Sturm Xynthia : Blick von der Unterhaardt auf La Faute-sur-Mer, L’Aiguillon und Port Leucate

An der Unterhaardt und im Leiningerland waren die Schäden die der Orkan Xynthia am letzten Wochenende hinterließ doch relativ bescheiden. Natürlich sind, wie man heute in der Rheinpfalz lesen kann in den Wäldern zwischen Grünstadt, Altleiningen und Eisenberg ein paar Bäume umgefallen.  Aber ansonsten hält sich der Schaden den der Orkan Xynthia hier im Umkreis von Grünstadt verursachte doch ziemlich in Grenzen.  Was die umgefallenen Bäume betrifft wundere ich mich immer wie sehr Forstleute und Presse das „Umknicken“ bzw. den „Sturmwurf“  von an für sich gesunden und standortgerechten Bäumen bei Stürmen beklagen – und vor allem nicht nachvollziehen können. Eigentlich sollte doch bekannt sein, dass bei schweren Stürmen in nemoralen Wäldern immer ein paar Bäume, ja selbst hunderte von Bäumen sturmbedingt umfallen können. Aus dieser Tatsache hat sich der Forest Gap Theory entwickelt, die im französischen auch als „theorie des trouées ( sensu Schnitzler – Lenoble 2002)bzw. dynamique des trouées“  bekannt, im deutschen würde man wohl am die Forest Gap Theory wohl am ehesten mit „Wald- Lücken-Theorie“ bezeichnen.  Es scheint wohl so zu sein als hätte in Deutschland Begriff wie „Wave-regeneration oder Forest Gap Theory“ es bisher kaum geschafft aus dem akademischen Elfenbeinturm heraus eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. Das mag vielleicht zum einem am  emotionalen aufgeladenen „Waldbild“  im deutschen Sprachraum liegen, – und vielleicht auch soweit es neuere Ergebnisse aus der Waldökosystemforschung betrifft – an der Anglifizierung des wissenschaftlichen Publikationsbetrieb, – welcher Förster, welcher Journalist hierzulande liest schon in Englisch verfasste Paper zur theoretischen Waldökologie (siehe hierzu auch meine Bemerkungen in III. Un blog sur les paysages: an English introduction  ).  Für Waldbesitzer und Forstbetrieb mögen die Folgen von Xynthia im Einzelfall tragisch & und vielleicht sogar Existenz bedrohend sein, der Wald als Ökosystem erholt sich jedoch relativ problemlos von den Sturmfolgen, sowie sich Wälder in der Regel auch von Waldbränden erholen. Soweit ich es von hier aus Überblicken kann, sind wir was durch Xynthia verursachten Sturmschäden in Deutschland betrifft doch noch relativ glimpflich davon gekommen.

In Frankreich sah es da schon ganz anders, wobei interessant ist das der Orkan Xynthia in der französischen Wikipedia als „Tempête Xynthia“ als Sturm Xynthia bezeichnet wird – obwohl der Sturm mit 53 Toten und 7 Schwerverletzten doch wesentlich folgenreicher als in Deutschland war. Am härtesten traf es die Gemeinden La Faute-sur-Mer und  L’Aiguillon an der französischen Atlantikküste im Departement Vendée.  In diesen beiden Gemeinden hat es allein fast 30 Tote gegeben. Dort hat der aufgewühlte Atlantik einen Deich durchbrochen und die dahinter liegenden Siedlungen geflutet – das Meer hat sich genommen – was ihm einstmals gehörte. Die meisten Opfer, oftmals Rentner sind vom Meereseinbruch im Schlafe überrascht worden und in ihren Häusern ertrunken. Der durch Xynthia verursachte Meereseinbruch des Atlantik an der Küste der Vendée hat eine erneute Diskussion über den Umgang mit Naturrisiken wie Überschwemmungen aber auch den Umgang mit der Natur an Meeresküsten in Frankreich ausgelöst. Ich schreibe „erneute Diskussion“ – denn eigentlich löst jede Überschwemmung mit Todesopfern wie z.B.  in Nîmes am 3.10.1988 , in Vaison la Romaine am 22.9.1992, in Sommières am 8 und 9.9.2002 solche Diskussionen aus, sowie auch jeder größere Waldbrand ähnliche Diskussionen auslöst  – ohne dass sich wirklich gravierendes im Umgang mit der „Natur“ bzw. „Natur & Umweltrisiken “ in Frankreich ändert – oftmals werden die Dinge nach ein paar Jahren wieder vergessen.  Ähnliches könnte man bestimmt auch für die Situation Deutschland schreiben.

Die oben genannten Überschwemmungskatastrophen, die alle erhebliche Menschenleben kosteteten, sind inzwischen so vergessen, dass man diese nicht einmal in der französischen Wikipedia wiederfindet bzw. diesen Ereignissen ein eigner Artikel gewidmet wäre.

Den verheerenden Waldbrand mit über 80 Todesopfern welcher im Sommer 1949 in der Forêt des Landes wütete – übrigens der verheerenste europäische Waldbrand der jüngeren Zeitgeschichte ist in Frankreich fast vergessen – was übrigens dazu führt, dass die beiden Artikel die sich im Blog Paysages damit befassen 1949 – l‘incendie meurtrier dans la Forêt des Landes und Le 19 août 1949 – le drame de la Forêt des Landes sowie The Fatal Forest Fire – remembering the „1949 Mega fire“ in the „Forêt des Landes“ (South West France) –  sehr gut besucht werden – da es eigentlich außer dem Buch „L’incendie meurtrier – dans la forêt des Landes en août 1949„ von Joan Deville  kaum noch abrufbare Erinnerungen an dieses Waldbrandereignis mehr gibt. Die Zeit vergeht und die Erinnerung an die Katastrophe verblasst.

Was die Folgen von Xynthia betrifft, inbesondere die Ereignisse von la Faute sur Mer und l‘ Aiguillon, so wird in der französischen Öffentlichkeit vor allem die galoppierende „Urbanisation“ der französischen Küste als Hauptverantwortlicher für die Katastrophe thematisiert, der Klimawandel wird letztlich kaum thematisiert, – was ich persönlich auch für richtig halte – da solche Sturmbedingten Hochwasser an der Atlantikküste und an der Nordseeküste an für sich nicht so ungewöhnlich sind – nur treten diese so selten auf, dass das kollektive Gedächtnis diese Ereignisse relativ schnell wieder vergisst – wer erinnert sich denn noch an die Watersnood die im Februar 1953 über 1800 Menschenleben  in den Niederlande forderte. In diesem Zusammenhang sei auch noch auf das Interview von Guy Brasseur in der heutigen Zeit „Im Treibhaus“ verwiesen, in welchem Brasseur dezidiert auf die Fragwürdigkeit des Zusammenhanges zwischen Extremwetterereignissen  und globaler Klimaentwicklung hinweist.

