erlebnisse prägen noch heute. Und die damals geschlossenen Freundschaften -auch wenn sie gelegentlich nur nachlässig gepflegt werden- trotzen beständig der Zeit.
Mannheims Bücherwelten
Was mich weiterhin mit dem wandernden Freund aus Schramberg verband, war natürlich die Liebe zu Büchern, Bibliotheken und Buchhandlungen. Reihenweise Fachliteratur, Romane, Krimis haben wir verschlungen!
Ja, ich war immer am Lesen während meiner Mannheimer Studientage. Das Buch sei es Fachbuch – oder auch Belletrisitik war bestimmt einer der Mittelpunkte meines damaligen Mannheimer Lebens. Montags war dazu noch immer Spiegeltag, – da wurde dann immer abends Stundenlang über die neuesten Enthüllungen aus dem Spiegel diskutiert. Ich hatte natürlich damals meine Stammbuchhandlungen in Mannheim. Zuerst habe ich Kurt Tillmanns Buchhandlung auf den Planken entdeckt. Danach den Bücher-Bender in Q 4. Leider wurde die Buchhandlung Tillmann recht schnell nach meinem Studienbeginn in Mannheim geschlossen (1988) bzw. von der Ottoschen Buchhandlung übernommen, was aber auch nicht lange Bestand haben sollte. Deshalb stöberte ich und kaufte seitdem (ca. 1988/89) soweit ich in Mannheim Bücher kaufte, – denn einen Teil meiner Bücherausgaben tätigte ich immer noch in der Buchhandlung Klaussner in Schramberg, – beim Bücher -Bender in Q 4. Der Bücher-Bender in Q 4, das war und ist immer noch in meinen Augen die Buchhandlung Mannheims, m.E. gibt es für den literarischen Leser in der sogenannten Metropolregion Rhein-Neckar nichts vergleichbares. Weiterhin war ich daneben eifriger Nutzer der Mannheimer Universitätsbibliothek , – und habe das Bibliothekspersonal durch meinen niemals ermüdenden Lesehunger und den daraus resultierenden Anschaffungsvorschlägen manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht.
Das alles erscheint mir inzwischen jetzt alles sehr entfernt, wie eine Zeitreise in eine vergessene Landschaft aus der Vergangenheit. Welche Studierende lesen noch den Spiegel oder die Zeit (in der Printversion) – wenn dann ja wohl wenn überhaupt Spiegelonline. Wenn man heute einen Studierenden auf einen Artikel aus dem Spiegel oder die Zeit anspricht wird man meistens nur erstauntes Kopfschütteln ernten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, – so wie z.B. eine Studentin die mir vor ein paar Monaten einen Artikel aus der deutschsprachigen Ausgabe des Le Monde Diplomatique zum Lesen reichte. Aber vielleicht waren wir ja auch schon damals Ausnahmen, Studenten die stundenlang in Cafe‘ s und Kneipen (das waren u.a. Grimminger auf den Planken, das Binokel, das Flick-Flack, das Uhland, der Polizeisportverein an der Feudenheimer Schleuse, Weldes reale Bierwirtschaft in Neuostheim, der Anker im Schwabenheimer Hof, später auch das Journal am Marktplatz) saßen und sich über neueste Artikel aus Spiegel, Zeit „disputieren“ – und ihre neusten Büchertrouvaillen besprachen. Ja wie die Erinnerung an eine vergangene und verlorene Zeit will mir das heute erscheinen.
Vergangen Oktober als ich von einer längeren Reise zurückkam bin ich von Bahnhof zum Wasserturm, dann die Planken hinunter , bis Q 4 zum Bücher-Bender geschlendert- war dort Bücherstöbern – und bin dann danach in die Homer Ausstellung ins Reissmuseum. Es war ein schöner klarer sonniger angenehm warmer Herbsttag, – und was für ein Zufall – bei diesem Herbstsapziergang kreuzte ich auch noch die Weg des Leiters der Benutzerabteilung der Mannheimer Universitätsbibliothek Herrn Bibliotheksdirektor Per Knudsen , der mich auch nett grüßte – den ich aber zu Anfangs gar sofort erkannt hatte, weil ich so tief in meinen Gedanken und Erinnerungen versunken war. Ja dieser Herbstspaziergang durch die Quadrate im Oktober 2009, war schon eine kleine Zeitreise zurück in meine studentische Vergangenheit.
Die Linie 36 : der Mannheim Blues
Neben den Büchern, war es u.a. auch Musik und Kino die unser studentisches Leben bestimmte, – Mannheims Musikszene war ja in den 1980 sehr lebendig – und ins Kino sind wir eigentlich fast jede Woche ein oder zweimal, – meist ins Odeon oder ins Atlantis manchmal auch ins Capitol. Odeon und Atlantis gibt es übrigens immer noch, aktuell wird dort Kommisar Bellamy von Claude Chabrol mit Gerard Depardieu in der Hauptrolle gezeigt.
Neben den vielen Konzerten, die wir besuchten, meist in Miljöö, Hauptfeuerwache oder Capitol, haben wir manchmal auch selbst Musik gemacht, – meist Blues, Rock and Roll und manchmal deutsch-französische Chansons.
Aus Mannheimer Dreck und dem Neggabriggeblues (habe ich leider damals beim Niederschreiben des Textes nirgendwo zum Einbauen gefunden, das gibt’s bis dato nicht von Youtube) von Joy Fleming hatten wir die Linie 36 gemacht, – sozusagen frei nach Joy Fleming von mir improvisiert und interpretiert. Die 36 – da sollte man vielleicht noch darauf hinweisen, – das war damals die Straßenbahnlinie mit der ich von Neuostheim fast tagtäglich an die Schloßuni bzw. das Mannheimer G.I fuhr. Nicht zu vergessen den sagenhaften Krankenschwesternblues, – an dem sich vielleicht der eine oder andere Leser vielleicht noch erinnern kann. Aber auch der Schwabenblues wurde nicht vergessen, – wie z.b. die Strassenboa, oder es schneilet es weielet von Wolle Kriwanek .
