Der Grünstadter Berg – nun auch in Wikipedia.de

Nachdem ich schon vor zwei Wochen unter dem Titel „Balade d’été sur le Grünstadter Berg (19.7.2009) “ einen kleinen Artikel über den Grünstadter Berg verfasste und den Grünstadter Berg auch in diesem Beitrag Some words concerning Eryngium campestre (field Eryngium) on Wikipedia.en erwähnte, habe ich nun doch auch einen kleinen Artikel über den Grünstadter Berg für die deutschsprachige Wikipedia verfasst. Damit ist die digitale Existenz des Grünstadter Berges sozusagen gesichert.

Wer den Grünstadter Berg aus naturkundlicher Sicht betrachtet, der wird an dem Namen Oskar Sommer nicht vorbeikommen – so sehr ist der Name Oskar Sommer mit dem Hausberg Grünstadts verbunden. So fand sich im letzten Pollichia – Kurier 25 (3) – 2009 auf den Seiten 11-12 unter dem Titel „Herbarium Oskar Sommer“ (Lang 2009) ein Artikel über das Herbarium von Oskar Sommer, welches in den Bestand der Pollichia überging, und dessen Herbarium u.a natürlich auch Belegexemplare vom Grünstadter Berg enthielt, wie z.b. der bewimperte Enzian (Gentianella ciliata ) von der Enzianwiese auf dem Grünstadter Berg. Die Flora des Grünstadter Berg hat Oskar Sommer auch verschiedentlich in seinem Schrifttum vorgestellt, so u.a. in den Bücher „Rätselhafte Pflanzenwelt“ (Sommer 1974) und „Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete“ (Sommer 1981). Meines Erachtens hätte der „Erforscher“ des Grünstadter Berges durchaus seinen Platz in der deutschsprachigen Wikipedia, – aber ich scheue mich da vor der Erstellung eines Beitrages, – weil ich befürchte – dass ein Artikel über Oskar Sommer fast unweigerlich in der Löschdiskussion landet. Die Relevanz einer Person aus vordigitaler Zeit, über die es darüberhinaus zumindest keine digitalen „Zeugnisse“ gibt, für die deutschsprachige Wikipedia nachzuweisen – das ist schon sehr schwierig. Nicht unmöglich aber Schwierig. Da mach ich mich dann doch lieber an einen Beitrag über die Raumschaft Schramberg – geographische Begrifflichkeit aus dem Schwarzwald – die auch noch in Wikipedia.de fehlt – deren Relevanz aber deutlich einfacher nachzuweisen ist als die von Oskar Sommer.

Durch die Übergabe des Herbariums Sommer an die Pollichia ist zumindest ein Teil des naturkundlichen Erbes von Oskar Sommer für die Nachwelt erhalten – und können so ggf. auch für weiterführende Forschungen auf dem Grünstadter Berg bzw. in anderen Landschaftsteilen des Leiningerland zur Verfügung stehen.

Zitierte Literatur:

Lang, W. (2009): Herbarium Oskar Sommer. In: Pollichia – Kurier -25(3)- 2009, S. 11-12.

Sommer, O. (1974) : “Rätselhafte Pflanzenwelt – von Pflanzen der Pfälzer Landschaft und ihren Geheimnissen.“ Verlag Emil Sommer, Grünstadt 1974

Sommer, O. (1981): “Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete.“ Verlag Emil Sommer Grünstadt 1981, ISBN 3-921-395-08-9

Grünstadt, le 31.7.2009

Mannemer Dreck- traumhafte Zeiten – eine autobiographische Zeitreise mit Musikbegleitung nach Mannheim

Einführung

Zur Einstimmung bevor es richtig losgeht ein paar Takte Mannemer Dreck von Joy Fleming . Vor einigen Tagen las ich einen Artikel in Spiegelonline mit dem Titel „delikater Dreckhaufen„. Der Artikel war ein netter kulinarisch historisch-geographischer Spaziergang durch Mannheim, Stadt in der ich einst studiert und gelebt hatte. Wobei ich ähnlich wie der Schockwellenreiter meine – ein Artikel ohne Joy Flemings Mannemer Dreck auch nur mit einer Silbe zu erwähnen – das ist mehr als nur eine Unterlassungssünde! Der Mannheimer Dreck um hier die hochdeutsche Schreibweise zu benutzten ist ein Makronengebäck aus Mannheim – darüber klärt einem schon der besagte Spiegelonline Artikel oder auch Wikipedia auf. Deshalb möchte ich nicht näher darauf eingehen, sondern mich auf eine autobiographische Zeitreise durch Mannheim begeben.

Ich habe vom Frühsommer 1986- bis Herbst 1993 in Mannheim an der Universität Mannheim Geographie mit den Wahlfächern VWL und Politikwissenschaft studiert, daneben dieses Studium durch Romanistikstudien (Französisch, Portugiesisch und Italienisch) ergänzt. Damals war die Universität Mannheim noch eine echte Volluniversität mit einem relativ breiten Fächerspektrum, wobei die Naturwissenschaften, mit Geographie (soweit man diese zu den Naturwissenschaften zählt), Geologie, Mathematik und Informatik damals auch schon eher schmal aufgestellt waren. Gewohnt habe ich damals in Neuostheim in der Grünewaldstraße, nicht weit von Riedbahnbrücke, Feudenheimer Schleuse und Maulbeerinsel entfernt. Danach habe ich als Assistent (und Doktorand) von 1993 bis 1999 am Lehrstuhl von Professor Frankenberg am damaligen Geographischen Institut der Universität Mannheim gearbeitet. Ab 1994 wohnte ich im Neubaugebiet „Niederfeld“ (Mannheim-Neckarau ) im Hans-Sachs-Ring in einer schönen Dachgeschoßwohnung mit direkter Sicht aufs Großkraftwerk in Neckarau.

Winterlicher Blick auf Neckarau Jan 1997
Niederfelder Winterblick aufs Großkraftwerk Neckarau (Januar 1997 Photo © C.Neff)

1999 bin ich aus familiären Gründen nach Grünstadt in die Pfalz gezogen. Ich habe zwar weiterhin bis 2005 bis zum meinem Wechsel zum Institut für Geoökologie und Geographie der Universität Karlsruhe am Geographischen Institut der Universität Mannheimals Postdoc gearbeitet, aber der Abschluß meiner Mannheimer Lebensphase war das Frühjahr 1999. Inzwischen sind sozusagen nun fast genau zehn Jahre vergangen – und die Lektüre des Spiegelonline Artikel „Delikater Dreckhaufen “ von Kurt F.de Swaaf hat mich dazu bewegt einige meiner Erinnerungen die ich mit der Stadt Mannheim in Verbindung bringe in Sätze zu fassen.
Ich habe gern in Mannheim studiert und dort auch gern gelebt, mich sozusagen richtig wohlgefühlt. Und wenn es heute in Baden-Württemberg eine Großstadt gäbe in der ich gern wohnen würde, dann wäre Mannheim wohl die Stadt meiner Wahl. Aber das Leben hat das einstweilen anders entschieden. Natürlich verbinde ich nicht nur positive Erinnerungen mit der Stadt Mannheim, wobei die wirklich negativen Erinnerungen eigentlich wenig mit der Stadt Mannheim im engeren Sinne zu tun haben. Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt allenthalben die Tatsache, dass das Rektorat Arndt das Geographische Institut geschlossen hat, vor allem die Art und Weise wie das geschah, wie die Schließung vollzogen wurde. Ich hätte das Geographische Institut in Mannheim sowieso verlassen müssen, das ist der normale Gang im deutschen Hochschulwesen, – von diesem Gesichtspunkt aus hat mich die Schließung des Geographischen Institutes nur unwesentlich tangiert. Aber „Stil und Form“ des ganzen – da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Auch die Art und Weise wie teilweise mit den Emeritii des Faches umgegangen wurde (und wird) – das erscheint mir als sehr befremdlich.
Ansonsten verbleibt eigentlich nur ein positives Bild von Mannheim. Aber Bilder verändern sich mit der Zeit, sowie sich auch Erinnerungen verändern. Deshalb, umsozusagen für mich und die Leser meines Bloges, mein aktuelles Mannheimbild festzuhalten, habe ich diese Zeilen verfaßt.