Die immer mehr fortschreitende „Urbanisierung“ der französischen Meeresküsten wird in francophonen Geographie auch als Littoralisation bezeichnet und wird inzwischen auch  für die Beschreibung von Urbanisations – und Suburbanisationsprozessen in  andere Küstenräumen verwendet.  Diese Begrifflichkeit wird jetzt auch schon  in der anglophonen Geographie verwendet. Ich habe im Zusammenhang mit Littoralisationsprozessen  im National Geographic (  Bourne & Turner, 2006) einmal einen schönen Satz gelesen „loving our coasts to death“ – der im Grunde genommen die Dramatik des Littoralisationsprozesse treffend beschreibt.  Die Ökosystemaren Konsequenzen der den gesamten Planeten umfassenden Littoralisation zu managen wird einer der großen Herausforderung des „Global Changes“ werden – denn die Littoralisation ist ein wahrhaft globaler Prozess der viele Küstenabschnitte der Welt nachhaltigst formt, – teilweise regelrechte neuartige Landschaftsbilder schafft.

Um nochmals auf la Faute sur Mer und l‘ Aiguillon zurück zu kehren, – die franco-französischen Presse verwendet den Term im Gegensatz zu francophonen Geographie aber nur zur Beschreibung von Urbanisierungsprozessen am Mittelmeer, weshalb man den Begriff im Zusammenhang mit dem Meereseinbruch an der Küste der Vendée kaum in den Medien findet.  Auf eine andere Begrifflichkeit die hier in Deutschland noch kaum bekannt ist,  sei in diesem Zusammenhang auch verwiesen – die Californisation – ein aus der frankophonen Geographie stammender Begriff der das Eindringen von Wohnbesiedlung in Wald und Buschland beschreibt – was bei Waldbränden zu katastrophalen Folgen führen kann, denn im Grunde wird im zersiedelten Grün, das Eindämmen der Flammen zu einer fast unbeherrscharen Herausforderung für die Feuerwehren. Die Überlagerung von Californisationsprozessen und Littorlisationsprozessen in den mediterran Subtropen birgt wahrlich vielfältige Umweltrisiken, die auch schon ohne menschgemachten Klimawandel, wenn es denn mal brennt oder ein Deich bricht, nur schwerlich beherrschbar sind.

Abschliessend möchte ich mich noch Leucate und Port Leucate zuwenden, zwei Ortschaften an der französischen Mittelmeerküste  welche ich nun fast 40 Jahre kenne.  Der Küstenabschnitt zwischen der Halbinsel Leucate, dort wo sich der alte Siedlungkern des Dorfes Leucate befindet und Le Barcarès gilt als einer dynamischsten Küsten des Mittelmeerraumes, weshalb dieser Küstenabschnitt zu Beschreibung von mediterraner Küsten & Lagunendynamik im von Hofrichter herausgegeben Mittelmeerreader (Wilke 2001)  ausgewählt wurde. Auf dem Lido, d.h. dem Tombolo der das Etang de Leucate zwischen Leucate Plage und le Barcarès vom offenenen Meer abtrennt wurden in den 60 Jahren die nouvelles station touristiques Port Leucate und Port Barcarès errichtet.  Vorher war dieser Sand & Dünentombolo unbewohnt – u.a. deshalb weil es immer wieder im Winter zu sturmbedingten Meereseinbrüchen kam. Soweit ich mich an die Literaturrecherchen für diverse wissenschaftliche Publikationen ( u.a.  Neff 2003 sowie Neff & Scheid 2005) richtig erinnere, gab es den letzten größeren Meereseinbruch in der Zwischenkriegszeit zwischen erstem und zweitem Weltkrieg.

Wenn das Meer bei starkem Marin richtig tobt, dann kann man die Brandung eigentlich in ganz Port Leucate deutlich vernehmen. Das hört sich wie das Heulen und Stöhnen der Schwarzwaldtannen bei schwerem Orkan an,  so wie es Vinzenz Erath in größer als des Menschen Herz beschrieb. Im Ferienhauschen meiner Großmutter in der Feriensiedlung la Griffouliere in Port Leucate,  Ferienhäuschen in dem ich als Kind und Jugendlicher unzählige Ferien verbrachte, lauschte  ich oftmals bei geöffneten Fenster, der  Meeresbrandung bei Marin, die obwohl sich das Haus fast zwei Kilometer vom Strand entfernt befand (und immer noch befindet)bei Marinwind noch deutlich zu hören war.  Ich habe mir als ich noch Kind war oftmals überlegt, wie es denn wäre, wenn eines Nachts das Meer kommen würde. Was ich damals nicht wusste, – bevor Port Leucate auf dem Tombolo gebaut wurde und dieser noch la Corrège und Mas de l‘ile hieß, kam das Meer hin und wieder  und setzte alles unter Wasser – so wie letzten Sonntag in la Faute sur Mer und l‘ Aiguillon. Nur war das Lido damals zwischen der Halbinsel Leucate und der Aglymündung unbewohnt.  Ich denke, dass das Wasser, das Meer wieder kommen wird, eines Tages völlig unerwartet, weil man einfach vergessen hat, dass es einmal da war.  Vielleicht täusche ich mich auch, und das Meer wird nie sich nie mehr über den Lido ergiessen, aber angesichts der jüngeren Landgeschichte dieses Küstenabschnittes erscheint es jedenfalls nicht unwahrscheinlich, daß es bei entsprechenden Unwetterereignissen wieder zu Meereseinbrüchen kommen könnte.

Es gibt auch keinen Deich in Port Leucate, jedenfalls ist mir bisher keiner sichtbar aufgefallen. Ich bin jedoch sicher, dass soweit man einen Deich zum Hochwasserschutz bauen wollte, dass viele der unmittelbaren Strandanlieger in Port Leucate alles in Bewegung setzten würden um solch einen Deich zu verhindern, denn solch ein Deich würde natürlich den freien Blick aufs Meer beeinträchtigen.  Hingegen wurde vor kurzem zwischen dem Grau de Leucate und Leucate Plage ein Hochwasserdeich errichtet.