Manchmal war es auch beschaulicher, wenn J.Z. mich am Klavier zu „automn leaves“ begleitete – wobei mir persönlich die französische Originalversion der feuilles mortes in der Interpretation von Yves Montand immer noch weit besser gefällt als die weitbekanntere englische Version, wobei die von der Piaf bestimmt auch seht stillvoll ist. Oder auch mit J.Z. am Klavier, Summertime -, Sunny (oder hier die etwas funkigerer Version von James Brown) gesungen. Aber so wie James Brown haben wir das eigentlich nie gespielt.
Einige Erfolge konnte ich damals auch mit Interpretationen von Songs der immer noch in Frankreich beliebten Rockröhre „Johnny Hallyday “ verbuchen, – der laut H.H. (Alt Schramberger Rock’n Roller , Musikexperte und Blogger ) immer noch einziger Rock’n Roller Frankreichs war und ist – und entsprechend immer noch von rechts und links in Frankreich teilweise als Rocklegende vergöttert wird ! So habe ich mich u.a. an „que je t‘ aime „, „Diego „, „quand la guitare fait mal„, – und natürlich auch Marie versucht. Aber unsere Marie (Paroles: C.Neff ; Musiques & guitares : T.H. ) Jahre vor der Hallydayschen Marie Version gesungen (und geschrieben bzw. mehr frei improvisiert als geschrieben – Entstehungsort war übrigens die Schwarzwaldwirtschaft „Eselbach “ in Aichhalden ) war auf jedenfalls Stil und Klangvoller als die inzwischen natürlich weit berühmtere Marie von Hallyday. Natürlich war da nicht nur Johnny Hallyday, sondern auch CouleurMenthe a l‘eau , il ne rentre pas ce soir von Eddy Michell, Mademoiselle chant le blues, quand Jimmy dit what i say , d‘ Allemagne von Patricia Kaas, und natürlich Aline von Christophe – und auch Joan Baez und etwas Country durfte nicht fehlen .
An manch einem Abend wenn die untergehender Sonne Fernsehturm und Neckar im rötlich-gelben Licht tauchte, sah ich von der Maulbeerinsel aus den über die Riedbahnbrücke donnernden langen Güterzüge nach „Riding on the City of New Orleans “ vor mich her summend und von Zugreisen durchs ferne Amerika, den USA dem Land der langen Güterzüge träumend, – die U.S.A die ich bisher nicht betreten habe.
Wie lange dieses schon her ist. Man hat das Gefühl als läge da schon fast eine Weltreise hinter einem. Und von einer Zugreise durch die U.S.A. auf den Spuren der großen Züge – ja davon träume ich noch heute wie damals als Student an der Riedbahnbrücke in Neuostheim.
Das letzte Mal, das ich das sozusagen (halb)-öffentlich aufgetreten bin und gesungen habe, war übrigens vor 3 Jahren im Wallis, – mit einem Freund – einem Dichter und Musiker der viel zu früh aus dem Leben getreten ist, – damals versuchten wir hoch oben dem Rhônetal seinen Gedichtband zu vertonten – den melancholischen Blues den wir zusammen spielten, – (er Gitarre – ich Gesang) nannten wir damals Talwind. Immer wen ich an den zu früh verstorbenen Dichter aus dem Wallis denken, muß ich anwillkürlich an die Trois Cloches denken, – ein altes Walliser Volkslied welches durch Edith Piaf et les Compagnons de la Chanson weltberühmt wurde.
Traumhafte Zeiten – Erzählungen einer Stadt
Mein Leben als Student das waren die Entdeckung der städtischen Natur, Bücher und Buchhandlungen, Kino und Musik – und vor allem viel Zeit fürs Leben und Genießen. Natürlich ein sehr subjektives Bild von einer Stadt.Und wenn wir hier schon von subjektiven Stadtbilder erzählen, hier noch der Hinweis auf den Film „Traumhafte Zeiten“ den Michael Kötz im Auftrag der Stadt Mannheim zum Stadtjubiläum 2007 gedreht hat. Der Film war (und ist ggf. noch) als DVD für Schutzgebühr in einiger Mannheimer „Kulturgeschäften“ erhältlich.
Mit Brahms ungarische Tänzen no. 1 g-moll (1 Allegro molto g-Moll (Orchesterfassung ))als Thema wandern wir mit dem Sprecher Hans (Michael Kötz) durch 400 Jahre Stadtgeschichte. Daneben ist der Film für jeden Cinemaphilen ein echter Leckerbissen, da dieser voller Film und Bildzitate steckt. Angefangen von der Tod des weißen Pferdes bis zum Gymnasiallehrer Pedersen. Der Tod des weißen Pferdes war übrigens der erste Kinofilm den ich in Mannheim gesehen hatte, – im Sommersemester 1986 kurz nach Studienbeginn im alten Cinema Quadrat in L 7 gegenüber dem damals in L 9,1 beheimateten Geographischen Institut. Das ist nun 23 Jahre her. Wie die Zeit vergeht. Und wie gesagt, jedem der einen schönen aber auch bestimmt subjektiven cinephilen Rückblick auf 400 Jahre Stadtgeschichte Mannheims sucht, dem sei der Film „Traumhafte Zeiten – Erzählungen einer Stadt – Mannheim 1607 – 2007″ wärmstens empfohlen. Ich selbst habe nur 13 Jahre – vom Sommersemester 1986 bis Sommersemester 1999 dort im Mannemer Dreck gelebt, – doch um mit Edith Piaf auf französisch zu sprechen (was durchaus auch mal in Mannheim gesprochen wurde und das in früheren Zeiten in manchen Stadtteilen gar nicht selten) – non de de mes temps à Mannheim – je ne regrette rien! Bevor diese imaginäre Zeitreise vom Krankenbett in Grünstadt nach Mannheim endet – höre ich nochmals denimaginären Wellengang des Rheines an der Reißinsel, – das rythmische dumpfe Stampfen der Schiffsdiesel, – das Donnern der Güterzüge über die Riedbahnbrücke bei Neuostheim – begleitet von den Klängen Brahms ungarische Tänze no. 1 Allegro molto g-Moll (Orchesterfassung )) diesmal in der Version von Furtwängler oder wem dieses besser gefällt in der Orchesterinterpretation von Dániel Somogyo-Tóth .