Die Städtische Natur & Wildnis

Da wäre zum einen der Entdeckung der städtischen Natur in Mannheim, der Pflanzenvielfalt im urbanen Ökosystem Mannheims – was ich sogar später dann wissenschaftlich in einer Publikation zur Vegetationsdynamik in Mannheim verarbeitete (Neff, C. 1998). Der Artikel „Neopyhten in Mannheim Beobachtungen zu vegetationsdynamischen Prozessen in einer Stadtlandschaft „ war bestimmt einer der ersten deutschsprachigen wissenschaftlichen Publikationen die auf die Artenvielfalt in urbanen Ökosystemen hinwies, Neophyten nicht negativ darstellte (wie damals und auch noch heute oftmals üblich) sondern versuchte die Neophyten (und Neozoenproblematik) durchaus differenziert und emotional unbelastet und analytisch darzustellen. Soweit es die Neozoen betrifft, in diesem Fall die Halsband – und Alexandersittiche, glaube ich, dass es die erste wissenschaftliche Publikation war, die das Phänomen der Ausbreitung von Papageienvögel im Rhein-Neckar- Dreieck beschrieb. Die wichtigste Erkenntnis damals war jedoch, – und davon bleibe ich auch heute überzeugt – der aktuelle Hauptsteuerungsfaktor für die Ausbreitung von Neopyhten in urbanen, suburbanen und selbst in ländlichen Ökosystemen sind in unserer heutige Zeit in Mitteleuropa vor allem Gartenmoden. Ich habe das auch rezent bei der Analyse von Laurophylliesierungsprozessen iin der elsäßischen Oberrheinaue beschrieben (Neff 2007 ). Klimaeffekte, sprich also der sogenannte durch den Menschen verursachte Klimanwandel, sind meines Erachtens für solche Prozesse in Mitteleuropa zur Zeit kaum verantwortlich, aber das kann sich bzw. wird sich durchaus ändern können.

Was die Stadtvegetation Mannheims betrifft möchte ich in diesem Zusammenhang auch auf ein kürzlich erschienenes Buch mit dem Titel „ Pflanzenraritäten am Oberrhein – Beispiele aus Ludwigshafen und Mannheim „ von Johannes Mazomeit verweisen. Dieses sehr schöne Buch widmet sich ausgewählten Pflanzenraritäten im Stadtgebiet von Ludwigshafen und Mannheim, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Beschreibung von Pflanzenfunden, seltenen Pflanzen im Stadtgebiet von Ludwigshafen liegt, – Mannheim wird sozusagen nur am Rande behandelt. Dennoch halte ich das Buch für lesens und empfehlenswert. Außerdem ist es auch sehr schön illustriert.

Das Licht des Fohrenbühles – die Wiederentdeckung des heimatlichen Schwarzwaldes und der Raumschaft Schramberg aus Mannheimer Perspektive

Was die Entdeckung von Landschaften während meiner Mannheimer Zeit betrifft habe ich sozusagen von Mannheim aus die Landschaften der Raumschaft Schramberg wiederentdeckt. Als ich 1984 Schramberg nach dem Abitur Richtung Fallschirmjägerei in Nagold verließ, war ich eigentlich ganz froh Schramberg hinter mich lassen zu können. Vor allem die bürgerliche katholische Bigotterie in Schramberg (mit allem was dazu gehört), die in ihrer besonderen Ausprägung vielleicht ein Erbe der verlängerten Schwanzfeders des Habsburgerischen Adlers, der vorderösterreichischen Herrschaft Schramberg , war – hatte mir damals doch erheblich zu schaffen gemacht. Ich muss sagen, dass auch wenn ich im allgemeinen Krimis nicht so gern lese, – obwohl es da auch Ausnahmen gibt – die Krimis der ehemaligen Schrambergin vom Sulgen Uta Maria Heim – beschreiben diese bleierner Zeit der 1980 Jahre in Schramberg außerordentlich gut. Das ist bestimmt einer der Gründe weshalb ich wohl die allermeisten der Krimis der ehemaligen Sulgener Schrambergerin Uta Maria Heim gelesen habe.

Es waren die furchtbaren herbstlichen und winterlichen Nebeltage die mir zu Studienzeiten das Leben in Mannheim schwer machten, Nebel, wohl auch Smog – verursachten dann tagelange Migräneanfälle die mich zurück in den Schwarzwald trieben, mich das „Licht des Fohrenbühls “ entdecken ließen. Natürlich gibt’s und gab es nicht nur in Mannheim langanhaltende Nebeltage im Herbst und Vorwinter (in Grünstadt wo ich jetzt lebe – leider auch viel zu oft), – der Nebel in Basel und Sundgau – das scheint sozusagen das landschaftliche Hauptelement der Komissär Hunkeler Krimi‘ s von HansJörg Schneider zu sein – undurchdringliche Nebeltage in Basel und dem elsäßischen Sundgau und die silberne Wintersonne und Schneestille auf den Höhen des Hochschwarzwaldes (u.a ). Ein landschaftliches Konstrukt von Licht und Schatten in den Kriminalromanen Schneiders – ähnlich wie ich es Student empfand, wenn ich aus den Mannheimer Nebeltagen ausbrechend das Licht des Fohrenbühles suchte. Die Kriminalromane Schneiders, die Hunkeler Reihe habe ich erst jetzt durch die durch den Unfall entstandenen Zeitlücke kennengelernt. Aber was das Licht des Fohrenbühles betrifft, – wenn man nach einer tage wenn nicht wochenlanger Nebelphase aus dem Oberrheingraben kommt, – und in der Tat gibt es auch in Grünstadt im Spätherbst und Winter oftmals lange, sehr lange Nebelphasen – dann wirkt das Licht des Fohrenbühles wie eine regelrechte Befreiung, eine winterliche Lichtoase. Zu letzt habe ich das im Januar 2009 erlebt.
Und was im Winter die schneelosen Nebeltage in Mannheim waren, das waren die berühmt berüchtigten schwülen Mannheimer Sommer, die mich zur Flucht in die Sommerfrische des Schwarzwaldes trieben. Die Mannheimer Sommer können was Luftfeuchte und Schwüle betrifft, es durchaus mit den Verhältnisse in Abidjan aufnehmen, das kann ich sozusagen aus persönlicher Erfahrung bezeugen. Und so habe ich die heimatliche Raumschaft Schramberg, den restlichen Schwarzwald, vor allem den Kinzigtäler Schwarzwald wieder entdeckt, neu entdeckt – und mir mein eigenes „Schwarzwälder Landschaftsbild“ konstruiert. Die Wiederentdeckung des Schwarzwaldes geschah übrigens nicht allein, sondern mit dem Journalisten und Studienfreunde T.H. , inzwischen Jurist in einer deutschen Metropole, der aber auch ursprünglich aus Schramberg stammte, den ich aber aus Schramberger Schulzeiten kaum kannte, da war der Alterunterschied zwischen uns beiden einfach zu groß, 4 Jahre – das ist in Pennäleraugen mehr als eine Schülergeneration. In seinen Augen war ich der Sohn seines Französisch-Lehrers, auf Schrambergerisch einfach Franz-Lehrer (mein 1992 verstorbener Vater Winfried Neff war Oberstudienrat für Französisch, Geschichte und Gemeinschaftkunde am hiesigen, sprich dem Schramberger Gymnasium) und damit per se nicht Gegenstand bedingungsloser Anziehung. Als ich in den 1993 Jahren gerade meine Diplomarbeit zu Waldbrandrisiken in den Garrigues de Nîmes vorlegte (wurde 1995 in leicht überarbeiter Form als Monographie veröffentlicht(Neff 1995)) , ich meine Examen in Geographie und Politik (VWL & Ökonometrie hatte schon 1992 bei Prof. Nachtkamp abgelegt) mit den Themen „Feuer & Vegetationsdynamik im Mittelmeerraum (Prof. Frankenberg) , Kulturlandschaftsdynamik im Mittelmeerraum (PD Dr. Bender), der islamische Fundamentalismus als Bedrohung für die westlichen Demokratien (Prof. Wildenmann), politische Kultur in Italien (Prof. Wildenmann) vorbereitete, promovierte der Freund aus Schramberg sich in unmittelbarer Nachbarschaft mit einer Arbeit über die Luhmannsche Systemtherorie zum Thema „datenschutzrechtliche Presseprivileg“ mit Summa cum Laude zum Dr.iur. an der juristischen Fakultät in Mannheim. Doch nicht nur der Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten verband uns : wir genossen auch exzessiv die Mannheimer Nachtkultur. Gleichzeitig erwanderten wir quasi den gesamten mittleren Schwarzwald und die östlichen Muschelkalk Gäue zwischen Kinzig, Gutach, Brigach und Neckar, – wobei wir so nebenbei fast alle guten Vesperstuben und Bauernwirtschaften in dieser Gegend testeten, – sozusagen von Gasthof zu Gasthof wandernd und das im Winter wie im Sommer.
Ein weiterer Fluchtpunkt für uns war, oftmals der Bauernhof eines Studienkollegen in Nordrach bei Zell am Hamersbach, wo wir in wahrhaftig studentischer Harmonie vielköpfig tage- und wochenlang wanderten, Pilze suchten, Heu machten, kochten, diskutierten, lasen, gelegentlich auch Seminararbeiten schrieben und lernten und musizierten. Diese Erlebnisse prägen noch heute. Und die damals geschlossenen Freundschaften -auch wenn sie gelegentlich nur nachlässig gepflegt werden- trotzen beständig der Zeit.