Es gibt noch ein ganz anderes Element was Port Leucate und  la Faute sur Mer und l‘ Aiguillon verbindet. Die meisten Opfer in den Küstenstädtchen am Atlantik waren Rentner die einen schönen Lebensabend am Atlantik verbringen wollten. Meistens aus oberen Unterschicht und unteren und mittleren Mittelschicht (couches populaires ) , denen ein Häuschen am Mittelmeer zu teuer war. Viel hatten ihre ganzen Ersparnisse in ihr kleines Häuschen gesteckt. 27 von Ihnen haben die Nacht von 27 auf den 28 Februar 2010 nicht überlebt, – denn sie waren zu schwach und zu gebrechlich – um sich rechtzeitig vor dem einbrechenden Wasser in den rettenden zweiten Stock zu begeben, um das rettende Hausdach erklimmen zu können.  In Port Leucate gibt es auch ein immer mehr wachsende Seniorenpopulation, – es gibt sogar eine kleine Anzahl von deutschsprachigen Rentnern wie ich im letzten Oktober als ich eine Messe in der neuen St. Jacques Kirche besuchte, feststellen konnte. An dem Tag, an dem das Meer kommen wird, und soweit es bis dahin keinen effektiven Hochwasserschutz gibt, wird es in Port Leucate die gleichen Bilder  geben wie letzten Sonntag in la Faute sur Mer und l‘ Aiguillon in der Vendée.

Dieser kleine Blogbeitrag soll nicht anklagen, – sondern nur anregen über unser Verhältnis zu „Naturrisken“ nachzudenken.  Im Allgemeinen haben wir die Tendenz diese Risiken mit der Zeit einfach zu vergessen. Aber dadurch, dass diese Risiken aus unserem kollektiven Gedächtnis verschwinden, werden die Risiken natürlich nicht kleiner. Ich will diesen Blogbeitrag mit einem kleinen Beispiel aus der Raumschaft Schramberg beenden. Im Mai 1959 wurden große Teile der Stadt Schramberg durch ein verheerendes Hochwasser vernichtet. Es war nicht das erste Hochwasser in Schramberg, und es war auch nicht das letzte Hochwasser – es war nur ein Ereignis in einer langen Zeitreihe – und man kann davon ausgehen, dass irgendwann der Tag kommt, an dem wieder ein solches Hochwasser in Schramberg auftreten wird.

Der Brezelsegen der Schramberger Fasnet geht übrigens wie ich im Buch „mit Kummer und mit Sorgen“ von Sven Kindler (2007)  erfahren konnte auf die großseigneurale Armenspeisung durch die Grafen von Bissingen Nippenburg (Kindler 2007:16) nach Hochwasserereignissen und Missernten in der Raumschaft Schramberg zurück, – ich habe dem ganzen übrigens einen französischsprachigen Blogbeitrag unter Titel „Petite notice sur les origines du Schramberger Hansel“ gewidmet. Hier hat die Unwettererfahrung in der Raumschaft Schramberg  im kollektiven Gedächtnis als Fasnetsbrauch überlebt. In diesem Zusammenhang, d.h.  dem Vorkommen von historischen Hochwässern in Mitteleuropas gibt es übrigens in der aktuellen Geographischen Rundschau (3/2010) einen lesenswerten Aufsatz von Mathias Deutsch, Rüdiger Glaser und Karl Heinz Pörtge et al.

Hochwasser, Meereseinbrüche, Waldbrände wird es in Mittel und Südwesteuropa sowie im gesamten Mittelmeerraum immer geben, – und zwar völlig unabhängig davon ob sich das Klima nun erwärmt oder nicht. Die Frage ist nur wie man mit diesem Wissen umgeht – und ob man bereit ist Vorsorge zu treffen – auch wenn das letzte Schadenereignis scheinbar schon wieder in eine weite zeitliche Ferne gerückt ist. Und was den Klimawandel betrifft, sollten die Szenarien der Klimaforscher sich als richtig erweisen, wovon eigentlich auszugehen ist,  dann wird das Management solcher „Naturrisiken“, bestimmt nicht einfacher, ganz im Gegenteil.

Zitierte Quellen:

Bourne, J.K., Turner, T. (2006): Land on the Edge -Loving our coasts to death. In: National Geographic, July2006, v. 210, p. 60-97.

Deutsch, M., Glaser, R., Pörtge, K.H., Börngen, M., Drescher, A., Cresat, M., Riemann, D., Scönbein, J. (2010): Historische Hochwasserereignisse in Mitteleuropa. Quellenkunde, Interpretation und Auswertungen. In: Geographische Rundschau, 3/2010, 18-  24.

Deville, J. (2009) : L’incendie meurtrier – dans la forêt des Landes en août 1949. Paris (les Éditions des Pompiers de France), (ISBN 978-2-916079-20-2)

Die Rheinpfalz (4.3.2010): Wandern im Wald ist Lebensgefährlich – Grünstadt/Altleiningen: Orkan Xynthia wirft auch gesunde Bäume um – Waldlehrpfad besonders betroffen – Weg gesperrt. Die Rheinpfalz Nr. 53 – Unterhaardter Rundschau, Donnerstag 4 März 2010

Die Zeit (4.3.2010): Interview mit Claude Brasseur – Im Treibhaus. In: Die Zeit, 4 März 2010, 30 Wissen .

Erath, V. (1951): Größer als des Menschen Herz. Das Buch vom wahren Leben. Tübingen (Rainer Wunderlich Verlag)

Kindler, Swen  (2007) : „…mit Kummer und mit Sorgen…“ Junges Parlament – Kanalfahrt – Da-Bach-na-Fahrt. Norderstadt, (Books on Demand), ISBN 978-3-8334-7265-7

Neff, C. (2003): Les Corbières maritimes – forment-elles un étage de végétation méditerranéenne thermophile masqué par la pression humaine ? In: Fouache, E. (Ed.): The Mediterranean World Environment and History. IAG Working Group on Geo-archeology, Symposium Proceedings. Environmental Dynamics and History in Mediterranean Areas, Paris, Université de Paris – Sorbonne 24 – 26 avril 2002. Paris, 191 – 202, (Elsevier France, ISBN 2-84299-452-3).

Neff, C., Scheid, A.   (2005):  Der mediterrane Süden Frankreichs. Vegetationsdynamik und Kulturlandschaft im Languedoc- Roussillon. In: Geographische Rundschau, 57, H. 9, 38-44.