Quellen:
Heim, U.M. (2008): Totschweigen. (Gmeiner Verlag Meßkirch), Meßkirch (ISBN 978-3-89977-704-8)
Heim, U.M. (2009): Wespennest. (Gmeiner Verlag Meßkirch), Meßkirch (ISBN 978-3-89977-809-0)
Mazomeit, J. (2009): Pflanzenraritäten am Oberrhein. Beispiele aus Ludwigshafen und Mannheim. Neustadt (Pollichia Sonderveröffentlichungen 15), ISBN 978- 3- 925754-56-2
Neff, C. (1995): Waldbrandrisiken in den Garrigues de Nîmes (Südfrankreich) – eine geographische Analyse. Materialien zur Geographie 27, Mannheim. (ISBN 3-923750-50-1)
Neff, C. (1998): Neophyten in Mannheim – Beobachtungen zu vegetationsdynamischen Prozessen in einer Stadtlandschaft. In: Anhuf, D., Jentsch, C. (Eds.): Beiträge zur Landeskunde Südwestdeutschlands und angewandten Geographie. Mannheimer Geographische Arbeiten, H. 46, 65-110, Mannheim. (ISBN 3-923750-72-2)
Neff, C. (2007) : Naturkundliche Beobachtungen in Munchhausen (Frankreich) Sauerdelta und Laurophyllisation in Munchhausen.. In: VOGT, J., D. BURGER, T.K. BUTTSCHARDT, A. MEGERLE (Eds): Karlsruhe, Stadt und Region. Ein Landeskundlicher Führer zu bekannten und unbekannten Exkursionszielen. Karlsruhe, Regionalwissenschaftlicher Fachverlag, p. 201 – 215, ISBN 978-3-9811189-2-6
Schneider, HJ.(1999): Das Paar im Kahn. (Taschenbuch Lizensausgabe Lübbe Verlag), Bergisch Gladbach (ISBN 978-3-404-14583-6)
Christophe Neff, Grünstadt le 15.7.2009
P.S. (16.7.2009):
Als ich studierte gab es noch kein U-Tube, deshalb habe ich hier die Originalversionen (oder andere) mit den Originalsängern aus U-Tube verlinkt. Ich hätte jedoch kein Problem damit eine Filmversion mit meinen Sangeskünsten einzustellen. Gestern gab es im alt ehrwürdigern LeMonde anläßlich der Johnny Hallyday Abschiedstour einen Artikel in dem man den ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Jean Pierre Raffarin als Johnny Hallyday „Imitator bzw. Interpreten“ abgelichtet sehen konnte. Schlimmer kann es bei mir auch nicht gewesen sein ! Die einzige Film bzw. Vidoeoaufnahme die es ggf. noch geben könnte, wäre die die von einem gemeinsamen Auftritt mit den ehemaligen Mitgliedern der Band „the Ham“ in Bad Herrenalb gedreht wurden. Teile der „the Ham“ leben in den Sixpäcks übrigens weiter. Damit wären die Sixpäcks auch schon so was wie eine Schramberger Rocklegende geworden – frei nach Eddy Mitchell und Johnny Hallyday „on veut des lègendes „
Bilder und Bebilderung – ich photographiere ja sehr gern, – im Grunde genommen, fast das einzige Hobby was ich mir noch ab und zu gönne. Ich photographiere jedoch ich immer noch meist analog (siehe auch meinen Artikel über das Verschwinden des Kodachrome Film ), wobei das einscannen eigentlich kein Problem ist – und ich ja auch bei Wikipedia.commons ja auch ein paar Bilder eingestellt habe, siehe u.a. hier, aber gerade die Bilder die mir ans Herz gewachsen sind möchte ich eigentlich nicht frei durchs Netz schwirren sehen. Der Hinweis aufs Copyright den ich hier untergebracht habe ist wahrscheinlich sowieso sinn – und zwecklos. Ja ich habe mir wirklich überlegt diesen Artikel zu bebildern, – so habe ich im Januar eine schöne ausdruckstarke Diaserie zum Licht des Fohrenbühles geschossen, Photos die hier eigentlich ganz gut gepaßt hätten. Aber eigentlich will ich meine Bilder nachher nicht frei im Internet herumschwirren sehen. Deshalb ist bisher die Bebilderung dieses Artikels äußerst sparsam.
P.S.(7.4.2010 17:30): Der Mannemer Dreck befinder sich leider nicht mehr bei Youtube. Dafür gibt es jetzt dort den Neggabriggebluus .