Mannheims Bücherwelten
Was mich weiterhin mit dem wandernden Freund aus Schramberg verband, war natürlich die Liebe zu Büchern, Bibliotheken und Buchhandlungen. Reihenweise Fachliteratur, Romane, Krimis haben wir verschlungen!
Ja, ich war immer am Lesen während meiner Mannheimer Studientage. Das Buch sei es Fachbuch – oder auch Belletrisitik war bestimmt einer der Mittelpunkte meines damaligen Mannheimer Lebens. Montags war dazu noch immer Spiegeltag, – da wurde dann immer abends Stundenlang über die neuesten Enthüllungen aus dem Spiegel diskutiert. Ich hatte natürlich damals meine Stammbuchhandlungen in Mannheim. Zuerst habe ich Kurt Tillmanns Buchhandlung auf den Planken entdeckt. Danach den Bücher-Bender in Q 4. Leider wurde die Buchhandlung Tillmann recht schnell nach meinem Studienbeginn in Mannheim geschlossen (1988) bzw. von der Ottoschen Buchhandlung übernommen, was aber auch nicht lange Bestand haben sollte. Deshalb stöberte ich und kaufte seitdem (ca. 1988/89) soweit ich in Mannheim Bücher kaufte, – denn einen Teil meiner Bücherausgaben tätigte ich immer noch in der Buchhandlung Klaussner in Schramberg, – beim Bücher -Bender in Q 4. Der Bücher-Bender in Q 4, das war und ist immer noch in meinen Augen die Buchhandlung Mannheims, m.E. gibt es für den literarischen Leser in der sogenannten Metropolregion Rhein-Neckar nichts vergleichbares. Weiterhin war ich daneben eifriger Nutzer der Mannheimer Universitätsbibliothek , – und habe das Bibliothekspersonal durch meinen niemals ermüdenden Lesehunger und den daraus resultierenden Anschaffungsvorschlägen manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht.

Das alles erscheint mir inzwischen jetzt alles sehr entfernt, wie eine Zeitreise in eine vergessene Landschaft aus der Vergangenheit. Welche Studierende lesen noch den Spiegel oder die Zeit (in der Printversion) – wenn dann ja wohl wenn überhaupt Spiegelonline. Wenn man heute einen Studierenden auf einen Artikel aus dem Spiegel oder die Zeit anspricht wird man meistens nur erstauntes Kopfschütteln ernten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, – so wie z.B. eine Studentin die mir vor ein paar Monaten einen Artikel aus der deutschsprachigen Ausgabe des Le Monde Diplomatique zum Lesen reichte. Aber vielleicht waren wir ja auch schon damals Ausnahmen, Studenten die stundenlang in Cafe‘ s und Kneipen (das waren u.a. Grimminger auf den Planken, das Binokel, das Flick-Flack, das Uhland, der Polizeisportverein an der Feudenheimer Schleuse, Weldes reale Bierwirtschaft in Neuostheim, der Anker im Schwabenheimer Hof, später auch das Journal am Marktplatz) saßen und sich über neueste Artikel aus Spiegel, Zeit „disputieren“ – und ihre neusten Büchertrouvaillen besprachen. Ja wie die Erinnerung an eine vergangene und verlorene Zeit will mir das heute erscheinen.

Vergangen Oktober als ich von einer längeren Reise zurückkam bin ich von Bahnhof zum Wasserturm, dann die Planken hinunter , bis Q 4 zum Bücher-Bender geschlendert- war dort Bücherstöbern – und bin dann danach in die Homer Ausstellung ins Reissmuseum. Es war ein schöner klarer sonniger angenehm warmer Herbsttag, – und was für ein Zufall – bei diesem Herbstsapziergang kreuzte ich auch noch die Weg des Leiters der Benutzerabteilung der Mannheimer Universitätsbibliothek Herrn Bibliotheksdirektor Per Knudsen , der mich auch nett grüßte – den ich aber zu Anfangs gar sofort erkannt hatte, weil ich so tief in meinen Gedanken und Erinnerungen versunken war. Ja dieser Herbstspaziergang durch die Quadrate im Oktober 2009, war schon eine kleine Zeitreise zurück in meine studentische Vergangenheit.

Die Linie 36 : der Mannheim Blues

Neben den Büchern, war es u.a. auch Musik und Kino die unser studentisches Leben bestimmte, – Mannheims Musikszene war ja in den 1980 sehr lebendig – und ins Kino sind wir eigentlich fast jede Woche ein oder zweimal, – meist ins Odeon oder ins Atlantis manchmal auch ins Capitol. Odeon und Atlantis gibt es übrigens immer noch, aktuell wird dort Kommisar Bellamy von Claude Chabrol mit Gerard Depardieu in der Hauptrolle gezeigt.

Neben den vielen Konzerten, die wir besuchten, meist in Miljöö, Hauptfeuerwache oder Capitol, haben wir manchmal auch selbst Musik gemacht, – meist Blues, Rock and Roll und manchmal deutsch-französische Chansons.

Aus Mannheimer Dreck und dem Neggabriggeblues (habe ich leider damals beim Niederschreiben des Textes nirgendwo zum Einbauen gefunden, das gibt’s bis dato nicht von Youtube) von Joy Fleming hatten wir die Linie 36 gemacht, – sozusagen frei nach Joy Fleming von mir improvisiert und interpretiert. Die 36 – da sollte man vielleicht noch darauf hinweisen, – das war damals die Straßenbahnlinie mit der ich von Neuostheim fast tagtäglich an die Schloßuni bzw. das Mannheimer G.I fuhr. Nicht zu vergessen den sagenhaften Krankenschwesternblues, – an dem sich vielleicht der eine oder andere Leser vielleicht noch erinnern kann. Aber auch der Schwabenblues wurde nicht vergessen, – wie z.b. die Strassenboa, oder es schneilet es weielet von Wolle Kriwanek .

Manchmal war es auch beschaulicher, wenn J.Z. mich am Klavier zu „automn leaves“ begleitete – wobei mir persönlich die französische Originalversion der feuilles mortes in der Interpretation von Yves Montand immer noch weit besser gefällt als die weitbekanntere englische Version, wobei die von der Piaf bestimmt auch seht stillvoll ist. Oder auch mit J.Z. am Klavier, Summertime -, Sunny (oder hier die etwas funkigerer Version von James Brown) gesungen. Aber so wie James Brown haben wir das eigentlich nie gespielt.
Einige Erfolge konnte ich damals auch mit Interpretationen von Songs der immer noch in Frankreich beliebten Rockröhre „Johnny Hallyday “ verbuchen, – der laut H.H. (Alt Schramberger Rock’n Roller , Musikexperte und Blogger ) immer noch einziger Rock’n Roller Frankreichs war und ist – und entsprechend immer noch von rechts und links in Frankreich teilweise als Rocklegende vergöttert wird ! So habe ich mich u.a. an „que je t‘ aime „, „Diego „, „quand la guitare fait mal„, – und natürlich auch Marie versucht. Aber unsere Marie (Paroles: C.Neff ; Musiques & guitares : T.H. ) Jahre vor der Hallydayschen Marie Version gesungen (und geschrieben bzw. mehr frei improvisiert als geschrieben – Entstehungsort war übrigens die Schwarzwaldwirtschaft „Eselbach “ in Aichhalden ) war auf jedenfalls Stil und Klangvoller als die inzwischen natürlich weit berühmtere Marie von Hallyday. Natürlich war da nicht nur Johnny Hallyday, sondern auch Couleur Menthe a l‘eau , il ne rentre pas ce soir von Eddy Michell, Mademoiselle chant le blues, quand Jimmy dit what i say , d‘ Allemagne von Patricia Kaas, und natürlich Aline von Christophe – und auch Joan Baez und etwas Country durfte nicht fehlen .

