Unterhaardter Randbemerkungen zur Bundestagswahl 2009 (1; 30.8.2009): – ist der Wahlkampf wirklich langweilig?

Ist der Wahlkampf langweilig fragt Claire-Luis Bluis in ihrem Berlin en parle Blog. Auf den ersten Blick mag man das wohl auch glauben, – und selbst auf den zweiten Blick hat man hier in der Unterhaardt den Eindruck, dass das Grünstadter Känguru fast wichtiger wäre, als der Bundestagstagswahlkampf. Wenn da die Kandidatenvorstellung in der Unterhaardter Rundschau nicht wäre, – und man hier und da nicht die rote Berta des Kandidaten Ressmann durch die Lande ziehen sehen würde, dann hätte man tatsächlich das Gefühl, dass die Bundestagswahl sich irgendwo in der Ferne auf einem belanglosen Planeten abspielen würde. Etwas besser scheint es wohl im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen auszusehen, – das mag aber auch daran liegen, dass das der Wahlkreis von Volker Kauder ist, welcher , soweit man der NRWZ folgt, doch recht präsent auf dem Terrain zu sein scheint. Aber heute Abend wird sich das alles vielleicht doch etwas ändern, – die Wahlergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und im Saarland werden uns bestimmt noch den einen oder anderen medialen „Aufreger“ bescheren – Grünstadter Känguru hin oder her !

Hier im Leinigerland hat der Wahlkampf also bisher kaum Spuren hinterlassen, – die Sommergrippe – mit Wasser und Seife gegen Viren – oder auch das Grünstadter Känguru (exotischer Besuch) – scheinen fast schon wichtiger zu sein als was sich im fernen Berlin abspielt (Die kursiven Lettern sind alles Titel aus der Unterhaardter Rundschau vom Samstag 29. August 2009 die man aber leider so im WWW nicht findet) . Aber wenn man in der „Leininger Nachlese“ von Klaus Stemmler liest – dass das Grünstadter Känguru nun bei SWR3 „Gedönsi “ heißt und der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon Reporter auf die Suche nach dem Grünstadter Känguru ins Leiningerland schickt darf einem schon gar nichts mehr wundern. Wundern wird sich da der eine oder andere am Wahlabend des 27.9 – da wird es doch manch eine Überraschung geben. Aber eigentlich geht es ja um uns, um unsere Zukunft – und da erscheint es manchmal fast befremdlich wie wenig Aufmerksamkeit dem politischen Diskurs, der politischen Auseinandersetzung gewidmet wird. Aber vielleicht wird sich das ja auch heute abend ändern, – vielleicht.

Quellen:

Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau (29.8.2009): Mit Wasser und Seife gegen Viren. Grünstadt Eisenberg: Wie die Schulen auf die Schweinegrippe reagieren – Klinken und Schalter werden öfter gereinigt.

Stemmler, Klaus (29.8.2009): Exotischer Besuch – gesehen hat. In: Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau (29.8.2009) – Leininger Nachlese.

Christophe Neff, Grünstadt den 30.8.2009

Das Grünstadter Känguru nun auch in Gerolsheim

Das Grünstadter Känguru wurde nun auch in Gerolsheim gesichtet. Die heutige Unterhaardter-Rundschau widmete dem Event ein ganzes Drittel der Grünstadter Lokalseiten – der Titel heißt „ Känguru ruht sich im Weinberg aus – Gerolsheim – exotischer Ausreißer ist ein „Bennet“ – Tiere werden häufig auch privat gezüchtet„. Der Artikel beinhaltet sogar ein Bild. Da die Rheinpfalz sehr zögerlich Artikel ins WWW stellt, Beiträge aus regional und lokal Ausgaben finden eigentlich auch nie den Weg ins WWW, verweise ich hiermit auf den Artikel „Einsames Beuteltier in der Pfalz “ aus der Wormser Zeitung, Beitrag der das Photo des in Gerolsheimer photographierten „Grünstadter Känguru“ von Klaus Bolte beinhaltet. Anhand der in Gerolsheim gemachten Photos, waren laut Rheinpfalz Experten der Zoos in Landau und Kaiserlautern in der Lage – das Grünstadter Känguru als Bennet-Känguru – d.h. Rotnackenwallaby (Macropus rufogriseus) zu identifizieren. Auch wenn mir das Grünstadter Känguru bisher noch nicht persönlich begegnet ist, darf man anhand der zahlreichen Indizien wohl annehmen, dass das Grünstadter Känguru, keine „Sommerente“ ist, sondern tatsächlich existent ist. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß der in meinem letzten deutschsprachigen Posting „Die Depeschen von der großen Birke und das Känguru von Grünstadt „ erwähnte Piranha von Colmar es jetzt auch in die deutschen Medien geschafft hat – in der Rheinpfalz N. 192 vom Donnerstag den 20 August 2009 gibt es eine Meldung unter Zeitgeschehen mit dem Titel „Piranha in Rhein-Zufluss im Elsass gefangen„.