Dunkle Wolken türmen sich über dem Oberrheingraben. Der Wind schiebt immer wieder Wolkenpakete gen Osten, die Birke scheint silbern im Sonnenlicht. Ach ja, letzthin gab es auch Wahlen, aber zumindest bei uns in Deutschland sind die Hohenpriester der Deutungshohheit von politischen Ereignissen schon fast wieder verstummt, – das Ereignis liegt fast schon zu weit entfernt. Soweit man der veröffentlichten Deutungshoheit folgt, dann kann man fast immer von der europaweiten Krise der Sozialdemokratie lesen, aber dass die CDU über 5 % an , ja fast 6% Stimmenanteilen verlor, das scheint irgendwie fast untergegangen zu sein. Ich glaube zwar auch, dass es so etwas wie eine Krise der Sozialdemokratie gibt, aber dass kaum jemand die doch recht beachtlichen Stimmenverluste von CDU und CSU analysiert, interpretiert – dies erscheint mir in der Tat auch beachtlich. Vielleicht ist die Krise der Sozialdemokratie zumindest in Teilen auch eine von den Medien herbeigeredete Krise. Ich glaube jedoch auch, dass angesichts der „Sozialdemokratisierung“ der CDU, sich manch ein Wähler noch fragt weshalb er oder Sie noch SPD wählen soll. In Deutschland ist zumindest in Teilen die Sozialdemokratisierung der CDU meines Erachtens ein großes Problem für die SPD geworden. Weshalb ich der Analyse von Broder „Vielleicht deswegen: Deutschland (und ein großer Teil von Europa) ist in den letzten Jahrzehnten dermaßen gründlich sozialdemokratisiert worden, dass die Marke SPD ihre Singularität verloren hat. Im Bundestag sitzen, mit Ausnahme der FDP, nur noch Parteien mit einer sozialdemokratischen Programmatik, die sich allenfalls in Marginalien voneinander unterscheiden. Die CSU z.B. steht in vielen Fragen links von der SPD, die CDU strahlt oft grüner als die Grünen und die Linke wartet nur auf die Gelegenheit, am Katzentisch der SPD Platz nehmen zu dürfen. Wenn also fast alle Parteien sozialdemokratische Angebote verbreiten, gibt es für den Wähler keinen Grund, die SPD zu bevorzugen“ in Spiegel online eigentlich nur zustimmen kann. Aber vielleicht ist die Sozialdemokratisierung unser Gesellschaft, und vor allem der CDU noch gar nicht soweit fortgeschritten wie wir vielleicht glauben wollen, – da wird es nach den Bundestagswahlen im Herbst, sollte „schwarz-gelb“ die Regierungsmehrheit tatsächlich erlangen, für manch einen noch ein böses Erwachen geben. Das Wahlergebnis der deutschen SPD erscheint mir im Vergleich zu anderen sozialdemokratischen Parteien, da braucht man eigentlich nur über den Rhein zu schauen, so katastrophal nicht zu sein. In Rheinland – Pfalz , im Land des von der SPD-Spitze weggeputschten Kurt Beck hat die SPD im Gegensatz zu anderen Bundesländern keine Stimmen verloren. In Baden-Württemberg hat die SPD beispielweise 1,5 Stimmenprozent verloren (Bundestrend 0,7%), – da sollten die Putschisten von damals nochmals tief in sich gehen, angesichts diese doch sehr mageren Bilanz. Auf regionaler und lokaler Ebene, – es fanden ja noch Kommunalwahlen in manchen Bundesländern statt, – ergibt sich ein sehr differenziertes Bild.
In der Raumschaft Schramberg, Gegend in der ich aufgewachsen bin, ist die CDU immer noch die dominierende Kraft , aber die SPD konnte immerhin um ein Prozent zulegen . In diesem Zusammenhang erscheint mir jedoch das Ausscheiden von Elke Ringl-Klank aus dem Schramberger Gemeinderat als besonders tragisch. Als ich Filipetti ‘ s Roman „Les derniers jours de la classe ouvrière gelesen“ habe ,(siehe auch mein Billet II. Un blog sur les paysages: ein kleiner Prolog auf Deutsch) habe ich oft an das Ehepaar Dr. Werner Klank und Elke Ringl – Klank aus Schramberg denken müssen, – echtes schramberger sozialdemokratisches Urgestein, – im Grunde die letzten Helden einer aussterbenden Klasse, – etwas prosaischer formuliert – vielleicht einer der letzten Helden der Arbeiterklasse, der Sozialdemokratie vom alten Schlage. Einer der Persönlichkeiten die den SPD Ortsverein Schramberg über Jahrzehnte entscheidend geprägt haben. Im Grunde genommen sollte ich beiden vielleicht irgendwann ein eigenes „Billet“ in meinem Blog widmen, denn irgendwie sind beide Elke und Werner schon ein Teil der politischen Geschichte der Raumschaft Schramberg geworden. Was die politische Geschichte Schrambergs betrifft, sei noch darauf hingewiesen, dass Elke Ringl – Klank zusammen mit Gernot Stähle (2003) eine Broschüre mit durchaus wissenschaftlicher Qualität über die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt Schramberg herausgegeben hat. Werner Klank ist ja wieder zum Kreisrat gewählt worden, – hier hat die SPD sogar in der Person von Dr. Josef Günter ein zweites Mandat für Schramberg im Kreisrat errungen. Werner Klank wird also weiterhin als politischer Mandatsträger aktiv sein, wobei ich hoffe, daß seine Frau Elke weiterhin der Sozialdemokratie erhalten bleibt, denn im Grunde genommen, gehören Menschen wie Elke Ringl Klank zu der Sorte Mensch und Politiker die die deutsche Sozialdemokratie dringend braucht, will diese à la longe nicht untergehen. Ansonsten ist die Raumschaft Schramberg wie gehabt fest in CDU Hand, wobei längst nicht mehr die 50 – 60 % Werte wie vor zwanzig/dressig Jahren noch, erreicht werden. À propos Schramberg – als regelmäßiger Leser der NRWZ hat es mir fast den Atem verschlagen als ich erfahren musste, dass das Schramberger Krankenhaus mehr oder weniger kurz vor der Schließung steht. So muß es zumindest dem Leser aus der Ferne beim Lesen der diversen Artikel und Leserbriefe in der NRWZ erscheinen. Man kann nur hoffen, dass sich die Schramberger Mandatsträger aller politischen Couleur zusammentun, und erfolgreich verhindern, dass das Schramberger Krankenhaus geschlossen wird. Aus geographischer Sicht hätte der Verlust des Krankenhausstandortes in Schramberg durchaus spürbare Konsequenzen, – Schramberg würde auch als Mittelzentrum ohne Krankenhaus völlig bedeutungslos, – und würde die Funktion eines Mittelzentrums à la long dann ganz verlieren.