Schnitzler – Lenoble, Annik (2002): Écologie des forêts naturelles d‘ Europe. Biodiversité, sylvigenese, valeur patrimoniale des forets primaires. Paris, Lavoisier TEC & DOC, ISBN 2-7430-0541-6

Wilke, Michael (2001): Lagunäre Lebensräume. In Robert Hofrichter, R. (éd), Das Mittelmeer : Fauna, Flora, Ökologie. Tome I, Allgemeiner Teil, p. 326-347, Heidelberg, Éd. Spektrum akademischer Verlag, 2001, ISBN 3-8274-1050-9

Christophe Neff, Grünstadt le 4.3.2010

Schau, ein Philosoph geht da de Bach na – Schau eine Schriftstellerin geht da de Bach na – carrousel d‘ idées de Rosenmontag 2010 ( lundi des roses – le lundi d’avant mardi-gras 2010)

Il neige encore à Grünstadt ,depuis vendredi  12  février la neige n’a pas cessé de tomber sur la Unterhaardt . Aujourd’hui‘  c’est Rosenmontag en Allemagne, – dans les régions catholiques allemandes c‘ est le grand jour du Carnaval, dans la région où j‘ ai grandi ,c‘ est la « Schwäbisch-Alemannische Fasnet  » (carnaval souabe et alémanique, en contraste avec le carnaval rhénan). Par exemple  à Rottweil, la Fasnet avec ses racines moyenâgeuses  est réellement célébrée comme une sorte de messe, à Schramberg , la ville de mon enfance, la Fasnet a des souches un peu moins nobles ,mais la fameuse « de Bach‘ na Fahrt  », (course en  baquets de bois sur la rivière Schiltach parfois déchaînée par les crues de février, baquets décorés ( l’imagination étant la reine !) reprenant souvent des sujets de politique nationale , internationale et évidemment régionale et locale) est devenue un réel  événement qui passe régulièrement dans les chaines de télévision nationales et qui attire dans les 40000 spectateurs chaque année. Eh bien, en  ce jour de Rosenmontag je constate que l‘ affaire Botul-Henry Levy vient même atterrir dans la « Rheinpfalz  » – Dagmar Gilcher lui consacre un article sous le titre « Denk mal – Schau ein Philosoph – Frankreichs Star-_Vordenker hat mal kurz nicht nachgedacht und ist auf eine Satire hereingefallen. » Donc une semaine après le bulletin d‘ Aude Lancelin  «Bernard-Henri Lévy en flagrant délire»,  le billet «Désolé mais Botul-Henri Lévy a encore frappé» de la république des livres avec à l’instant où  j‘ écris ces lignes  484 commentaires, le spon «Dandy-Philosoph fällt auf Satire rein »  ces  deux derniers repris par moi-même dans «Vue de Grünstadt – encore de la grisaille», l‘ affaire arrive par la voix de Dagmar Gilcher dans les salons – plutôt les « Wohnzimmer » et les « Küchen »  (cuisines) du Palatinat, du Leiningerland et de la Unterhaardt.

Mais l’Allemagne a aussi son scandale littéraire dont  à présent en France nul ne  parle – une vraie affaire de plagiat littéraire – pas un simple  « Délit de citation  » dont nous parle la RDL ce matin concernant le roman Jan Karski de Yannick Haenel. Le roman «Axolot Roadkill  » de Helene Hegemann , qui fut ovationné par la critique littéraire allemande, est en  fait en grande partie un plagiat du roman « Strobo » du bloggeur Airen. Ca fait mal, même très mal, à tel point qu‘ une  partie de la critique littéraire allemande  se voit obligée de disculper le plagiat comme par exemple Ijoms Mangold dans la Zeit « Unecht wahr – die Autorin Helene Hegemann hat abgeschrieben . Und ? ». Pour Paysages c’est du plagiat tout court et je reprends ici les mots de Glam (Glam = Volker Luedewig Auteur du blog « GlamourDick ») « Nicht abschreiben! Selber leben! Selber schreiben!  (Ne pas copier ! Vivre soi-même ! Ecrire soi- même !».)  dans la FAZ-Net (Dans ce context voire aussi le billet notes on a roadkill de GlamourDick) . L’affaire fut pour finir découverte  par le billet – Axolot Roadkill : Alles nur geklaut – du blog de Deef Pirmasens. Résumons tout court comme on le fait lors de la Bach na Fahrt à Schramberg  :

„BHL und Helene Hegemann –

Sin Da Bach na gefahre –

patsch Nass BHL und Helene Hegemann“,

Tombés  en plein dedans, un grand plouf,

Tout  mouillés,  pleins de bleus,

Ça fait mal, ouf !

Joyeux carnaval !  (Traduction française E.Neff )

Christophe Neff, Grünstadt le 15.2.2010

P.S . : Les paroles du Schramberger Narrenmarsch se retrouvent ici – et ici en traduction française sur la site de la Narrenzunft Schramberg.

Après le kangourou de Grünstadt, la panthère des Ardennes ?

Vendredi matin (6.11.2009), à la radio (SWR1RP ) nous apprîmes la nouvelle. La panthère des Ardennes , après avoir traversé la France, le Luxembourg, la Belgique est arrivée en Allemagne. On croit que le grand félin, après avoir fait un tour vers Aix la Chapelle, est en train de pénétrer dans l’Eifel, ce qui fait croire que la panthère est bien arrivée en Rheinland-Pfalz. Une panthère apparemment francophone – venue des sombre forêts des Ardennes et de l‘ Argonne qui font un peu peur, arrivée en territoire germanophone. Le périple de la panthère est documenté dans ce petit film. Donc après le kangourou de Grünstadt , le palatinat est maintenant confronté à la panthère des Ardennes. Sinon, ce fut surtout la Schweinegrippe – le nom vernaculaire donné à la Grippe A (H1N1) en Allemagne – qui provoqua quelques scènes de désorganisation ,car apparemment à Grünstadt on n’était jusqu‘ à présent pas préparé à ce que la maladie puisse arriver ici , et touche en plus une école. On est loin de la soi-disant organisation parfaite allemande à la prussienne car les premiers vaccins pour les personnels médicaux arrivèrent avec plus d‘ une semaine de retard le mardi 3.11.2009. C‘ était le jour où les lecteurs de la Unterhaardter Rundschau decouvrirent avec stupéfaction les premiers cas de la nouvelle grippe dans l‘ école primaire – la Dekan Ernst Schule – de Grünstadt. On aurait pu croire se trouver dans un pays du tiers monde vu le degré de désorganisation des milieux publiques sanitaires. Le Gesundheitsamt( l’office de santé) n‘ était même pas capable de publier une liste correcte des Impfärzte, les médecins chargés de la vaccination. Vendredi matin avec l‘ apparition de la panthère des Ardennes, la Unterhaardter Rundschau avec un long article de Klaus Stemler (6.11.2009) « Steht das Allwetterbad vor dem Aus » nous étions informés que la ville de Grünstadt risque de perdre sa piscine pour cause de coûts de rénovation exorbitants. Mauvais nouvelle pour les Grünstadter Delphine, – un des meilleurs clubs de natation du palatinat.