Abgesehen davon, dass das Grünstadter Känguru, das Sommerloch für die Medien füllt – habe ich auch ein gewisses berufliches Interesse an solchen Dingen, – da „Exoten“ – d.h vor allem Neophyten neben Waldbränden und Feuerökologie zu meinen wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkten zählen. Mit Neozoen habe ich mich bisher nur einmal während meiner Mannheimer Zeit beschäftigt, nämlich mit der großen Halsbandsittichpopulation in Mannheim (Neff 1998), ansonsten sind es vor allem Neophyten die im Focus meines beruflichen Interesse stehen. Halsbandsittiche kann man inzwischen auch rund um Bobenheim-Roxheim beobachten. Was Neophyten betrifft ist die Unterhaardt und Leinigerland durchaus ein interessantes Untersuchungsgebiet – so darf man die drüsenblättrige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus) hier schon als eingebürgert bezeichnen – man findet diese sogar schon auf dem Grünstadter Berg. Angesichts der Dichte der „Hanfpalmen“ (Trachycarpus fortunei) in den Gärten zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt würde es mich nicht wundern, wenn man irgendwann auch hier die chinesische Hanfpalme als Gartenflüchtling entdecken würde. Wobei ich das dann nicht als Klimasignal bewerten würde, – das habe ich u.a auch schon in einer Publikation zu Neophyten in der elsässischen Oberrheinaue (Neff 2007) geschrieben – die chinesische Hanfpalme kann man durchaus als Palme mit submediterrane Klimaansprüchen bezeichnen – Palme die eigentlich hervorragend an die Klimabedingungen an der Weinstraße zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt angepasst ist. In diesem Zusammenhang, sei für alle Palmenlieber an der Weinstraße das Buch „Winterharte Plamen“ von Mario Stähler und Tobias W. Spanner empfohlen. Es gibt meines Erachtens zur Zeit kein besseres deutschsprachiges Buch zur Thematik.

Eigentlich wollte ich nur ein paar kurze Sätze zum Grünstadter Känguru schreiben. Jetzt ist das ganze doch etwas länger geworden. Neozoen und Neophyten sind jedoch ein wichtiges Thema, mit dem wir uns völlig unabhängig von Sommerlöchern, Presseberichterstattung etc. auseinander setzten sollten. Es ist aber auch ein spannendes Thema – und erlaubt auch Fragen zu stellen – wie lange wird es beispielsweise brauchen bis die asiatische Hornisse, die sich zur Zeit in Westfrankreich ausbreitet bei uns in Deutschland ankommt. Um nochmal abschließend auf das „Grünstadter Känguru“ zurückzukommen – soweit man Wikipedia.de glauben darf gibt es eine Rotnackenwallaby in England, und hat es auch Auswilderungsversuche in Österreich gegeben. Der deutschsprachige Wikipediaartikel über die Rotnackenwallaby scheint auf jedenfall eher zweifelhafter Qualität zu sein, – es fehlen Referenzen und wichtige Querverweise. In Frankreich – in der Forêt de Rambouillet – gibt es eine kleine Bennet-Wallaby Population – die einzige europäische Wallaby Population von der man relativ sicher annimmt, dass diese sich in Situ autochton reproduziert. Aber davon, weiß der deutschsprachige Wikipedia-Artikel über die Rotnackenwallaby ’s bis dato nichts !
Wenn ich die Rheinpfalz lese, habe ich immer das Gefühl, daß man nichts wichtigeres zu tun hat, als zu versuchen das Tier irgendwie einzufangen, zu betäuben, abzuschießen – eben möglichst schnell aus der Landschafts zu schaffen. Wieso läßt man das Tier eigentlich nicht in Ruhe. Wen stört das Tier.

Aus einem Tier kann natürlich keine eigenständige Population entstehen, – aber was wäre den an einer eigenständigen „Wildpopulation“ von Känguru’s im Leininger Land , so wie in Frankreich in der Forêt de Rambouillet, denn so schlimm ? Wen stört es wirklich ?

Kaum hat man den Gedanken zuende gedacht und aufgeschrieben – da höre ich schon die aufrechten Schützer des deutschen Waldes, der deutschen Landschaft, schreien und toben „Faunenverfälschung“, Verschandlung des Landschaftsbildes, etc.. Die Grünstadter Wallaby‘s dürften eigentlich genauso wenig jemanden stören wie die Wallabypopulation in der Forêt de Rambouillet ! Das ist jedenfalls meine Meinung.

Zitierte Quellen:

Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau (21.8.2009): Känguru ruht sich in Weinberg aus. Gerolsheim: Exotischer Ausreißer ist ein „Bennet“ – Tiere werden häufig auch privat gezüchtet.

Neff, C. (1998): Neophyten in Mannheim – Beobachtungen zu vegetationsdynamischen Prozessen in einer Stadtlandschaft. In: Anhuf, D., Jentsch, C. (Eds.): Beiträge zur Landeskunde Südwestdeutschlands und angewandten Geographie. Mannheimer Geographische Arbeiten, H. 46, 65-110, Mannheim. (ISBN 3-923750-72-2)

Neff, C. (2007) : Naturkundliche Beobachtungen in Munchhausen (Frankreich) Sauerdelta und Laurophyllisation in Munchhausen.. In: VOGT, J., D. BURGER, T.K. BUTTSCHARDT, A. MEGERLE (Eds): Karlsruhe, Stadt und Region. Ein Landeskundlicher Führer zu bekannten und unbekannten Exkursionszielen. Karlsruhe, Regionalwissenschaftlicher Fachverlag, p. 201 – 215, ISBN 978-3-9811189-2-6

Stähler, M., Spanner, T.W. ( 2007 ): Winterharte Palmen – in Mitteleuropas erfolgreich auspflanzen, pflegen und überwintern. Berlin, Medemia Verlag, ISBN 978-3-940033-01-7.

Centre d‘ Etudes et de sa Forêt : Enquête sur le Wallaby de Bennett en Forêt d’Yvelines.