Schwenken wir um nach Grünstadt , – Grandezza und Tristezza der Sozialdemokratie liegen hier ganz nah beinander. Die SPD die einst im Grünstadt fast 35 Jahre die politische Kraft darstellte ist tief abgestürzt, der Bürgermeisterkandidat der SPD Jochen Weber scheiterte in den Bürgermeisterwahlen, ja er schaffte es nicht mal in die Stichwahl, – im Gemeinderat stellt die SPD nur noch 8 von 28 Stadtratsmitglieder. Hier hatte die SPD einstmals die Mehrheit. Die beherrschende Kraft im einst sozialdemokratischen Grünstadt sind nun CDU und freie Wähler. Die Gründe für diesen Absturz sind feudale verkrustete Strukturen und eine vordemokratische politische Kultur die wohl tief im Grünstadter SPD Ortsverein verankert ist bzw. war. Dies zeigte sich übrigens überausdeutlich bei der Kür des Bürgermeisterkandidaten im April 2008 – und hierzu greife ich zu einem Zitat aus der Rheinpfalz vom 21.4.2008 „Dass Jochen Weber, der Sohn von Altbürgermeister Ludwig Weber, sich als einziger Bewerber der Versammlung präsentierte, schien zwar nicht allen Anwesenden zu gefallen, doch nur einer stellte den Antrag, die Wahl des Bürgermeister-Kandidaten zu verschieben. Es sei keine echte Wahl, wenn die Mitglieder nur über einen Bewerber zu entscheiden hätten, sagte Dr. Christophe Neff. Es gebe einen zweiten Interessenten, der allerdings derzeit krank sei. Daher sollte die Wahl verschoben werden. Es gebe keinen Zeitdruck, man könne ruhig acht Wochen zuwarten, sagte Neff , der vor neun Jahren aus Baden-Württemberg nach Grünstadt kam. Wenn jetzt die Wahl durchgezogen werde, wirke das, als gebe die SPD „Ämter als Erbhöfe weiter“. Das habe ein „Geschmäckle“. (Die Rheinpfalz (Unterhaardter Rundschau) (21.4.2008))“ – der Wähler hat das Geschmäckle berechtigterweise nicht sehr goutiert. Wie tief der Absturz der Grünstadter SPD tatsächlich ist, wird richtig deutlich, wenn man dem gegenüber das Ergebnis der wiedergewählten SPD-Landrätin Sabine Röhl die im Kreisdurchschnitt ca. 56 % der Wählerstimmen erhielt, und in Grünstadt sage und schreibe ein Ergebnis von 62 % erreichte, betrachtet. Der glücklose Bürgermeisterkandidat der SPD Jochen Weber erhielt gerade mal knappe 23% der Wählerstimmen. Der fulminante Wahlsieg von Sabine Röhl zeigt zwei Dinge – Sozialdemokraten können Wahlen gewinnen (auch gegen Bundestrends). Die Sozialdemokratie, die zur Zeit von allen möglichen Kommentatoren schon zu Grabe getragen wird , hat auch eine Zukunftsperspektive, soweit diese von politischen überzeugenden Menschen vermittelt und getragen wird.
Abschliessend noch ein kleiner Blick über den Rhein – zum Zustand des P.S. ist eigentlich nicht viel zu sagen. Ich hatte in meinem Villa Jasmin – Billet darauf hingewiesen, dass aus meiner Sicht der P.S. als wichtige politische Größe in Frankreich kaum noch wahrnehmbar sei. Das war sogar noch vor der Europawahl, – und das Ergebnis der Europawahl hat diese Aussage einfach nochmals bestätigt. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Es gibt aber noch einen Punkt den ich in Bezug auf Frankreich herausheben möchte, und hier stimme ich den Aussagen von Claire-Lise Buis in ihrem deutsch – französischen Blog Berlin en parle durchaus überein – und zwar in der Bewertung des Wahlerfolges der Liste Europe Écologie die von Daniel Cohn – Bendit angeführt wurde, – auch wenn ich es nicht ganz so überschwenglich formulieren möchte wie Berlin en parle. Der Wahlerfolg von Europe Écologie zeigt, daß man durchaus mit einem auf Europa fokussierten Wahlkampf Erfolg haben kann, daß man mit der europäischen Idee Wähler mobilisieren kann. Weiterhin, und dies scheint mir fast ebenso zentral zu sein, man kann in Frankreich Wahlen gewinnen ohne in einen plumpen, platten ja zum Teil vulgären Antisarkosyzismus zu fallen. Wahlen gewinnt man mit politischen Argumenten und nicht indem man Sarkozy verteufelt. Der vulgärproletarische Antisarkosyzismus, den man teilweise auch in den Kommentaren der Leserforen von Le Monde findet, mag bei den Schreibern von solchen Kommentaren wohl kurzzeitig ein Gefühl der Befriedigung hervorrufen (und bei manchen Lesern vielleicht auch), aber im großen und ganzen dürfte er politisch eher kontraproduktiv wirken. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.
Ich möchte meinen kurzen Überblick über die politische Landschaft nach Europa und Kommunalwahlen, – in Deutschland, Frankreich, Schramberg und Grünstadt mit folgendem Statement beenden; – die Sozialdemokratie hat zur Zeit wohl auf allen politischen Ebenen keinen leichten Stand, – aber die Sozialdemokratische Idee – die manch einer der politischen Kommentatoren jetzt schon zur Grabe trägt – diese Idee hat durchaus Zukunft, – Sozialdemokraten können auch heute in schwierigem Umfeld Wahlen gewinnen – das zeigt das Beispiel von Sabine Röhl im Landkreis Bad Dürkheim sehr schön.
Christophe Neff, Grünstadt le 11.6.2009
Quellen:
Die Rheinpfalz (Unterhaardter Rundschau) (21.4.2008): SPD legt sich auf Jochen Weber fest .
Filippetti, A. (2003): Les derniers jours de la classe ouvrière. (Stock, le livre de poche)
Stähle, G., Ring-Klank, E. (Hg.) (2003): 75 Jahre Arbeiterwohlfahrt Schramberg. AWO Schramberg.