Une autre mauvaise nouvelle qui risque bien d‘ avoir des répercussions dans le Leiningerland et à Grünstadt est l‘ affaire Opel. Au moins , cela nous vaut un Kurt Beck qui charge – ein kämpferischer Kurt Beck – une image rarement vue – et un son rarement entendue. Si Kurt Beck réussit vraiment à sauver l‘ Usine Opel de Kaiserslautern, les chances sont grandes qu’il gagnera les prochaines « Landtagswahlen » – mais le combat sera certainement rude.

Une petite bonne nouvelle, – la Rheinpfalz (Lietsch 6.11.2009) nous apprend que Dirk Niebel (voir aussi mes billets la gare de Leucate – La Franqui et Quelques réflexions sur l’invité d’honneur de la Buchmesse 2009 à Frankfurt ) veut vraiment couper l‘ aide au développement à la Chine. Pour finir ce billet j‘ aimerais signaler un des derniers billets de la république des livres « Un historien est demandé au salon, Hitler est arrivé » qui nous ouvre les entrailles de l‘ Allemagne des années 30/40 – et qui nous procure des discussions et commentaires fort intéressants. Sans pouvoir entrer dans le fond de la discussion, car je ne connais pas le livre, il me semble important de noter qu‘ avec la numérisation de notre mémoire photographique (voir mon billet Un certain regard sur le paysage disparaît ) -il sera très difficile dans quelques années d‘ éditer un tel livre. La photo comme archive de notre mémoire collective et individuelle risque fort de disparaître si nous ne songeons pas à trouver des solutions pour l‘ archivage à long terme des photos et films numerique. Combien de temps est- ce que le petit film sur la panthère des Ardennes sera-t -il consultable ? Est qu il survivra dans des archives – ou disparaitra-t-il simplement dans quelque temps. Est-ce que le petit film montrant « Kurt Beck » devant les usines de Opel le 5.11.2009 à Kaiserlautern survivra au temps ?

Sources :

Stemler, Klaus (6.11.2009) : Steht das Allwetterbad vor dem Aus. In: Unterhaardter Rundschau – Die Rheinpfalz , Freitag 6. November 2009.

Lietsch, Jutta (6.11.2009): Danke Deutschland – die angekündigte Streichung der Entwicklungshilfe hat die Chinesen überrascht. In: Die Rheinpalz 6. November 2009, Nr.2598, Jg. 65.

Unterhaardter Rundschau – Die Rheinpfalz Dienstag 3. November 2009: An Schweinegrippe erkrankt – Grünstadt – Bestätigter Fall an der Dekan Ernst Schule – dem Kind geht es gut.

Unterhaardter Rundschau – Die Rheinpfalz Mittwoch 4. November 2009: Langer Weg bis zur Diagnose -Grünstadt – junge Schweinegrippe-Patientin auf dem Weg der Besserung – Mutter eine Odysse.

Unterhaardter Rundschau – Die Rheinpfalz Samstag 7. November 2009: „Erste Anlaufstelle immer der Hausarzt“- Grünstadt: Bei Verdacht auf Schweinegrippe vorher anmelden – Abstand zu anderen Personen halten.

Christophe Neff, Grünstadt le 8.11.2009

Neues aus dem Leinigerland (31.10.2009): Protest gegen Massenentlassungen in Frankenthal am Mittwoch 28.10.2009

Als ich meinen letzten deutschsprachigen Blogbeitrag verfasste –  Neues aus dem Leiningerland – das Grünstadter Känguru wurde wieder gesichtet (27.10.2009) – habe ich mich innerlich schon gefragt, weshalb man in der „Regionalen Presse“ so viel über das Grünstadter Känguru (welches meines Wissens immer noch keinen Wikiartikel hat)  hört bzw. liest- und man eigentlich kaum etwas über die anstehende Entlassungswellen in Frankenthal lesen kann. Im französischen Posting „Blogostatistique 8000“ habe ich diese innerliche Verwunderung auch in Worte gefasst: „Dans ce contexte il intéressant de voir quelle importance le kangourou de Grünstadt a pour la  presse régionale du palatinat. Sur le fait que dans la ville voisine de Grünstadt , à Frankenthal une fabrique de presse & imprimerie veut licencier entre 200 – 500 employés la presse régionale reste particulièrement muette.

Am Mittwoch den 28.10.2009 hat es in diesem Zusammenhang in Frankenthal eine vom DGB organisierte Protestveranstaltung unter dem Motto „Ja zu Arbeitsplätzen – Nein zu Entlassungen“ gegeben. Die Berichterstattung in der regionalen Presse fiel meiner Erachtens recht mau aus, – am Donnerstag den 29.10 einen kleinen Mehrzeiler im Südwest Teil der Rheinpfalz,  – die Frankenthaler Zeitung (auch Rheinfpfalz) widmete dem Ereignis immerhin eine halbe Seite unter der Überschrift -„1500 protestieren gegen Entlassungen“ – aber ansonsten kann man nicht viel finden. Die Unterhaardter Rundschau hüllt sich in Schweigen. Dafür hat die Protestveranstaltung vom letzten Mittwoch gegen die drohende Entlassungswelle bei der KBA durchaus auch ein überregionales Medienecho durch die Rundfunkberichterstattung bekommen.

Ich frage mich weshalb man in der Unterhaardter Rundschau kein Sterbenswörtchen über das was in Frankenthal droht lesen kann. Es sind doch auch Familien & Existenzen  aus dem Leinigerland, aus der Unterhaardt die durch die drohende Entlassungswelle betroffen sein werden. Die angekündigten „Massenentlassungen“ in Frankenthal betreffen nicht nur die Stadt Frankenthal, diese Kündigungswelle wird durchaus  auch im Leiningerland Spuren hinterlassen. Hier wünschte man sich durchaus auch etwas ein etwas spürbareres Medienecho, – der Leser der Unterhaardter Rundschau – sollte schon wissen dürfen was da in Frankenthal droht.

Darüber hinaus gibt es aber auch eine weitere recht interessante Beobachtung. Im sogenannten Web 2.0 finden die angekündigten Massenentlassungen in Frankenthal fast keine Resonanz. Wenn man mal von den Einstellungen des Dokuteam1 absieht ( welche auch schon in Blogostatistique 8000 verlinkt wurden ) und einem Aufruf der Bezirksleitung des IG Metall Bezirks Frankfurt absieht, findet man eigentlich so gut wie nichts über die Situation an der „Arbeitsfront“ in Frankenthal. Kein „Pirat“, kein Blogger der seine Stimme für die Beschäftigten der KBA erhebt. Sehr bemerkenswert !