Grünstadt, le 21.8.2009

Die Depeschen von der großen Birke und das Känguru von Grünstadt

Zwischen Grünstadt und Ebertsheim wurde ein Känguru gesichtet. Das hat Grünstadt etwas Medienprominenz eingebracht – so konnte man das heute morgen in der Unterhaardter Rundschau der Rheinpfalz nachlesen „Känguru wird zum Medienstar„, da hat es auch schon erste „Internetperceptionen“ gegeben wie Beispielsweise „Känguru hüpft durch die Pfalz “ – . Eigentlich ist die Sache etwas älter, denn schon vergangenen Freitag den 14.8 gab es schon einen Bericht in der Unterhaardter Rundschau über das Känguru von Grünstadt, – damals hieß es noch das Ebertsheimer Känguru – aber da die Rheinpfalz nur einen verschwindend kleinen Rest ihrer regionalen und lokalen Berichterstattung ins Netz stellt hat es ein paar Tage gedauert bis die Nachricht sich über ganz Deutschland ausgebreitet hat. Bei meinen Spaziergängen über den Grünstadter Berg ist mir das Rothals-Wallayby (auch Rothalsfiliander genannt), um ein solches Känguru soll es sich nämlich laut Rheinpfalz handeln, jedenfalls bisher nicht begegnet. Dort auf dem Grünstadter Berg müßte es ja irgendwo weilen. Mal schauen wie lange es dauert bis das Grünstadter Känguru seinen ersten Wikiepdia Artikel bekommt. Man hat übrigens nicht so sehr weit entfernt von Grünstadt, in Frankreich, im elssäsischen Flüsschen Ill bei Colmar einen Piranha geangelt – das scheint mir weit beunruhigender zu sein als das Grünstadter Kanguru, aber der „Piranha von Colmar “ scheint es bisher bis her noch nicht in die deutschen Medien geschafft zu haben. Sollte mir das Grünstadter Känguru mal tatsächlich begegnen werde ich es hier in diesem Blog kundtun.

Der Nachrichtenwert, dass die Depeschen von der große Birke nun der Vergangenheit angehören, entspricht zwar nicht dem des Grünstadter Känguru, – das wurde auf französisch im Billet „Le grand bouleau cesse d’émettre “ was soviel heißt wie „die große Birke stellt die Sendungen ein“ , schon am 16.8. kundgetan, dennoch hier also die Nachricht in Deutsch für meine deutschsprachigen Leser.

Es geht mir inzwischen wesentlich besser und ich werde Anfang September auch wieder meinen Dienst am Institut für Geographie und Geökologie am KIT aufnehmen werden. Da bleibt nicht viel Zeit zum Schreiben eines Blogges. Das Paysages-Blogg werde ich zwar weiterführen, – aber es wird wohl weit weniger Beiträge als bisher geben – wahrscheinlich wird es ein ephemeres Wochenendblog werden. Deutschsprachige Leser, so zumindest teilt es mir die wordpress Statistik mit, habe ich sowieso recht wenig, – nur die beiden Mannheim Artikel „Nachtrag zum Mannemer Dreck – Mannheims Bücherwelten (21.7.2009) “ und „Mannemer Dreck- traumhafte Zeiten – eine autobiographische Zeitreise mit Musikbegleitung nach Mannheim “ wurden relativ häufig gelesen, ansonsten scheint die Wahrnehmung eher geringer zu sein. Man kann hier eher vermuten, dass die Leser meiner deutschsprachigen Blogbeiträge doch eher im erweiterten Bekanntenkreis zu finden sind, während meine frankophonen Leser völlig unabhängig von irgendwelchen persönlichen Beziehungen in der ganzen frankophonen Welt zu finden sind. Da es mich natürlich freut, dass meine Beiträge gelesen werden, werde ich wahrscheinlich einen Großteil meiner zukünftigen Beiträge auch in Französisch verfassen. Wobei ich unabhängig davon in welcher Sprache ich editiere, alles was in Grünstadt verfasst wurde, werde ich, so habe das auch in „Le grand bouleau cesse d’émettre “ kundgetan, als Grünstadter Depeschen kategorisieren. Insofern, wurde die Grünstadter Depesche Nr. 2 mit dem Titel „Die Depeschen von der großen Birke und das Känguru von Grünstadt „ nicht nur in Grünstadt verfasst, sondern hat auch mit einem Nachrichtenereignis aus Grünstadt zu tun. Das Grünstadter Känguru hinterlässt sozusagen seine Spuren auch auf dem „Paysage-Blog“. Weit wichtiger erscheinen mir jedoch beispielsweise was ich heute in der Bücherrepublik von Pierre Assouline lesen konnte – „La Bnf se livre à Google „ – die Französische Nationalbibliothek liefert sich Google aus, sprich Google soll einen Teil des Bestandes der französischen Nationalbibliothek digitalisieren. Interessantes Vorhaben, aber angesichts der Monopolstellung von Google kann einem da leicht mulmig werden. Google macht das bestimmt nicht aus bibliophilen Samarititertum, sondern Google will da natürlich à la longe auch Geld damit verdienen. Das ist zwar völlig legitim, – aber dennoch sollten die „digitalen“ Bücherwelten nicht alleine in der Verfügungsgewalt eines privatkapitalistischen Monopolisten liegen.