Nachdem ich schon einen relativ langen französischen Einführungsartikel (Un Blog sur les paysages : un petit début – ou quelle langue choisir ? ) geschrieben habe, ein paar Worte und Sätze zur Einführung in Deutsch. Mein Blog wird sich vor allem mit paysages, sprich Landschaften, literarischen Landschaften, imaginären Landschaften, deutschen Landschaften, französischen Landschaften, mediterranen Landschaften, – schlichtweg Landschaften befassen. Es ist bewusst ein subjektives Blog, es handelt sich um meine persönliche Meinungsäußerungen, zu den Landschaften die wir ins uns tragen. Für die objektive Landschaftsbetrachtung, wissenschaftliche Landschaftsanalyse, ist die wissenschaftliche Geographie, die Landschaftsökologie zuständig, hier verweise ich was meinen Teil als Wissenschaftler betrifft, auf meine berufliche Homepage an der Universität Karlsruhe. Landschaften sind Konstrukte, hier stimme ich mit David Blackbourn überein – «. What we call landscapes are neither natural nor innocent ; they are human constructs. How and why they were constructed (many would say “imagine” even “invented”) belongs to the stuff of history (Blackbourn 2007: 16) – , nur glaube ich, daß Blackbourn, dabei die Geographie vergessen hat. Wie Landschaften konstruiert werden, wie Landschaften erfunden werden, wie wir Landschaften abgrenzen um diese dann später wissenschaftlich zu analysieren, das sollte eigentlich auch grundlegende Aufgabe einer der Landschaft sich widmenden Geographie sein. In diesem Sinne sollte das Buch Blackbourns „The Conquest of nature, – Water, Landscape and the Makeing of modern Germany“ für jeden Geographen eine mehr als anregende Lektüre sein, – und für den Nichtgeographen – eine spannende Einführung in die jüngere deutsche Landschaftsgeschichte, in die historische Landschaftsgeographie Deutschlands.
Landschaften sind natürlich auch die Landschaften unserer Kindheit, unser Jugend. Die Bilder und Erinnerungen, das Lebensumfeld, die Landschaftbilder die wir uns unbewußt (und ggf. auch bewußt) in den ersten beiden Lebensjahrzehnten geschaffen haben, diese Landschaftsbilder begleiten uns ein ganzes Leben. In diesem Sinne wird bestimmt, der eine andere Artikel hier in diesem Blog den Landschaften in der Raumschaft Schramberg, den Landschaften des mittleren Schwarzwald gewidmet sein. Hier verbrachte ich einen großen Teil meiner Kindheit und Jugend. In diesem Sinne habe ich übrigens, als ich feststellte, dass es über den Sulgen , sprich Schramberg – Sulgen, bzw. die Bergvorstadt Sulgen noch keinen Wikipediaartikel gab, gestern einen solchen angelegt. Die Landschaften rund um Schramberg , aber auch Zeit und Milieu, der 1980 Jahre rund um Schramberg finden sich übrigens recht gut in den Krimis von Uta Maria Heim abgebildet. Im übrigen waren es bestimmt die zuletzt gelesen Bücher, u.a. der Krimi „Totschweigen“ von Uta Maria Heim, sowie dem autobiographischen Roman „les Derniers Jours de la Classe ouvrière“ von Aurélie Filippetti die mich dazu bewegt haben, mich endlich an das schon seit langem angedachte Projekt eines Landschaftsbloges zu wagen. Die Frage der Sprache, der Veröffentlichungssprache eines solchen Blogs, habe ich insofern gelöst (oder auch nicht gelöst), als dass ich vorhabe, das ganze mehr oder weniger in drei Sprachen zu gestalten, sprich Französisch, Deutsch und Englisch.
Der von Uta-Maria Heim verfaßte Kriminalroman „Totschweigen“ spielt in Schramberg, auf dem Sulgen, und ich habe ihn gern gelesen, obwohl ich an für sich ansonsten nur sehr selten Krimis und diese auch sehr ungern lese. In Totschweigen bin ich auch wieder meinen Schramberger und Sulgener Jugendlandschaften begegnet, dem Buch von Heim werde ich bestimmt einen eigenen Artikel widmen.
Der autobiographische Roman von Filippetti „les Derniers Jours de la Classe ouvrière“ (zu dt. Die letzten Tage der Arbeiterklasse/ es gibt m.W. bisher keine deutsche Übersetzung) beschreibt das Leben, den gewerkschaftlichen Kampf, der italienischen Minenarbeiten in der Minette in Lothringen, – im Grunde habe ich dort in den Sätzen von Filippetti Landschaften und Leben meines franko-italienischen Großvaters wiedergefunden. Die Minette wird schon lange nicht mehr ausgebeutet, die Stahlwerke im Haut-Pays sind verschwunden, die Basse – Italie , das Stückchen Italien, der nördliche Vorposten der Romagna im Nordosten Frankreichs nahe der luxemburgischen Grenze, das alles ist im Verschwinden begriffen. Filippetti hat dieser „untergehenden Landschaft, – der Kulturlandschaft von Eisen, Kohle und Stahl zwischen Alzette , Mosel und Saar“ ein kleines literarisches Denkmal geschaffen. Gerade noch rechtzeitig, bevor dass diese dem Untergang geweihte Kulturlandschaft, einer der letzten Montanlandschaften Mitteleuropas, ganz verschwindet.
Der Austausch von Kohle und Stahl zwischen Deutschland und Frankreich , die Moselkanalisierung, haben vor über 50 Jahren zum EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl ) geführt, – Jean Monet und Robert Schuhman wollten mit der Gründung des EGKS verhindern, dass man jemals wieder die berühmt berüchtigten „Affiches rouges “ quer durch Frankreich klebt. Diesen Affiches rouges hat Léo Ferré das Chanson l‘ affiche rouge gewidmet. Das Lied ist leider, auch in Frankreich, in Vergessenheit geraten. Ich habe, das Lied vor kurzem in einer Musikstunde des Kulturkanales des Südwestfunk, SWR 2, wieder gehört.
Die Verbindung der Montanregionen von Mosel und Saar, der belgischen Montanregionen zwischen Charleroi und Lüttich mit dem Ruhrgebiet sollte verhindern, daß es jemals wieder zu einem Krieg zwischen den Nachbarn kommt, ein Weltkrieg aus europäischen Boden entwächst. Aus dieser Idee einer europäischen Montanunion, daraus ist dann die heutige EU entstanden. Ich habe es hier Bewußt nochmals aufgegriffen, denn bei allen bürokratischen Auswüchsen die E.U. im Laufe ihrer Geschichte hervorgebracht hat, – an diesem Ziel, ein friedliches Mitteleuropa zu schaffen, muß man die EU messen – und dieses Ziel wurde ohne Abstriche erreicht. Das das auch seinen Preis hat versteht sich von selbst. Ich denke, daß man das angesichts einer sowohl in Frankreich als auch in Deutschland immer mehr um sich greifenden Europamüdigkeit, so kurz vor den Europawahlen, immer wieder betonen sollte.