An manch einem Abend wenn die untergehender Sonne Fernsehturm und Neckar im rötlich-gelben Licht tauchte, sah ich von der Maulbeerinsel aus den über die Riedbahnbrücke donnernden langen Güterzüge nach „Riding on the City of New Orleans “ vor mich her summend und von Zugreisen durchs ferne Amerika, den USA dem Land der langen Güterzüge träumend, – die U.S.A die ich bisher nicht betreten habe.
Wie lange dieses schon her ist. Man hat das Gefühl als läge da schon fast eine Weltreise hinter einem. Und von einer Zugreise durch die U.S.A. auf den Spuren der großen Züge – ja davon träume ich noch heute wie damals als Student an der Riedbahnbrücke in Neuostheim.

Das letzte Mal, das ich das sozusagen (halb)-öffentlich aufgetreten bin und gesungen habe, war übrigens vor 3 Jahren im Wallis, – mit einem Freund – einem Dichter und Musiker der viel zu früh aus dem Leben getreten ist, – damals versuchten wir hoch oben dem Rhônetal seinen Gedichtband zu vertonten – den melancholischen Blues den wir zusammen spielten, – (er Gitarre – ich Gesang) nannten wir damals Talwind. Immer wen ich an den zu früh verstorbenen Dichter aus dem Wallis denken, muß ich anwillkürlich an die Trois Cloches denken, – ein altes Walliser Volkslied welches durch Edith Piaf et les Compagnons de la Chanson weltberühmt wurde.

Traumhafte Zeiten – Erzählungen einer Stadt
Mein Leben als Student das waren die Entdeckung der städtischen Natur, Bücher und Buchhandlungen, Kino und Musik – und vor allem viel Zeit fürs Leben und Genießen. Natürlich ein sehr subjektives Bild von einer Stadt.Und wenn wir hier schon von subjektiven Stadtbilder erzählen, hier noch der Hinweis auf den Film „Traumhafte Zeiten“ den Michael Kötz im Auftrag der Stadt Mannheim zum Stadtjubiläum 2007 gedreht hat. Der Film war (und ist ggf. noch) als DVD für Schutzgebühr in einiger Mannheimer „Kulturgeschäften“ erhältlich.
Mit Brahms ungarische Tänzen no. 1 g-moll (1 Allegro molto g-Moll (Orchesterfassung ))als Thema wandern wir mit dem Sprecher Hans (Michael Kötz) durch 400 Jahre Stadtgeschichte. Daneben ist der Film für jeden Cinemaphilen ein echter Leckerbissen, da dieser voller Film und Bildzitate steckt. Angefangen von der Tod des weißen Pferdes bis zum Gymnasiallehrer Pedersen. Der Tod des weißen Pferdes war übrigens der erste Kinofilm den ich in Mannheim gesehen hatte, – im Sommersemester 1986 kurz nach Studienbeginn im alten Cinema Quadrat in L 7 gegenüber dem damals in L 9,1 beheimateten Geographischen Institut. Das ist nun 23 Jahre her. Wie die Zeit vergeht. Und wie gesagt, jedem der einen schönen aber auch bestimmt subjektiven cinephilen Rückblick auf 400 Jahre Stadtgeschichte Mannheims sucht, dem sei der Film „Traumhafte Zeiten – Erzählungen einer Stadt – Mannheim 1607 – 2007″ wärmstens empfohlen. Ich selbst habe nur 13 Jahre – vom Sommersemester 1986 bis Sommersemester 1999 dort im Mannemer Dreck gelebt, – doch um mit Edith Piaf auf französisch zu sprechen (was durchaus auch mal in Mannheim gesprochen wurde und das in früheren Zeiten in manchen Stadtteilen gar nicht selten) – non de de mes temps à Mannheim – je ne regrette rien! Bevor diese imaginäre Zeitreise vom Krankenbett in Grünstadt nach Mannheim endet – höre ich nochmals denimaginären Wellengang des Rheines an der Reißinsel, – das rythmische dumpfe Stampfen der Schiffsdiesel, – das Donnern der Güterzüge über die Riedbahnbrücke bei Neuostheim – begleitet von den Klängen Brahms ungarische Tänze no. 1 Allegro molto g-Moll (Orchesterfassung )) diesmal in der Version von Furtwängler oder wem dieses besser gefällt in der Orchesterinterpretation von Dániel Somogyo-Tóth .

Diese autobiographische Zeitreise möchte ich so wie ich diese beginnen ließ – mit ein paar Takten Mannemer Dreck beenden !

Quellen:
Heim, U.M. (2008): Totschweigen. (Gmeiner Verlag Meßkirch), Meßkirch (ISBN 978-3-89977-704-8)
Heim, U.M. (2009): Wespennest. (Gmeiner Verlag Meßkirch), Meßkirch (ISBN 978-3-89977-809-0)
Mazomeit, J. (2009): Pflanzenraritäten am Oberrhein. Beispiele aus Ludwigshafen und Mannheim. Neustadt (Pollichia Sonderveröffentlichungen 15), ISBN 978- 3- 925754-56-2
Neff, C. (1995): Waldbrandrisiken in den Garrigues de Nîmes (Südfrankreich) – eine geographische Analyse. Materialien zur Geographie 27, Mannheim. (ISBN 3-923750-50-1)
Neff, C. (1998): Neophyten in Mannheim – Beobachtungen zu vegetationsdynamischen Prozessen in einer Stadtlandschaft. In: Anhuf, D., Jentsch, C. (Eds.): Beiträge zur Landeskunde Südwestdeutschlands und angewandten Geographie. Mannheimer Geographische Arbeiten, H. 46, 65-110, Mannheim. (ISBN 3-923750-72-2)
Neff, C. (2007) : Naturkundliche Beobachtungen in Munchhausen (Frankreich) Sauerdelta und Laurophyllisation in Munchhausen.. In: VOGT, J., D. BURGER, T.K. BUTTSCHARDT, A. MEGERLE (Eds): Karlsruhe, Stadt und Region. Ein Landeskundlicher Führer zu bekannten und unbekannten Exkursionszielen. Karlsruhe, Regionalwissenschaftlicher Fachverlag, p. 201 – 215, ISBN 978-3-9811189-2-6
Schneider, HJ.(1999): Das Paar im Kahn. (Taschenbuch Lizensausgabe Lübbe Verlag), Bergisch Gladbach (ISBN 978-3-404-14583-6)

Christophe Neff, Grünstadt le 15.7.2009

P.S. (16.7.2009):

Als ich studierte gab es noch kein U-Tube, deshalb habe ich hier die Originalversionen (oder andere) mit den Originalsängern aus U-Tube verlinkt. Ich hätte jedoch kein Problem damit eine Filmversion mit meinen Sangeskünsten einzustellen. Gestern gab es im alt ehrwürdigern LeMonde anläßlich der Johnny Hallyday Abschiedstour einen Artikel in dem man den ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Jean Pierre Raffarin als Johnny Hallyday „Imitator bzw. Interpreten“ abgelichtet sehen konnte. Schlimmer kann es bei mir auch nicht gewesen sein ! Die einzige Film bzw. Vidoeoaufnahme die es ggf. noch geben könnte, wäre die die von einem gemeinsamen Auftritt mit den ehemaligen Mitgliedern der Band „the Ham“ in Bad Herrenalb gedreht wurden. Teile der „the Ham“ leben in den Sixpäcks übrigens weiter. Damit wären die Sixpäcks auch schon so was wie eine Schramberger Rocklegende geworden – frei nach Eddy Mitchell und Johnny Hallyday „on veut des lègendes

Bilder und Bebilderung – ich photographiere ja sehr gern, – im Grunde genommen, fast das einzige Hobby was ich mir noch ab und zu gönne. Ich photographiere jedoch ich immer noch meist analog (siehe auch meinen Artikel über das Verschwinden des Kodachrome Film ), wobei das einscannen eigentlich kein Problem ist – und ich ja auch bei Wikipedia.commons ja auch ein paar Bilder eingestellt habe, siehe u.a. hier, aber gerade die Bilder die mir ans Herz gewachsen sind möchte ich eigentlich nicht frei durchs Netz schwirren sehen. Der Hinweis aufs Copyright den ich hier untergebracht habe ist wahrscheinlich sowieso sinn – und zwecklos. Ja ich habe mir wirklich überlegt diesen Artikel zu bebildern, – so habe ich im Januar eine schöne ausdruckstarke Diaserie zum Licht des Fohrenbühles geschossen, Photos die hier eigentlich ganz gut gepaßt hätten. Aber eigentlich will ich meine Bilder nachher nicht frei im Internet herumschwirren sehen. Deshalb ist bisher die Bebilderung dieses Artikels äußerst sparsam.