Einen weit wichtigeren Nachrichtenwert als das „Grünstadter Känguru“ hat in meinen Augen auch die Tatsache, dass es in Indien eine große Dürre gibt, Dürre die soweit man Le.Monde glaubt „L’Inde est confrontée à une sécheresse historique durchaus historische Ausmaße gewinnen könnte. Da werden Erinnerungen an den kürzlich verstorbenen Dokumentarfilmer Peter Krieg und seinen Film Septemberweizen wieder wach. Wahrscheinlich könnte man die Liste denkwürdiger Nachrichtenereignisse vom 19.08.2009 weiterführen – so jährt sich heute der fünfzigte Jahrestag des Waldbrandes der Forêt des Landes (siehe auch mein Billet Le 19 août 1949 – le drame de la Forêt des Landes ), – das war wohl Europas mörderischster Waldbrand der neueren Geschichte – oder auch was Spiegelonline über Murdochs Überlegungen über Bezahlkultur in Internet unter dem Titel „Hoffnung in Lachsrosa“ (wobei es doch ziemlich gedauert hat bis Mudoch’s Gedanken zum SPON fanden, James Silver berichtete darüber schon am 30.6.2009 in wired.uk unter dem Titel „Can Robert Murdoch save online -news „) verbreitet könnte durchaus in solch eine imaginäre Liste passen. Derweil hoppst das Grünstadter Känguru über den Grünstadter Berg, die Depeschen der großen Birke werden eingestellt, – und das „paysage-blog “ – sprich der Nefflinger bloggt weiter – nur nicht mehr so häufig wie bisher. Und sollte mir das Grünstadter Känguru tatsächlich persönlich begegnen werde ich das auch hier im Blog „paysage“ kundtun.

Quellen:

Stemler, Klaus (2009): Känguru wird zum Medienstar. Grünstadt-Eisenberg: Das im Leiningerland herumhüpfende Beuteltier sorgt für viel Gesprächstoff. In: Die Rheinpfalz Nr. 191- Unterhardter Rundschau – Mittwoch 19. August 2009.

Christophe Neff, Grünstadt le 19.8.2009

Die deutschsprachige Bücherwelt wird kleiner: Ammann schließt 2010

Heute Morgen war es eine kleine Notiz in der Rheinpfalz „Buchverlage – Ammann macht 2010 Schluss“ – und in der elektronischen Zeit war es gestern unter dem Titel „Buchbranche – Der Ammann-Verlag gibt auf “ zu lesen. Der Orignalpressemeldung von Egon Ammann in eigener Sache ist eigentlich kaum etwas hinzufügen. Damit geht ein Stück deutschsprachiger Verlags – und Literaturgeschichte zu Ende – ich meine sogar, dass damit ein Stück deutschsprachiger Kulturgeschichte beendet sein wird.

Für die Freunde der Welt der Bücherwelt ist das Aus des Amman-Verlages ein herber Verlust. Mein erstes Buch aus dem Hause Ammann war „der große Kater“ von Thomas Hürlimann . Ich hatte es im Herbst 1998 erworben, – nach der damaligen Buchmesse. Das letze Buch aus dem Hause Amman habe ich erst vor ein paar Tagen gekauft, – Hansjörg Schneidersdas Wasserzeichen“ – ich habe es ja noch gar nicht gelesen. Im Wasserzeichen befindet sich sogar noch ein Verlagsprospekt von 2003.

Soweit man Taschenbuchausgaben von ursprünglich Originalausgaben des Hauses Ammann mitzählt, dann hat mich der Verlag in den letzten Wochen stetig in der Hunkeler Reihe begleitet – da habe ich als Genesungslektüre alle als Taschenbuchausgabe vorliegenden Hunkeler – Krimis als Genesungslektüre gelesen – vom Paar im Kahn – bis Hunekeler und der Fall Livius.

Ja, ich bin auch notgedrungen Taschenbuchleser – früher als Schüler und Student waren es vor allem finanzielle Gründe die mich zum Taschenbuch führten – heute ist es existenzielles Platzproblem. Wohin mit den ganzen Büchern ? – ein Taschenbuch braucht einfach weit weniger Platz als ein traditionelles Buch. Jedes neugekaufte Buch führt zu einem „existenziellen casse-tête“ – wohin nur mit dem neuen Buch. Jedesmal wenn ich den Kulturteil im Spiegel, den Feuilleton in der Zeit, – Le Monde des Livres – oder auch Pierre Assoulines „Bücherrepublik “ lese – frage ich mich immer wieder – wer hat den die Zeit die ganzen Bücher zu lesen – und soweit diese wirklich gekauft werden – wo finden denn diese ganzen Bücher Platz. Wer hat genug Platz für die ganzen jährlichen Neuerscheinungen? Vielleicht werden aber auch gar mehr nicht so viele Bücher gekauft wie man zu meinen glaubt – dass zumindest legt einem das angekündigte Ende des Ammann Verlages in Zürich nahe.

Das angekündigte Ende des Ammann Verlages in Zürich ist für den deutschsprachigen Freund des Buches und der Bücherwelt kein schöner Tag. Den Verlagsgründern Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld, sowie allen Mitarbeitern des Verlages sei jedoch gedankt für ihr über 25 Jähriges Engagement für das Buch und die Welt der Bücher !

Christophe Neff, Grünstadt le 12.8.2009

Mediale Deutsch-französische Wahrnehmungsdifferenzen: Clotilde Reiss und Loubna Ahmed al-Hussein

Es ist schon erstaunlich wie lange im Zeitalter von Twitter und Internet Nachrichten brauchen um von West nach Ost über den Rhein zugelangen – um dann auch bei uns in Deutschland wahrgenommen zu werden. Loubna Ahmed al-Hussein der ich unter Titel „Madame Courage: Loubna Ahmed al-Hussein “ am 30.7 ein deutschsprachiges Billet widmete brauchte nach meiner Wahrnehmung über eine Woche um in die deutschen Medien zu gelangen. Am Samstag den 8.8 konnte man in der Rheinpfalz auf Seite drei einen Beitrag mit dem Titel „Peitschenhiebe für Hosen tragende Frauen – Eine sudanesische Journalistin wehrt sich“ über die Sudanesin die dem Regime von Umar Hasan Ahmad al-Baschir Omar trotzt lesen. In der frankophonen Presse rund um den Globus war das Thema fast den ganzen Juli ein Dauerbrenner.