Folgerichtig (im Bezug auf die Geschichte der lothringischen Montanregion) hat sich Filippetti als Kandidatin des französischen P.S. für die Europawahl am 7.6. (hier der link zu ihrem Blog ) aufstellen lassen. Sie setzt sich u.a. auch für die Erhaltung des letzten lothringischen Stahlwerkes in Gadrange ein, – aber ich glaube, dieser Kampf ist ein schon von vornherein ein Verlorener, die Landschaften die aus Stahl und Kohle zwischen dem Becken von Longwy, Mosel und Saar in den letzten 150 Jahren entstanden sind, werden unweigerlich verschwinden, und nur noch in Erinnerungen und im geschriebenen Wort Bestand haben. Was die italienische Einwanderung nach Lothringen in das Gebiet der Minette betrifft, gibt es so wenig schriftliche Quellen, dass das Buch von Filippetti (siehe Un Blog sur les paysages : un petit début – ou quelle langue choisir ? ) inzwischen als wissenschaftliche Quelle zitiert wird. Wenn die Erinnerung erlischt, verschwinden auch unsere Landschaftsbilder.
Das Blog soll im Sinne von Golo Mann « wir alle sind was wir gelesen » (ursprünglich ein Eichendorff Zitat) sich auch mit Büchern und literarischen Landschaften beschäftigen – und Bücher wurde ja auch in diesem Beitrag schon gestreift. Weiterhin soll mein Blog dazu dienen, mir dem „citoyen européen“, der sowohl in Deutschland als auch in Frankreich beheimatet ist, eine Plattform zu bieten, in dem ich bewusst und subjektiv meine Meinung zu Themen aus Politik, Kunst,Kultur und Wissenschaft darstelle und ggf. auch zur Diskussion stelle.
Abschliessend wie in meinem französischen Beitrag vom 23.5. das Lied d’ Allemagne von Patricia Kaas, als Erinnerung an die Deutschlandbilder und Landschaften die wir in uns tragen.
Christophe Neff, Grünstadt, den 25.5.2009
Quellen:
Blackbourn, D. (2007): The Conquest of Nature. Water, Landscape and the Making of Modern Germany. New York (Norton Paperback)
Filippetti, A. (2003): Les derniers jours de la classe ouvrière. (Stock, le livre de poche)
Aujourd’hui où j‘ écris mes premières phrases dans mon blog, – l‘ Allemagne, la République fédérale d‘ Allemagne, die Bundesrepublik Deutschland fête ses soixante ans d‘ existence. J‘ ai l‘ impression qu‘ ici en Allemagne on ne fête guère cet événement. Dommage en fait, eigentlich schade, – car on pourrait être fier de ce qu’on a construit au cours de ces 60 ans. Depuis que j’ai eu l‘ idée d‘ écrire un blog, je me suis toujours heurté à la question de la langue – dans quelle langue écrire. En français, ma vraie langue maternelle, la langue que j‘ ai parlé avec ma mère, pendant les premières années de mon existence, à Tübingen, à Eckbolsheim, à Schramberg-Sulgen où j‘ ai appris à rêver des paysages mediterranéens perdus, accompagnés des chansons mélancoliques d’Enrico Macias, que ma mère écoutait pendent des heures, peut- être pour se souvenir de son identité méridionale franco-italienne qui sombrait dans une Allemagne qui se remettait lentement de ses blessures de guerre . Les deux chansons d’Enrico Macias, qui depuis me accompagnent pendant mes voyages dans les paysages lointains, me rappelant mon identité franco-italienne, sont «Paris tu m’as pris dans tes bras » et «l’amour c’est pour rien».
Ou en dialecte romagnol, parsemé de mots francais, italiens, – la langue dans laquelle mon arrière grand-père me racontait ses histoires, ses voyages, ses paysages, ses géographies lointaines dans un temps où l‘ empire austro-hongrois existait encore. Ou en allemand, la langue que j‘ ai commencé à apprendre le jour où nous débarquons à Schramberg-Sulgen, quand ma mère jouait pendent des longues heures du Schubert, et que j‘ imaginais entendre la houle d‘ une mer invisible quand les tempêtes venues de l‘ ouest balayaient les cimes des arbres, sapins, épicéas, des pins sylvestres du «Feurenmoos» dont ,quand les grandes tempêtes remuent des fonds de sombres forêts, les arbres orchestrent un boucan d’enfer ressemblant à une mer se dechaînant pendant une grande tempête. Cette musique que les tempêtes provoquent dans les forêts de forêt noire est particulièrement bien décrite dans le Roman de Vincenz Erath , «größer als des Menschen Herz», – un très beau roman d‘ une enfance en forêt noire dans le environs de Schramberg , roman et auteur qui sont malheureusement presque tombés en oubli en Allemagne.
Et plus tard à l‘ école, ou j’ai réellement appris l‘ allemand: avant , c’était plutôt le Schramberger Schwäbisch, même le Sulgenerisch, à ne pas confondre avec le Sulgerenisch de Saulgau le lieu de naissance et d‘ enfance de mon père. Oui ,c’est à l’école que j‘ ai réellement appris à parler, lire et écrire la langue de Goethe, – à la Grundschule Sulgen au Kirchplatz à Sulgen, – une paisible école de campagne entourée de beaux marronniers d‘ inde et d‘ une vielle Église. Au lycée vient l‘ anglais et plus tard le latin. Le latin ne me rappelle guère de bons souvenirs d’école. Pour l‘ anglais, même si j‘ étais au début plutôt un élève médiocre, l’anglais est peut être la seule langue où je maîtrise approximativement l‘ orthographe. Une langue devenue langue de travail, langue de lecture, langue dans laquelle je commence parfois à rêver, comme dernièrement après la lecture d‘ une des 40 pages du livre « the conquest of nature – Water, Landscape and the Making of modern Germany » de David Blackbourn.