P.S.(7.4.2010 17:30):  Der Mannemer Dreck befinder sich leider nicht mehr bei Youtube. Dafür gibt es jetzt dort den Neggabriggebluus .

P.S.(14.04.2013 11:45): Einen ergänzenden Beitrag zum „Mannemer Dreck – traumhafte Zeiten“ habe ich unter dem Titel „Nachtrag zum Mannemer Dreck – Mannheims Bücherwelten“ am 21.7.2009 verfasst.

III. Un blog sur les paysages: an English introduction

After having presented a French petit début and a German prolog to my paysage blog, follows here the English version. It is not the translation of the two other versions; as it is written in English, it is perhaps a slightly different approach to the subject. The blog will present some thoughts and ideas about paysages, the French word for landscapes – but I am not sure if both words really mean the same. The blog should present some subjective thoughts about paysages, landscapes and Landschaften – for the more objective scientific approach you can go to my professional homepage . It will be a multilingual blog, most of the contributions will be written in French and German, some perhaps also in English. As I did it in the French and German notes I want to begin with a citation of David Blackbourn : “What we call landscapes are neither natural nor innocent; they are human constructs. How and why they were constructed (many would say “imagine” even “invented”)belongs to the stuff of history (Blackbourn 2007: 16)”, yes I agree with Blackbourn, but with one exception, – the analysis of the human construct of what we call landscapes, landschaft or paysage should also be a stuff of geography, of what we call a modern landscape geography (or should be called) who can read and understand natural environmental processes and systemsand what kind of human constructions produced the landscapes behind these processes, the images and the storylines behind. This also linked to the language we use.

I learned English at school, – in the Gymnasium Schramberg in Schramberg where I passed great part of my childhood and youth, – and my approach to English language is rather different as my French or German. English is together with French my working language, but its more technical than the French i use, actually most of the papers and books I have to read for my profession are in English. In this sense English is for me language of scientific text books and papers, National Geographic, Newsweek and CNN etc.

French, because in the regions (Mediterranean countries, francophone Africa) where I mostly work actually, is still the dominant scientific and technical language. In this context is interesting to observe, (from a german point of view) – that because in Germany education of French language is very declining, more and more scientists, advisers, consultants etc. working in francophone Africa (African French ) for german enterprises, organisations, NGO, consultants-firms etc. are coming from Switzerland, even from the alemanique German Switzerland, where they have a good French teaching, from Canada (not only from Quebec), from the United States, from Britain, Italy, Portugal, Spain etc – those nations have an increasing presence on the „terrain“ – and Germany is actually losing influence, not only at the scientific-technical level, no one on a more broader range reaching from socio-economics to cultural liaisons. As I have heard recently the German GTZ has sometimes problems to get experts for their jobs in francophone Africa. Most of the paper concerning this regions are still published in French, and I think still the best way, to reach a forester, agricultural engineer in Marocco, Tunisia, Algeria, and France is to publish in Forêt Mediterranéenne , Sécheresse, – and not in a any Anglo-American ISI quoted journals– nobody will read it. But perhaps in Germany it’s the same, – is a forest engineer on the terrain (in the Black Forest, the Pfälzer Wald etc.) reading Forest Ecology and Management, – no – at best he will perhaps read the AFZ – die Allgemeine Forst Zeitschrift.

Actually I have only read three novels in English, – Hemingway’s “for whom the bell tolls”, Malcolm’s Lowry “under the volcano” and Graham Greens “the Quiet American”, – not more – and because I think – our readings are also important to the ways we construct our landscapes – the approach to landscapes in English seems to be rather different to my approach in German or French. My English, even if it’s not a pristine or innocent English, – I would call it a juvenile English – has not the same cultural baggage of hundred of novels, which my French or my German has. Surely I have read some translation of English and American books, for example the german translation of complete work of Hemingway. But I think its not the same, because the original picture the author creates has been transformed by the translator. The picture Hemingsways creates, the images of landscapes he is painting, – is a different – the American English image of landscapes, man and women sounds different, is different from the German translation, the translator is also an interpretor, a third person between original work and reader. In this context, I would suggest to read the blog contribution of Pierre Assouline concering the new translation of Berlin Alexanderplatz from Alfred Döbelin into French “ Retour en majesté d’Alfred Döblin ” done by Olivier Le Lay.

So whenever possible books should be read in their original language, independently therefrom if it is a novell or a scientific text book. For example I suggested to my students to read the cited „conquest of nature“ from David Blackbourn in the English original. Whereas the German Edition of the book „Die Eroberungen der Natur – eine Geschichte der deutschen Landschaft.“ has got a excellent critic by Hartmut Leser (2008) published in „Die Erde – Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin „, but i think, as worte above, if possible try to read the original version.

 

Actually in our world, the construction of what we call landscape, has become partly a domain reserved to the writing class (and to the world of movies), journalists, novelists, scientists, blogger, wikipedianists. Reflecting the importance of the writing class for the construction, I think the statements of Blackbourn should be broaden in the sense of the words of Golo Mann « wir alle sind was wir gelesen » (originally a citation of Eichendorff ) “we are all what we have read” – or translated to landscapes – the landscapes we construct in our imagination are strongly influenced by our readings. In a foreign language, which we normally learn at school, – it’s also important to see what kind of mental geography is transmitted to the pupils by their teachers. I think I will discuss this in a one contribution apart, because it’s a very interesting topic and important topic – what kind of mental geography doe foreign language teachers provide to their pupils.

For me English in a certain sense is the “pristine” (but not innocent) language of a more scientific approach to landscapes. But it’s clear that the American, English authors and authors from other country might they be native English speakers of not, – they all carry their cultural and academic baggage even if the try to describe us so called pristine landscapes (as for example Thomas Vale in Fire, Native Peoples and the Natural Landscape).

In this sense, geography or landscape ecology can never be an innocent science, because they are always charged with the cultural baggage of those who do the science, the research and the way they talk to their public, scientific public or wider scientific vulgarization.

Reflecting Ideas, subjective thoughts – and sharing discussions about what we call landscapes, paysages and Landschaften (at all levels of perception) will certainly be one of the objectives of the blog.

 

 

The other focus of the blog is to provide me a platform for citizenship, – a platform for presenting and discussion of my political opinions, of my personal view of the globalized world. This is the blog of the Citizen Neff.

As well as one the French petit début and the German prolog this posting is ending with a chanson from Patricia Kaas , – d’ Allemagne a song where Patricia Kaas is painting a very strong emotional picture of Germany of the the 1980.

 

Sources and Citations:

Blackbourn, D. (2007): The Conquest of Nature. Water, Landscape and the Making of Modern Germany. New York (Norton Paperback)

Blackbourn, D. (2007): Die Eroberungen der Natur – eine Geschichte der deutschen Landschaft. München (DVA)

Green, Gr, (1955): The Quiet American. London, (Heinemann)

Hemingway, E. (1940 ): For whom the bell tolls. (Charles Scribner)

Leser, H. (2008): Blackbourn, David: Die Eroberungen der Natur – eine Geschichte der deutschen Landschaft. München DVA 2007. In: Die Erde, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, Forum für Erdsystem und Erdraumforschung, Buchbesprechungen, 272-273.

Lowry, M. (1947): Under the volcano.

Mann, G. (1991): Wir alle sind war wir gelesen. Aufsätze und Reden zur Literatur. Berlin (Verlag der Nation).