Gleiches gilt für Clotilde Reiss , auch wenn es weniger die frankophone Presse, als die französische Presse war, die sich der Affäre um die junge Doktorandin der Bildungsgeographie und Französischlektorin der Universität Isphan widmete. Die „Affäre Clotilde Reiss“ die schon Anfang Juli die französischen Medien beherrschte fand erst heute Eingang in die mediale Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland. Der Plapperstorch hat das schön mit dem Titel „Medien entdecken Clotilde “ beschrieben. Das war gestern, Sonntag den 9 August 2009. Gestern habe ich auch meinen französischen Artikel mit dem Titel „les images qui se ressemblent “ – die Bilder die sich ähneln – über Clotilde Reiss verfasst. Ich habe dort die Bilder die uns aus dem iranischen Revolutionsgericht erreichten mit denen aus dem Volksgerichtshof verglichen. Heute war in der französischen Presse vor allem von stalinistischen Schauprozessen die Rede, – wie Beispielsweise der Geograph & Iranspezialist & Herausgeber des Atlas de l‘ Iran Bernard Hourcade in einem Interview in Le Monde.fr „“Clotilde Reiss n’est pas une espionne, ne cédons pas à la paranoïa “ sagte. Die deutschen Leitmedien haben fast einen Monat gebraucht um Clotilde Reiss zu entdecken, – immerhin gibt es ja seit gestern auch schon einen deutschsprachigen Wikipediaartikel über Clotilde Reiss . Aber angesichts der Löschwut in der deutschsprachigen Wikipedia kann man ja gespannt sein, wann dort der erste Löschantrag gestellt wird, – und ob der Artikel überlebt. Abgesehen von den Postings beim Plapperstorch war Clotilde Reiss in der medialen Wirklichkeit Deutschland bis heute weitgehend unbekannt. Aber wie ich schon im bei Madame Courage schrieb, – die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt war bei uns in Deutschland einfach wichtiger. Der Rhein scheint, trotz Twitter und Internet eine tiefgreidender kulturgeographische bzw. mediengeographische Trennungslinie zwischen Frankreich und Deutschland dazustellen, die doch weit tiefer zu sein scheint als allgemein dargestellt. So stellt sich das jedenfalls in meiner Wahrnehmung dar, – zumindest lassen dass die aufgeführten Beispiele Loubna Ahmed al-Hussein und Clotilde Reiss vermuten.

Abschließend noch – wer Clotilde Reiss unterstützen möchte – unter dem Titel „Soutien à Clotilde Reiss “ gibt es einen französischsprachigen Unterstützungsblog. Unter „Signons la pétition pour libérer Clotilde Reiss “ gibt es eine online-Petition zur Freilassung von Clotilde Reiss. Ich selbst habe die Onlinepetition als Nummer 4391 am 9.8.2009 unterschrieben.

Christophe Neff, Grünstadt le 10.8.2009

Depeschen von der großen Birke: nochmals vierzehn Tage

Ich habe es schon auf Französisch im Posting „Dépechês du grand bouleau : au moins encore deux semaines „geschrieben – es wird nochmals mindestens vierzehn Tage Depeschen von der großen Birke geben. Sollte ich bis dahin endlich von meinem Unfall am 2.5. genesen sein, dann wird sich der Publikationsrythmus bestimmt ändern, als arbeitender Mensch wird es schwer sein die nötige Zeit zu finden, an solch einem Blog zu schreiben. Aber irgendwie wird es schon mit dem Bloggen weitergehen, nicht ganz so intensiv wie bisher, aber irgendein Weg wird sich schon finden lassen um weiterschreiben zu können. Überhaupt scheint das intensive Bloggen für Menschen mit großem Zeitbudget zu sein. Aber das ist ein anderes Thema.

visconti-une-vie-exposee-buchdeckel.1249392824.jpgEin stetiger Begleiter meiner Genesungszeit hat mich inzwischen verlassen – Laurence Schifano’sVisconti – une vie exposée„. Das erste Buch welches wg. einer positiven Kritik in einem Blog gekauft habe – und zwar bewegt durch den Beitrag „Visconti, une vie de condottiere „ in Assoulines „Bücherrepublik“ der République des Livres . Im Grunde handelt es sich um die erweiterte Neuauflage des Buches „Luchino Visconti – les feux de la passion“ (Librairie Academique Perrin 1987) – wobei die vorliegende erweiterte Neuausgabe um ein ganzes Kapitel „la part de l‘ ombre (der Teil des Schattens) ergänzt wurde. Die Altausgabe von 1987 wurde übrigens unter dem Titel „Visconti – Fürst des Films“ 1988 ins Deutsche übersetzt. Die vorliegende Neuausgabe „Luchino Visconti – les feux de la passion“ würde es bestimmt auch verdienen ins Deutsche (und andere Sprachen) übersetzt zu werden. Das Buch ist ein Meisterwerk – in welchem fast, soweit man Verdi und den Risorgimento mit einbezieht, hundert Jahre italienische Film- , Theater, Musik- und Literaturgeschichte sowie italienische Zeitgeschichte auf einem fast impressionistischen Tableau welches von Verdi, Verga, Gramsci, Marcel Proust, Thomas Mann, bis Camus reicht, dargeboten bekommt. Einziger Wehmutstropfen dieses als Orignaltaschenbuchausgabe gedruckten Oeuvres ist die kleine Typographie die das Lesen der über 770 Seiten manchmal doch sehr beschwerlich macht. Sollte Schifano’s Buch doch irgendwann ins Deutsche übersetzt werden, sollte man dem potentiellen Verleger dringend empfehlen eine weit größere Schriftgröße als in der französischen Originalversion zu wählen, auch wenn dadurch das Buch gewiss auch auf über 1200 Seiten anschwellen würde. Aber für das Verständnis, vor allem für den Lesegenuß wäre dies bestimmt förderlich. Wer der französischen Sprache mächtig ist, wer sich für den italienischen Film, insbesondere Visconti Bedeutung für die italienische, ja europäische Filmgeschichte interessiert, und wer sich vor der kleinen „Buchstabengröße“ nicht fürchtet dem sei „Visconti – une vie exposée“ ans Herz gelegt. Ich habe es auf jeden Fall mit großem Gewinn gelesen.