Après le bac et le service militaire, pendant les études universitaires à Mannheim, parallèlement à mes études de géographie, j‘ avais commencé à étudier les langues romanes, un peu d‘ italien, mais vers la fin des années quatre-vingt l‘ italien était tellement à la mode en Allemagne (ce fut les temps de la „Toskana-fraktion “ de la SPD, de carborna de Spliff , que ,du moins à l‘ université de Mannheim , les cours étaient super pleins), faute d‘ avoir l‘ occasion de parler on n‘ apprenait pas grand-chose. Le peu d‘ italien qui me reste est plutôt dû aux vestiges de mes fonds familiaux, aux multiples vacances passées en Italie, et de mes essais d‘ imiter svalution de Adriano Celentano pendant ma phase de chanteur rock qui dura à peu près de 1980 – 1990.
J‘ ai donc filé vers les cours de portugais, en me souvenant que, quand j‘ étais gamin, je lisais avec mon grand – père dans son journal à Aubord , on disait toujours le journal du pépère, dans le Monde , les progrès de la révolution des oeillets. Salgueiro Maia était un des mes héros de jeunesse, mais je me demande qui au Portugal se souvient encore de son histoire. Plus tard pendant mes divers voyages d‘ études au Cabo de Rocca, mais surtout au Cabo de Sao Vicente et le long de toute Costa Vicentina je me mettais à rêver de voyages lointains, de rêver mes Luisades « Onde a terra acaba e o mar começa (Os Luisadas, III, 20 ) ». Entre temps le Portugal continental, à part quelques ilôts de résistance est devenue une terre anglophone, – à force de ne plus pratiquer le portugais, j’ai presque perdu ma maitrise active du portugais. Les quelques mots et phrases qui me restent, sont dues au fait que sur les îles lointaines des Açores comme Pico, Faial ou Flores il reste de minuscules pays où il est absolument nécessaire de parler portugais si on veut communiquer.
Revenant aux paysages, en lisant il y a quelques jours les Les Derniers Jours de la Classe ouvrière de Aurélie Filippetti, je commence à replonger dans les paysages imaginaires de mon enfance, les paysages des histoires de mes grand parents, de l‘ immigration italienne en Lorraine, de la résistance, du combat politique de la classe ouvrière. Je n‘ ai jamais mis les pieds dans ce pays, mais en lisant le livre de Aurélie Fillppetti, j‘ avais l‘ impression de connaître chaque ruelle de la Basse – Italie d‘ Hussigny, la cour de l‘ ecole d‘ Hussigny , les cheminées du four crématoire du camp de Thil , les mines de fer, les peurs de la gestapo, des SS, – à vrai dire une géographie imaginaire qui n‘ existait que dans ma mémoire d‘ enfant, mais qui a survécu à l‘ enfance et qui ressurgit pendant la lecture du livre de Fillipetti. C’est en fait aussi la lecture du roman autobiographique de Fillipetti, qui m’a donné le courage de m‘ attaquer à ce blog sur les paysages, – même si je n‘ ai pas encore résolu le problème de la langue d‘ écriture adéquate. Notons que dans ma perception, le livre de Fillipetti est une rare sources écrites et disponibles sur l‘ immigration italienne dans le Haut-Pays de Lorraine, et à ce titre ce livre est déjà cité comme source scientifique, comme par exemple dans l‘ article de Pierre Schill (2003) sur la résistance ouvrière en Moselle de 1940 à 1945.
En fait ce blog est un peu dédié à la construction des paysages, de nos paysages imaginaires, et ici je reviens à David Blackbourn «Many historians have devoted themselves in recent years to mental topographies, and with good reason. What we call landscapes are neither natural nor innocent ; they are human constructs. How and why they were constructed (many would say „imagine“ even „invented“)belongs to the stuff of history (Blackbourn 2007: 16). Blackbourn a parfaitement raison, mais je pense également que ce type d‘ analyse fait aussi partie du devoir de lecture et d‘ interpretation des paysages par la géographie et les sciences de l‘ écologie du paysage. La géographie , dans le sens d‘ une science naturelle et les sciences du paysage ont tout interêt à intégrer ce concept de Blackbourn, – car en se réduisant aux aspects physique ou biologique d‘ un paysage, la lecture du paysage devient illisible, il reste au moins partiellement indéchiffrable, – ou simplement mal interprété. Notons aussi qu‘ au moins une partie du concept de Blackbourn se retrouvait au moins partiellement dans la théorie de la « Wesenheit der Landschaft » (Paffen 1973) de l‘ ancienne école de géographie allemande, mais qui est completement tombée en oubli en Allemagne.
Ce blog sera multilingual, donc allemand, francais et anglais, et il sera en partie dédié aux paysages imaginaires que nous construisons chaque jour, et d’autre part, à mes lectures , dans le sens de Golo Mann « wir alle sind was wir gelesen », qui est en fait un titre de livre emprunté à une citation de Eichendorff. Naturellement ce blog est aussi consacré à mes point de vue politiques , culturels et artistiques , les opinions d‘ un citoyen européen de double nationalité franco -allemande.
Et pour bien feter les 60 ans de la Bundesrepublik Deutschland voici – en mémoire de nos paysages imaginaires d‘ Allemagne – écoutons Patricia Kaas, qui nous chante ces paysages allemands imaginaires que nous véhiculons aves nous.
Sources :
Livres et autres ouvrages ecrites :
Blackbourn, D. (2007): The Conquest of Nature. Water, Landscape and the Making of Modern Germany. New York (Norton Paperback)
Erath, V. (1951): Größer als des Menschen Herz. Das Buch vom wahren Leben. Tübingen (Rainer Wunderlich Verlag)
Filippetti, A. (2003): Les derniers jours de la classe ouvrière. (Stock, le livre de poche)
Mann, G. (1991): Wir alle sind war wir gelesen. Aufsätze und Reden zur Literatur. Berlin (Verlag der Nation).
Paffen, K.H. (1973) : Das Wesen der Landschaft. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)
Schill, P. (2003) : Antifascisme et résistance ouvrière organisés autour de la CGT et du Parti communiste en Moselle annexée (1940-1945), entre histoire et mémoire. In : Schirmann, S. (Ed.) Annexion et nazification en Europe, Actes du colloque de Metz, 7-8 Novembre 2003, p. 173 à 187. Document téléchargeable sous l’adresse : (http://www.memorial-alsace-moselle.com/f/colloque.html )