Vale, T.R. (2002): Fire, Native Peoples and the Natural Landscape.Washington,(Island Press).

 

 

Christophe Neff, Grünstadt 28.5.2009

Sturmfront über Deutschland – vor 50 Jahren meldete Schramberg Land unter

Heute 26.5.2009 meldet uns Spiegelonline , daß eine Sturmfront über Deutschland gezogen ist, die wohl regional für starke Unwetter gesorgt hat, die teilweise erhebliche Sachschäden verursachten. Eigentlich nichts ungewöhnliches, das kann im Monat Mai hin und wieder mal vorkommen. Erfreulich dabei ist, daß man uns ausnahmsweise nicht mit der Klimakatastrophe droht. Vor 50 Jahren als noch niemand das Wort Klimakatastrophe bzw. Klimawandel im Munde hatte, am 21.5.1959 wurde die Talstadt Schramberg von einem verheerenden Unwetter heimgesucht. Die Neue Rottweiler Zeitung am Wochenende hat dazu am 16.5. und 23.5 zwei schöne Artikel verfaßt die sich anbei im Posting befinden. Zum Hochwasserereignis selbst hat das Stadtmuseum eine kleine Ausstellung zusammengestellt die man im Rathaus der Stadt Schramberg besuchen kann. In Zusammenhang mit der Ausstellungen wurde auch eine virtuelle Bildergalerie aus dem Bestand des Photoarchiv Kasenbacher und ein virtueller Pressespiegel erstellt. Überschwemmungen dieser Größenordnung waren übrigens für Schramberg nichts ungewöhnliches. Wenn man die Zeittafel in „Das ist Schramberg“ auf den Seiten 184- 203 (Stadt Schramberg 1967) aufmerksam durchliest fällt einem gleich auf, daß die Überschwemmungsereignisse in Schramberg durchaus periodischen Charakter haben. Übrigens hatte nicht nur Schramberg mit diesen periodischen Überschwemmungen zu kämpfen, sondern weite Teile des Nordschwarzwald und des mittleren Schwarzwald wurden immer wieder mit solchen periodisch wiederkehrenden Hochwasserereignissen konfrontiert. Das obere Nagoldtal und die Stadt Altensteig wurde beispielsweise immer wieder von periodischen Hochwässern heimgesucht, andererseits gab es auch durchaus Jahre in denen die Bewohner des oberen Nagoldtales mit längeren Trockenperioden im Sommer zu rechnen hatten. Das Bestreben den verheerenden Hochwässern im oberen Nagoldtal ein Ende zu setzten, als auch durch Wasserregulierung genügend Wasser für trockenere Sommer vorzuhalten, war übrigens der Grund, zwischen 1965- 70 die Nagoldtalsperre zu bauen. Abschliessend noch die Empfehlung an das durchaus publikationserfahrene Stadtmuseum Schramberg. Die virtuelle Bildergalerie etc. wird ja bestimmt irgendwann aus dem Netz verschwinden. Wäre es nicht möglich, aus den für die Ausstellung zusammengetragenen Materialien, der virtuellen Bildergalerie etc. ein kleines Büchlein zu gestalten. Ich denke, daß das Hochwasserereignis vom 21.5.1959 in Schramberg ein solch zentrales Ereignis in der Geschichte der Stadt Schramberg war, aber auch durchaus ein markantes Datum der neueren Landschafts – und Umweltgeschichte des mittleren Schwarzwaldes war, daß man dem ganzen durchaus aus ein gut gemachtes, wissenschaftlich fundiertes Buch, widmen könnte. So ein Buch hätte auch den Vorteil der Volatilität unseres virtuellen Kollektivgedächtnisses entgegen zuwirken.

 Petit Résumée français: Le billet décrit une inondation remarquable qui dévasta la ville de Schramberg le 21.5.1959. Le billet remarque aussi qu’historiquement Schramberg comme une grande partie de la moyenne forêt noire et le nord de foret noire fut périodiquement touche par des inondations dévastatrices. Remarquons la photo galerie virtuel et l’ archive de presse virtuel. Le Posting suggère d’éditer un petit livre (scientifique) sur l’inondation du 21.5.1959 pour agir contre la volatilité de notre mémoire collective virtuelle.

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 Quellen & Sources:

Stadt Schramberg (Ed): Das ist Schramberg. Die Uhren und Fünftälerstadt im Schwarzwald. Schramberg 1967

Neue Rottweiler Zeitung zum Wochenende, Ausgaben vom 16.5.2009, 23.5.2009

 

Christophe Neff, Grünstadt le 26.5.2009

II. Un blog sur les paysages: ein kleiner Prolog auf Deutsch.

Nachdem ich schon einen relativ langen französischen Einführungsartikel (Un Blog sur les paysages : un petit début – ou quelle langue choisir ? ) geschrieben habe, ein paar Worte und Sätze zur Einführung in Deutsch. Mein Blog wird sich vor allem mit paysages, sprich Landschaften, literarischen Landschaften, imaginären Landschaften, deutschen Landschaften, französischen Landschaften, mediterranen Landschaften, – schlichtweg Landschaften befassen. Es ist bewusst ein subjektives Blog, es handelt sich um meine persönliche Meinungsäußerungen, zu den Landschaften die wir ins uns tragen. Für die objektive Landschaftsbetrachtung, wissenschaftliche Landschaftsanalyse, ist die wissenschaftliche Geographie, die Landschaftsökologie zuständig, hier verweise ich was meinen Teil als Wissenschaftler betrifft, auf meine berufliche Homepage an der Universität Karlsruhe. Landschaften sind Konstrukte, hier stimme ich mit David Blackbourn überein – «. What we call landscapes are neither natural nor innocent ; they are human constructs. How and why they were constructed (many would say “imagine” even “invented”) belongs to the stuff of history (Blackbourn 2007: 16) – , nur glaube ich, daß Blackbourn, dabei die Geographie vergessen hat. Wie Landschaften konstruiert werden, wie Landschaften erfunden werden, wie wir Landschaften abgrenzen um diese dann später wissenschaftlich zu analysieren, das sollte eigentlich auch grundlegende Aufgabe einer der Landschaft sich widmenden Geographie sein. In diesem Sinne sollte das Buch Blackbourns „The Conquest of nature, – Water, Landscape and the Makeing of modern Germany“ für jeden Geographen eine mehr als anregende Lektüre sein, – und für den Nichtgeographen – eine spannende Einführung in die jüngere deutsche Landschaftsgeschichte, in die historische Landschaftsgeographie Deutschlands.

Landschaften sind natürlich auch die Landschaften unserer Kindheit, unser Jugend. Die Bilder und Erinnerungen, das Lebensumfeld, die Landschaftbilder die wir uns unbewußt (und ggf. auch bewußt) in den ersten beiden Lebensjahrzehnten geschaffen haben, diese Landschaftsbilder begleiten uns ein ganzes Leben. In diesem Sinne wird bestimmt, der eine andere Artikel hier in diesem Blog den Landschaften in der Raumschaft Schramberg, den Landschaften des mittleren Schwarzwald gewidmet sein. Hier verbrachte ich einen großen Teil meiner Kindheit und Jugend. In diesem Sinne habe ich übrigens, als ich feststellte, dass es über den Sulgen , sprich Schramberg – Sulgen, bzw. die Bergvorstadt Sulgen noch keinen Wikipediaartikel gab, gestern einen solchen angelegt. Die Landschaften rund um Schramberg , aber auch Zeit und Milieu, der 1980 Jahre rund um Schramberg finden sich übrigens recht gut in den Krimis von Uta Maria Heim abgebildet. Im übrigen waren es bestimmt die zuletzt gelesen Bücher, u.a. der Krimi „Totschweigen“ von Uta Maria Heim, sowie dem autobiographischen Roman „les Derniers Jours de la Classe ouvrière“ von Aurélie Filippetti die mich dazu bewegt haben, mich endlich an das schon seit langem angedachte Projekt eines Landschaftsbloges zu wagen. Die Frage der Sprache, der Veröffentlichungssprache eines solchen Blogs, habe ich insofern gelöst (oder auch nicht gelöst), als dass ich vorhabe, das ganze mehr oder weniger in drei Sprachen zu gestalten, sprich Französisch, Deutsch und Englisch.