Trotz alledem, bei aller Kritik an den traditionellen Medien, – die Lage bei KBA wird in den traditionellen Medien noch besser begleitet als im Web2.0, auch wenn ich mir persönlich hier in der Unterhaardter Rundschau durchaus etwas mehr Resonanz wünschen würde. Im vielgerühmten Web 2.0 findet die Situation bei der KBA so gut wie keinen Widerhall.

Auch wenn es den „Betroffenen“ wahrscheinlich kaum was nutzten mag, – als letzten Hoffnungsschimmer die Biermann’sche Version von Trotz alledem. Die Mauer ist ja dann auch irgendwann gefallen, vor 20 Jahren am 9. November 1989.

Quellen:

Die Rheinpfalz – Südwestdeutsche Zeitung Donnerstag 29. Oktober 2009:  Pfalz – Kompakt – Tausende gegen Entlassungen.

Die Rheinpfalz – Frankenthaler Zeitung 29. Oktober 2009: 1500 protestieren gegen Enlassungen.

Christophe Neff, Grünstadt le 31.10.2009

Neues aus dem Leiningerland – das Grünstadter Känguru wurde wieder gesichtet (27.10.2009)

Über das Grünstadter Känguru habe ich ja schon mehrfach berichtet. Lange Zeit hatte man von dem Rotnackenwallaby  welches durch Leiningerland und Unterhaardt hüpft nichts  mehr gehört. Jetzt ist es wieder da – gestern berichtete die Unterhaardter Rundschau unter dem Titel „Känguru weiter auf Tour de Pfalz – Beuteltier bei Maxdorf beinahe überfahren – Jetzt wieder verschwunden“  darüber.  Aber wenn man den kleinen Artikel dann genau liest erfährt man, dass der Vorfall schon am 24. August geschah, – und das Känguru seitdem verschwunden ist.  Die Nachricht brauchte also fast geschlagene zwei Monate bis diese bei der Rheinpfalz respektive der Unterhaardter Rundschau ankam.  Ansonsten steht in dem Artikel nicht viel Neues drin.  Der Landauer Zooinspektor Gregor Müller wird mit der Aussage zitiert, dass das Känguru auch bei uns problemlos einen Winter überstehen könnte.  Das ist an für sich auch keine neue Information – ähnliches konnte man schon in vorangegangene Beiträgen der Rheinpfalz zum Thema lesen.  Warum fragt man sich versucht die Rheinpfalz nicht mal was über die Rotnackenwallabypopulation in der Forêt de Rambouillet zu schreiben (Ich berichtete hier darüber). Vermutlich weil man in der deutschsprachigen Wikipedia nichts darüber findet. Da müsste man dann doch etwas recherchieren und ggf. auch noch etwas französisch lesen können!?  Belassen wir es mal dabei. Mir ist das Känguru von Grünstadt persönlich noch nicht begegnet, aber ich verfolge durchaus mit Interesse die mediale Spur die das Känguru von Grünstadt  in der regionalen und überregionalen Presselandschaft hinterlässt. Ansonsten gibt es kaum was Neues aus dem Leiningerland.  In übrigen Deutschland auch nicht. Wir werden eine neue Regierung bekommen – dazu beschert uns der Spiegel (44/2009) eine durchaus lesenswerte Titelstory „Weiterwursteln im Merkelland„.  Das Essay von Dirk KurbjuweitSieg der Ängstlichkeit – «Mehr Demokratie Wagen » – was ist von diesem Satz geblieben ?“  im gleichen Spiegelheft ist nicht nur ein lesenswertes, sondern in meinen Augen ein durchaus gelungenes politisches Essay zur aktuellen politischen Befindlichkeit der Nation.  Mal schauen wie lange wir warten müssen bis wir die Spiegel Titelstory des Heft 44/2009 und Dirk Kurbjuweit Essay auf Spiegelonline in digitaler Version erscheinen. Man wird sich natürlich fragen, was die große Politik mit dem Grünstadter Känguru zu tun haben.  Kurbjuweit schreibt :„ «Wir wollen mehr Demokratie wagen»   wäre heute kein Satz mehr, der diese Gesellschaft erreichen kann. Viele würden gar nicht mitbekommen, dass er gesagt wurde, anderen wäre es egal, und die meisten würden dem Politiker, der den Satz sagt, nicht glauben, dass er ihn ernst meint.“ Kurbjuweit hat recht, die Botschaft würde wahrscheinlich gar nicht ankommen, – während des letzten Bundestagswahlkampes hatte man hier im Leinigerland zeitweise das Gefühl – dass das „Grünstadter Känguru“ durchaus wichtiger als der Bundestagswahlkampf war  – siehe auch mein Posting „Unterhaardter Randbemerkungen zur Bundestagswahl 2009 (1; 30.8.2009): – ist der Wahlkampf wirklich langweilig?“ .  Zu guter stelle ich mir noch die Frage weshalb das „Grünstadter Känguru “ bisher noch keinen Artikel in Wikipedia.de hat! Es wäre eigentlich an der Zeit!

Quellen:

Der Spiegel (2009) : Weiterwursteln im Merkelland. In : Der Spiegel, 44/2009, 24 – 38.

Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau, Montag 26 Oktober 2009:  Känguru weiter auf Tour de Pfalz. Beuteltier bei Maxdorf beinahe überfahren – jetzt wieder verschwunden.

Kurbjuweit, D. (2009):  „Sieg der Ängstlichkeit – «Mehr Demokratie Wagen » – was ist von diesem Satz geblieben ?“  In: Der Spiegel, 44/2009, 54- 56.

Christophe Neff, Grünstadt le 27.10.2009

Keine Überraschung – ein kleiner Diskussionsbeitrag aus Grünstadt zum Wahldebakel der SPD bei der Bundestagswahl am 27.9.2009

Das gestrige Wahlergebnis ist keine große Überraschung, zumindest für mich. Ich hatte vielleicht nicht mit einem gar so guten Ergebnis für die FDP gerechnet, aber ansonsten war da nicht viel „Überraschendes“. Das Debakel für die SPD war für politisch wache Geister vorherzusehen. Mit meiner roten Berta Anzeige hatte ich ja noch versucht zumindest auf lokaler Ebene dagegen zusteuern und ein paar Stimmen für den Wahlkreiskandidaten der SPD Dr. Wolfgang Ressmann zu gewinnen. Immerhin hat laut heutiger Unterhaardter Rundschau Ressmann im Leinigerland 2,5% mehr gewonnen als im restlichen Wahlkreis Neustadt-Speyer . Das Ergebnis der Bundestagswahl für Grünstadt ist in folgender Tabelle kurz dargestellt.

