Neues aus dem Leinigerland (31.10.2009): Protest gegen Massenentlassungen in Frankenthal am Mittwoch 28.10.2009

Als ich meinen letzten deutschsprachigen Blogbeitrag verfasste –  Neues aus dem Leiningerland – das Grünstadter Känguru wurde wieder gesichtet (27.10.2009) – habe ich mich innerlich schon gefragt, weshalb man in der „Regionalen Presse“ so viel über das Grünstadter Känguru (welches meines Wissens immer noch keinen Wikiartikel hat)  hört bzw. liest- und man eigentlich kaum etwas über die anstehende Entlassungswellen in Frankenthal lesen kann. Im französischen Posting „Blogostatistique 8000“ habe ich diese innerliche Verwunderung auch in Worte gefasst: „Dans ce contexte il intéressant de voir quelle importance le kangourou de Grünstadt a pour la  presse régionale du palatinat. Sur le fait que dans la ville voisine de Grünstadt , à Frankenthal une fabrique de presse & imprimerie veut licencier entre 200 – 500 employés la presse régionale reste particulièrement muette.

Am Mittwoch den 28.10.2009 hat es in diesem Zusammenhang in Frankenthal eine vom DGB organisierte Protestveranstaltung unter dem Motto „Ja zu Arbeitsplätzen – Nein zu Entlassungen“ gegeben. Die Berichterstattung in der regionalen Presse fiel meiner Erachtens recht mau aus, – am Donnerstag den 29.10 einen kleinen Mehrzeiler im Südwest Teil der Rheinpfalz,  – die Frankenthaler Zeitung (auch Rheinfpfalz) widmete dem Ereignis immerhin eine halbe Seite unter der Überschrift -„1500 protestieren gegen Entlassungen“ – aber ansonsten kann man nicht viel finden. Die Unterhaardter Rundschau hüllt sich in Schweigen. Dafür hat die Protestveranstaltung vom letzten Mittwoch gegen die drohende Entlassungswelle bei der KBA durchaus auch ein überregionales Medienecho durch die Rundfunkberichterstattung bekommen.

Ich frage mich weshalb man in der Unterhaardter Rundschau kein Sterbenswörtchen über das was in Frankenthal droht lesen kann. Es sind doch auch Familien & Existenzen  aus dem Leinigerland, aus der Unterhaardt die durch die drohende Entlassungswelle betroffen sein werden. Die angekündigten „Massenentlassungen“ in Frankenthal betreffen nicht nur die Stadt Frankenthal, diese Kündigungswelle wird durchaus  auch im Leiningerland Spuren hinterlassen. Hier wünschte man sich durchaus auch etwas ein etwas spürbareres Medienecho, – der Leser der Unterhaardter Rundschau – sollte schon wissen dürfen was da in Frankenthal droht.

Darüber hinaus gibt es aber auch eine weitere recht interessante Beobachtung. Im sogenannten Web 2.0 finden die angekündigten Massenentlassungen in Frankenthal fast keine Resonanz. Wenn man mal von den Einstellungen des Dokuteam1 absieht ( welche auch schon in Blogostatistique 8000 verlinkt wurden ) und einem Aufruf der Bezirksleitung des IG Metall Bezirks Frankfurt absieht, findet man eigentlich so gut wie nichts über die Situation an der „Arbeitsfront“ in Frankenthal. Kein „Pirat“, kein Blogger der seine Stimme für die Beschäftigten der KBA erhebt. Sehr bemerkenswert !

Trotz alledem, bei aller Kritik an den traditionellen Medien, – die Lage bei KBA wird in den traditionellen Medien noch besser begleitet als im Web2.0, auch wenn ich mir persönlich hier in der Unterhaardter Rundschau durchaus etwas mehr Resonanz wünschen würde. Im vielgerühmten Web 2.0 findet die Situation bei der KBA so gut wie keinen Widerhall.

Auch wenn es den „Betroffenen“ wahrscheinlich kaum was nutzten mag, – als letzten Hoffnungsschimmer die Biermann’sche Version von Trotz alledem. Die Mauer ist ja dann auch irgendwann gefallen, vor 20 Jahren am 9. November 1989.

Quellen:

Die Rheinpfalz – Südwestdeutsche Zeitung Donnerstag 29. Oktober 2009:  Pfalz – Kompakt – Tausende gegen Entlassungen.

Die Rheinpfalz – Frankenthaler Zeitung 29. Oktober 2009: 1500 protestieren gegen Enlassungen.

Christophe Neff, Grünstadt le 31.10.2009

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