Der von Uta-Maria Heim verfaßte Kriminalroman „Totschweigen“ spielt in Schramberg, auf dem Sulgen, und ich habe ihn gern gelesen, obwohl ich an für sich ansonsten nur sehr selten Krimis und diese auch sehr ungern lese. In Totschweigen bin ich auch wieder meinen Schramberger und Sulgener Jugendlandschaften begegnet, dem Buch von Heim werde ich bestimmt einen eigenen Artikel widmen.

Der autobiographische Roman von Filippetti „les Derniers Jours de la Classe ouvrière“ (zu dt. Die letzten Tage der Arbeiterklasse/ es gibt m.W. bisher keine deutsche Übersetzung) beschreibt das Leben, den gewerkschaftlichen Kampf, der italienischen Minenarbeiten in der Minette in Lothringen, – im Grunde habe ich dort in den Sätzen von Filippetti Landschaften und Leben meines franko-italienischen Großvaters wiedergefunden. Die Minette wird schon lange nicht mehr ausgebeutet, die Stahlwerke im Haut-Pays sind verschwunden, die Basse – Italie , das Stückchen Italien, der nördliche Vorposten der Romagna im Nordosten Frankreichs nahe der luxemburgischen Grenze, das alles ist im Verschwinden begriffen. Filippetti hat dieser „untergehenden Landschaft, – der Kulturlandschaft von Eisen, Kohle und Stahl zwischen Alzette , Mosel und Saar“ ein kleines literarisches Denkmal geschaffen. Gerade noch rechtzeitig, bevor dass diese dem Untergang geweihte Kulturlandschaft, einer der letzten Montanlandschaften Mitteleuropas, ganz verschwindet.

Der Austausch von Kohle und Stahl zwischen Deutschland und Frankreich , die Moselkanalisierung, haben vor über 50 Jahren zum EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl ) geführt, – Jean Monet und Robert Schuhman wollten mit der Gründung des EGKS verhindern, dass man jemals wieder die berühmt berüchtigten „Affiches rouges “ quer durch Frankreich klebt. Diesen Affiches rouges hat Léo Ferré das Chanson l‘ affiche rouge gewidmet. Das Lied ist leider, auch in Frankreich, in Vergessenheit geraten. Ich habe, das Lied vor kurzem in einer Musikstunde des Kulturkanales des Südwestfunk, SWR 2, wieder gehört.

Die Verbindung der Montanregionen von Mosel und Saar, der belgischen Montanregionen zwischen Charleroi und Lüttich mit dem Ruhrgebiet sollte verhindern, daß es jemals wieder zu einem Krieg zwischen den Nachbarn kommt, ein Weltkrieg aus europäischen Boden entwächst. Aus dieser Idee einer europäischen Montanunion, daraus ist dann die heutige EU entstanden. Ich habe es hier Bewußt nochmals aufgegriffen, denn bei allen bürokratischen Auswüchsen die E.U. im Laufe ihrer Geschichte hervorgebracht hat, – an diesem Ziel, ein friedliches Mitteleuropa zu schaffen, muß man die EU messen – und dieses Ziel wurde ohne Abstriche erreicht. Das das auch seinen Preis hat versteht sich von selbst. Ich denke, daß man das angesichts einer sowohl in Frankreich als auch in Deutschland immer mehr um sich greifenden Europamüdigkeit, so kurz vor den Europawahlen, immer wieder betonen sollte.

Folgerichtig (im Bezug auf die Geschichte der lothringischen Montanregion) hat sich Filippetti als Kandidatin des französischen P.S. für die Europawahl am 7.6. (hier der link zu ihrem Blog ) aufstellen lassen. Sie setzt sich u.a. auch für die Erhaltung des letzten lothringischen Stahlwerkes in Gadrange ein, – aber ich glaube, dieser Kampf ist ein schon von vornherein ein Verlorener, die Landschaften die aus Stahl und Kohle zwischen dem Becken von Longwy, Mosel und Saar in den letzten 150 Jahren entstanden sind, werden unweigerlich verschwinden, und nur noch in Erinnerungen und im geschriebenen Wort Bestand haben. Was die italienische Einwanderung nach Lothringen in das Gebiet der Minette betrifft, gibt es so wenig schriftliche Quellen, dass das Buch von Filippetti (siehe Un Blog sur les paysages : un petit début – ou quelle langue choisir ? ) inzwischen als wissenschaftliche Quelle zitiert wird. Wenn die Erinnerung erlischt, verschwinden auch unsere Landschaftsbilder.

Das Blog soll im Sinne von Golo Mann « wir alle sind was wir gelesen » (ursprünglich ein Eichendorff Zitat) sich auch mit Büchern und literarischen Landschaften beschäftigen – und Bücher wurde ja auch in diesem Beitrag schon gestreift. Weiterhin soll mein Blog dazu dienen, mir dem „citoyen européen“, der sowohl in Deutschland als auch in Frankreich beheimatet ist, eine Plattform zu bieten, in dem ich bewusst und subjektiv meine Meinung zu Themen aus Politik, Kunst,Kultur und Wissenschaft darstelle und ggf. auch zur Diskussion stelle.

Abschliessend wie in meinem französischen Beitrag vom 23.5. das Lied d’ Allemagne von Patricia Kaas, als Erinnerung an die Deutschlandbilder und Landschaften die wir in uns tragen.

Christophe Neff, Grünstadt, den 25.5.2009

Quellen:

Blackbourn, D. (2007): The Conquest of Nature. Water, Landscape and the Making of Modern Germany. New York (Norton Paperback)

Filippetti, A. (2003): Les derniers jours de la classe ouvrière. (Stock, le livre de poche)

Heim, U.M (2007): Totschweigen. Meßkirch (Gmeinder)

Mann, G. (1991): Wir alle sind war wir gelesen. Aufsätze und Reden zur Literatur. Berlin (Verlag der Nation).

I. Un blog sur les paysages : un petit début – ou quelle langue choisir ?

Aujourd’hui où j‘ écris mes premières phrases dans mon blog, – l‘ Allemagne, la République fédérale d‘ Allemagne, die Bundesrepublik Deutschland fête ses soixante ans d‘ existence. J‘ ai l‘ impression qu‘ ici en Allemagne on ne fête guère cet événement. Dommage en fait, eigentlich schade, – car on pourrait être fier de ce qu’on a construit au cours de ces 60 ans. Depuis que j’ai eu l‘ idée d‘ écrire un blog, je me suis toujours heurté à la question de la langue – dans quelle langue écrire. En français, ma vraie langue maternelle, la langue que j‘ ai parlé avec ma mère, pendant les premières années de mon existence, à Tübingen, à Eckbolsheim, à Schramberg-Sulgen où j‘ ai appris à rêver des paysages mediterranéens perdus, accompagnés des chansons mélancoliques d’Enrico Macias, que ma mère écoutait pendent des heures, peut- être pour se souvenir de son identité méridionale franco-italienne qui sombrait dans une Allemagne qui se remettait lentement de ses blessures de guerre . Les deux chansons d’Enrico Macias, qui depuis me accompagnent pendant mes voyages dans les paysages lointains, me rappelant mon identité franco-italienne, sont «Paris tu m’as pris dans tes bras » et «l’amour c’est pour rien».

Ou en dialecte romagnol, parsemé de mots francais, italiens, – la langue dans laquelle mon arrière grand-père me racontait ses histoires, ses voyages, ses paysages, ses géographies lointaines dans un temps où l‘ empire austro-hongrois existait encore. Ou en allemand, la langue que j‘ ai commencé à apprendre le jour où nous débarquons à Schramberg-Sulgen, quand ma mère jouait pendent des longues heures du Schubert, et que j‘ imaginais entendre la houle d‘ une mer invisible quand les tempêtes venues de l‘ ouest balayaient les cimes des arbres, sapins, épicéas, des pins sylvestres du «Feurenmoos» dont ,quand les grandes tempêtes remuent des fonds de sombres forêts, les arbres orchestrent un boucan d’enfer ressemblant à une mer se dechaînant pendant une grande tempête. Cette musique que les tempêtes provoquent dans les forêts de forêt noire est particulièrement bien décrite dans le Roman de Vincenz Erath , «größer als des Menschen Herz», – un très beau roman d‘ une enfance en forêt noire dans le environs de Schramberg , roman et auteur qui sont malheureusement presque tombés en oubli en Allemagne.