2009 2005
Wahlberechtigte 10.004 10079
Wahlbeteiligung 75,00 80,9
Erststimmen
Norbert Schindler (CDU) 41,3 41,4
Wolfgang Ressmann (SPD) 28,6 42,5
Harmut Lardon (FDP) 9,0 4,4
Frank Peters (Grüne) 7,5 4,0
Stefanie Beck (Linke) 9,2 4,4
Zweitstimmen
CDU 33,4 35,00
SPD 25,6 36,7
FDP 15,5 11,1
Grüne 9,0 7,5
Linke 5,7 4,2

Ergebnisse der Bundestagswahl am 27.9.2009 in Grünstadt, (Quelle: Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau Nr. 225 Montag 28 September 2009). Eine detaillerte Tabelle der Grünstadter Wahlergebnisse befindet sich auf den Webseiten des Landeswahlleiters Rheinland-Pfalz .

Dr. Ressmann, für den ich mich ja persönlich eingesetzt hatte, hat etwas besser abgeschnitten als die SPD im Bundesdurchschnitt, aber das ist natürlich nur ein sehr schwacher Trost.  Was die Analyse der Wahlschlappe der SPD betrifft, teile ich im wesentlichen die Auffassung von Franz Walter die heute unter der Überschrift „Folgen des Wahldebakel – Fünf Punkte Plan für eine neue SPD“ in Spiegel online erschien.

Folgende zwei Punkte halte ich für zentral:

Die Anführer der SPD haben grundsätzlich ihren fatalen, ja entwertenden Umgang mit den eigenen Mitgliedern, Multiplikatoren, Anhängern zu überdenken. Mit Ausnahme der letzten sechs Wahlkampfwochen sind diese Gruppen für die SPD-Spitze nicht mehr wichtig. Man hat keine Aufgabe für sie, nimmt ihre Einstellungen nicht sonderlich ernst, nutzt auch nicht deren keineswegs unbeträchtliche Kompetenzen. Entscheidungen werden oben in putschistischer Manier getroffen oder in feudaler Machart dekretiert“ (Quelle: Franz Walter Folgen des Wahldebakel – Fünf Punkte Plan für eine neue SPD)

Die SPD wird diesen Klärungsprozess anders als in früheren Jahren nicht als Scharmützel von Cliquen und Clans führen dürfen, sondern als eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung gesellschaftsbezogener Strömungen. Und zu hoffen ist, dass sie den merkwürdigen Anti-Intellektualismus überwindet, der in den letzten Jahren in dieser Partei um sich gegriffen hat.“ (Quelle: Franz Walter Folgen des Wahldebakel – Fünf Punkte Plan für eine neue SPD)

Dem ist eigentlich kaum etwas hinzufügen. Dem ersten der beiden Punkt aus dem fünf Punkteprogramme aufgeführten Punkte ist vielleicht hinzuzufügen, daß das auf allen Ebenen gilt, vom Ortsverein – bis zum Bundesvorstand.

Was beispielsweise den Grünstadter Ortsverein betrifft, – wie wurde denn die einsame Entscheidung des Ortsvereinsvorstandes bei der Stichwahl des Grünstadter Bürgermeister eine persönliche Wahlempfehlung (persönliche wohlgemerkt) zugunsten des CDU Kandidaten Klaus Wagner auszusprechen, inzwischen designierter Bürgermeister der Stadt Grünstadt, wie wurde diese einsame Entscheidung denn demokratisch legitimiert ?

Die „Politkgestaltung“ nach Gutsherrenart,  – muß durch eine echte interne Demokratie ersetzt werden – Richtungsentscheidungen gleich welcher Art und unabhängig von der Ebene, – ob lokal, regional oder auf Landes bzw. Bundesebene- müssen wieder innerhalb der SPD demokratisch legitimiert werden. Das einfache Mitglied darf nicht mehr nur, „als Plakatkleber, Grillmeister und williges Stimmvieh“ bei Wahlen dienen, sowie es mir vor kurzem ein altgedienter SPD Recke aus Grünstadt klagte. Die Stimme des einfachen Mitgliedes muß wieder gehört und geachtet werden. Hätte man dies schon früher getan, dann hätte man auch nicht erst in der Wahlnacht per Wahlanalyse erfahren, was für Wunden Hartz IV und die Rente mit 67 in der SPD-Anhängerschaft hinterlassen haben.

Letztendlich  gilt es auf allen Ebenen erst einmal zu klären, was Sozialdemokratische Politik überhaupt ist, welchen gesellschaftlichen Zielen diese dient.  Für welche Politik steht die SPD.

Die Politik der SPD muss sich wieder an klar definierten politischen Zielen orientieren – und nicht an der Frage wer wie und wo nebenberuflicher Beigeordneter, Vorsitzender, Mandatsträger oder auch sonst wo ein Pöstchen haben will oder mit einem Pöstchen versorgt werden will. Die SPD muss wieder den Willen haben die politische Landschaft entscheidend zu gestalten – und damit das gelingt muss Sie wieder in einen demokratischen Diskurs mit den eigenen Mitgliedern einsteigen, – muss diesen Diskurs, die Ideendiskussion auch auf den Kreis ihrer Sympathisanten ausdehnen und darüber hinaus versuchen breite Schichten des Gesellschaftlichen Spektrums anzusprechen. Wenn dies gelingt, dann  kann das Wahldebakel als Chance für einen neuen Aufbruch für die deutsche Sozialdemokratie dienen.

Christophe Neff, Grünstadt den 28.9.2009

Mit der roten Berta nach Berlin

Nachdem in der Unterhaardter Rundschau fast jeden Tag eine Anzeige für Norbert Schindler (CDU) und Dr. Harmut Lardon (FDP) zu lesen war, – und darüber hinaus permanent Anzeigen für den SPD Kandidaten des Donnersbergkreises Gustav Herzog zu lesen waren – habe ich mich entschlossen selbst zu handeln und für heute selbst eine Anzeige für den SPD Kandidaten Dr. Wolfgang Ressmann des Wahlkreises 209 Speyer-Neustadt-Bad Dürkheim in der Unterhaardter Rundschau zu schalten.