Zu Waldbränden dem Thema welches mir doch die meisten Leser „beschert“ (heute Abend 3.8.2009 23:25 2888 Leser) werde ich hier nichts schreiben – dazu verweise ich des französischen mächtigen Leser u.a. auf „Dépechês du grand bouleau : au moins encore deux semaines “ wo ich u.a. bezüglich dieses „sommerlichen Dauerbrenners“ folgendes schrieb: „Et si le lecteur en passant ses vacances dans le Midi français veut activement contribuer à la gestion de ces paysages du Midi potentiellement extrêmement « combustible », je ne peux que conseiller : buvez le vin des terroirs de vacances, mangez les produits du terroir, achetez chez les producteurs locaux, que se soit coopératives vinicoles ou exploitants producteurs indépendants, préférez les restaurateurs qui ont recours aux produits locaux et régionaux – car un paysage méditerranéen, un terroir méditerranéen vivant de ses terres, c’est déjà un facteur important pour réduire les risques de feux de forêts » . Was kurzgesagt sinngemäß bedeutet, dass das Genießen von Wein, regionalen Lebensmittelprodukten, regionaler Küche im mediterranen Südfrankreich durchaus ein sinnvoller Beitrag zur Reduktion von Waldbrandrisiken sein kann. Das gilt übrigens nicht nur für das mediterrane Südfrankreich sondern lässt sich durchaus auch auf andere mediterrane Landschaften übertragen.

Zitierte Literetur/Quellen:

Schifano, Laurence (2009): Visconti – une vie exposée. Édition augmentée. (Collection Folio/Éditions Gallimard), Paris ISBN 978-2-07-034808-4

Schifano, Laurence (1988) : Visconti – Fürst des Films. (Übersetztung besorgt durch Theresa Maria Bullinger). Casimir Katz Verlag ISBN 978-3925825156

Schifano, Laurence (1987) : Luchino Visconti – les feux de la passion (Librairie Academique Perrin 1987)

Christophe Neff, Grünstadt 3.8.2009

Der Grünstadter Berg – nun auch in Wikipedia.de

Nachdem ich schon vor zwei Wochen unter dem Titel „Balade d’été sur le Grünstadter Berg (19.7.2009) “ einen kleinen Artikel über den Grünstadter Berg verfasste und den Grünstadter Berg auch in diesem Beitrag Some words concerning Eryngium campestre (field Eryngium) on Wikipedia.en erwähnte, habe ich nun doch auch einen kleinen Artikel über den Grünstadter Berg für die deutschsprachige Wikipedia verfasst. Damit ist die digitale Existenz des Grünstadter Berges sozusagen gesichert.

Wer den Grünstadter Berg aus naturkundlicher Sicht betrachtet, der wird an dem Namen Oskar Sommer nicht vorbeikommen – so sehr ist der Name Oskar Sommer mit dem Hausberg Grünstadts verbunden. So fand sich im letzten Pollichia – Kurier 25 (3) – 2009 auf den Seiten 11-12 unter dem Titel „Herbarium Oskar Sommer“ (Lang 2009) ein Artikel über das Herbarium von Oskar Sommer, welches in den Bestand der Pollichia überging, und dessen Herbarium u.a natürlich auch Belegexemplare vom Grünstadter Berg enthielt, wie z.b. der bewimperte Enzian (Gentianella ciliata ) von der Enzianwiese auf dem Grünstadter Berg. Die Flora des Grünstadter Berg hat Oskar Sommer auch verschiedentlich in seinem Schrifttum vorgestellt, so u.a. in den Bücher „Rätselhafte Pflanzenwelt“ (Sommer 1974) und „Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete“ (Sommer 1981). Meines Erachtens hätte der „Erforscher“ des Grünstadter Berges durchaus seinen Platz in der deutschsprachigen Wikipedia, – aber ich scheue mich da vor der Erstellung eines Beitrages, – weil ich befürchte – dass ein Artikel über Oskar Sommer fast unweigerlich in der Löschdiskussion landet. Die Relevanz einer Person aus vordigitaler Zeit, über die es darüberhinaus zumindest keine digitalen „Zeugnisse“ gibt, für die deutschsprachige Wikipedia nachzuweisen – das ist schon sehr schwierig. Nicht unmöglich aber Schwierig. Da mach ich mich dann doch lieber an einen Beitrag über die Raumschaft Schramberg – geographische Begrifflichkeit aus dem Schwarzwald – die auch noch in Wikipedia.de fehlt – deren Relevanz aber deutlich einfacher nachzuweisen ist als die von Oskar Sommer.

Durch die Übergabe des Herbariums Sommer an die Pollichia ist zumindest ein Teil des naturkundlichen Erbes von Oskar Sommer für die Nachwelt erhalten – und können so ggf. auch für weiterführende Forschungen auf dem Grünstadter Berg bzw. in anderen Landschaftsteilen des Leiningerland zur Verfügung stehen.