Et plus tard à l‘ école, ou j’ai réellement appris l‘ allemand: avant , c’était plutôt le Schramberger Schwäbisch, même le Sulgenerisch, à ne pas confondre avec le Sulgerenisch de Saulgau le lieu de naissance et d‘ enfance de mon père. Oui ,c’est à l’école que j‘ ai réellement appris à parler, lire et écrire la langue de Goethe, – à la Grundschule Sulgen au Kirchplatz à Sulgen, – une paisible école de campagne entourée de beaux marronniers d‘ inde et d‘ une vielle Église. Au lycée vient l‘ anglais et plus tard le latin. Le latin ne me rappelle guère de bons souvenirs d’école. Pour l‘ anglais, même si j‘ étais au début plutôt un élève médiocre, l’anglais est peut être la seule langue où je maîtrise approximativement l‘ orthographe. Une langue devenue langue de travail, langue de lecture, langue dans laquelle je commence parfois à rêver, comme dernièrement après la lecture d‘ une des 40 pages du livre « the conquest of nature – Water, Landscape and the Making of modern Germany » de David Blackbourn.

Après le bac et le service militaire, pendant les études universitaires à Mannheim, parallèlement à mes études de géographie, j‘ avais commencé à étudier les langues romanes, un peu d‘ italien, mais vers la fin des années quatre-vingt l‘ italien était tellement à la mode en Allemagne (ce fut les temps de la „Toskana-fraktion “ de la SPD, de carborna de Spliff , que ,du moins à l‘ université de Mannheim , les cours étaient super pleins), faute d‘ avoir l‘ occasion de parler on n‘ apprenait pas grand-chose. Le peu d‘ italien qui me reste est plutôt dû aux vestiges de mes fonds familiaux, aux multiples vacances passées en Italie, et de mes essais d‘ imiter svalution de Adriano Celentano pendant ma phase de chanteur rock qui dura à peu près de 1980 – 1990.

J‘ ai donc filé vers les cours de portugais, en me souvenant que, quand j‘ étais gamin, je lisais avec mon grand – père dans son journal à Aubord , on disait toujours le journal du pépère, dans le Monde , les progrès de la révolution des oeillets. Salgueiro Maia était un des mes héros de jeunesse, mais je me demande qui au Portugal se souvient encore de son histoire. Plus tard pendant mes divers voyages d‘ études au Cabo de Rocca, mais surtout au Cabo de Sao Vicente et le long de toute Costa Vicentina je me mettais à rêver de voyages lointains, de rêver mes Luisades « Onde a terra acaba e o mar começa (Os Luisadas, III, 20 ) ». Entre temps le Portugal continental, à part quelques ilôts de résistance est devenue une terre anglophone, – à force de ne plus pratiquer le portugais, j’ai presque perdu ma maitrise active du portugais. Les quelques mots et phrases qui me restent, sont dues au fait que sur les îles lointaines des Açores comme Pico, Faial ou Flores il reste de minuscules pays où il est absolument nécessaire de parler portugais si on veut communiquer.

Revenant aux paysages, en lisant il y a quelques jours les Les Derniers Jours de la Classe ouvrière de Aurélie Filippetti, je commence à replonger dans les paysages imaginaires de mon enfance, les paysages des histoires de mes grand parents, de l‘ immigration italienne en Lorraine, de la résistance, du combat politique de la classe ouvrière. Je n‘ ai jamais mis les pieds dans ce pays, mais en lisant le livre de Aurélie Fillppetti, j‘ avais l‘ impression de connaître chaque ruelle de la Basse – Italie d‘ Hussigny, la cour de l‘ ecole d‘ Hussigny , les cheminées du four crématoire du camp de Thil , les mines de fer, les peurs de la gestapo, des SS, – à vrai dire une géographie imaginaire qui n‘ existait que dans ma mémoire d‘ enfant, mais qui a survécu à l‘ enfance et qui ressurgit pendant la lecture du livre de Fillipetti. C’est en fait aussi la lecture du roman autobiographique de Fillipetti, qui m’a donné le courage de m‘ attaquer à ce blog sur les paysages, – même si je n‘ ai pas encore résolu le problème de la langue d‘ écriture adéquate. Notons que dans ma perception, le livre de Fillipetti est une rare sources écrites et disponibles sur l‘ immigration italienne dans le Haut-Pays de Lorraine, et à ce titre ce livre est déjà cité comme source scientifique, comme par exemple dans l‘ article de Pierre Schill (2003) sur la résistance ouvrière en Moselle de 1940 à 1945.

En fait ce blog est un peu dédié à la construction des paysages, de nos paysages imaginaires, et ici je reviens à David Blackbourn «Many historians have devoted themselves in recent years to mental topographies, and with good reason. What we call landscapes are neither natural nor innocent ; they are human constructs. How and why they were constructed (many would say „imagine“ even „invented“)belongs to the stuff of history (Blackbourn 2007: 16). Blackbourn a parfaitement raison, mais je pense également que ce type d‘ analyse fait aussi partie du devoir de lecture et d‘ interpretation des paysages par la géographie et les sciences de l‘ écologie du paysage. La géographie , dans le sens d‘ une science naturelle et les sciences du paysage ont tout interêt à intégrer ce concept de Blackbourn, – car en se réduisant aux aspects physique ou biologique d‘ un paysage, la lecture du paysage devient illisible, il reste au moins partiellement indéchiffrable, – ou simplement mal interprété. Notons aussi qu‘ au moins une partie du concept de Blackbourn se retrouvait au moins partiellement dans la théorie de la « Wesenheit der Landschaft » (Paffen 1973) de l‘ ancienne école de géographie allemande, mais qui est completement tombée en oubli en Allemagne.

Ce blog sera multilingual, donc allemand, francais et anglais, et il sera en partie dédié aux paysages imaginaires que nous construisons chaque jour, et d’autre part, à mes lectures , dans le sens de Golo Mann « wir alle sind was wir gelesen », qui est en fait un titre de livre emprunté à une citation de Eichendorff. Naturellement ce blog est aussi consacré à mes point de vue politiques , culturels et artistiques , les opinions d‘ un citoyen européen de double nationalité franco -allemande.

Et pour bien feter les 60 ans de la Bundesrepublik Deutschland voici – en mémoire de nos paysages imaginaires d‘ Allemagne – écoutons Patricia Kaas, qui nous chante ces paysages allemands imaginaires que nous véhiculons aves nous.

Sources :

Livres et autres ouvrages ecrites :

Blackbourn, D. (2007): The Conquest of Nature. Water, Landscape and the Making of Modern Germany. New York (Norton Paperback)

Erath, V. (1951): Größer als des Menschen Herz. Das Buch vom wahren Leben. Tübingen (Rainer Wunderlich Verlag)

Filippetti, A. (2003): Les derniers jours de la classe ouvrière. (Stock, le livre de poche)

Mann, G. (1991): Wir alle sind war wir gelesen. Aufsätze und Reden zur Literatur. Berlin (Verlag der Nation).

Paffen, K.H. (1973) : Das Wesen der Landschaft. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)

Schill, P. (2003) : Antifascisme et résistance ouvrière organisés autour de la CGT et du Parti communiste en Moselle annexée (1940-1945), entre histoire et mémoire. In : Schirmann, S. (Ed.) Annexion et nazification en Europe, Actes du colloque de Metz, 7-8 Novembre 2003, p. 173 à 187. Document téléchargeable sous l’adresse : (http://www.memorial-alsace-moselle.com/f/colloque.html )

Sources Internet:

Centro Virtual Camoes – Biblioteca Digital Camoes: Luis de Camoes, Os Luisadas (et autres œuvres) (version wayback machine),  et Os Luisadas (CAMOES, Luís de, 1524-1580, Os Lusiadas / de Luis de Camões dans la Bibliothèque nationale du Portugal / Biblioteca Nacional de Portugal copie digital.) (Révision du lien datant du 23.5.2009 16 :20 et correction 19.03.2023 9 :00 et le 25.04.2023 11:30)

Christophe, Neff, Grünstadt, le 23.5.2009

P.S. (26.04.2023) : Dépôt de l’article dans la bibliothèque KIT-Open. Premier billet du blog paysages, qui a débuté en mai 2009 comme blog abonné le Monde.fr .  Un PDF (copie de la version du 26.04.2033) du billet sera/est disponible sous DOI: 10.5445/IR/1000158169.