Christophe Neff, Grünstadt le 26.9.2009

La Campagne électorale – Bundestagswahlkampf 2009 – dans le Linange (1./30.08.2009)

Le Linange , est le mot français correct pour le « Leiningerland » -l‘ ancien fief de famille noble de Leiningen – région située entre Eisenberg et Grünstadt , qui de nos jours est encore utilisé comme terme géographique. Grünstadt où je réside est considèré comme le centre économique, social et culturel du Leiningerland. Dans ce petit bout de terre allemande – le Wahlkampf – la campagne électorale pour les élections du Bundestag du 27.9.2009 – malheureusement – comme je l’ai déjà écrit dans mon petit billet allemand «Unterhaardter Randbemerkungen zur Bundestagswahl 2009 (1; 30.8.2009): – ist der Wahlkampf wirklich langweilig? » – ne laisse apparemment guère de traces. Ce sont surtout la grippe A (H1N1) – appelée « Schweinegrippe » dans la presse locale et le Kangourou de Grünstadt qui préoccupent le petit monde du Leiningerland. S’il n’y avait pas la Berta rouge (une vieille Citroën Type H) du candidat SPD Ressmann , on oublierait vite que ce petit pays se trouve en campagne électorale.

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Photo: La Berta rouge du candidat SPD Ressmann à l’aérodrome de Quirnheim (Flugplatzfest Quirnheim) 23.8.2009. (Photo C° C.Neff 23.8.2008)

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Photo: Votre vote, votre voix pour Berlin (Ihre Stimme für Berlin) – la Berta rouge du candidat SPD Dr. Wolfgang Ressmann. (Photo C° C.Neff 23.8.2009)

Mais peut être que ce soir , quand les résultats des élections des Land de Thüringen, Sachsen et de la Sarre seront connus ,cela pourrait peut être changer ? Peut – être ? Qui sait ?

Christophe Neff, Grünstadt le 30.08.2009

Unterhaardter Randbemerkungen zur Bundestagswahl 2009 (1; 30.8.2009): – ist der Wahlkampf wirklich langweilig?

Ist der Wahlkampf langweilig fragt Claire-Luis Bluis in ihrem Berlin en parle Blog. Auf den ersten Blick mag man das wohl auch glauben, – und selbst auf den zweiten Blick hat man hier in der Unterhaardt den Eindruck, dass das Grünstadter Känguru fast wichtiger wäre, als der Bundestagstagswahlkampf. Wenn da die Kandidatenvorstellung in der Unterhaardter Rundschau nicht wäre, – und man hier und da nicht die rote Berta des Kandidaten Ressmann durch die Lande ziehen sehen würde, dann hätte man tatsächlich das Gefühl, dass die Bundestagswahl sich irgendwo in der Ferne auf einem belanglosen Planeten abspielen würde. Etwas besser scheint es wohl im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen auszusehen, – das mag aber auch daran liegen, dass das der Wahlkreis von Volker Kauder ist, welcher , soweit man der NRWZ folgt, doch recht präsent auf dem Terrain zu sein scheint. Aber heute Abend wird sich das alles vielleicht doch etwas ändern, – die Wahlergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und im Saarland werden uns bestimmt noch den einen oder anderen medialen „Aufreger“ bescheren – Grünstadter Känguru hin oder her !

Hier im Leinigerland hat der Wahlkampf also bisher kaum Spuren hinterlassen, – die Sommergrippe – mit Wasser und Seife gegen Viren – oder auch das Grünstadter Känguru (exotischer Besuch) – scheinen fast schon wichtiger zu sein als was sich im fernen Berlin abspielt (Die kursiven Lettern sind alles Titel aus der Unterhaardter Rundschau vom Samstag 29. August 2009 die man aber leider so im WWW nicht findet) . Aber wenn man in der „Leininger Nachlese“ von Klaus Stemmler liest – dass das Grünstadter Känguru nun bei SWR3 „Gedönsi “ heißt und der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon Reporter auf die Suche nach dem Grünstadter Känguru ins Leiningerland schickt darf einem schon gar nichts mehr wundern. Wundern wird sich da der eine oder andere am Wahlabend des 27.9 – da wird es doch manch eine Überraschung geben. Aber eigentlich geht es ja um uns, um unsere Zukunft – und da erscheint es manchmal fast befremdlich wie wenig Aufmerksamkeit dem politischen Diskurs, der politischen Auseinandersetzung gewidmet wird. Aber vielleicht wird sich das ja auch heute abend ändern, – vielleicht.

Quellen:

Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau (29.8.2009): Mit Wasser und Seife gegen Viren. Grünstadt Eisenberg: Wie die Schulen auf die Schweinegrippe reagieren – Klinken und Schalter werden öfter gereinigt.

Stemmler, Klaus (29.8.2009): Exotischer Besuch – gesehen hat. In: Die Rheinpfalz – Unterhaardter Rundschau (29.8.2009) – Leininger Nachlese.

Christophe Neff, Grünstadt den 30.8.2009

Des nouvelles du Kangourou de Grünstadt (22.8.2009)

Eh bien oui, le kangourou de Grünstadt semble bien exister : pour mes lecteurs allemands j’ai déjà publié un long billet « Das Grünstadter Känguru nun auch in Gerolsheim « voici une version très raccourcie pour mes lecteurs francophones.

Comme le kangourou de Grünstadt fut photographié, voici la photo dans l’article « Einsames Beuteltier der Pfalz » dans la Wormser Zeitung, les experts des jardins zoologiques de Landau et de Kaiserlautern ont pu déterminer l’espèce. Le Kangourou de Grünstadt est un Wallaby de Bennett, une sous-espèce du Wallaby à cou rouge.

En faisant un peu de recherches sur l’espèce, j’ai découvert qu’il existait en France une petite population de Wallaby de Bennett naturalisée dans la forêt de Rambouillet. Des kangourous naturalisés en France, je reconnais bien que je n’en avais jamais entendu parler ! Le Centre d’étude de Rambouillet et de sa Forêt a même dédié une page web « Enquête sur le Wallaby de Bennett en Forêt d’Yvelines » aux Wallaby de la Forêt de Rambouillet. Le Wallaby de Grünstadt n’aura certainement pas la chance d’être le début de naturalisation des Wallaby dans le Leiningerland , d‘ abord avec un individu seul on ne fonde pas une population et en plus, à en croire les medias ,ce Wallaby doit disparaître le plus vite possible des paysages des environs de Grünstadt, de la « Unterhaardt ». On se demande vraiment quel danger se cache derrière se pauvre Wallaby égaré entre vignes et forêts de la Unterhaardt !

Christophe Neff, Grünstadt le 22.8.2009