Blognotiz 24.10.2026: Krebs ist wie ein stummer Schrei in der Nacht

Das nachfolgende Gedicht –  „Ein Gedicht für Anke B. –  Krebs ist wie ein stummer Schrei in der Nacht“ habe ich ursprünglich am 22.01.2025 auf meinem Mastodonkonto veröffentlicht. Anke B. ist an Krebs erkrankt, – genauer gesagt an einem malignen epitheloiden Hämangioendotheliom (EHE). Das ist eine sehr seltene Krebserkrankung, für die es noch sehr wenig Theraphieerfahrungen gibt. Über ihren Mastodonaccount hat Anke B. hin und wieder über ihr Leben, ihren Kampf gegen diesen Krebs berichtet. Ihre Geschichte hatte mich doch so sehr berührt, dass ich dann im Januar 2025 dieses Gedicht schrieb. Nicht nur für Anke B., sondern für alle die, die gegen den Krebs kämpfen bzw. mit ihm Leben müssen. Natürlich auch ein bisschen für mich selbst[1]. Wenn ich dieses Gedicht nun auch  fast zwei Jahre später auch in meinem Blog veröffentliche, dann auch deshalb weil ich das Gefühl habe, dass der Krebs  – der „Krabs“ wie ihn der „Hebelpreisträger“ Pierre Kretz einmal bezeichnete[2] – wie ein Tsunami in meiner Verwandtschaft, meinem  Freundes – und Bekanntenkreis und weit darüber hinaus wütet. Überall scheint er mit unersättlichem Hunger zuzuschlagen. Vor kurzem erfuhr ich über Facebook, das Sibylle Havemann ihrem Krebsleiden erlegen ist[3]. In einem bemerkenswerten Zeit-Interview im Mai dieses Jahres sprach Sibylle Havemann  über ihr Leben, ihre Krankheit. Ich hatte auch in diesem Blogbeitrag darüber geschrieben. Im Frühjahr dieses Jahres verstarb mein Kommilitone Rainer Frank an einem Krebsleiden. Wir hatten zusammen an der Universität Mannheim Geographie studiert und fast alle geographischen Lehrveranstaltungen gemeinsam besucht. Für ihn verfasste ich diesen Erinnerungstext „Das Echo der Tams -Tams im Bergwald von Man – Erinnerungen an Rainer Frank“, Text der auch ein Gedicht enthält. Der frühere Politiker Pierre-Yves Le Borgn’ ist an Brustkrebs erkrankt. In dem bewegenden Text „Sous mon petit bonnet“ den er auf seinem Blog „L’avenir est à écrire“ veröffentlichte, berichtet er über die Krebserkrankung. Er war früher der Abgeordnete des Siebten Wahlkreises der Auslandsfranzosen, zu dem auch die Bundesrepublik Deutschland gehört, in der französischen Nationalversammlung. So habe ich ihn auch kennengelernt[4].

Man könnte so fortlaufend weiterschreiben, über die Krebsfälle aus der unmittelbaren persönlichen Nähe, – oder auch von fernen Personen denen man sich nahe fühlt. Es ist wie ein unersättlicher Ozean, der sich mit Tränen füllt.

Das folgende Gedicht entspricht dem genauen Wortlaut, des auf „Mastodon veröffentlichten Textes“. Zur Absetzung der im Oktober 2026 verfassten Vorbemerkung ist der Originaltext in Kursiv gesetzt.

Ein Gedicht für Anke B.   – Krebs ist wie ein stummer Schrei in der Nacht

Schluchzen
Rennen
Schreien
die Nacht hören
lautlos weinen
den Schnee spüren
die Kälte fühlen
mit dem Wind singen
und wenn die Angst kommt
ein Gedicht sprechen
laut und deutlich
damit die dunklen Schatten weichen
denn Krebs ist wie ein stummer Schrei in der Nacht
wenn wir einsam weinen
sind wir nicht allein mit unserem Schmerz

C.N. 22.01.2025 (erlaube ich mir ggf. irgendwann in meinem Blog/bzw. in einem Gedichtband zu veröffentlichen). Gute Nacht , gruss c.n

Christophe Neff, Oktober 2026 (am 24.10.2026 auf paysages veröffentlicht)


[1] Siehe u.a. « Wintersonnenwende 2024 » und « Cahiers de maladie (Cancer de la prostate) »

[2] Siehe u.a. « Blognotice 11.06.2026 : Wissembourg, livres et pensées »

[3] Siehe u.a. „Nina Hagen : „Nun ist Bylle uns in unsere ewige Heimat vorausgegangen.“,.öffentlicher Facebookpost vom 21.10.2026“ und „Ilko-Sascha Kowalczuk: Am 4. Oktober 2026 verstarb die wundervolle Sibylle Havemann, öffentlicher Facebookpost vom 23.10.2026“

[4] Siehe u.a. « Blognotice 16.06.2017: Pierre-Yves Le Borgn’ député d’Allemagne et Europe centrale mène un courageux combat pour sa réélection ! »