Zitierte Literatur:

Lang, W. (2009): Herbarium Oskar Sommer. In: Pollichia – Kurier -25(3)- 2009, S. 11-12.

Sommer, O. (1974) : “Rätselhafte Pflanzenwelt – von Pflanzen der Pfälzer Landschaft und ihren Geheimnissen.“ Verlag Emil Sommer, Grünstadt 1974

Sommer, O. (1981): “Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete.“ Verlag Emil Sommer Grünstadt 1981, ISBN 3-921-395-08-9

Grünstadt, le 31.7.2009

Madame Courage: Loubna Ahmed al-Hussein

Le courage de Loubna – heißt es bei EL Watan . Wer kennt schon bei uns in Deutschland Loubna Ahmed al Hussein ? Loubna die demnächst wg. des öffentlichen Tragens von Hosen im Sudan ausgepeitscht werden wird – das Tragen von Hosen ist im Nordsudan wo die Charia gilt für Frauen nämlich verboten. Bei uns galt die mediale Aufgeregtheit der letzten Tage dem „Dienstwagendebakel “ von Ulla Schmidt – Loubna hingegen ist völlig unbekannt. Was Ulla Schmidt eigentlich verbrochen haben soll, das hat mir bisher keiner richtig erklären können – die Dienstwagenaffäre – eben ein Sommerlochfüller der für die politisch sowieso schon schwer gebeutelte SPD nicht gerade förderlich ist. Aber ansonsten, – so what – oder vor allem wem nützt das ganze ? Ja, wem nützt denn die Aufgeregtheit um Ulla Schmidt’s Dienstwagenaffäre !

Loubna – die in Deutschland weitgehende unbekannte Journalistin und UNO Mitarbeiterin aus dem Sudan -wird am 4.8 mit großer Wahrscheinlichkeit zu 10 – 40 Peitschenhieben verurteilt werden weil Sie es als Frau gewagt hat öffentlich Hosen zu tragen. Das Urteil wird auch wahrscheinlich gleich öffentlich vollstreckt werden- „pour l‘ example“. So wie die 10 anderen Frauen die man im vor ein paar Tagen im Sudan öffentlich ausgepeitscht hat, weil Sie in der Öffentlichkeit Hosen trugen (siehe auch ) . Im Sudan des Umar Hasan Ahmad al-Baschir Omar werden Frauen wg. des öffentlichen Tragens von Hosen ausgepeitscht – und keiner nimmt hierzulande davon Notiz – Ulla Schmidts „Dienstwagenaffäre“ ist wichtiger – ein richtiger Sommerlochaufreger eben ! Loubna – die Madame Courage aus dem Sudan – hier übernehme ich sehr gerne die Worte von EL Watan – ist im francophonen Raum – inzwischen schon so etwas wie eine Ikone der Menschenrechtsbewegung geworden. Loubna – hat auf ihre Immunität als Uno Mitarbeiterin verzichtet – um darauf hinzuweisen was mit Frauen im Nordsudan geschieht die öffentlich Hosen tragen. Damit auch Loubna als Uno – Mitarbeiterin auspeitscht wird, sowie die anderen 10 Frauen die ausgepeitscht wurden wg. Hosentragens, damit die Welt sieht wie es mit dem Frauenrechten, den Menschenrechten im Sudan des Umar Hasan Ahmad al-Baschir steht.

Aber wer will schon was vom Sudan wissen. Ich habe vor Jahren mal einen Aufruf mit Hilfe der Pressestelle der Uni Mannheim über die Lage in Darfur gestartet – die Presseinfo mit dem Titel Menschen im Sudan brauchen unsere Hilfe geistert immer noch im Äther des WWW herum . Getan hat sich nichts, weder im Darfur – noch im übrigen Sudan – nur der Titel selbst ist immer noch von brennender Aktualität.

Aber wer wagt es schon den Sudan zu kritisieren, – besonders seitdem der Sudan zu einer der Hauptbasen des chinesischen Afrikaengagegements geworden ist. Für alle frankophonen Leser meines Postings sei in diesem Zusammenhang das Buch la Chinafrique von Serge Michel und Michel Beuret von empfohlen. Ein wirklich lesenswertes Buch weil es über eine afrikanische Wirklichkeit berichtet die bei uns in Deutschland entweder unbekannt ist – oder einfach nicht wahrgenommen wird.

So wie Madame Courage – Loubna Ahmed al Hussein – der 40 Peitschenhiebe drohen weil sie es als Frau wagte im Sudan öffentlich Hosen zu tragen.

Zitierte Literartur:

Michel, S., Beuret, M., Woods, P. (2008) : La Chineafrique – Pekin à la conquête du continent noir. Paris (Bernard Grasset) ISBN 978-2-246-73621-9

Christophe Neff, Grünstadt le 30.7.2009

Joseph Roth in der „Bücherrepublik“ von Pierre Assouline (26.7.2009)

Nein, mein Blog soll kein „Wiederkäuerblog“ oder „ Wiederkäuerkommentar “ sensu Konrad Lischka sein, – aber manchmal als Transmissionsriemen zwischen den unterschiedlichen Kulturen Frankreichs und Deutschlands dienen, das kann der Blog dann doch schon hin und wieder. Hier denke ich, kann man dann schon, das eine oder andere – aus der anderen „Sprach & Kulturwelt“ übertragen, kommentieren – bzw. einfach darauf hinweisen.Im Grunde genommen, aller Sonntagsreden über „Sinn und Wert“ der deutsch-französischen Beziehungen zum Trotz, habe ich das Gefühl, dass das Wissen über den Nachbarn im Westen (bzw. im Osten, wenn man wenn man von Frankreich ausblickt) in konstanter Abnahme begriffen ist. Man braucht dazu nur einen Blick auf die Qualität des Deutschunterrichts in Frankreich zu blicken, bzw. auf die Qualität des Französisch Unterrichts in Deutschland. Wie lange wird das Französische sich noch als zweite Fremdsprache an allgemeinbildenden Gymnasien in Deutschland halten können? Wer es mit Europa ernst meint, der sollte auch die Sprache des Nachbarn, des Freundes verstehen und sprechen können, denn nur über die Sprache kann es so etwas wie ein tieferes Verständnis des anderen geben.

Soweit sogut – worauf ich eigentlich hinweisen wollte – ist das es in der „Bücherrepublik“ – (= meine Übersetzung) des Blog „la république des livres “ – von Pierre Assouline , in der man heute einen meines Erachtens hervorragenden Artikel mit dem Titel „Joseph Roth, exilé mais d’ou? (Joseph Roth, – exilierter – aber woher ? )über Joseph Roth bzw. die Ausstellung die Joseph Roth im Musée d‘ Art et d‘ histoire du judaisme gewidmet ist, finden kann. Ich kann jedem, der sich für etwas für Bücher, die Rezeption & Perception deutschsprachiger Belletristik im französischen Sprachraum interessiert, soweit genügend Französische Sprachkenntnisse vorliegen nur empfehlen, den Blogbeitrag von Assouline in der „république des livres“ zu lesen. Mir hat das Posting so gut gefallen, daß ich doch irgendwann mal den Radezkymarsch in die Hände nehmen und lesen werde. Weiterhin Lust gemacht nach Paris zu fahren, und die Ausstellung über Joseph Roth im Musée d‘ Art et d‘ histoire du judaisme anzusehen. Aber das wird wohl nichts werden, – leide immer noch unter den Folgen des Unfalles vom 2.5. – und hoffe, dass sich die Genesung nicht noch durch den August zieht. Weiterhin soweit ich doch noch, trotz nur langsam genesender Unfallfolgen, ein paar Tage Urlaub nehmen dürfte, würde ich dann doch lieber ans Meer, an mein Meer – la Mediterranée – fahren. A propos Paris, las gerade Hansjörg SchneidersTod einer Ärztin“ zu Ende, – und habe damit in den vergangenen sechs Wochen alle in Taschenbuchausgabe vorliegenden Krimis der Kömmissär Hunkeler Reihe gelesen – da spielt die Stadt Paris eine nicht unwesentliche Rolle. Dem Kommissär Hunkeler sollte ich eigentlich ein eigenes „billet“ widmen – deshalb einstweilen nur soviel – angesichts der prominenten Rolle die der „Sundgau“ in der Hunkeler Reihe spielt, würde es sich anbieten die Reihe ins Französische zu übersetzten. In meinen Augen sind die „Hunkeler“ sowieso keine echten Krimis, – sondern poetische Stadtgeographien Basels – und landschaftspoetische Reisen in den Sundgau – und somit weit mehr literarisches Werk als gemeiner Krimi.

Vielleicht sollte ich auch mein Blog – viel eher Paysages & livres nennen als nur „paysages“ – also „Landschaften und Bücher“ – vielleicht trifft das ja den Kern des vorliegenden Bloges weit besser als nur „paysages“.

Zitierte Literatur:

Schneider, Hansjörg (2001): Tod einer Ärztin. (Bastei – Lübbe TB), ISBN 978-3-404-14871-4

Christophe Neff, Grünstadt le 26.7.2009

P.S: Nicht nur der Artikel „Joseph Roth, exilé mais d’ou? von Assouline ist lesenswert, – es lohnt sich durchaus auch die zahlreichen Kommentare dazu zu durchforsten !

Blogostatistiques : deux mois de blog paysages (24.5.2009 – 24.7.2009)

Le blog paysages est maintenant deux mois en ligne – le début était le 24.5.2009 – et en deux mois de fonctionnement il a eu si les statistique wordpress sont vraiment fiables 2254 visiteurs. En ce qui concerne la fiabilité des données statistiques que l’outil wordpress livre – j’ai mes doutes – mais j’ai crois au moins que l’ordre de grandeurs sont à peu près corrects. Dans le tableau en bas on trouve les cinq articles ayant reçu la plupart de lecteurs dans la période du 24.5- 24.7.2009.

Das Blog paysage ist jetzt zwei Monate online – der Beginn war am 24.5.2009 – und nun nach 2 Monaten Dauer hatte das Blog, soweit man den wordpress Statistik glauben mag 2254 Besucher. Was die Verlässlichkeit der von wordpress ausgeben Besucherzahlen angeht habe ich zwar meine Zweifel – aber die Größenordnung wird bestimmt stimmen. Anbei unten eine Tabelle mit den im Zeitraum von 24.5- 24.7.2009 fünf meistbesuchtesten Artikeln.

The Blog paysage is now 2 months online – the blog started on the 24.5.2009 – and now after 2 months „operating“ the blog received 2254 visitors. Concerning the reliability of the numbers provided by the wordpress statistic tools I have some doubts – but I think the dimension seem to be correct. The following table presents the 5 most visited (or readed) articles in the period from24.5 to 24.7.2009.

Article Pl. % Visiteurs/Leser/Visits
1949 l’incendie meurtier dans la Forêt des Landes 1.) 17,901 404
I. Un blog sur les paysages : un petit début 2.) 17,199 388
Nachtrag zum Mannemer Dreck 3.) 7,371 166
Feux de forêts et lectures de paysages 4.) 7,125 161
Villa Jasmin 5.) 6,388 144
  55,984  

Christophe Neff, Grünstadt le 25.7.2009